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10/11 | 2013

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NACHRICHTEN

NACHRICHTEN Ecoprog-Studie KommunaleKläranlageninEuropa Qualität inder Abwasserbehandlung nimmt zu. Einer Marktstudie des Kölner Beratungsunternehmen ecoprog zufolge nimmt die Qualität in der Abwasserbehandlung in Europa weiter zu. Derzeit sind in den 28 Ländern der Europäischen Union sowie in Island, Norwegen und der Schweiz zusammen rund 71 000 kommunale Kläranlagen inBetrieb. Diese behandeln das kommunale Abwasser und in vielen Fällen auch die organischen Schmutzfrachten von angeschlossenen Gewerbebetrieben. Insgesamt verfügen sie über eine Behandlungskapazität von rund 775 Millionen Einwohnerwerten. Inden vergangenen Jahren sind die Kapazitäten in der kommunalen Abwasserreinigung gestiegen. Vor allem inOsteuropa wurden in mittleren und kleineren Orten zahlreiche neue Anlagen errichtet. In den Großstädten wurden die bereits existierenden Anlagen mit biologischer Abwasserbehandlung und zusätzlichen Verfahren ausgestattet. Auch in der Zukunft bleibt, laut Studie, die EU-Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser der Haupttreiber für Bild: Dieter Schütz/Pixelio Neubau- und Upgrade-Maßnahmen. Inden Altstaaten der EU, die die Vorgaben bis Ende 2005 umsetzen sollten, stehen noch Anpassungsinvestitionen an. In vielen jungen EU-Mitgliedstaaten imOsten Europas wird die bisherige Aufbauleistung in den kommenden Jahren erstmals überprüft; in anderen gelten noch immer Übergangsfristen für die Umsetzung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser. Inden meisten EU-Altstaaten ist der Aufbau der kommunalen Abwasserbehandlung jedoch abge- schlossen. In Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und in Skandinavien dominieren Instandhaltungs- und Erneuerungsinvestitionen. Insgesamt machen diese inden kommenden fünf Jahren geschätzt über 80 Prozent aller Investitionen in kommunale Kläranlagen aus. Alles inallem erwartet ecoprog Aufwendungen von insgesamt 37,6 Milliarden Euro bis 2017. Deutschland ist mit einem Anteil von knapp 20Prozent der größte Einzelmarkt in Europa. Das Land verfügt über Behandlungskapazitäten in einer Größenordnung von 145 Millionen Einwohnerwerten. Frankreich verzeichnet mit über 19 000 kommunalen Kläranlagen die höchste Anlagenzahl. Die Privatisierung der Abwasserentsorgung ist in Europa unterschiedlich stark ausgeprägt: Traditionell ist sie in Mitteleuropa und Skandinavien eher gering, während inFrankreich private Unternehmen bereits im 19. Jahrhundert die Wasserversorgung und anschließend die Abwasserentsorgung aufgebaut haben. Insgesamt beschränkt sich die Zahl der überregional tätigen privaten Wasserunternehmen in Europa auf acht bis zehn. www.ecoprog.de Prognos-Erhebung Erfassung und Verwertung von Wertstoffen Hersteller und Vertreiber sind zur Rücknahme von Materialien verpflichtet, mit denen ihre Produkte verpackt sind. Für Kunststoffverpackungen wird dies über den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne organisiert. Die Weiterentwicklung der Erfassung und Verwertung von Wertstoffen sollte vom dualen System organisiert werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Prognos AGim Auftrag von Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH aus Köln. Das Berliner Beratungsunternehmen hat dafür verschiedene Formen zur Ausweitung der Wertstofferfassung in Deutschland auf ihre ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Leistungsfähigkeit untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass eine Ausgestaltung in privater Trägerschaft innahezu allen untersuchten Leitindikatoren bessere Werte als kommunale Modelle erzielt. Hochwertiges Recycling zu niedrigen Kosten sei nur privatwirtschaftlich und imWettbewerb machbar. Um geschlossene Kreisläufe erreichen zu können, bräuchte es eine starke Verknüpfung aller Wertschöpfungsstufen – von der Gestaltung der Produkte über die Erfassung und Sortierung der Wertstoffe bis zur Aufbereitung als Sekundärrohstoffe und deren Rückführung in den Produktionskreislauf. Das Prinzip der Produzentenverantwortung entfaltet hier bereits wichtige Rückkoppelungseffekte bei den Verpackungswertstoffen. Die denkbare Ausdehnung des Prinzips auf weitere Bereiche sollte den Verbraucher in den Mittelpunkt stellen und die Stärken möglichst vieler Akteure, vor allem im Bereich der Erfassung der Wertstoffe, berücksichtigen, sodie Empfehlung des Gutachters. www.gruener-punkt.de Bild: DSD 6 UmweltMagazin Oktober -November 2013

