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10/11 | 2013

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SPECIAL

SPECIAL Wasserkreisläufe Modular konzipierte Anlagensysteme zur industriellen Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung bringen Vorteile für den weltweiten Einsatz. Im Vergleich zur konventionellen Anlagenbauweise lassen sie sich wesentlich schneller realisieren. Zudem können sie für ihren Einsatzzweck maßgeschneidert werden. Blick in eine Envimodul-Abwasserbehandlungsanlage Industrielle Wasserbehandlung im Baukastensystem Jutta Quaiser Envirochemie mit Hauptsitz in Rossdorf entwickelt, fertigt und installiert seit mehr als35Jahren Anlagen zur industriellen Abwasserreinigung, Kreislaufführung und Prozesswasseraufbereitung. Neben komplett individuell gefertigten Anlagenlösungen wurden schon früh kompakte, vorstandardisierte Anlagen realisiert. Je nach Kundenanforderung werden die wasserund abwassertechnischen Aufgaben mit den firmeneigenen, biologischen, chemisch-physikalischen sowie membrantechnischenElementengelöst. Im Jahr 2008 begann das Unternehmen mit der Entwicklung des Envimodul-Baukastens.Die bereits verfügbaren Verfahren wurden konstruktivsomodifiziert, dass sie in vorgefertigte, hochwertige Raummodule eingepasst und vielfältig kombiniert werden können. Ein Envimodul-Baustein ersetzt Betriebsgebäude aus Stahl und Beton, ist semi-mobil, an unterschiedliche klimatische Verhältnisse anpassbar, haltbar und optischansprechend. Schnell auf- und umzubauen Im Vergleichzur konventionellenAnlagenbauweise sindBaukastenlösungen wesentlich schneller und mit weniger Aufwand umzusetzen. Sie lassen sich leichter an veränderliche Betriebsbedingungen derKunden anpassen; bei Bedarf können sie an andere Betriebsstättenversetztwerden. Dezentrale Lösungen für die Behandlung von Abwasser und Prozesswasser oder fürdas Wasserrecycling werden für die betrieblichen Bedürfnisse maßgeschneidert und individuell konfiguriert. Detaillierte Grundlagenermittlung derStoffströme nach Entstehungsort, Inhaltsstoffen und Konzentration sind genauso wichtig, wie die exakte Festlegung derQualitätder zu produzierenden Wässer oder Stoffe. Genehmigungsrechtliche Belange sind zu berücksichtigen. Nach diesen Vorgaben wählen dann die Envirochemie-Experten die passenden Verfahren und Prozessschritte aus, kombinieren und dimensionierensie.Die Verfahrensstufen werden anschließend mit der notwendigen Zahl und Größe der Modulzellen konfiguriert und geplant. Je nach benötigter Anlagentechnik und Anlagengröße ermöglicht derEnvimodul-Anlagenbaukasten Einzelmodulanlagen zwischendreiund zwölf Metern Länge, die am Stück per Lkw transportiert werden können, Doppelanlagen, die geteilt transportiert werdenoderkomplette Gebäude, die aus bis zu 20 Modulen bestehenkönnen. Baukasten mit Einzelelementen DieKonstruktion der Modulzellenberuht auf korrosionsgeschützten und mehrfach lackierten Stahlrahmen mit ISO-Ecken zum einfachen Transport. Die Module sind umseitig isoliert und mit einer kunststoffbeschichteten Innenverkleidung versehen. Für die Böden gibt es unterschiedliche AusführungsoptioneninStahl, Kunststoff oder Gitterrost. Medienführende Module verfügen über eine wasserdichte Bodenwanne mit 100 mmHöhe. Fenster mit Isolierglas können, je nach Bedarf, ebenso eingesetztwerdenwie Lichtkuppeln. Heizung und Klimatisierung erfolgt nach den regionalen Anforderungen. Für die einfache Wartung und 22 UmweltMagazin Oktober -November 2013

