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10/11 | 2012

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Nachrichten Bioenergie

Nachrichten Bioenergie in Deutschland Ausgezeichnete Dörfer2012 Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeichnet die Dörfer Schlöben/Thüringen, Oberrosphe/Hessen und Großbardorf/Bayern als „Bioenergiedörfer 2012“ aus. Mit ihrem ganzheitlichen Konzepten, innovativer Technik, dem effizienten Umgang mit Ressourcen und überdurchschnittlichem bürgerschaftlichen Engagement konnten die drei Orte die Jury überzeugen. Voraussetzung für eine Teilnahme am Wettbewerb ist, dass die Orte und Gemeinden mehr als die Hälfte ihres Energiebedarfs aus regionaler Biomasse erzeugen. So liefert auch in Schöben eine Biogasanlage den Großteil der Energie. Das dort erzeugte Biogas wird in einer Mikrogasleitung an drei Satelliten-Blockheizkraftwerke weitergeleitet, die anmehreren Standorten Strom und Wärme für die 480 Einwohner produzieren. Zusätzliche Wärme liefert imWinter ein Holzhackschnitzel-Heizwerk mit 500 Kilowatt Leistung. Von Anfang an wurde auf Effizienz und kurze Transportwege geachtet. Daher wurden während der Verlegung des 5,8 Kilometer langen Nahwärmenetzes parallel die Energie-, Wasser- und Abwassertrassen saniert und ein Breitbandkabelnetz installiert. Das Rapsöl für die Stützfeuerung der Zündstrahl-Blockheizkraftwerke wird von einem ortsansässigen Agrarunternehmen erzeugt und auch für die Schlepper eingesetzt. Die Hackschnitzel stammen aus Landschaftspflegemaßnahmen der Gemeinde und aus Waldrestholz der Genossenschaftsmitglieder. Unter den Bioenergiedörfern mit genossenschaftlicher Organisation ist das hessische Oberrosphe einer der Pioniere. ImJahr 2008 konnten 123 der insgesamt 240 Haushalte und die kommunalen Gebäude an das sieben Kilometer lange Nahwärmenetz angeschlossen werden. Die Wärme liefern eine Hackschnitzelanlage und das Blockheizkraftwerk eines Bioenergiehofes. Die Hackschnitzel werden aus Kronenholz und Baumschnitt aus den umliegenden Kommunen hergestellt. Grünen Strom liefern auch eine eigene Photovoltaikanlagen sowie die Stadtwerke Marburg- Biedenkopf. InGroßbardorf wird die Energieversorgung von Bild: FNR/Jan Zappner einer Biogasanlage gesichert, die Strom und Wärme erzeugt. Die Spitzenlast deckt ein Hackschnitzelkessel, die Wärme verteilt ein Nahwärmenetz. Landwirte beliefern die Anlage mit Substrat und bringen die Gärreste auf ihren Feldern aus. Seit 2005 haben die Bürger rund 15 Millionen Euro in Erneuerbare-Energien-Projekte investiert. Neben der Biogasanlage und dem Nahwärmenetz entstand so eine Gemeinschaftsphotovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 1,9 Megawatt. In den vergangenen Jahren kamen vier kleinere Anlagen mit insgesamt 346 Kilowatt Nennleistung hinzu. www.bmelv.bund.de Messe IFAT Entsorga wird wieder zuIFAT Nach zwei Veranstaltungen unter dem Namen IFAT Entsorga kehrt die Leitmesse für Umwelttechnologien wieder zu ihrem ursprünglichen Namen IFAT zurück. Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München GmbH, erklärte, dass der Name Entsorga im Jahr 2010 in den Messenamen aufgenommen wurde, um der Branche den Umzug der Veranstaltung von Köln nach München zu kommunizieren. Da das inzwischen gelernt sei, könne nun zur ursprünglichen und kompakten Bezeichnung IFAT zurückgekehrt werden. Zusätzlich zum Namenswechsel präsentiert sich die Messe mit dem neuen Claim „resources. innovations. solutions.“, der die Bandbreite und den Anspruch der Messe ausdrücken soll. Dabei werden die Bereiche Wasser/Abwasser und Abfall/Sekundärrohstoffe übergreifend vom Begriff Ressourcen umfasst. Die Markenidentität der IFAT wird auch bildlich durch ein neues Logo transportiert. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasserund Rohstoffwirtschaft e.V., Eigentümer des Namens Entsorga, ist weiterhin ein ideeller Träger der Messe. www.ifat.de 6 UmweltMagazin Oktober -November 2012