Ausdem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Besserer Schutz vor Luftschadstoffen Gemessen anden in der EU geltenden Grenzwerten sind in Deutschland insbesondere die Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub noch immer zu hoch und das, obwohl die Freisetzung dieser Schadstoffe oder ihrer Vorläufersubstanzen in die Luft inden vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken sind. Die höchsten Belastungen von Stickstoffdioxid und Feinstaub treten inder Nähe ihres Entstehungsortes, inBallungsräumen und an stark verkehrsbelasteten Orten auf. Die wichtigste Quelle für Stickstoffoxide ist der Straßenverkehr. Die Empfehlungen der WHO sehen besonders für Feinstaub deutlich geringere Werte vor. Aktuelle Studien zeigen beispielsweise ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, wenn die Feinstaubkonzentration um10µg/m 3 steigt. Selbst inder relativ sauberen Luft Kanadas ist ein höheres Niveau an Feinstaubkonzentrationen mit einer höheren Sterblichkeit verbunden. Das Ziel der Luftreinhaltung darf sich daher nicht auf die Einhaltung von Grenzwerten beschränken. Maßnahmen für eine bessere Luft müssen auch dazu beitragen, die Hintergrundkonzentrationen inStädten und im ländlichen Raum zu senken. Zudem sind zwei Drittel der Fläche der deutschen Ökosysteme Einträgen von Stickstoffverbindungen aus der Luft ausgesetzt, die deren Belastungsgrenzen überschreiten. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, betont, dass für einen effektiven Schutz der menschlichen Gesundheit und der Ökosysteme weitere Anstrengungen nicht nur beim Verkehr oder bei Industrieanlagen nötig sind. Auch bei anderen Emittenten wie Kleinfeuerungsanlagen in Privathaushalten, die zunehmend mit Holz befeuert werden, und der Landwirtschaft, die inerheblichem Umfang Ammoniak freisetzt, sollten Emissionen gesenkt werden, um die Luftqualität weiter zuverbessern. Das Ziel einer reinen Luft ließe sich aber nur mit einem Bündel von Maßnahmen erreichen, die gleichzeitig ergriffen werden: beispielsweise einer schnellstmöglichen Einführung der Euro 6/VI-Norm für Kraftfahrzeuge, der Ausschöpfung vorhandener Minderungspotenziale zur Reduzierung der Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft, wie Abluftreinigung in Stallgebäuden, und Reduzierung von Emissionen aus privaten Holzfeuerungen. Auch die Mitwirkung deutscher Fachleute bei der Umsetzung der EU- Richtlinie über Industrieemissionen trägt dazu bei, anspruchsvolle Emissionsstandards festzulegen. Gleichzeitig gilt esauch den Herausforderungen zubegegnen, die der Klimawandel für die Luftreinhaltung bereithält. Die Climate and Clean Air Coalition, in der Deutschland mitwirkt, ist ein Beispiel, bei Klimaschutz und Luftreinhaltung Synergien zu nutzen, und insbesondere inSchwellenländern eine Verbesserung der Luftqualität zu erreichen. www.uba.de Neue Kennzeichnung Energieeffizienz von Lampen Lampen, die nach dem 1. September 2013 in den Handel gelangt sind, müssen das neue EU-Energieeffizienz- Etikett tragen. Mit diesem können Verbraucher besser einschätzen, obein Produkt viel oder wenig Strom verbraucht. Besonders sparsame LED tragen nun beispielsweise die neue Energieeffizienzklasse A+ und A++. Bisher mussten nur Glühund Energiesparlampen eine Energieeffizienzkennzeichnung tragen. Jetzt werden deutlich mehr Lampentypen, zum Beispiel auch LED- und Reflektorlampen damit gekennzeichnet. Die Optik des neuen Energieeffizienz-Etiketts für Lampen ist nicht neu. Viele Haushaltsgeräte wie Kühl- und Gefriergeräte oder Fernseher tragen sie bereits. Charakteristisch für das Etikett ist der Farbbalken, der den Stromverbrauch verdeutlicht: Grün steht für eine hohe, Gelb und Orange für eine mittlere und Rot für eine geringe Effizienz. Neu ist bei dem Etikett vor allem die geänderte Skalierung mit den Klassen Ebis A++. Die bisher niedrigsten Effizienzklassen F und Gentfallen. Die Klasse A wird in die Klassen A, A+ und A++ unterteilt. Folglich entsprechen Produkte der Klasse Anicht mehr dem höchsten Standard. Besonders sparsame Lampen wie LED würden dann die Effi- zienzklasse Abis A++ tragen. Energiesparlampen –technisch korrekt als Kompaktleuchtstofflampen bezeichnet –liegen in Bild: Rainer Sturm/Pixelio den Klassen Aund B, während Halogenglühlampen fast nur in den Klassen Cund Dzufinden sind. www.uba.de UmweltMagazin Oktober -November 2013 7

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