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1/2 | 2015

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Nachrichten ecoprog

Nachrichten ecoprog Anzahl der Biomassekraftwerke steigt Immer mehr Länder fördern Erneuerbare Energien Laut der Untersuchung „Biomass to Power“ der Kölner ecoprog GmbH ist die Stromerzeugung aus fester Biomasse weiter auf dem Vormarsch. Ende 2013 waren weltweit rund 2 800 Kraftwerke in Betrieb, die ausschließlich oder überwiegend Biomasse verbrannten. Sie verfügten über eine Stromerzeugungskapazität von rund 42 GW . Hinzu kam die Mitverbrennung el von Biomasse in rund 350 fossilen Kraftwerken. In zehn Jahren werden geschätzt rund 4 100 Anlagen mit einer Kapazität von etwa 67 GW in el Betrieb sein. Alleine im letzten Jahr wurden cirka 170 neue Kraftwerke mit einer Stromerzeugungskapazität von rund 3,6 GW errichtet. Die Förderung Erneuerbarer Energien el bleibt der wichtigste Marktfaktor für den Ausbau der Biomasseverstromung. Anfang 2014 hatten etwa 140 Länder Politiken für eine solche Förderung eingeführt, die meisten darunter auch für die Verstromung fester Biomasse. Europa bleibt auch in den kommenden zehn Jahren der größte Markt für die Verstromung fester Biomasse. Hier waren Ende 2013 gut 1 200 Biomassekraftwerke in Betrieb, bis Ende 2023 werden es geschätzt rund 1 750 sein. Allerdings ist Europa sehr fragmentiert und die Investitionsvoraussetzungen unterscheiden sich deutlich in den einzelnen Ländern. Während in Großbritannien und Frankreich so viele Anlagen wie noch nie errichtet werden, wurde in Spanien, Lettland oder Tschechien die Förderung inzwischen wieder gekürzt oder ganz eingestellt. In Deutschland ist die Förderung im internationalen Vergleich zwar immer noch vergleichsweise hoch, sie entfaltet jedoch kaum noch Anreizwirkung, da alle Gunststandorte bereits seit Jahren erschlossen sind. International zählen China, Indien, Brasilien und die USA zu den derzeit wichtigsten Märkten. Die größte Dynamik entfaltet der Markt für Biomassekraftwerke aktuell in Asien und Südamerika. Hier gibt es noch viele unerschlossene Gunststandorte, etwa in der Zucker-, Reis- und Holzindustrie. In Ländern wie Indonesien oder den Philippinen sorgt bereits ein geringes Unterstützungsniveau zu deutlich mehr Projekten, auch wenn nicht alle Ausbaupläne in den kommenden Jahren umgesetzt werden können. Der Markt für die Verstromung von Biomasse ist häufig noch regional organisiert. Die wichtigsten Kunden bleiben Biomasse affine Industrien wie die Papier- oder Zuckerwirtschaft, erst danach folgt die Energiewirtschaft. Auch die Anlagenbauer sind häufig regional aufgestellt und es gibt nur eine Handvoll globaler Player. Die regionalen Stärken und Schwächen der einzelnen Technologieanbieter spiegeln dabei häufig die jeweilige Ausprägung der Förderstruktur wider – beispielsweise in Bezug auf Anlagengrößen oder Brennstoffe. So existieren in Brasilien Anbieter mit einem Schwerpunkt auf der Verbrennung von Zuckerrohr, in Österreich hat die Förderung von Kleinanlagen zu einer größeren Zahl von Anlagenbauern in diesem Bereich geführt. Derzeit globalisiert sich mit der Internationalisierung der Nachfrage auch der Wettbewerb. Gerade für die europäischen Anlagenbauer, die über den größten Anteil im Weltmarkt verfügen, ist der Internationalisierungsdruck angesichts einer zunehmenden Zahl an gesättigten Märkten auf dem eigenen Kontinent groß. Auch die chinesischen Anbieter drängen zunehmend in ausländische Märkte. www.ecoprog.de Bild: Mogelzahn BMUB Weichenstellung für globale Nachhaltigkeitsziele Das Bundeskabinett hat seine Position für die UN-Verhandlungen über neue globale Nachhaltigkeitsziele beschlossen – die „Post 2015-Agenda“ für nachhaltige Entwicklung. Diese soll auf einem Gipfel der Vereinten Nationen im September 2015 von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet werden. Die Agenda wird die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen ablösen, die im kommenden Jahr auslaufen, und führt erstmals Ziele für Entwicklung und Umwelt zusammen in einen weltweit geltenden Zielkatalog für Nachhaltige Entwicklung. Eine von den Vereinten Nationen eingesetzte Arbeitsgruppe hatte im Sommer einen Katalog mit 17 Zielen vorgelegt – von der Armutsbekämpfung bis zum Umbau der Volkswirtschaften hin zu mehr Nachhaltigkeit. Die Bundesregierung wird sich in den Verhandlungen dafür einsetzen, dass dieser ambitionierte und ausgewogene Katalog erhalten bleibt. http://sustainabledevelopment.un.org 6 UmweltMagazin Januar - Februar 2015

