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10/11 | 2013

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SPECIAL

SPECIAL Wasserkreisläufe Sanierung eines Beton-Mischwasserkanals aus dem 19. Jahrhundert inCottbus Sanierung einesMischwassersammlers Die Sanierungsbedürftigkeit von Altkanälen stellt für jede Gemeinde und die zuständigen Abwasserbetriebe eine große Herausforderung dar. Viele der Kanäle wurden noch gemauert oder bestehen oft aus Steinzeug, Beton oder Stahlbeton. Doch auch der beste Kanal zeigt imLaufe seiner Nutzung Material-Ermüdungen und beginnt durchlässig zuwerden. Hohe Instandhaltungskosten sind die Folge. Außerdem stellen Undichtheiten von Abwasserkanälen eine Gefahr für die Umwelt dar, denn austretende Stoffe können Erdreich und Grundwasser verunreinigen. Wenn nicht rechtzeitig saniert wird, steigen die Betriebskosten der Kläranlagen durch die zusätzliche Belastung von eindringendem Fremdwasser indie Kanalisation und Bodenausspülungen und -senkungen gefährden Gebäude. Wilfried Sieweke Imbrandenburgischen Cottbus sorgt die Lausitzer Wasser GmbH &Co. KG (LWG) für die sichere Entsorgung des Abwassers von 130 000 Anwohnern. Das Kanalnetz umfasst gut 900 km Leitungen, die das Abwasser zu acht Kläranlagen transportieren. Eine der wichtigsten Aufgaben der LWG ist die Instandhaltung dieses Netzwerkes. Im Jahr 2013 musste man aufgrund von erheblichen bautechnischen Schäden durch Risse und Korrosion die Sanierung eines Beton-Mischwasserkanals aus dem 19. Jahrhundert in derBautzener Straße vornehmen. Dieser dient als Hauptentwässerungskanal für den südlichen Teil von Cottbus und führt durch ein dicht besiedeltes und belebtes Gebiet. Die Planung des Projekts mit einem Budget von rund 1,2 Millionen Euro übernahm das Ingenieur-Büro Lug GmbH aus Cottbus. Mit der Sanierung wurde die Aarsleff Rohrsanierung GmbH, Niederlassung Dresden (ehemals Insituform) beauftragt. 24 UmweltMagazin Oktober -November 2013

Glasfaserverstärkter Kunststoff Nachdem die Sanierung mit bewehrtem Beton wegen der schlechten Substanz des Altkanals verworfen wurde, fiel die Wahl auf GFK-Rohre (glasfaserverstärkter Kunststoff) von Hobas, die man bereits seit den 1990er Jahren mit sehr gutenErfahrungeninCottbus einsetzt. Die LWG legte bei der Entscheidung besonderen Wert auf die Langlebigkeitvon GFK unter anderem wegen der hohen Korrosionsbeständigkeit. Auch die guten hydraulischen Eigenschaften von GFK spielten bei der Auswahl eine große Rolle, weil die Rohrleitung dadurch sehr wartungsarmist und somitKosten spart. Ein Ausbau des altenKanals wäre wegender mit starkenVerkehrsbeeinträchtigungen verbundenen aufwendigeren Umsetzung sowie den daraus resultierenden höheren Kosten nicht infrage gekommen. Im Zugeder Beratungenzur bestmöglichen Umsetzung der Sanierung unterstütze Hobas das Projekt durch technische Betreuung. So entwarf man nachder Kalibrierungdes Altkanals speziellfür dieseBaumaßnahme passgenaue Eiprofile, die dann später mittels Einzelrohrlining in den bestehenden Altkanal eingeschoben wurden. Bevordie Profile, gemäßden Qualitätskriterien der süddeutschen Kommunen gefertigt, zur Auslieferung kamen, wurden sie im Hobas-Werk geprüft und durch den Auftraggeber und das ausführende Unternehmen abgenommen. Nach der Fertigstellung zum Neuzustand sanierter Mischwassersammler Schwierige Bedingungen Die Baubedingungen vor Ort waren vergleichsweise schwierig, da es sichum eine schmale vielbefahreneStraße handelt. Für die Experten vonAarsleff Rohrsanierung GmbH war dies kein Problem. Trotz beengter Verhältnisse musste die Straße während der gesamten Arbeiten nur einseitig gesperrt werden. BeieinerNeuverlegung im offenen Graben wäre eine Vollsperrung notwendig gewesen. Durch die eingeschränkten Lagermöglichkeiten vor Ort war man auf die gut koordinierte Just-in- Time Anlieferung durch Hobas angewiesen. Dadurch benötigte man weniger Lagerplatz und konnte die Beeinträchtigung von Verkehr, Umwelt und Anrainern verringern. Nach der Kalibrierung des Kanals wurden Rohrverlegepläne mit der genauen Reihenfolge der Installation der GFK-Profile erstellt. Dieseunterstütztendie Arbeitenvor Ort maßgeblich. Damit die neuenProfileim alten Kanal zunächst indie eine und dann in die andere Richtung eingezogen werden konnten, wurden zwei verhältnismäßig kleine Baugruben mit einer Größe von 2x3,50 merrichtet. Diese nutze man als Zugang, um die neuen Profile herabzulassen und mit Hilfe eines Fahrwagens in den Kanal einzuschieben. Das relativ geringe Gewicht der GFK-Produkte erlaubte eine schnelle und leichte Verlegung. Insgesamtwurden 140mdesAltkanals mit GFK-Profilen der Maße 930 mm auf 1510 mm und 660 mmit den Maßen 800mmauf 1330 mm saniert. Trotzdes strengen Winters stelltendie schwierigen Witterungsbedingungen für die Experten von Aarsleff keine große Hürde für die Sanierung dar. HobasGFK-Profile könnenauchbei niedrigen Temperaturen problemlos verlegt werden. Anfallende Laminierarbeiten und die abschließende Ringraumverfüllung verliefen ebenfalls optimal. Im Zuge der Arbeiten wurden zudem in Bilder (2): Hobas 8Schächtenneue GFK-Bauwerke eingepasst, ohne dabei die alten Schächte entfernen zu müssen. Aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit der Hobas-Produkte und durch die langjährige Erfahrung von Aarsleff bei der Realisierung solcher Projekte konnten notwendige Anpassungsmaßnahmen vor Ort schnell und professionell durchgeführt werden. Fazit Nach derSanierung wirddie statische Belastung des Altkanals nun komplett von den neu eingebauten GFK-Bauteilen übernommen. Im Ergebnis ist der Kanal jetztdauerhaftdicht, korrosionsbeständig, wartungsarm und langlebig. DieAbwässer derneu sanierten Leitung fließenamEnde derBautzener Straße in denbereits 2008mit Hobas GFK-Rohren sanierten Kanal in der Straße der Jugend. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten die Bauarbeiten termingerecht und im vorgegebenen KostenrahmenimApril 2013 abgeschlossen werden. Wilfried Sieweke, Hobas Rohre GmbH, Trollenhagen, wilfried.sieweke@hobas.com UmweltMagazin Oktober -November 2013 25

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