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10/11 | 2014

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SPECIAL Erneuerbare

SPECIAL Erneuerbare Energien Laut der Fraunhofer Gesellschaft haben Photovoltaik-Anlagen in Deutschland ihre Produktion im ersten Halbjahr 2014 um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Doch profitieren davon heute kaum noch deutsche Solarunternehmen. Denn nur wenige haben den Preisverfall und die Umstrukturierungen der Branche unbeschadet überstanden. Auch Solarwatt aus Dresden hat sich aus dem Massenmarkt verabschiedet und setzt heute auf intelligente Technik und PV-Komplettlösungen –und kooperiert unter anderem mit BMW. Carportsystem von Solarwatt: Die teiltransparenten Solarzellen spenden Schatten und liefern Strom. Bild: Solarwatt Erfolgreich durch intelligente PV-Technik Jens Secker Für Detlef Neuhaus beginnt in derSolarindustrie gerade eine neue Zeitrechnung. Wegvon Einspeisevergütungen, hinzum Eigenverbrauch. Dortliegt laut dem Solarwatt-Chef die Zukunft derBranche:„Noch vorwenigen Jahren gabesfür die Einspeisung vonPV-Strom ins Stromnetz hohe gesetzliche Vergütungen. Das ist mittlerweile vorbei. Momentan erhält derBesitzer einerPV- Anlage fürs Einspeisen pro Kilowattstunde gerade noch 13Cent.“ Deshalb wollenimmermehrHaushalte und Unternehmen ihren selbst erzeugten Strom auch selbst verbrauchen, anstatt ihn zu immer weiter sinkenden Preisen einzuspeisen. „Wer PV-Strom selbst erzeugtund verbraucht, reduziert die Lieferung von Strom von seinem Netzbetreiber undmacht sichauf lange Sicht von ihm unabhängig. Die Stromversorgung wirdsoimmerdezentraler“, meint Neuhaus. Die Dezentralisierung der Energieversorgung birgt großes Potenzial für neue Technologien, denn es werden Innovationen in allen Bereichen benötigt:Von der Stromerzeugung über die Speicherung und die intelligente Verteilung bishin zurEnergieeffizienz. Systemische Photovoltaik- Komplettlösungen Solarwatt hat sich imZuge einer erfolgreichen Umstrukturierung imJahr 2012 neuaufgestellt. Als Folge dergeänderten Rahmenbedingungen am Solarmarkt haben sichdie Dresdneraus dem Massenmarkt, der vorrangig von ausländischen Herstellern besetzt ist, vollständig zurückgezogen. Das Unternehmenbietetheutesystemische Photovoltaik-Komplettlösungen an, vorrangig für Privathaushalte und das Kleingewerbe. Trotzder vieleninBerlin geführten Diskussionen über die Reform der Erneuerbaren Energienimvergangenen Jahr, ist die Produktion des Dresdner Unternehmens komplett ausgelastet; die Auftragsbücher sind voll. Dazu tragen auch starke Kooperationspartner wie BMWbei:Die MünchnerAutobauer arbeiten seit mehr als einem Jahr mit Solarwatt zusammen. Das Unternehmenentwickelt solare Carports, dieden Käufern des neuen BMW i3 direkt mit angeboten werden. Dadurch haben die Fahrer des Elektrofahrzeugs ihre eigene Tankstelle quasi direkt vorder Haustür. Dochauchwer nochkeinElektroauto fährt, kann die Carports von Solarwatt nutzen, umseinen Haushalt mit Solarstrom zu versorgen. Dabei hat der Kunde die Möglichkeit, den Unterstellplatz für sein Auto was Größe, Material und Farbe angeht, genau an seine Bedürfnisse und sein Eigenheim anzupassen. Der Carport ist individuell skalierbar, und der Nutzer hat die Möglichkeit aus verschiedenen Holzarten zu wählen. „Wir setzen bei unseren Carports auf Holz, weil es ein ressourcenschonender Werkstoff ist; darauf legen wir großen Wert. Die Hölzer kommen alle mit Zertifikat aus deutscher Forstwirtschaft“, meint Solarwatt-Chef Neuhaus. Holz hat auchbei derInstallation große Vorteile: Bei Gefälleunterschieden amStellplatz können die Pfosten entsprechend angepasstwerden. Außerdem werden die Holzelemente durch Zapfenverbindungen miteinander verarbeitet–eine traditionelle Handwerkskunst, die früher schon bei Fachwerkhäuserneingesetztwurde. „Dadurch ist das System nicht nur äußerst stabil, es sindauchkeine Schrauben oder Metallwinkel erkennbar“, so Neuhaus. „Die Kabelführung erfolgt in unauffälligen Kabelkanälen, so dassman keine störenden Elementesieht.“ Energiemanagement-System ist sinnvolle Ergänzung Die baubehördliche Genehmigung für den Bau eines Carports ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden: In manchen Bundesländernwirdeine Baugenehmigung gebraucht, in anderen wirdsie nicht benötigt. Ein Anruf im Bauamt desjeweili- 22 UmweltMagazin Oktober -November 2014

