Aufrufe
vor 4 Jahren

10/11 | 2014

  • Text
  • Umweltmagazin
  • Oktober
  • Unternehmen
  • Deutschland
  • Energie
  • Einsatz
  • Technik
  • Anlagen
  • Beispielsweise
  • Abwasser

MARKT Projekte Hamburg

MARKT Projekte Hamburg Zwölftonner für Hamburger Biogasanlage Für den Transport von Biotonnen sind die LF-Verteilerfahrzeuge der DAF Trucks Deutschland GmbH aus Frechen mit ihrem kompakten Tagesfahrerhaus, schadstoffarmen Euro-6-Motor, manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe und Luftfederung hinten ausgerüstet. Der 4,5 Liter große PACCAR PX-5-Motor leistet 213 PS und entwickelt in dieser Ausführung ein maximales Drehmoment von 760 Nm über ein bereites Drehzahlband. Den 7,20 Meter langen Plywood-Kofferaufbau mit Heckoberklappe, Ladebordwand und Rückfahrkamera hat Junge Fahrzeugbau beigesteuert. Ab sofort rollen für die BioCycling GmbH 14neue DAF LF im Hamburger Stadtgebiet. Die Zwölftonner sammeln organische Abfälle von Restaurants, Großküchen und Supermärkten, um sie als Energieträger zur eigenen Biogasanlage zu bringen. DAF konnte das Unternehmen mit fairen Anschaffungspreisen und seinen Serviceleistungen überzeugt. Insgesamt betreibt BioCycling zusammen mit seinem Transportdienstleister HED Hamburger Entsorgungsdienst rund 20 Zwölftonner, die inHamburg und Schleswig-Holstein unterwegs sind und an mehreren Tausend Einsatzstellen volle Biotonnen abholen und gegen leere, gereinigte Boxen tauschen. Bundesweit sind etwa Ab sofort rollen für die BioCycling GmbH 14 neue DAF LFimHamburger Stadtgebiet. 100 Lkw für BioCycling im Einsatz. Zu den Kunden zählen beispielsweise Einzelhandels- und Gastronomieketten sowie Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten. Dadas zur weltweit agierenden Veolia-Gruppe gehörende Entsorgungsunternehmen der Lebensmittelüberwachung unterliegt und beim Transport von überlagerten Lebensmitteln und Speiseresten strenge Hygienevorschriften einhalten muss, stellt es besonders hohe Ansprüche an den Fahrzeugaufbau. Das beginnt beim GfK-beschichteten Laderaumboden, der sich leicht reinigen und desinfizieren lassen muss. Dazu reicht die grau besandete Bodenbeschichtung zusätzlich 20 Zentimeter weit an Stirn- und Seitenwand hinauf. Das verhindert ein unkontrolliertes Auslaufen von Flüssigkeiten, falls diese in den Laderaum gelangen sollten. Zusätzlich verlangt der Transport von Lebensmittelresten mehrere Kiemenlüfter in den Kofferseitenwänden vorn und hinten, umeiner eventuellen Gasentwicklung der Essensreste wirkungsvoll zubegegnen. Alle anfallenden Servicearbeiten übernimmt der DAF-Vertragshändler Sent Waninge in Hamburg. www.daf.com BMUB/Bonn Lärmarme Kesselwaggons zum Transport von Flüssigerdgas Das Bundesumweltministerium (BMUB) fördert ineinem Pilotprojekt den Bau innovativer Kesselwaggons für den Transport von Flüssigerdgas (LNG) auf der Schiene. Der Hamburger Waggonvermieter VTG verringert dabei zusätzlich die Lärmbelastung, indem er die Radsätze der Waggons mit einem speziellen lärmmindernden Anstrich versieht. Das Projekt wird mit rund 244 000 Euro aus dem Umwelt- innovationsprogramm des Bundesumweltministeriums gefördert. Bisher ist der Transport von Flüssigerdgas nur per Schiff oder Lkw möglich. Die Kesselwag- Bild: Joeb07 gons werden mit einem vakuumisolierten Tank sowie einer speziellen Aufhängungsund Lagerungstechnologie ausgestattet. Der Tank ist mit einer speziellen Isolierung versehen, mit der die erforderliche Transporttemperatur für LNG von minus 162 °C sichergestellt ist. Zwei der Kesselwaggons ersetzen drei Lkw. Bei dem lärmmindernden Anstrich der Radsätze handelt es sich um eine spezielle abriebfeste und mechanisch beanspruchbare Beschichtung. Die Grenzwerte der „Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI)“ können dadurch um 2bis 3dB(A) unterschritten werden. Dadurch leistet das Vorhaben einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der Lärmbelastung des Schienengüterverkehrs. www.bmub.bund.de 32 UmweltMagazin Oktober -November 2014

