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10/11 | 2013

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Bilder (3): ALBA Group

Bilder (3): ALBA Group Der „recycled-resource“-Kreislauf führt zu hochwertigen Produkten, die unter bestimmten Voraussetzungen sogar lebensmitteltauglich sind. Produkte aus dem Recyclingkunststoff Procyclen. Die genaue Rezeptur des Neuwaresubstituts kann hinsichtlich Fließfähigkeit, Schlagzähigkeit, Steifigkeit sowie UV- und Hitzebeständigkeit individuell gesteuert werden. von Recythen und Procyclen untersuchtund dabei derenPrimärenergiebedarfund die Treibhausgasbilanz mit der Herstellung von Primärgranulaten aus Rohöl verglichen. Bei der Produktion sowohl vonRecythen,als auchvon Procyclensind die Einsparungen derTreibhausgasemissionen und des Primärenergiebedarfs gegenüber den Rohölproduktensehrgroß. Der Einsatz von einer Tonne Recythen spart im Vergleich zu Primärkunststoff über 800 kg Treibhausgase ein. Das entspricht einer Halbierung der Emissionen. Gleichzeitig werden pro eingesetzte Tonne rund 12 600 kWh an Primärenergie eingespart –über 22 000 Waschladungen einer haushaltsüblichen Waschmaschine derEnergieeffizienzklasse A. Durch den Einsatz von einer Tonne Procyclen lassen sich die Treibhausgase um über 490 Kilogramm reduzieren. DasentsprichteinerEinsparung von30 Prozent. Zudem werden annähernd 10 500 Kilowattstunden weniger Energie verbraucht, wasdem Primärenergiebedarf von mehr als 18 000 Waschladungen entspricht. Ausgezeichnete Verfahren Das neue Recyclingverfahren und seineProdukte haben bei Industrie und Handel eine positive Resonanz ausgelöst. Für die Entwicklung und demdaraus entstehenden Recyclingkunststoff Procyclen wurde Interseroh mehrfach ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen –gemeinsam mit dem Anbieter fürHaushaltsprodukte aus Kunststoff Curver –den „Best Recycled EndconsumerProduct2012“-Preis. DieEcolife-Serie vonCurver, die zu 100Prozent aus dem von Interseroh entwickelten Kunststoffgranulat Procyclen hergestellt wird, erhielt die Auszeichnung als bestes Endverbraucherprodukt aus recycelten Kunststoffverpackungen. Im April dieses Jahres erhielt InterserohamRande derHannoverMesse von der „Initiative Mittelstand“ den Industriepreis inder Kategorie Service und Dienstleistungen. Die Auszeichnung würdigt Produkte und Unternehmensstrategien, die den aktuellen globalen Herausforderungen inder Industrie – wie Rohstoffverknappung, Umweltverschmutzung, Globalisierung und Mobilität –besonders clever und nutzbringend begegnen. Die Interseroh Dienstleistungs GmbH setzte sichdamit gegen 1200 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Im August wählte eine Jury bei den „GreenTec-Awards“inBerlin “recycledresource“unterdie drei Nominierten in der Kategorie Recycling. Die Awards werden mit dem Ziel veranstaltet, ökologisches und ökonomisches Engagement sowie den Einsatz von Umwelttechnologienzufördern. Lebensmittelzulassung erteilt Die Recyclingmöglichkeiten für Alt- Kunststoffehaben sichvor allem durch „recycled-resource“ inzwischen dahin gehend verbessert, dass Transportladungsträger, Fahrzeugteile, Verpackungen und vieles mehr aus Recyclingkunststoff hergestellt werden können. Zudem hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) entschieden, dassMehrwegtransportkisten aus diesem Verfahren lebensmitteltauglichsind. Als Inputmaterial dienenausschließlichTransportboxen aus demgeschlossenen Poolingkreislauf der Interseroh Pool-System GmbH, einer Tochtergesellschaft der Interseroh Dienstleistungs GmbH. Bislang mussten die Transportboxen komplett aus Neuware hergestellt werden. Die erweiterte Lebensmittelzulassung ermöglicht es nun, dass alte oder defekte Kisten zermahlt und wieder für die Herstellung neuer Kisten verwendet werden können. Ursprungsmaterial aus denSammlungen der dualen Systeme ist dieser Weg allerdings aufgrund europäischer Verordnungenverwehrt. Mit dieser Entscheidungauf dem Feld der Recycling-Kunststoffe bescheinigt die EFSA Interseroh für die vom Unternehmen herstellten Mehrwegtransportboxen, dass auch direkter Kontakt mit unverpackten Lebensmitteln zulässig ist. Kai Bastuck, Interseroh Dienstleistungs GmbH, Köln, info@albagroup.de UmweltMagazin Oktober -November 2013 47

