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10/11 | 2012

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Markt Produkte und

Markt Produkte und Verfahren Kunststoffverarbeitung Schneidmühlen für große Aufgaben Die Hellweg Maschinenbau GmbH &Co. KG aus Roetgen hat ihr Angebot an Schneidmühlen für die Kunststoffverarbeitung nochmals erweitert: Die neue Serie 450 ergänzt das Programm zwischen Serie 300 und 600. Auch hier bildet das Konzept „Masse und Schwungmoment“ die konstruktive Basis, die weiter ausgebaut wurde. Das hohe Schwungmoment des massiven, aus dem Vollen gefertigten Scherenschnitt-Rotors, soll eine energiesparende, weiche und dennoch aggressive sowie durchzugsstarke Zerkleinerung gewährleisten. Dickwandige Formteile, Platten, Rohre, Profile und stabile Hohlkörper können zerkleinert werden. Mit Antriebsleistungen von 22 bis 45 kW erreichen die Schneidmühle der Serie 450 zur Kunststoffverarbeitung Schneidmühlen, abhängig von Aufgabematerial und Sieblochgröße, Durchsätze zwischen rund 600 und 1500 kg/h. Zuverdanken ist das vor allem dem Prinzip des doppelten Scherenschrägschnitts und dem hohen Schwungmoment. Die Arbeitsbreiten liegen je nach Variante zwischen 600 und 1200 mm bei 450 mm Rotordurchmesser. Drei bis fünf Rotor- und zwei Statormesser sorgen für hohe Zerkleinerungsgrade ineinem Schritt. Optional sind die Maschinen mit Schallschutzkabine oder schallabsorbierendem Einwurfschacht lieferbar. Zielanwendungen sind unter anderem die Zerkleinerung großvolumiger und großflächiger Kunststoffteile wie beispielsweise Stoßfänger, Kunststofftanks oder Türinnenverkleidungen; aber auch Materialströme aus der Altauto-Demontage lassen sich so aufbereiten. www.schneidmuehlen.de Solartechnik Klemmen statt Schrauben Klemmen statt schrauben: Rehau Solect ermöglicht oberhalb der Dachhaut eine werkzeuglose Montage. Neben der Kollektortechnik gewinnen auch Befestigungssysteme für Solarkollektoren immer mehr an Bedeutung. Mit der von Rehau, Erlangen, entwickelten Technik stehen anstatt vieler loser Kleinteile Montagefreundlichkeit, statische Sicherheit, geringer Werkzeugaufwand und handliche Komponenten, die sich werkzeugfrei montieren lassen, imFokus, um Solarkollektoren schnell und sicher zu installieren. Nach Unternehmensangaben dauert so die Montage des FLK 25v/h bei zwei Kollektoren oberhalb der Dachhaut auf einem Standarddach weniger als fünf Minuten. Hierbei werden die zwei Trageschienen des Kollektors mit einer Drehbewegung in die Schienenaufnahmen eingelegt und werkzeuglos festgeklemmt. Nach Auflegen des Kollektors werden die Klemmen in die obere Schiene eingerastet und der Kollektor durch das Umlegen eines Klemmhebels auf der Trageschiene fixiert. Rehau legt großen Wert auf statische Sicherheit und Verlässlichkeit für den Installateur, der das System verbaut. Deshalb wird jeder Dachbügel mit integrierter Schienenaufnahme weiterhin mit dem Sparren verschraubt. Die schnelle hydraulische Verbindung der Kollektoren untereinander und ihren Anschluss übernehmen steckfertige Schnellverbinder, die sich ebenfalls werkzeugfrei montieren lassen. www.rehau.de Die Bediensprachen beim Wirbel- Durchflussmessgerät wurden auf 15 angehoben. Durchflussmessung Mehr Flexibilität im Anlagenbau Die Wirbel-Durchflussmessgeräte Prowirl 72 und Prowirl 73von Endress+Hauser, Weil am Rhein, haben ein neues grafisches Display für die Vor-Ort- Bedienung erhalten. Damit erweitern sich die standardmäßig im Gerät enthaltenen Bediensprachen auf insgesamt 15. Neu sind Schriftzeichen und Texte in Russisch, Japanisch und Chinesisch. Gerade für den internationalen Anlagenbau bedeutet dies weniger Gerätevarianten im Rahmen der Bestellung oder Warenhaltung, bei einer zugleich schnellen Wechselmöglichkeit im Zuge der Verwendung. Die Bedienung in der Landessprache kann zudem Fehlern bei der Geräteparametrierung vorbeugen und damit die Sicherheit erhöhen. www.de.endress.com 34 UmweltMagazin Oktober -November 2012

