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10/11 | 2013

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Bilder (3): Endress+Hauser Exakte Erfassung des Zulaufs von der Eggerberger Quelle mittels Endress+Hauser Promag 50 Außenstation Reservoir: Neuer Steuerschrank mit integrierter Visualisierung cherprogrammierbaren Steuerungen und Bedienpanels, die Inbetriebnahme, Schulung und eine ausführlicheDokumentation. Im neuen Gemeindehaus befindet sichdie PC-Leitzentrale mit derVisualisierungssoftware PView. Der Betreiber gewinnt in kürzester Zeit einen Überblicküber die aktuellenWasserstände in den Reservoirs und den momentanen Wasserverbrauch der Gemeinde Baltschieder sowie die Abgabe an das Wasserversorgungsnetz derGemeinde Visp. Um eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeitder Anlagesicherzustellen, wurde ergänzend das Softwaremodul P View Alarm Multimedia Lite installiert. Dieses leitet auftretende Störungsmeldungen via SMS oder E-Mail gemäß eines hinterlegten Dienstplans an den Brunnenmeister oder seinen Vertreter weiter. Beispielfür Erfindergeist PView verfügt über einen integrierten Web Client. Damit kann komfortabel über das Intranet der Gemeinde auf das Leitsystem zugegriffen werden. Die Verbindung zwischen der Bedienstation im Werkhof und der Leitzentrale im Gemeindehaus erfolgt über eine sichereVPN-Verbindung durchdas Internet. Modernisierung und Erweiterung der Messtechnik Im Zuge der Baumaßnahme wurde durch Endress+Hauser auch die Sensorik überprüft. Ersetzt wurden die zwei Niveaumessungen zur Füllstandmessung derReservoire. Dort kommenjetzt zwei Druckmessumformer vom Typ WaterpilotFMX21 zumEinsatz.Ergänzt wurde eine Durchflussmessung zur Erfassungdes Zulaufsvon der Eggenberger Quelle zum Turbinenhaus. Hier wählte Obwohl in einer gemäßigten Klimazone der Nordhalbkugel gelegen, herrscht im Wallis ein sehr trockenes Klima. Grund dafür ist die Lage zwischen den Gebirgsmassiven der Walliser Alpen im Süden und der Berner Alpen im Norden. Deshalb wurden seit dem 13. Jahrhundert von den Wallisern Bewässerungssysteme gebaut, die das Wasser von den Gletschern zu den Feldern und Tränken führten. Diese offenen Wasserleitungen, die Suonen, überwanden Wiesen, Geröllhalden oder auf sehr exponierten Stegen sowie senkrecht abfallende Felswände. Die Überwachung des Wasserflusses erfolgte aus großer Entfernung: Kleine Wasserräder trieben auf Holz schlagende Hammer an. Die Hammerschläge konnten noch aus großer Entfernung wahrgenommen werden und signalisierten den Wasserfluss. Heute werden die Suonen als Wanderwege genutzt und geben einen Einblick indas Geschick und den Erfindergeist der damaligen Bevölkerung. ImBaltschiedertal findet man gleich zwei der bekanntesten Walliser Suonen: das Niwärch und die Gorperi. man ein magnetisch induktives Durchflussmessgerät vomTyp Promag50W. Eine Besonderheit der Wasserversorgung Baltschieder ist das Trinkwasserkraftwerk, das eine Leistung von300 kW aufweist und jährlich 1250 MWh produziert.Die Turbinedes Kraftwerks istin derVersorgungsleitung zwischenQuellgebiet und Reservoir installiert.Das Gefälle beträgt580 Meter. Für die Integration der Signale der Turbinensteuerung in das Leitsystem wurde von Endress+Hauser im bestehenden Schaltschrank eine Unterstation eingebaut und in Betrieb genommen. Für die Gemeinde Baltschiederist der Betrieb des Trinkwasserkraftwerks durchaus lohnend. Für 2010 und 2012 konnte ein Einnahmenüberschuss verbuchtwerden. Fazit Das neue Leitsystem der Wasserversorgung Baltschieder ist installiert und seit einigen Monaten in Betrieb. Die Wassergewinnung und der -verbrauch werden mit dem neuen System exakt überwacht und auch zuverlässig dokumentiert und bilanziert. Damit lässt sichdie Anlage nocheffizienter nutzen und leichter optimieren als bisher. Die Daten, die jetzt ineiner Datenbank gespeichert werden, bilden zukünftig die Basis für eine Monats- und Jahresanalyse. Rüdiger Settelmeyer, Endress+Hauser, Reinach/Schweiz, info@de.endress.com UmweltMagazin Oktober -November 2013 51

