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10/11 | 2014

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MARKT Projekte

MARKT Projekte Leverkusen CO 2 –neuer Rohstoff in derKunststoff-Herstellung Bayer MaterialScience, Leverkusen, verzeichnet neue Erfolge bei der Erforschung von Kohlendioxid als neuem Rohstoff in der Kunststoff-Herstellung. Dem Unternehmen ist es im Labor gelungen, durch Einbau von CO 2 noch einmal deutlich mehr Erdöl auf der Ebene von Vorprodukten einzusparen. Außerdem lässt sich mit dem neuen Verfahren die Palette an Kunststoff-Arten erweitern, die mit Hilfe von CO 2 hergestellt werden können. Dies sind die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Dream Polymers“. Bereits auf dem Weg zur wirtschaftlichen Nutzung ist eine Technik, mit Hilfe des Treibhausgases eine zentrale Komponente für hochwertigen Schaumstoff (Polyurethan) zuproduzieren. In dieser Chemikalie liegt der Anteil an Erdöl bei 80 Prozent. Nun ist es gelungen, den Erdöl-Gehalt zur Herstellung anderer Kunststoffe auf nur noch 60 Prozent zuverringern. Indem neuen Verfahren wird Kohlendioxid doppelt genutzt. Zum einen wird das Treibhausgas direkt in ein neues Vorprodukt (Polyoxymethylen- Polycarbonat-Polyol) eingebaut. Dadurch werden 20Prozent Erdöl ersetzt. Zum anderen kommt das CO 2 indirekt ins Spiel: Hiermit lässt sich eine Chemikalie herstellen, die dann wiederum in das Vorprodukt einfließt und für die Einsparung von weiteren 20 Prozent Erdöl sorgt. Damit liegt der Anteil an alternativen Rohstoffen bereits bei 40 Prozent. Gleichzeitig wird die Zahl der Kunststoffe größer, die sich durch Nutzung von Kohlendioxid gewinnen lassen. Jetzt können auch thermoplastische Polyurethane, Folien und Gießelastomere auf diese Weise hergestellt werden. In Laborversuchen konnten die Forscher bereits zeigen, dass die Herstellung grundsätzlich funktioniert, auch erste Anwendungstests sind positiv ausgefallen. Im Zuge des bereits seit Blick in die Dream-Production-Pilotanlage in Leverkusen,in der CO 2 -haltiges Polyol zu Testzwecken hergestellt wird. längerem laufenden Projekts „Dream Production“ will das Unternehmen ab2016 am Standort Dormagen mit Kohlendioxid eine Komponente für Polyurethan-Weichschaum gewinnen. Das neue Material soll zunächst zur Fertigung von Matratzen dienen. Unterstützt wird „Dream Polymers“ vom Bundesforschungsministerium. Auch externe Einrichtungen wie das CAT Catalytic Center in Aachen, das Leibnitz-Institut für Katalyse in Rostock und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal bei Karlsruhe sind beteiligt. www.bayer.de Stuttgart Schadstoffe im Abwasser mit Plasma abbauen Gelangt UV-Strahlung auf photokatalytisch aktive Oberflächen, werden Radikale erzeugt, welche Schadstoffe im Wasser abbauen können. Halogenierte Verbindungen aus Industrieabwässern wie beispielsweise fluorierte Tenside sind ebenso wie einige Arzneimittel aus Klinikabwässern oder Cyanid-Verbindungen aus der Galvanik nur schwer biologisch abbaubar. Umzuverhindern, dass sich diese Schadstoffe in der Umwelt anreichern, muss das Abwasser mit speziellen Reinigungsverfahren behandelt werden. Hierzu wird es in der Regel mit oxidativ wirkenden Techniken aufbereitet, die beispielsweise Wasserstoffperoxid oder Ozon als Oxidationsmittel nutzen. Einen neuen Ansatz verfolgt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als „Wissenschaftliches Vorprojekt“ geförderte Projekt „Wasserplasmax“. Dabei haben Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB untersucht, wie Schadstoffe im Abwasser mithilfe von Plasmaverfahren abgebaut werden können –mit oxidierenden Radikalen und UV-Strahlung, welche direkt im Plasma erzeugt werden. Zur Anwendung in der Wasserreinigung eignet sich ein Atmosphärendruckplasma. Bringt man verunreinigtes Wasser inKontakt mit einem solchen Plasma, so reagieren die Radikale mit den im Wasser gelösten Schadstoffen. Auch die durch das Plasma erzeugte Strahlung wirkt über photochemische Prozesse auf die Schadstoffe ein. In beiden Fällen werden die Schadstoffe oxidiert und dadurch unschädlich gemacht. www.igb.fraunhofer.de 30 UmweltMagazin Oktober -November 2014

