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10/11 | 2013

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MEDIENPARTNERSCHAFT

MEDIENPARTNERSCHAFT DerWeg zu praxisbezogenem Umweltmanagement Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) Rolf Henning August-Schanz-Str. 21 A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-170 Fax: 069/95424-296 rh@dgq.de www.dgq.de Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen anein Umweltmanagementsystem fest. Eine Revision ist für das Jahr 2015 vorgesehen. Ziel soll sein, Umweltmanagement künftig noch praxisbezogener in die Geschäftsprozesse einer Organisation zuintegrieren. Die Internationale Normenorganisation unterzieht derzeit die Norm ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme (UMS) einer Revision. Die Anfang 2012 begonnenen Arbeiten werden etwa drei Jahre andauern, sodass mit der Publikation der neuen Norm 2015 zu rechnen ist. Zielist es,Umweltmanagement künftig noch praxisbezogener indie Geschäftsprozesse einer Organisation zu integrieren, damit die Anwender die daraus entstehenden Potenziale effizienter nutzen können. Schwerpunkte der Revision Bei der Überarbeitungwird die neue High Level Structure nach dem Leitfaden „ISO Directives Part 1–ISO Supplement –AnnexSL2012, Appendix 2, 3und 4“ angewendet. Darüber hinaus rücken beispielsweise Erfordernisse und Erwartungen des Umfelds,wie auch dasFührungsverhalten in den Fokus des Managementsystems. Das berichtet Thomas Votsmeier, Leiter der Personenzertifizierungsstelle der DGQ, der diese imzuständigen Fachgremium TC207/ SC1/ WG5 vertritt. Ererläutert, wohin die Reise für Umweltmanagementsysteme ab 2015 nach DINENISO 14001 gehen soll. Danach beziehen sich wesentliche Änderungen, aufgrund des aktuellen Stands der Diskussion, auf folgende Schwerpunkte: 7 Aktuelle und künftige Umweltund Businessbelange sollen umfassender einbezogen werden. Vor allem durch die deutliche Stakeholder-Ausrichtung sollen sich Umweltmanagementsysteme nachhaltig erfolgreicher entwickeln, da die Anforderungen interessierter Kreise verstärkt ermittelt und berücksichtigt werden müssen. 7 Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die umweltrelevante Input- Output-Analyse und Zielfindung. Als Basis ist die Messung der Umweltleistung anhand definierter Leistungsindikatoren für jedes Umweltziel notwendig. Weiterhin sollen Lifecycle-Ansätze zu Produktdesign, ausgelagerten Prozessen oder Upstream-/ Downstream-Aktivitäten ver- Bild: Rainer Sturm/Pixelio mehrt zum Einsatz kommen. DasLeistungsergebnis einesumweltanalytischen Mess-Systems beurteilt sich dann wiebisher an den Verpflichtungen gemäß der eigenen Umweltpolitik, künftig aber auch anden in diesem Zusammenhang gesetzten strategischen ZieleneinerOrganisation. 7 Ein anderes bedeutendes Standbein wird mit der Risikound Chancenermittlung aufgebaut. Das soll im Zusammenhang mit den signifikanten Umweltaspekten, den anwendbaren gesetzlichen Forderungen und freiwillig akzeptierter Forderungen geschehen. Diese müssen jedoch nichtnur explizit ermittelt werden, sondern auch bei der Festlegung von Umweltzielen Eingang finden. Die externe Kommunikation wird sich dann deutlicher an den Umweltzielen, -maßnahmen und -leistungen orientieren. Auch werden sich generell die Dokumentationsanforderungen für einige bedeutende Umwelt- und Systemrelevante Prozesse verschärfen. Aktueller Stand der Revision Noch stehen drei Entwurfsstadien mit jeweiliger Abstimmung bei den nationalen Mitgliederorganisationen an, bevor die Publikation der neuen ISO 14001 voraussichtlich in der ersten Hälfte 2015 erfolgen wird. Um diesen Termin ranken sich dann Anpassungsfristen für zertifizierte Unternehmenund Einrichtungen. Auf Unternehmen, die bereits über ein bewährtes Umweltmanagementsystem verfügen, kommen so viele Impulse zu. Diese sorgen für weitere Effizienz in der Verbesserung der Umweltleistung und erhöhte Transparenz sowie Akzeptanz im Unternehmen und dessen Umfeld. UmweltMagazin Oktober -November 2013 67

