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10/11 | 2013

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Bilder (3): Wohlhaupter

Bilder (3): Wohlhaupter GmbH Die Anlage mit drei elektrisch angetriebenen Sole-Wasser-Wärmepumpen deckt die Grundlast Heizen abund dient imreversiblen Betrieb zur Kälteerzeugung. Technikzentrale mit Trennpufferspeichern, Kältevorlauf mit Grundfos TPE Inline-Pumpe (vorne links) und Solekreislauf mit Grundfos NB Blockpumpe (unten) Elektronisch geregelte Trockenläuferpumpe Grundfos TPE 80–120/2 SimKältevorlauf Bild: Innax Energie und Umwelt AG ändert bleiben, lediglich der Verteilerzulauf wurdezur Einbindung vonKessel und Wärmepumpen umgebaut. Da es im Bestand vorher keine Kälteanlage gab, wurde zur Versorgung der bestehendenLüftungsgeräteein neuesKälteverteilnetz aufgebaut. Bei den Umwälzpumpen, die in den verschiedenen Kreisläufen der neuen Anlage erforderlich wurden, vertrauten die Verantwortlichen auf effiziente Pumpentechnik von Grundfos. So wurde imSolekreis, der auf einen Förderstromvon 52 Kubikmeter proStunde (m³/h) bei 11 mFörderhöhe ausgelegt ist, eine Grundfos Standard-Blockpumpe vom Typ NB 65–200/189 installiert. Die normalsaugenden, einstufigen Kreiselpumpen dieser Baureihe sind kompakt und robust in Prozessbauweise konstruiert und lassen sich aufgrund des Back-Pull-Out-Designs mit einfacher Motor-Demontage leicht warten. Konstruktion und moderne Motoren ermöglichen dabei einen energieeffizienten Betrieb. Eine weitere Pumpe dieser Baureihe arbeitet inder Anlageals Umwälzpumpe in der Rückspeisung, hier ergab die Auslegung von 40m³/h bei 10,5 mFörderhöhe denTyp NB 50–200/210. Im Kälteversorgungskreis mit einem ausgelegten Förderbedarfvon 41 m³/h und 7,5mFörderhöhe ist eine elektronisch geregelte Trockenläuferpumpe vom Typ TPE 80–120/2 S installiert. Diese Pumpen in Inline-Bauweise mit werkseitig montiertem Differenzdrucksensor und Hocheffizienzmotor arbeiten besonders energieeffizient und können mit gebäudeleittechnischen Systemen kommunizieren. Drei weitere Inline-Pumpen vom Typ TP 65–60/4 ohne elektronische Regelung dienen als Umwälzpumpen auf der Soleseite der drei Wärmepumpen. Außerdem sind auf der Primärseite Heizung drei Grundfos Nassläuferpumpeninstalliert. Geringere Kosten, mehr Komfort Die Vorteile der Geothermie-Lösung liegen auf der Hand. „Durch die neue Anlage reduziert sich unser Energieeinsatz um rund 50 Prozent“, so Frank Wohlhaupter. „Wir haben früher im Schnitt etwa 75 000 LiterHeizöl proJahr verbraucht, im ersten Jahr mit der neuenAnlage warenestrotz einesstrengenWinters deutlichunter20000 Liter. Je höher der Ölpreis, desto besser rechnetsichdie Anlage für uns. Darüber hinaus entlasten wir durch die Nutzung erneuerbarer Energien die Umwelt um rund 85 TonnenCO 2 -Ausstoß proJahr.“ Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Möglichkeit, Büro- und Produktionsgebäude wirtschaftlich zu klimatisieren. „Inunserer Produktion fertigen wir mit Toleranzen im Tausendstel-Millimeter-Bereich, da ist eine Arbeitsumgebung mit hohen Temperaturen beziehungsweise Temperaturschwankungen nachteilig. Die Nachrüstung elektrisch betriebener Klimaanlagen wäre viel zuunwirtschaftlich gewesen. Aber mit dereffizienten Kälteerzeugung derneuen Anlagekönnen wir jetztauch an heißen Sommertageneine ideale Arbeitsumgebung mit maximal 25 °C schaffen.“ Dirk Schmitz, Gundfos GmbH, Erkrath, dschmitz@grundfos.com UmweltMagazin Oktober -November 2013 45