Freudenberg Hebesysteme für die Betonsanierung Der Sanierungsspezialist H. Junger Baugesellschaft m.b.H. nutzt die Hebesysteme von haacon für das sichere und flexible Umladen tonnenschwerer Container. Die Container-Hebesysteme der haacon-Gruppe kommen zum Beispiel imKatastrophenschutz, bei Transportaufgaben oder im Bau- und Industriebereich zum Einsatz. Auch die H.Junger Baugesellschaft m.b.H, ein österrei- chischer Spezialist für Betonsanierung, hier vor allem im Bereich der Brückentunnel sowie Industrie- und Kläranlagen, setzt diese Systeme für das sichere und flexible Umladen tonnenschwerer Container ein. Dieses erfolgte bislang nur mit manuellen Hilfsmitteln. Um jedoch den hohen Sicherheitsstandards nach SSC- und ISO-9001-Norm gerecht zuwerden, hat H. Junger nach einer sicheren Hebevorrichtung gesucht. Den Zuschlag erhielt die haacon hebetechnik GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Freudenberg gehört zur haacon-Gruppe, einem auf Hebesysteme für mobile Anwendungen spezialisierten Unternehmensverbund, der branchenunabhängig spezialisierte Industriehebetechnik-Produkte entwickelt. Da die Container wegen der optimalen Gewichtsverteilung nach statischen Gesichtspunkten berechnet und entsprechend konstruiert sind, waren Hebesysteme von Nöten, die andie individuelle Größe der Container angepasst werden konnten. Mit dem Hebesystem können jetzt die Container bei der Sanierung von Betonflächen am Betriebsgelände und an Baustellen flexibel verladen werden –und das unter der Gewährleistung der Mitarbeitersicherheit. www.haacon.de Projekte –kompakt >>> Die 2G Energy AG aus Heek, eine der führenden Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungs- (KWK)-Anlagen, hat nach rund viereinhalb Monaten Bauzeit der Merck KGaA, Darmstadt eine KWK-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 3,12 MW übergeben. Die mit Erdgas betriebene Anlage besteht aus zwei KWK-Einheiten mit je 1,56 MW elektrischer und je 1,58 MW thermischer Leistung. Am Standort Darmstadt versorgt sie die pharmazeutische Produktion und die Forschung mit Strom, der ins Werksnetz eingespeist wird, sowie mit thermischer Leistung in Form von Wärme und über eine Absorptionskältemaschine auch mit Kaltwasser. www.2-g.de >>> Als erste deutsche Großstadt entwickelt Hamburg Pläne, die Stadt mithilfe einer „Gründachstrategie“ an den Klimawandel anzupassen. Begrünte Dächer bieten Rückhaltung und Verdunstung für 50 bis 90Prozent der Niederschläge, sie verringern die Überlastung der Entwässerungssysteme und die Gefahr der Überflutung. Zudem wirken sie positiv auf das Stadtklima, erschließen bisher ungenutzte sowie neue Freiräume und erhöhen die Biodiversität inder Stadt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fördert das Pilotprojekt imRahmen des Programms „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“. www.bmub.bund.de >>> Der lettische Recyclingspezialist SIA Nordic Plast hat in der Produktionsstätte in Olaine eine neue recoSTAR basic 165 VAC Recyclinganlage von Starlinger recycling technology, Österreich, installiert. Die Anlage verarbeitet Kunststoffabfälle mit bis zu 10 Prozent Feuchte sowie stark verschmutzte Endverbraucherabfälle. Nordic Plast verarbeitet zur Zeit rund 5000 Tonnen Kunststoffabfall pro Jahr und plant einen weiteren Ausbau der Kapazitäten. www.starlinger.com >>> Das Recycling-Unternehmen RAGG GmbH mit Sitz in Tirol hat eine Photovoltaik- Anlage mit QCells Solarmodulen inBetrieb genommen. Der Spezialist für Metallverwertung produziert den Solarstrom und speist die Energie ins österreichische Stromnetz ein. Hanwha QCells, der größte europäische Photovoltaik-Anbieter, hat über 1300 Q.PRO-G3 Solarmodule der Leistungsklasse 260 Watt für die PV- Anlage geliefert. Die Aufdachanlage mit 340 Kilowatt Leistung wird jährlich rund 330 000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren. Dies entspricht dem Jahresbedarf von etwa 100 Haushalten. Die Tyrol PV Elektrotechnik GmbH hat Planung und Bau der Anlage übernommen, die innerhalb von drei Wochen installiert wurde. www.q-cells.com UmweltMagazin Oktober -November 2014 31

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