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10/11 | 2012

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Special Trink-, Prozess-

Special Trink-, Prozess- und Abwasser Die Ultrafiltrationsanlage besteht aus zwölf Blöcken mit einem Leistungsvolumen von gut 6000 m³/Stunde. Desinfektionstechnik in Europas größterUltrafiltrationsanlage Die Anforderungen an Trinkwasser sind in Deutschland hoch. Besonders seine Keimfreiheit steht imVordergrund. In der Regel erfolgt die Desinfektion des Wassers mit Chlorverbindungen. Soauch in der Schnellfiltrationsanlage inAachen, die vor Jahren um Europas größte Ultrafiltrationsanlage ergänzt wurde. Heute ist sie eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) weltweit. Die Desinfektionstechnik stammt von Grundfos. Volker Zimmermann Zuständig für die Versorgung mit Trinkwasser im Großraum Aachen istdie enwor(energie &wasser vorOrt) GmbH.Das Versorgungsgebiet erstreckt sichvon RoetgennachNorden über den Kreis Aachen hinaus. Im Westen bilden die Niederlande beziehungsweise Belgien die Grenze, im Ostenist es derKreis Düren. Über ein weit verzweigtes Rohrnetz versorgt enwor gut 270000 Einwohner mit jährlich rund 16 Millionen Kubikmeter (m³) Trinkwasser. Dieses wird von der WAGWassergewinnungsund -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH aus den Talsperren der Nordeifel gewonnen. Insgesamt bereitet die WAGjährlichgut 32 Millionen m³ Rohwasseraus TalsperrenzuTrinkwasser auf und beliefert damit enwor, die Stadtwerke Aachen und den niederländischen Wasserversorger Waterleiding Maatschappj Limburg.Das aus denTalsperrenentnommene Rohwasser bedarf dazueinerAufbereitung. Moderne Technik sichert hohe Trinkwasserqualität Die Trinkwasseraufbereitungsanlage Roetgenwurde 1952 erbaut und1970 erweitert.Seitdemwirdsie als zweistufige, offene Schnellfiltrationsanlage betrieben.Inden Jahren 2004/2005wurde die TWA umeine Ultrafiltrationsanlage ergänzt.Damit istsie eine dermodernsten Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasserweltweit. Dasaus den Talsperren entnommene Rohwasser durchläuftdabei folgende Prozessstufen: 7 Über Zuleitungen gelangt das Wasser in dieTWA.IneinemerstenVerfahrensschritt wirdder pH-Wert eingestellt und einFlockungsmittel(Aluminiumsulfat) zugegeben. Danach wird esüber die Ultrafiltrationsanlage geführt, die aus zwölf Blöckenbesteht und über einLeistungsvermögen von 6000 m³/Stunde verfügt (eine kurzfristige Leistungsüberschreitung von15Prozentist möglich). 7 Die Membranen (Transmembrandruck =0,3 bar) verfügen über sehr kleine Poren, sodass alle partikulären Wasserinhaltsstoffe sicherzurückgehaltenwerden. Nach demPassierender Ultrafiltra- 16 UmweltMagazin Oktober -November 2012