Westafrika Ultrafiltration sorgt für klare Verhältnisse Imwestafrikanischen Ghana entsteht eine Meerwasserentsalzungsanlage, die täglich bis zu 60 000 Kubikmeter Trinkwasser produzieren und damit eine halbe Million Menschen versorgen kann. Dabei spielen die Ultrafiltrationsmembranen der BASF-Tochtergesellschaft inge eine entscheidende Rolle: Sie bereiten in der Vorstufe das Meerwasser für die Entsalzung vor und schützen die nachgeschalteten Salzfilter vor Verunreinigungen. Diese arbeiten nach dem Prinzip der Umkehrosmose. Da dafür hohe Drücke von bis zu 80 bar erforderlich sind, trägt die Vorreinigung zusätzlich dazu bei, den Energieaufwand in Grenzen zuhalten. Das dem Meer entnommene Wasser wird durch die feinporigen Multibore-Membranen gepresst und kann sie passieren, während unerwünschte Schwebstoffe zurückgehalten werden. Die Faser der Ultrafiltrationsmembran enthält sieben Kapillaren, indie das Rohwasser läuft. Die Wände dieser haben winzige Poren mit etwa 20Nanometern Durchmesser. Alle Partikel, die größer sind, hält die Membran hier zurück. Nur das gereinigte Wasser dringt in die Kunststofffaser ein und tritt ander Faser wieder aus. Damit die Filter in der Praxis zuverlässig arbeiten, müssen nicht nur Größe und Verteilung der Poren stimmen, Querschnitt durch die Filtrationsfasern: Die wabenartige Anordnung der sieben Kapillaren stabilisiert die Fasern. So werden die Membranen vor feinen Rissen bewahrt, durch die Krankheitserreger schlüpfen könnten. sondern die Fasern müssen auch widerstandsfähig sein. Dafür sorgt die wabenartige Struktur im Inneren. In einer Filteranlage sind die Membranfasern gebündelt in weiße Kunststoffzylinder gepackt. Die Enden sind über ein Epoxidharz mit dem Gehäuse verklebt. ImBetrieb wird die Unterseite verschlossen, sodass die Kapillaren nur an der Oberseite geöffnet sind. Dort wird das Rohwasser mit einem Druck von etwa 0,5 bar hineingepumpt. Der einzige Weg, den es von hier nehmen kann, verläuft über die Poren in den Kapillarinnenwänden der Fasern und an ihrer Außenseite als sauberes Wasser wieder hinaus. Mit der Zeit sammeln sich die Rückstände inden Kapillaren an. Damit das Wasser diesen Filterkuchen durchdringen kann, muss der Druck erhöht werden. Daher wird das Filtersystem regelmäßig alle ein bis zwei Stunden gereinigt, indem der Wasserfluss umgekehrt wird. Trotzdem können Verstopfungen inden Poren oder klebrige Stoffe wie Zucker oder Eiweiße zurückbleiben. Diese werden ingrößeren Abständen chemisch beseitigt. Allerdings können Oxidationsmittel mit der Zeit den Kunststoff angreifen. Umdas zu verhindern, arbeiten die Experten daran, die Filteroberfläche der Kapillaren hydrophiler zu machen. Sosollen sich Verunreinigungen weniger leicht absetzen. Das würde die Reinigung erleichtern und chemische Reinigungsschritte könnten eingespart werden. www.basf.com TU Darmstadt CO 2 -Abscheidung für industriellen Einsatz optimiert Bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Erdgas entstehen große Mengen Kohlendioxid. Eine Schlüsseltechnologie für emissionsärmere und umweltfreundlichere Kraftwerke ist dessen Abscheidung und Weiterverwendung. Das kann die CO 2 -Emissionen aus dem Einsatz fossiler Brennstoffe in der Stromerzeugung und der Industrie reduzieren. In einer Versuchsanlage hat das Institut für Energiesysteme und Energietechnik der TU Darmstadt verschiedene Verfahren zur CO 2 -Abscheidung getestet. Insbesondere das Calcium-Carbonate-Looping-Verfahren (CCL) stellt einen kostengünstigen und energieeffizienten Ansatz dar: Natürlich vorkommender Kalkstein wird genutzt, umdas CO 2 zunächst in einem ersten Reaktor aus dem Abgasstrom des Kraftwerks zu binden. Ineinem zweiten wird das reine Kohlendioxid wieder freigesetzt und kann anschließend weiterverarbeitet oder gespeichert werden. Inder Versuchsanlage konnte das CCL über 90 Prozent des Kohlendioxids abscheiden. Gleichzeitig wurden die dazu bisher nötige Energie sowie die Kosten nur auf weniger als die Hälfte reduziert. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch bestehende Kraftwerke mit dem Verfahren nachgerüstet werden können. Die Versuchsanlage hat eine Leistung von einem Megawatt. Im Forschungsprojekt „SCARLET“ (Scale-up ofCalcium Carbonate Looping Technology for Efficient CO 2 Capture from Power and Industrial Plants) geht esnun darum, bis zum Jahr 2017 das Verfahren für den Einsatz ineiner 20-MW-Anlage vorzubereiten. Dazu sollen Informationen und Werkzeuge für das Skalieren und das Auslegen auf Grundlage der experimentellen Daten aus der Anlage entwickelt werden. Die Ergebnisse werden dann bei der Planung, Kostenschätzung und Risikobewertung einer 20-MW-Pilotanlage am Kraftwerk Emile Huchet im französischen Saint-Avold Anwendung finden. Darüber hinaus werden die technisch-ökonomischen und ökologischen Auswirkungen der kommerziellen Anwendung des Verfahrens auf bestehende Kraftwerke sowie die Zement -und Stahlindustrie untersucht. Nach dem erfolgreichen Abschluss wird die Umsetzung der großtechnischen Demonstrationsanlage im 20-MW-Maßstab angestrebt. Nach Bewährung in der 20-MW-Anlage wäre die Technologie dann bereit für die Installation in Kraftwerks- und Industrieanlagen kommerzieller Größenordnung. Das Projekt hat ein Gesamtbudget von über 7Millionen Euro und wird von der EUgefördert. www.tu-darmstadt.de UmweltMagazin Oktober -November 2014 33

Ausgabenübersicht