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Drei Granulatoren übernehmen in der Shanks-Gesamtanlage die Hauptarbeit. Profitabler durch zusätzliche Metallreinigung Bereits seit fünf Jahren bereitet die Shanks-Group in Gent/ Belgien Haus- und Gewerbeabfälle, Verpackungen, Folien und Baustoffe auf. Den Zuschlag für den Bau einer kompletten Anlage für die Herstellung von Ersatzbrennstoffen erhielt der Gechinger Recyclingspezialist Andritz MeWa. Jetzt hat der belgische Entsorgungsdienstleister in eine zusätzliche Linie zur Metallreinigung investiert. Marius Hörrmann Bis heute setztsichder Input derAnlage der Shanks Group vorwiegend aus Haushalts-und Gewerbeabfällensowie Verpackungen, Folien, Kartonagen und Baustoffen derHandwerkerimBaugewerbe zusammen. Die Materialien sindschwierig zu zerkleinern.Jekleiner die hochkalorischenAbfälle aufbereitet werden,desto wertvollersind sie für den Einsatz in den Öfen der Zementindustrie. Bei einer angestrebten Korngröße vonunter20Millimetern sinddreiGranulatoren mit zwei Metern Arbeitsbreite im Einsatz. So kann die hohe Durchsatzmenge von 35 Tonnen im Einschichtbetrieb bewältigt werden. Neben einer Vorzerkleinerung und den Granulatoren hat Andritz MeWa den gesamten Entsorgungsbetrieb einschließlich Schwingsieben, Windsichtung, Metallabscheidung und Fördertechnik konzipiert und schlüsselfertig erstellt. Nachdemdie Anlage in der1,5 Hektar großen Halle aufgestellt wurde, wardas Projekt jedoch keineswegs abgeschlossen. Vielmehr suchte man stetig nach weiteren Optimierungspotenzialen, wodurch der Betrieb in Gent imLaufe der Jahre zueiner profitablen Vorzeigeanlage avancierte. Erste Erweiterung In einer Erweiterungsstufe im Jahr 2010 integrierten Andritz MeWa und Shanks weitere Trenn- und Siebverfahren indie Anlage, um auch die Restabfallfraktion in verwertbare Fraktionen zu trennen. Gerade beiBaumischabfällenkann dernicht brennbareAnteil einen Großteil der angelieferten Menge ausmachen. Hier macht eine weitere Trennung besonders viel Sinn. Gleichzeitig erzielte das belgische Entsorgungsunternehmen durch den Einsatz einer speziellen Nahinfrarottechnik für PVC-haltige Teile eine höhere Qualität der Ersatzbrennstoffe. Die Anlage erreichte fortan eine Verwertungsquotevon 95 Prozent und dadurch insgesamt eine höhere Wirtschaftlichkeit. Übrig blieb nur noch eine Fraktion mit Verbesserungspotenzial: Direkt nach der Vorzerkleinerung durch eine 48 UmweltMagazin Oktober -November 2013

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