Aus demUmweltbundesamt REACH: weitere Stoffe besonders besorgniserregend Die beiden hormonell wirksamen Stoffe Nonylphenol und Octylphenolethoxylat, die unter anderem in Lacken und Farben verwendet werden, sollen als „besonders besorgniserregend“ eingestuft werden. Dafür setzt sich Deutschland auf Vorschlag des Umweltbundesamtes (UBA) bei der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) ein. Insgesamt schlägt esacht Chemikalien zur Einstufung in diese Kategorie vor, darunter solche, die zum Beispiel Outdoor-Kleidung und Teppichen wasser-, schmutz- und fettabweisende Eigenschaften verleihen. UBA-Präsident Jochen Flasbarth betont, dass es in der EU klare Regeln für die Verwendung von hormonell wirkenden sowie langlebigen Stoffen, die sich in der Umwelt anreichern, geben müsse. Nonylphenol beispielsweise wurde bereits für zahlreiche Anwendungen verboten, trotzdem lassen sich Spuren der Chemikalie in Gewässern finden –zum Teil in hohen Konzentrationen. Der Stoff wird unter anderem als Hilfsmittel zum Herstellen von Textilien, in Harzen und Lacken eingesetzt. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass er das Hormonsystem von Fischen beeinträchtigt und schon in geringen Konzentrationen Entwicklung und Fortpflanzung der Tiere schädigt. Ein ähnliches Problem stellen Octylpheno- lethoxylate dar. Sie kommen in Farben, Lacken und Klebstoffen vor. Gelangen sie über das Abwasser inKläranlagen und Gewässer, kann sich das hormonell wirksame Octylphenol bilden. Esbeeinträchtigt bereits in geringen Konzentrationen die Fortpflanzung und Entwicklung von Fischen. Unter den insgesamt 54 neuen Vorschlägen der EU-Mitgliedstaaten sowie der ECHA befinden sich mehrere perund polyfluorierte Chemikalien (PFC). Die meisten sind so stabil, dass sie in der Umwelt nicht abgebaut werden können. Dadurch lassen sie sich weltweit nachweisen –vor allem inFlüssen und Meeren, aber auch imBlut von Menschen und tierischen Organismen. Besonders kritisch sehen Fachleute die lange Verweildauer von mehreren Jahren im menschlichen Blut. Die europäische Chemikalienverordnung REACH hatte zu diesem Thema eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Nach den Vorschlägen von Unternehmen, Umwelt- und Verbraucherverbände, Behörden und auch Bürgern auf der Website ihrer Webseite entscheiden Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, obsie einen Stoff als „besonders besorgniserregend“ bewerten. Stimmen sie zu, nimmt die ECHA den Stoff in die Kandidatenliste auf. www.uba.de GreenTech-Atlas 3.0 Weltmarkt für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz im Aufschwung ImHerbst dieses Jahres wurde der Umwelttechnologie-Atlas „GreenTech made in Germany 3.0“, von Roland Berger Strategy Consultants im Auftrag des BMU erstellt, von Bundesumweltminister Peter Altmaier vorgestellt. Erzeige, wie überholt der alte und falsche Gegensatz von Umwelt und Wirtschaft sei, soAltmaier. In absehbarer Zeit werden grüne Technologien ein Fünftel zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beitragen. Insbesondere die Innovationskraft und die starke Stellung der kleinen und mittleren Unternehmen inDeutschland bei Umwelttechnik und Ressourceneffizienz seien die Grundlage dieser andauernden Erfolgsgeschichte. Der Anteil der Umwelttechnologien amdeutschen BIP wird von 11 Prozent im Jahr 2011 bis zum Jahr 2025 voraussichtlich auf über 20Prozent ansteigen. Umwelttechnologien haben vergangenes Jahr weltweit ein Volumen von 2044 Milliarden Euro erreicht; 2025 wird es voraussichtlich mit über 4400 Milliarden Euro mehr als doppelt so groß sein. Das prognostizierte jährliche Wachstum beträgt damit mehr als 5Prozent. Deutsche Unternehmen sind auf dem Weltmarkt gut aufgestellt und werden ihren derzeitigen globalen Marktanteil anden Umwelttechnologien von durchschnittlich 15 Prozent bis 2025 halten können. Kleine und mittlere Unternehmen sind mit einem Anteil von etwa 90Prozent die entscheidenden Träger der Bild: BMU GreenTech-Branche. Der Wachstumskurs trägt auch auf dem Arbeitsmarkt Früchte – die Autoren der Studie rechnen mit einer Million zusätzlicher Arbeitsplätze bis 2025. Die Megatrends demografische Entwicklung, zunehmende Industrialisierung der Schwellenländer, Ressourcenknappheit und Klimawandel werden in den nächsten Jahrzehnten weltweit die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägen. Sie sind die entscheidenden Treiber für das Bundesumweltminister Peter Altmaier (links) und Torsten Henzelmann, Mitverfasser, bei der Vorstellung des Umwelttechnologieatlases GreenTech made in Germany 3.0. Wachstum der grünen Zukunftsmärkte und der notwendigen Gestaltung einer Green Economy. www.bmu.de News –Online Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch im Internet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Aktuell/News). UmweltMagazin Oktober -November 2012 7

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