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10/11 | 2013

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Bilder (3): GKD

Bilder (3): GKD Umlaufende Trocknerbänder vom TypConducto 5065 Der entwässerte REA-Gips löst sich vom Band und kann später zu Trockenbauplatten weiterverarbeitet werden. rung vonPrimärenergie beiträgt.Hierfür wird erinzwei Stufen entwässert. Zunächst wirdihm in einerSiebbandpresse, bei der GKD-Kunststoffsiebbänder vom Typ1003 zum Einsatz kommen, Wasser entzogen. Aufgrund der hohen Restfeuchte des Produktes wird jedoch eine nachträgliche Trocknung notwendig. Diese erfolgtbeispielsweiseinBandtrocknern, bei denen GKD-Trocknerbänder vomTyp 5099 ausPPS zumEinsatzkommen. Für die Trocknung wird der nasse Schlamm gleichmäßigauf demBandverteilt und durchgängig100 bis150 °C heißer Trocknungsluft ausgesetzt. Sie sorgt dafür, dass sich der Schlamm langsam aufheizt und dadurch austrocknet. Das verdampfende Wasser wird mit der abströmenden Luft ausgetragen. Dieses Verfahren stellt besondere Anforderungen an Prozessbänder.Die Trocknerbänder vonGKD sind trotzder dauerhaft hohen Temperaturen von 100bis 150°Cschrumpfarmund decken einenpH-Bereichvon 1bis 14 ab. Gewebt auf Spezialwebmaschinen für Metallgewebe sind siebesonders formstabilund belastbar.Durch dieFiltereigenschaft der GKD-Trocknerbänder wird derimProzess erzeugte Staub per Vakuum nach unten gezogen und unter demBandabgeführt. Der getrocknete Schlamm (bis zu 90 Prozent Trockenanteil) ist aufgrund seines HeizwerteseinwertvollerBrennstoff. Sein Energieertragentspricht demvon Braunkohle (rund 11 000 Kilojoule pro Kilogramm). Kohlekraftwerke, Müllverbrennungen oder dieZementindustrie nutzen ihn deshalb als Ersatz für Primärbrennstoff und setzen ihn zugleich als kostengünstigen Zusatzbrennstoff ein. Das Brennen des Zementklinkers erfolgt bei einer Temperatur von 1450 °C und verbraucht entsprechend hohe Brennstoffmengen.ImZementwerkwird der Klärschlamm jedoch nicht nur thermischgenutzt,sondernnachden Grundsätzender Kreislaufwirtschaft auch stofflich wiederverwertet. Die nicht brennbaren, mineralischen Bestandteile des Klärschlamms ersetzen Rohmaterialkomponenten des Rohstoffmixes, der für die Zementherstellung benötigtwird. Durch den Klinkerbrand werden sie dauerhaft und rückstandsfrei mit dem Zementklinker eingebunden –ebenso wie eventuell im Klärschlamm enthaltene Schwermetalle. Rauchgasentschwefelung schont natürliche Ressourcen Eine dritte Schlüsselanwendung von GKD-Prozessbändern ist die Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken. Abgase, die bei derStromerzeugung durch Steinund Braunkohle entstehen, enthalteneinen hohen Anteil Schwefeldioxid. Damit dieser nicht in die Atmosphäre gelangt, werden die Abgase in einemmehrstufigen Prozess entschwefelt. Hierfür wird das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid durch Einsprühen einer Kalksuspension zu 95 Prozent absorbiert. Durch Oxidation mit dem Luftsauerstoff entsteht eine Gipssuspension, die einen Anteil von etwa 10 Prozent Feststoffenhat. Allein in Deutschland fallen von diesem wässrigen Gips jährlich etwa 10Millionen Tonnen an, weltweit sind es geschätzte 300 Millionen Tonnen. In getrockneter Form istdas Restprodukt Gips einwichtiger Rohstoff. Zur Aufbereitung wird die Gipssuspension auf einem Vakuumfilterband vomTyp Vacubelt entwässert. Das GKD-Prozessband Vacubelt entwässerthierGips biszueinerRestfeuchte vonweniger als 10 Prozent. Das monofile Filterband verblockt trotz hoher Durchlässigkeit aufgrund seiner geringen Porenöffnung deutlich später als andere Bänder.Esgewährleisteteine kontinuierlich hohe Entwässerungsleistung bei gleichzeitig zuverlässiger mechanischer, chemischer und thermischer Belastbarkeit. Auch bei übergroßen Längen, 60 Meter sind keine Seltenheit, und bei einerBreite von3,35 Metern überzeugt Vacubelt durch Stabilität. Der fastvollständig entwässerte Gips wird anschließend beispielsweise zu Trockenbauplatten weiterverarbeitet. Michael Seelert, GKD –Gebr. Kufferath AG, Düren, weaveinmotion@gkd.de Messgeräte Gas-/Wasserinstallationen prüfen? Professionelle Prüfsets von AFRISO! Bereits TÜVgeprüft nach G5952 www.afriso.de/dpk-60-7 UmweltMagazin Oktober -November 2013