BRANCHE Urban nachhaltig wohnen Wie lassen sich die Grundsätze der Nachhaltigkeit, die Vorteile der Holzfertigbauweise und die Ansprüche des modernen Wohnens im städtischen Raum miteinander verbinden? Dieser Frage ist die DFH Deutsche Fertighaus Holding AG in Kooperation mit der TU Darmstadt nachgegangen. Bild: Okal Städte bieten nur begrenzten Raum für eine erhöhte Neubauaktivität. Hinzu kommt das gesetzte Langfristziel der Bundesregierung, den Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche bis zum Jahr 2020 auf 30Hektar am Tagzubegrenzen. Laut dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehen einzelne Länder und Gemeinden in Deutschland noch einen Schritt weiter und wollen bis 2050 keinerlei weitere Flächen mehr in Anspruch nehmen. Viele Städte hätten in ihrem Umfeld ohnehin DGNBzertifiziert Fertighaus der DFH kaum Möglichkeiten zur Expansion inder Fläche. Entwurf Stadthaus Die Dichte der Stadtfordertvon Architekten umsichtige Planung und viel Kreativität –vor allem, weil Bauherren auch in der Stadt zunehmend nicht auf Individualität und Raumqualität verzichten möchten. Vor allem der Fertighaussektor bietet für nachhaltiges Wohnen sehr gute Lösungen. Eine Herausforderung sind die Anforderungen jedoch bei Wohnhäusern im städtischen Raum. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) hat der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG, als erstes und bisher einziges Fertighausunternehmen, das neu für den Ein- bis Mehrfamilienhaussektor entwickelte Nachhaltigkeits-Zertifikat in Silber überreicht. Mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen würdigt die DGNB die Bemühungen der DFH um ökologische, ökonomische, technische, funktionelle, gestalterische und soziokulturelle Qualität im Einfamilienhausbau. Prämiert wurde damit im Rahmen des DGNB-Kongresses „Impuls“ ein Fertighaus der DFH-Vertriebslinie Okal –als erstes Einfamilienhaus überhaupt. Das Fertighaus der DFH erfüllt weit über der Norm insgesamt rund 35 Kriterien des neuen Nachhaltigkeitssystems der DGNB. „Das Zertifikat belegt neutral, dass das Haus nachhaltig geplant und gebaut ist“, erklärt Thomas Sapper, Vorstandsvorsitzender der DFH. „Wir haben uns bewusst für dieses neue System entschieden, weil esnicht nur abfragt, ob einzelne Faktoren erfüllt sind, sondern auch inwelchem Maße“, soSapper. Mit der Technischen Universität Darmstadt hat die DFH einen renommierten Partner gefunden, um im Rahmen des Wettbewerbs „Green Concept“ zusammen mitdem Fachbereich Architektur die Frage nach dem städtischen Wohnhaus der Zukunft zu stellen. 23 Studierende des Fachgebiets „Entwerfen und Energieeffizientes Bauen“ entwickelten im Wintersemester 2012/13 visionäre Entwürfe für moderne Wohnhäuser, die sich nach den Grundsätzender Nachhaltigkeit sowie in Holzrahmenbauweise errichten lassen. Dabei planten die Studierenden ihre Entwürfe bis ins Detail durch. Esgalt, Mensch, Umwelt und Wirtschaftlichkeit in einem sinnvollen Nachhaltigkeitskonzept in Einklang zu bringen. „Nachhaltigkeit ist im städtischen Hausbau sehr komplex“, erläutert Sven Propfen, Architekt und Nachhaltigkeitsbeauftragter bei der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG. „Der Wohnraum muss aus ökologisch vertretbaren Materialien gefertigt sein, die im Idealfall auf nachwachsenden, recyclingfähigen Rohstoffen basieren.“ Gleichzeitig müsse nachhaltiger Wohnraum die bestmögliche Energieeffizienz aufweisen und vor allem im urbanen Umfeld eine möglichst geringe Bauflächeeinnehmen. Hinzukommen dieHerausforderungen im urbanen Umfeld. „Im Kontext einer nachhaltigen Stadtplanung gilt es, die Zersiedelung der Städte und somitden Land- und Ressourcenverbrauch zu stoppen“, erklärt Professor Manfred Hegger, Leiter des Fachbereichs Entwerfen und Energieeffizientes Bauen an der TU Darmstadt und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Produktion geplant Beeindruckt hat vor diesem Hintergrund die Idee von Siegerin Cansu Önel, die die Privatsphäre der Bewohner selbst in dicht besiedelter Umgebung wahrt. Der „Green Concept“-Siegerentwurf wird jetzt von der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG gemeinsam mit der Siegerin und dem Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen der TU Darmstadt bis zur Produktionsreife weiter ausgearbeitet. www.dfhag.de 68 UmweltMagazin Oktober -November 2013

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