Innenansicht einer Envimodul-Abwasservorbehandlungsanlage Zweistöckige Abwasserbehandlungsanlage Bilder (3): Envirochemie Pflege vonTauchmembraneninMembranfilteranlagen oder Membranbiologien können die Dächer der Module einfach aufgeklappt oder verschoben werden. In frostsicherer Umgebung sind die Raummodule seitlich geöffnet und werden ohne Wandverkleidung aufgestellt. Dies spart Kosten und erleichtert die Bedienung und Wartung. DieAnlagenwerdeninder Regel mit einem Autokran verladen und –ähnlich wie Fertiggaragen –auf Punktfundamenten, Streifenfundamentenoder Betonplattenabgesetzt. Montage und Abnahme im Werk Envimodul-Anlagen werden bei Envirochemie komplett in Deutschland geplant und gebaut. Außerdem werden sie entsprechend der endgültigen Aufstellung im Werk vormontiertund vorgeprüft.Inder Regel lädt das Unternehmen den Kunden zur Prüfung ein. Dieser kann dabei noch kleine Änderungswünsche und Anpassungen einbringen. Die komplette werkseitige Vormontage steigert die Qualität der kompakten Anlagengegenüber derinternationalen Baustellenmontage. Globale Anwenderbeispiele Die modular aufgebauten Anlagensysteme lassen sich an die jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort genau ausrichten und sind damit für den weltweiten Einsatz geeignet. Sosetzt ein Hersteller von Körperpflegeprodukten Envimodul-Abwasserbehandlungsanlagen für seine Produktionsstandorte in Rumänien, China und Indonesien ein. Für den Kunden ist es wichtig, dass er an allen Standorten die gleiche standardisierte Anlagentechnik erhält. Das ist mit dem Envimodul-Baukastenleichtzurealisieren. Ein weiterer Vorteil für ihn ist die schnelle Realisierung der Projekte vor Ort durch die in Deutschland werksgefertigten Module. Für die geplanten Produktionserweiterungen können zusätzlich erforderliche Module einfach angeschlossen werden. EinHerstellervon Geruchs-und Geschmacksstoffen entschied sich für eine Envimodul-Abwasserbehandlungsanla-ge mit Schlammentwässerungsmodul, weil er so in kurzer Zeit eine platzsparende Lösung in seinem Werk installieren konnte, ohne selbst ein Gebäude errichten zu müssen. Gleichzeitig kann er künftig auf eine schon bestehende aufwändige Vorreinigungsstufe für seine Produktionswässer verzichten, weil Envirochemie in denModulenoptimiertechemischphysikalische Abwasserbehandlungsstufen integrierte. Für einen anderen Kunden wickelte der Anlagenbauer Aufträge inItalien, Holland und Südamerika in Envimodul-Bauweise ab. Dort erzeugen standardisierte Membranreinigungsmodule Reinwasser. Das individuelle Envimodul-Anlagenkonzept wurde mit standortspezifischen AnpassungenanmehrerenOrten installiert. Zusammenfassung Modulare Envimodul-Anlagen werden bei Envirochemie in Deutschland komplett gebautund getestet. Sie sind schnell einsatzbereit, leicht in der Kapazität anpassbar und unterliegen nicht der Qualitätsschwankung lokal gebauter individueller Baulösungen. Der Kunde gewinnt so Zeit, Flexibilität und Qualitätssicherheit. In Zukunft werden sich viele Industriekunden spezialisieren und auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Die Zahl der weltweiten Produktionsstätten wird steigen. Diese werden in technologischer und organisatorischer Hinsicht noch stärker einheitlich strukturiert sein und gleichen Umweltstandards unterliegen. Standardisierte Anlagenlösungen, wie die modularen Anlagen, können weltweit ohne Einschränkung geliefert werden. Jutta Quaiser, Envirochemie GmbH, Rossdorf, jutta.quaiser@envirochemie.com UmweltMagazin Oktober -November 2013 23

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