TECHNIK UND MANAGEMENT Recht Bild: Rike/Pixelio Die neue Seveso-III-Richtlinie Am 13. August 2013 ist die Seveso-III-Richtlinie (2012/18/EU) in Kraft getreten und löst die bislang gültige Seveso-II-Richtlinie (96/82/EG) ab, die inDeutschland als Störfallverordnung (12. BImSchV) Gefahrenabwehr- und Schutzpflichten von größeren Industriebetrieben maßgeblich regelt. Sie enthält einige Neuregelungen, insbesondere was die Information der Öffentlichkeit und die Überwachungspflichten der Behörden betrifft. Stefanie Beste Entscheidender Grund für die Reform derRichtlinie wardie europäische CLP-Verordnung (2008/1272/EU), die das Globally Harmonized System (GHS) für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Gefahrstoffen regelt. Die Stoffliste inAnhang 1 StörfallV musste daher andiese neuen Begrifflichkeiten angepasst werden. Ebenfalls sind inArt. 3der Richtlinie nun Begriffsdefinitionen, wie etwa der „benachbarte Betrieb“, die „Anlage“ oder auch „die betroffene Öffentlichkeit“ präzisiert worden. Betriebe der Grundpflichten und der erweiterten Pflichtenwerdennun Betriebeder „unteren Gefahrenklasse“ und der „oberen Gefahrenklasse“ genannt. Anwendungsbereich Die neue Definition des Anwendungsbereiches in Anhang Ider Richtlinie hat zurFolge, dass einige Stoffe und Betriebe aus dem geltenden Anwendungsbereich der Seveso-Richtlinie herausfallen, während andere neu hinzukommen. Mit der Anpassung an die CLP-Verordnung werden auchdreineue Toxizitätskategorien für Gesundheitsgefahren eingeführt. So wird etwa die frühere Gefahrenkategorie „sehr giftig“ nun in die CLP-Gefahrenkategorie „akut toxisch Gefahrenkategorie 2“und „akut toxisch Gefahrenkategorie 3“ aufgespalten. Darüber hinaus ersetzen mehrere neue spezifische CLP-Kategorien für physikalische Gefahren die alten allgemeineren Gefahrenkategorien „explosionsgefährlich“, „hochentzündlich“, „leichtentzündlich“ und „brandfördernd“. Die Auflistung der namentlich aufgeführten gefährlichen Stoffe (Anhang ITeil 2)enthält ab Nr. 34einige neue Stoffe, die zuvor inihren Gefahrenkategorien aufgelistet worden waren und durch die Anpassung der Gefahrenkategorien andie CLP-Verordnung ansonstenganz aus demAnwendungsbereich herausgefallen wären. Für Biogas sollen dabei gemäß Anmerkung 19 in Anhang Idie gleichen Mengenschwellen gelten wie für Erdgas, wenn es dem Standard für gereinigtes und aufbereitetesBiogas entspricht. Von Bedeutung ist auch die Definition des Begriffes „Vorhandensein gefährlicher Stoffe“. Es wird nun klargestellt, dass nicht nur –wie bisher – auch diejenigen gefährlichen Stoffe als vorhanden gelten, von deren Entstehen bei einem außer Kontrolle geratenen industriellen chemischen Verfahren auszugehen ist. Vielmehr sind nunmehr explizit sämtliche außer Kontrolle geratenen Prozesse einbezogen, insbesondere auch die Lagerungstätigkeit. Die Vollzugshilfe des Bundesumweltministeriums zur StörfallV von 2004, nach der gerade die Stoffe,die zumBeispielbei Brändenin Lagern entstehen können, nicht als vorhanden gelten sollen, ist somit überholt. 58 UmweltMagazin Oktober -November 2013

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