Projekte Markt Ausgehärteter Saertex-Liner DN 700 in der Hohnemannstraße: Im vorderen Bereich wurde beim Öffnen des Liners entstandener Schleifstaub händisch entfernt. Kassel Abwassernetze nachhaltigsaniert Mit lichthärtenden Schlauchliner-Systemen lassen sich Abwassernetze nachhaltig, schnell und ohne Belastung von Verkehrsteilnehmern und Anliegern sanieren. Das zeigt beispielhaft das Sanierungsprogramm von Kasselwasser im Kasseler Stadtteil Kirchditmold. Hier hat die KMG Pipe Technologies GmbH, Schieder-Schwalenberg, insgesamt 3350 Meter Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanäle durch Schlauchlining mit dem Saertex-Liner-System saniert. Die Bandbreite der Nennweiten reichte von DN 250 bis DN 700, die installierten Längen betrugen bis zu 170 Meter. Die verwendete Technologie bietet für den Einsatz inKirchditmold besondere Vorteile: Da es in den Straßen des Viertels durchwegs eng zugeht, muss das Baustellenequipment minimalistisch und mobil sein. Darüber hinaus gilt es, die Bauzeiten so kurz wie irgend möglich zu halten. Bauwerke wie Inversions- oder Förderbandtürme, wie sie etwa für Warmwasser-härtende Schlauchlinerverfahren typisch sind, wären in diesem Bereich auch unter verkehrlichen Aspekten nicht hinnehmbar gewesen. Auch hätten nachts laufende Generatoren von Warmwasser-Heizanlagen in der dichten Wohnbebauung nicht toleriert werden können. Diese Gesichtspunkte sprechen für das System der Lichthärtung. Der entscheidende Arbeitsgang beim UV-Härtungs-Verfahren ist die Belichtung des Liners mit einem exakt dosierten Strahlungsquantum. Dazu wurden die beiden Strahler-Module mit zusammen 8000 Watt Leistung im Gegenschacht gezündet und dann mit definierter Geschwindigkeit durch den Liner zum Startschacht zurückgezogen. DaUV-ausgehärtete Liner unmittelbar nach der Aushärtung in kürzester Zeit spannungsfrei abkühlen, können sie direkt wieder in Betrieb gehen oder weiter bearbeitet werden. Längenausdehnungen des Liners, die zuProblemen mit Schachteinbindungen oder Anschlüssen führen könnten, müssen bei der Lichthärtung nicht berücksichtigt werden. Die Abwicklung des Gesamtprojektes erfolgte innerhalb von 14 Arbeitswochen. www.kmg.de Karlsruher Institut für Technologie Optimierte Pumpspeicherwerke Mit dem Ausbau der Nutzung regenerativer Energiequellen wie Windkraft und Solarenergie steigt der Bedarf an Speichern für große Strommengen stark an. Die bislang einzige ausgereifte Technologie dafür sind Pumpspeicher(kraft)werke. In Deutschland stellen sie derzeit etwa 7Gigawatt (GW) Leistung zur Verfügung –bis zum Jahr 2050 werden insgesamt 30 bis 45 GW an Speicherleistung benötigt. Neben dem Ausbau geht es auch darum, den Wirkungsgrad und die Betriebssicherheit zu erhöhen: Ingenieure des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickeln jetzt Methoden zur Optimierung der Bauwerke und Wasserwege. Eines der Ziele von Thomas Mohringer vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung (IWG) des KIT ist es, möglichst viel der Restenergie aus dem Wasser zugewinnen, das im Turbinenbetrieb ins untere Becken eines Pumpspeicherwerkes strömt. Die Verluste inRohrleitungen hängen von einem komplexen Zusammenspiel der Geschwindigkeit des Wassers, drallbehafteten Strömung und Krümmungseffekten ab. Ein intelligent optimiertes Ein- und Auslaufbauwerk soll deshalb als Diffusor dienen: Esbremst das Wasser allmählich ab, wandelt Geschwindigkeits- in Druckenergie um und kann damit den Wirkungsgrad des Pumpspeicherwerks verbessern. Mohringer hat sich auf die Dimensionierung und den Entwurf dieser Bauwerke spezialisiert. Ein Detail dabei sind Trennpfeiler imAuslaufbereich, die die Strömung gerade richten sollen. Das reduziert die Verluste und bringt gleichzeitig einen kontrollierbaren Abfluss. Als weiteres Prinzip für die Verbesserung hat erinseinen Versuchen unter anderem die Das Beste aus zwei Welten: In seinem Optimierungsansatz verbindet Thomas Mohringer physikalische (links) und numerische (recht) Modelle. Aufweitung des Verzugsstücks identifiziert, das vom runden Querschnitt der Rohrleitung in den rechteckigen des Auslaufbereichs überleitet: Auch dieses verlangsamt die Strömung deutlich und bringt Verlusteinsparungen. Verbesserungen wie diese sollen den Gesamtwirkungsgrad vom Pumpspeicherwerken optimieren. In Variantenstudien hatte der Wasserbau-Ingenieur vorab unter anderem Pfeilerformen und -positionen sowie unterschiedliche Querschnitte und Austrittswinkel der Rohrleitung untersucht: jeweils sowohl in Versuchen am physikalischen Modell im Wasserbaulabor als auch in numerischen Simulationen. Die hybride Modellierung erlaubt es, die Vorteile beider Verfahren zunutzen und die Ergebnisse zu vergleichen. www.kit.edu Bild: IWG UmweltMagazin Oktober -November 2012 35

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