gen Landes bringt dabei aber schnell Klarheit. Dieinden Carports verbauten Solarwatt 36M Glass-Glass-Modulesind etwas kleiner als herkömmliche Solarmodule,damit aber ideal für denEinbau in das Carport Dach. In Kombination mit einem Speicher reicht ein Carport mit Solaranlageschon aus,umeine vierköpfige Familie inden Sommermonaten mit einem hohen Selbstversorgungsanteil an Stromzuversorgen. Die vorhandene Technik zur Speicherung der mit einer PV-Anlage gewonnenen Energie ermöglicht den Nutzern mittlerweile,sichimmerunabhängiger von großen Stromanbietern zu machen. Beim Bau einer Solaranlage, ob auf dem Dach oder via Carport, ist zubeachten, dass schon bei der Planung geprüft wird, ob alle Komponenten der PV-Anlage, wie Solarmodule, Wechselrichter, Speichersysteme und Steuerungselemente, ineinandergreifen und an die Bedürfnisse des Kunden angepasst sind. Die zunehmende Komplexität auf dem Gebiet der Energieeffizienz und die Vernetzung unterschiedlicher Energiequellen erfordern dabei immer neue Lösungen; besondersdie ganzheitliche Steuerung und Automatisierung der Anlagen ist ein großes Thema. Ein intelligentes Energiemanagement-System stellt dabeioft eine sinnvolle Ergänzung dar. Ein „Energy Manager“ ist dabei die Steuerungseinheit zur Überwachung und Regulierung der Energieströme. Das System erkennt nicht nur die Energieflüsse imHaushalt oder einem kleinen Unternehmen; es steuert diese auch nach Wunsch des Nutzers und hilft beispielsweise, die StromfresserimHaushalt aufzuspüren. Effiziente Eigennutzung des erzeugten Stroms gewährleistet Wenn der Kunde eine Photovoltaik- Anlage nutzt, wirdder Energy Manager direkt an denWechselrichterder Anlage angeschlossen. Soerkennt er, wie viel Solarstrom über die Anlage erzeugt wird. Das System verwaltet dann automatisch die Energiekomponenten des Haushalts,umeine effizienteEigennutzung des erzeugten Stroms zu gewährleisten. Zusätzlich wird imHaussicherungskasten ein Zähler eingebaut, der den tatsächlichen Stromverbrauch ermittelt. Dadurch dass beide Seiten gemessen werden – der Verbrauch des Haushalts und die PV-Anlage –können die energetischen Flüsse durch den Energy Manager analysiert und optimiert werden. Neben Großverbrauchern wie Wärmepumpen oder Heizund Klimatechnik lassen sich auch gewöhnliche Haushaltsgeräte zu Komfortzwecken einbinden und über das System regeln. Solarwatt hat den EnergiemanagerimJuli dieses Jahres auf den Markt gebracht: „Der Kunde hat durch unseren Energy Manager die Möglichkeit, sichmit seinemeigenenStromverbrauch positiv auseinandersetzen. Denn er erhält Transparenz über die Energieflüsse imHaushalt: Über die Solaranlage,den Haushaltsverbrauch, den Speicher, die Wärmepumpe oder über ein Elektrofahrzeug“, so Neuhaus. Die verschiedenenFunktionen des Systems werden über die Nutzeroberfläche, das EnergyPortalper Computer,Tabletoder Smartphone gesteuert. Für den Solarwatt-Chef liegt großes Potenzial im Bereich der Komplettlösungen aus hochwertigem Solarmodul, intelligentemEnergiemanager und Speichersystem: „In den kommenden Jahren werden wirbesonders in diesem Bereichden nächstenTechnologie-und Effizienzsprungerleben.“ Jens Secker, BrunoMedia GmbH, Mainz, secker@brunomedia.de Hat angeblich sieben Leben. Hat tatsächlich sieben Leben. Manchmal landen alte Kunststofffenster noch im Bauschutt. Ein Katzenjammer! Denn in ihnen steckt PVC. Und das kann wiederverwertet werden. Mindestens sieben Mal. In hochmodernen Recyclingwerken wird aus Altfenstern wieder sortenreines PVC-Granulat und damit wertvoller Rohstoff für neue Fenster. Und das ohne Abstriche bei der Qualität. www.rewindo.de/Infoline0228.9212830

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