Acht Jahre REACH Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt ziehen nach acht Jahren REACH eine positive Bilanz: Die EU-Chemikalienverordnung sei ein wichtiger Fortschritt hin zu einem besseren und nachhaltigen Umgang mit Chemikalien – in Europa und global. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit des UBA zu REACH ist, besonders besorgniserregende Substanzen zu identifizieren. Für die ersten solcher Stoffe ist schon die Zulassungspflicht nach REACH wirksam, unter anderem für vier Phthalate, die wegen ihrer fruchtschädigenden Wirkung gelistet wurden. Das heißt, dass die Verwendung dieser Stoffe nur noch erlaubt ist, soweit die betreffende Anwendung von der EU-Kommission nach einem Zulassungsverfahren, in das alle Mitgliedstaaten involviert sind, explizit zugelassen ist. Unternehmen, die zulassungspflichtige Stoffe weiter einsetzen möchten, müssen in einem Antrag die sichere Verwendung nachweisen oder zeigen, dass die beantragte Verwendung für die Gesellschaft insgesamt von Vorteil ist. In jedem Fall werden für die Zulassungen Überprüfungsfristen festgelegt, denn langfristig sollen alle zulassungspflichtigen Substanzen ersetzt werden, entweder durch geeignete Alternativstoffe oder mittels Alternativtechnologien, sofern diese wirtschaftlich und technisch tragfähig sind. Gerade kleine und mittlere Unternehmen fordern beim Zulassungsverfahren mehr Unterstützung durch die Behörden. Um den Unternehmen eine größere Planungssicherheit zu geben, werden zukünftig die deutschen Behörden frühzeitig über ihre regulatorische Arbeitsplanung informieren. Im Gegenzug erhalten sie dann von den Unternehmen praktische Informationen zum Einsatz der Chemikalien, die für die Wahl der angemessenen Regelungsinstrumente wichtig sind. Ein wichtiges Anliegen von REACH ist die Transparenz, etwa über besorgniserregende Stoffe, die auch in Alltagsprodukten wie Textilien, Spielzeugen oder Haushaltsgeräten stecken können. Auf der Grundlage der REACH-Verordnung können sich Verbraucher erkundigen, ob Produkte solche Chemikalien enthalten. Umweltschädliche Subventionen Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes beliefen sich die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland auf über 52 Milliarden Euro im Jahr 2010. Mit 24,4 Milliarden Euro entfällt ein Großteil auf den Verkehrssektor, dicht gefolgt von der Energiebereitstellung und -nutzung mit weiteren 21,6 Milliarden Euro. Das Bau- und Wohnungswesen schlägt mit 5,9 Milliarden Euro zu Buche, in der Land- und Forstwirtschaft/Fischerei konnte über eine halbe Milliarde Euro an umweltschädlichen Subventionen quantifiziert werden. Die Studie analysiert, welche Subventionen den Klimawandel fördern, die Wasser-, Boden- und Luftqualität beinträchtigen, zu Gesundheitsschäden führen oder die Flächeninanspruchnahme und den Rohstoffverbrauch erhöhen. Zudem enthält sie konkrete Reformvorschläge, etwa für die Entfernungspauschale. Große Potenziale für einen Subventionsabbau gibt es auch bei der allgemeinen Strom- und Energiesteuerermäßigung für das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft. Da die Ermäßigungen den Anreiz für die Unternehmen verringern, Energie sparsam zu nutzen, sollten die Begünstigungen reduziert und auf energieintensive Unternehmen beschränkt werden, die dem internationalen Wettbewerb stark ausgesetzt sind. Die Subventionspolitik der vergangenen Jahre zeigt insgesamt eine uneinheitliche Entwicklung: Einige umweltschädliche Subventionen laufen in den nächsten Jahren aus oder wurden abgebaut, etwa die Eigenheimzulage oder die Steinkohleförderung. Zugleich wurden jedoch bestehende umweltschädliche Subventionen ausgeweitet oder neue umweltschädliche Subventionen eingeführt. Um den Abbau umweltschädlicher Subventionen systematisch in die Wege zu leiten, empfiehlt das UBA ein umweltbezogenes Subventionscontrolling. www.uba.de Bild: Linnart Unger BDE Unzureichende Getrennterfassung von Bioabfällen Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. kritisiert anlässlich der Ende vergangenen Jahres vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Erhebung über Haushaltsabfälle 2013 die Untätigkeit vieler Kommunen und Gebietskörperschaften bei der Getrennterfassung von Bioabfällen. Seit 2009 verharren die Werte für getrennt erfasste organische Abfälle nahezu konstant bei 9,1 Millionen Tonnen pro Jahr. Weder das vor zweieinhalb Jahren in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz, das seit diesem Jahr eine flächendeckende Getrennterfassung von Bioabfällen vorschreibt, noch die in der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD festgeschriebene Zielsetzung, Biomasse zur Energiegewinnung fast ausschließlich auf Abfall- und Reststoffe zu begrenzen, haben, so der Verband, daran etwas geändert. www.bde-berlin.org UmweltMagazin Januar - Februar 2015 7

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