Impressum Das Entscheider-Magazin für Technik und Management ISSN 0173-363 X 42. Jahrgang (2012) Treibwasserpumpen CR3–9 für Chlordioxidanlage tionsanlage wird durch die Zugabe von Natronlage der pH-Wert angehoben (Entsäuerung). Danachwirddas Wasser über 13 offene, mit Kalkstein gefüllte, Schnellfilter geleitet. Diese Filterstufe dient dem Rückhalt von restlichem Eisen und Mangan sowie derAufhärtung. 7 Der Aufbereitungsprozess endet mit derZugabe vonChlordioxid und Chlorgas zur Desinfektion. Diese Anlage wurde von August 2008 bis Mai 2009 von Grundfos im laufenden Betrieb als Generalunternehmer erneuert beziehungsweise angepasst. Desinfektion von Trinkwasser durch Chlordioxid Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten um Trinkwasser zu desinfizieren. In den vergangenenJahren hat sichdas Chlordioxidverfahren mehr und mehr in den Vordergrund geschoben. Hier vereinigen sichmehrere Vorteile in einemVerfahrensschritt. Chlordioxid (ClO 2 )ist einstarkes und wirkungsvolles Oxidations- und Desinfektionsmittel. Anders als bei reinem Gesetzlich gesichert Chlor kann es im gesamten pH-Wert des Trinkwasserssehrgute bakterizide, viruzide und sporizide Wirkung erzielen. Die desinfizierende Wirkung von reinem Chlor nimmt hingegen bei einem steigenden pH-Wert ab.Bei demEinsatz vonChlordioxid könnensichkeine Haloformenwie etwa Trihalogenmethane, Chloramine oder Aminoverbindungen bilden. Es ist zudem ein lang anhaltender bakterizider und bakteriostatischer Netzschutz festzustellen. Da eine Lagerung von ClO 2 in Flaschen aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, muss das Medium vor Ort hergestellt werden. Der Weg der einzelnenKomponentensieht wie folgt aus: In einem separaten Sicherheitsraum wird Chlorgas gelagert. Über Gasvakuumregler und entsprechende Leitungen wird das Chlorgas aus dem Sicherheitsraum der Bereitungsanlage einer Oxiperm C166zugeführt. Das Gas wird im Injektor der Oxiperm mit einem Lösewasser vermischt und strömt dann in denReaktor.Hierwirddem Gas-Wasser- Gemischaus einemVorlagebehälter Na- Die Qualität des Trinkwassers wird unter anderem inder Trinkwasserverordnung (TrinkwV2001) sowie im Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutz-Gesetz-IfsG) vorgegeben. Die Trinkwasserverordnung ist wiederum die Umsetzung der europäischen „Richtlinie des Rates vom 03. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch“ (Richtlinie 98/83/EG). Mit ihr liegt eine im Grundsatz europäisch harmonisierte Regelung vor. Allerdings stellt die TrinkwV2001 durch eine Reihe von Abweichungen eine Verschärfung des deutschen gegenüber dem europäischen Recht dar. Einen wesentlichen Kernpunkt bildet hierbei der Bezug zuden allgemein anerkannten Regeln der Technik (unter anderem DIN, DVGW, VDI, CEN und ISO). InDeutschland werden somit –weltweit gesehen –mit die höchsten Anforderungen an die Qualität des Trinkwassers gestellt. Herausgeber Verein Deutscher Ingenieure Redaktion Dipl.-Biol. Akram El-Bahay (Chefredakteur), Tel.: (02 11) 61 03-3 26 Daniela Brière (Redaktions-Assistenz), Tel.: (02 11) 61 03-2 15 E-Mail: UmweltMagazin@springer-vdi-verlag.de Freier Mitarbeiter der Redaktion Dipl.-Geogr. Helmuth Ziegler, Würzburg Organschaften VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU)/Umwelttechnik Verband der Betriebsbeauftragten für Umweltschutz e.V. (VBU), Essen Verband für nachhaltiges Umweltmanagement e.V. (VNU), Frankfurt am Main. Für Mitglieder des VBU und VNU ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten. Medienpartnerschaft Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ), Frankfurt am Main Redaktionsbeirat Bernhard Schwager, Vorsitzender des VBU, Essen Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Vorsitzender der VDI-GEU, Bochum Matthias Friebel, Vorsitzender des VNU, Frankfurt am Main Dr. Henning Friege, Sprecher der Geschäftsführung der Awista GmbH, Düsseldorf Dr.-Ing. Hans-Friedrich Hinrichs, KTB GmbH, Gladbeck Prof. Dr.-Ing. Klaus Gerhard Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA), Duisburg Claudia Nauta, DGQ, Frankfurt am Main Martin Ittershagen, Pressesprecher des Umweltbundesamtes, Dessau Hinweise für Autoren/Manuskripte www.umweltmagazin.de Verlag Springer-VDI-Verlag GmbH & Co. KG VDI-Platz 1, 40468 Düsseldorf Postfach 10 10 22, 40001 Düsseldorf Commerzbank BLZ 300 800 00, Kontonummer 02 121 724 00 SWIFT/BIC-Code: DRES DE FF 300, IBAN DE69 3008 0000 0212 1724 00 Geschäftsführung Christian W. Scheyko Layout Ulrich Jöcker Satz Medienpartner Mäurer GmbH, 41836 Hückelhoven Druck KLIEMO printing, Hütte 53, B-4700 Eupen Copyright Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Vertrieb und Leserservice Tel. (02 11) 61 03-1 40 Fax (02 11) 61 03-4 14 E-Mail: leserservice@springer-vdi-verlag.de Vertriebsleitung: Christian W. Scheyko Bezugspreise 8 x jährlich (Ausgabe 1/2, 4/5, 7/8, 10/11 als Doppelausgabe) Jahresabonnement: 104,– € VDI-Mitglieder: 93,60 € (nur für persönliche Mitglieder) Studenten: 65,– € (gegen Studienbescheinigung) Preise Inland inkl. MwSt., Ausland exkl. 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