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Mit dem Verfahren „recycled-resource“ stellt Interseroh die Recyclingkunststoffe Recythen und Procyclen her. Rohölvorkommen undKlima schonen Mit „recycled-resource“ hat die Interseroh Dienstleistungs GmbH ein Verfahren zur Herstellung von Recyclingkunststoff entwickelt. Die Produkte weisen im Vergleich zu Primärkunststoffen auf Rohölbasis, bei einer besseren Energie- und Klimabilanz, identische Gebrauchs- und Verarbeitungseigenschaften auf. Kai Bastuck Vor dem Hintergrund der Endlichkeit vieler Primärrohstoffvorkommen und der dadurch drohenden weltweiten Ressourcenknappheit kommt dem Recycling von werthaltigen Materialien und Rohstoffen eine immer größere Bedeutung zu.InDeutschland, das insgesamt als arm anRohstoffen gilt, setzt sich in Politik und Wirtschaft mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die Recyclingbranche eine strategisch wichtige Rolle bei der stabilen Rohstoffversorgung dernationalenund europäischenIndustrie spielt. DiedeutschenRecyclingunternehmen sind international führend bei der Ausarbeitung und Umsetzung neuer Recyclingverfahren. So ist esetwa der InterserohDienstleistungsGmbH, einerTochter des Umweltdienstleisters und Rohstoffversorgers Alba Group, gelungen, über das selbstentwickelte Verfahren „recycled-resource“ Recyclingkunststoffe zu entwickeln, dieimqualitativen Vergleich mit Primärkunststoffen auf Rohölbasis identische Gebrauchs- und Verarbeitungseigenschaften aufweisen. Gleichzeitig haben die Substitute eine wesentlichbessereEnergie- und Klimabilanz. Treibhausgasemissionen halbiert Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT hat vor kurzem die ErgebnisseeinerStudie vorgestellt, in derspeziell das Recycling von Kunststoff- Leichtverpackungen aus Polyolefinen, wie Plastikbecher, Tüten für Süßwaren und sonstige Umverpackungen, untersucht wurde. Auftraggeber der Studie war die Interseroh Dienstleistungs GmbH.ZentralesErgebnis derFraunhofer-Wissenschaftler: Der Einsatz einer Tonne recycelten Materials senkt –verglichen mit dem Primärkunststoff auf Rohölbasis –die Treibhausgasemissionenumbis zu 50 Prozent. Nach Angaben des Wirtschaftsverbandes der Kunststofferzeuger PlasticsEurope im Jahr 2011 entfielen rund 48 Prozent des europäischen Kunststoff-Gesamtbedarfs auf erdölbasierte Primärkunststoffe wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP). Beide gehören zur Klasseder Polyolefine. Rezyklate mit Spitzenqualität Aus den in der Wertstoffsammlung, über Gelben Sack oder Gelbe Tonne, und dergewerblichenSammlung bei Industrieunternehmen anfallenden Altkunststoffen aus Polyolefinen stellt Interseroh mit seinem Verfahren die RecyclingkunststoffeRecythen undProcyclen her. Sie besitzen, dank der Sortiertechnik und Verfahrenstechnologie, eine konstante Qualität und lassen sich als hundertprozentiges Neuwarensubstitut einsetzen.Eshandelt sichumzwei unterschiedliche Rezyklate, die in einem mehrstufigen Verfahren entstehen. In der ersten Recyclingstufe wird das Granulat Recythen hergestellt. Auf Grund seiner hohen Reinheit und Trockenheit hat sich dieses bislang insbesondereals Beimischung in der Extrusionund derSpritzgussherstellung oder als Vollmaterial für einfachere Anwendungen bewährt. Anpassungen möglich In derzweitenRecyclingstufedes Verfahrens entsteht Procyclen. Kunden können neben den individuellen Anpassungen der technischen Parameter Fließfähigkeit, Schlagzähigkeit, Steifigkeit sowie UV- und Hitzebeständigkeit außerdem unter etlichen Farben aus dem RAL-System wählen. Je nach Anforderung und Einsatzzweck wird Procyclen aus Polypropylen, High-Density PolyethylenoderPolystyrol aufbereitet. Auch andere Kunststoffe können als Ausgangsmaterial verwendet werden, sofern deren Verfügbarkeit gewährleistet werden kann. Procyclen lässt sich vielfältig einsetzen –unteranderemzur Produktion von Kunststoffteilen in der Verpackungsindustrie oder bei der Herstellung von Designgegenständen wie Tablet-Ständern oder Dekorationsartikeln. Auch Kunststoffprodukte des täglichen Gebrauchs, beispielsweise Klebestifthüllen, entstehenaus diesem Recyclinggranulat. Sehr gute Umweltbilanz Das Fraunhofer-Institut UMSICHT hat in seiner Studie die Umweltbilanz 46 UmweltMagazin Oktober -November 2013

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