TECHNIK UND MANAGEMENT Luft/Lärm Gesamtlayout der VAM RTO-Anlage der Gaohe Mine in der chinesischen Provinz Shanxi Methan-Emissionen ausBergwerkeninden Griff bekommen Um das imKohlebergbau anfallende Methan zu entfernen, empfiehlt sich die in anderen Prozessen bewährte RTO-Abluftreinigung. Für einen effizienten Betrieb sind ergänzende Technologien zur Aufkonzentrierung und zur Abwärmenutzung wichtig. Werner Zondler Methan gilt als einer der Hauptverursacher der Erderwärmung. Eine wesentliche Quelle von Methanemissionen ist der Kohlebergbau, bei dem das beim Abbau frei werdende Gas ausSicherheitsgründen unter dieExplosionsgrenze verdünnt werden muss. Über Entlüftungsanlagen gelangen derzeit weltweit rund 15 Milliarden Kubikmeter Methangas–das Ventilation Air Methane(VAM) – aus unterirdischen Bergwerken in die Umwelt. In den meisten Ländern ist die Verhinderung dieser Emissionen nicht vorgeschrieben,daher steckt dieRealisierung entsprechender technischer Lösungen noch inden Kinderschuhen. Allerdings wächst der politische Druck zur Emissionsreduzierung in Bergwerken, zum Beispiel in denUSA und in China. Regenerative thermische Oxidation als Basis Um Schadstoffe aus Abluftströmen wirksam zu entfernen, eignet sich die Regenerative Thermische Oxidation (RTO) mit Reinigungsgraden von über 99,8 Prozent. Die RTO beseitigt brennbare Schadstoffe mit einer Konzentration bisrund 10 g/Nm 3 .Dabei kann die in denheißenAbgasen enthaltene Energie effizient zurVorwärmung der Abluft genutzt werden. Ab einer Schadstoffkonzentration vonetwa1,5 Gramm pro Normkubikmeter (g/Nm 3 )kann das System autotherm betrieben werden, was bedeutet, dass der Energiegehalt der Schadstoffe ausreicht, um die Anlage ohne zusätzlichenBrennstoff zu fahren. Standardisierte, modulare Komponenten ermöglichen variable Anlagengrößen für Volumenströme bis rund 100000 Nm 3 /h. Das Potenzial von RTO-Anlagen zur Reduzierung von Methanemissionen wird bereits seit den 1990er Jahren genutzt. Für den Einsatz in Bergwerken sind spezielle Modifikationen notwendig. Um jedeUnterbrechung desKohleförderbetriebs zu verhindern, ist eine extrem hohe Zuverlässigkeit unabdingbar. Ein spezielles System garantiert, dass die Brennerflamme der RTO zur Vorwärmung der keramischen Wärmetauscherbettenauf keinenFall in die Mine zurückschlagen kann. Der Brenner kann nur zünden, wenn vorher die Verbindung zur methanhaltigen Schachtluftgetrennt wurde. Nach Erreichen der Oxidationstemperatur von rund 1000 °C wird auf autothermischen Betrieb umgestellt. Die Oxidation des Methans in den Wärmetauscherbetten reicht dann aus, um die notwendige Betriebstemperatur aufrechtzuerhalten. Voraussetzung ist jedocheine konstant hohe Temperatur in denWärmetauscherbetten. Hierzu wird alle zwei bis dreiMinutendie Anströmrichtung der Wärmetauscherbetten gewechselt –automatisch durch entsprechende Steuerung der Klappen. Da 52 UmweltMagazin Oktober -November 2013

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