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10/11 | 2014

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TECHNIK UND MANAGEMENT

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Ein neues, ineine pneumatische Förderanlage integriertes System nutzt unterschiedliche Fluggeschwindigkeiten, um Wert- und Störstoffe zu trennen. Die Trennschärfe kann dabei sehr eng gewählt werden –wenn auch die Gewichtsverteilung der Störstoffe dicht beieinander liegt. Hauptzielgruppe des einfachen, aber effektiven Verfahrens sind Kunststoff-Recyclinganlagen. Beim Recycling von PET-Flaschen kommt es immer wieder zu Störungen durch Fremdkörper, die in den Ballen enthalten sind. Wertstoffe fördern, Störstoffeabscheiden Karlheinz Herbold Weil Störstoffe zusammen mit dem Aufgabegut in die Verarbeitungsmaschinen gelangen, kommt es in Kunststoff-Recyclinganlagen immer wieder zuMaschinenschäden. In einfachen Fällen ist die Folge „nur“ ein erhöhterVerschleißanden Mahlwerkzeugen. Massive Störstoffe hingegen können zu Schäden führen, die komplette Aufbereitungsmaschinen lahmlegen. Um dies zuvermeiden, gibt es mehrere Lösungsansätze, von denen jeder auch Nachteile aufweist. Beispielsweise finden induktive Metallausscheider nur Metalle – oft sind die Störstoffe aber nicht metallisch, wie Steine, Schuhe oder Holzstücke. Andere Abscheideverfahren sind oft sehr teuer und/oder benötigenvielPlatz. Produkt fliegt, Schwergut fällt Das Unternehmen Herbold Meckesheim hatals Alternativeeine preisgünstige,einfacheund effektiveLösung erarbeitet, die in eine pneumatische Förderanlage integriert ist. Hierbei wird in einer Steigleitung des Förderrohrs durch einen Ausschleus-Schacht das Schwergut abgetrennt und aus dem Produktstrom entfernt. Der Anwender genießt einen Doppelnutzen: Der Wertstoff wird transportiert, während die Störstoffe ausscheiden. Das dabei zugrunde liegende Prinzip ist die unterschiedliche Fluggeschwindigkeitvon Produkt und Schwergut. Ein Gebläse erzeugt im Förderrohr einen Luftstrom, in den über einen Injektor das zu trennende Materialgemisch zugeführt wird. Stoffe mit einer hohen Fluggeschwindigkeit im Förderrohr der pneumatischen Förderanlage, wie im konkreten Fall die Kunststoffe, werden im Luftstrom senkrecht nach oben gefördert, während Stoffe mit deutlich niedrigeren Fluggeschwindigkeiten, wie beispielsweise massiveStörstoffe,als Schwergutsepariert werden. Abschließend trennt ein Abscheidezyklon die Förderluft vom transportierten Produkt. Die Förderluft wird andie Umgebung oder aneinen Abluftfilter abgegeben und das Produkt der weiterenAufbereitung zugeführt. Pilotanwendung im PET-Recycling Die ersteAbscheideanlage dieses Typs verkaufte Herbold Meckesheim an eine große europäische PET-Flaschenrecyclinganlage. Hiertransportiert sie dieunzerkleinerten Flaschen frei vonStörstoffen zur nächsten Verfahrensstufe. Die Recyclinganlage istfür einenDurchsatz vonsechs bissieben Tonnenpro Stunde ausgelegt. Vordem Einsatz der neuen Störstoffabscheidung war sie aufgrund der vorhandenen sensorbasierten Negativ-Sortierung sehr anfällig für größere Störstoffe. Bei der sensorbasierten Negativ- Sortierung transportiert einschnelllaufendes Förderband das zusortierende Materialgemisch zu einer Detektionseinheit. Am Ende desFörderbandes tragen Druckluftdüsen oder Klappen die erkannten Störstoffe aus. Nicht erkannte oder beim Austragen nicht erfasste Störstoffe verbleiben im Produktstrom und gelangen somit in die nachfolgende Aufbereitungsstufe. Im konkreten Fall blieben massive Körper, wie zum BeispielSteine oderBe- 42 UmweltMagazin Oktober -November 2014

Bilder (3): Herbold Meckesheim Aufbau der pneumatischen Förderanlage mit integrierter Störstoffabscheidung Beispiele für durch das System ineiner PET-Flaschenrecyclinganlage ausgeschleuste Störstoffe tonstücke, imMaterialstrom. Auslöser fürdie Anschaffung derneuen Störstoffabscheidung war ein größerer Maschinenschaden und der daraus resultierende Anlagenstillstand. Geringer Platzbedarf In der Recyclinganlage hat die Störstoffabscheidung zwei Gurtförderer ersetzt. Sie wurde zwischen der sensorbasierten Sortierung und der nachfolgenden Zerkleinerungsstufe platziert. Ohne große Umbauten passte sie auf eine Grundflächevon etwa 5x1,5 mzuzüglich der Rohrleitungsführung und der Stellfläche für den Abscheidezyklon. Für das komplette System wurde eine Anschlussleistung von 37Kilowatt gewählt – verglichen mit der mechanischen Förderung ein Mehrbedarf, aber inRelation gesetzt zu den Reparatur- und Stillstandkosten, sollte sich diese Investition in kurzer Zeit amortisieren. Der Kunde zeigte sich jedenfalls schon nach den ersten Betriebstagen überrascht,welcheMengenanStörstoffen von der Neuanschaffung entfernt wurden. Die Störstoffabscheidung ist nicht nur für ganze Flaschen einsetzbar, es können auch dickwandige Teile in vorzerkleinertem Zustand von Störstoffen befreit werden. Gewichtsunterschied als Trennkriterium Generell trennt das System alles Schwereab, ob nun metallisch, mineralisch oder organisch. Die Grenze der Einsetzbarkeit wird dabei von der Trennaufgabe selbst sowie der Bandbreite an Störstoffen vorgegeben. Schließlich muss zujedem Zeitpunkt die Förderfähigkeitdes schwersten Guts gegeben sein. Jegrößer der Gewichtsunterschied zwischen Produkt und Störstoff ist, desto einfacher lässt sich dasSystemeinstellen. Prinzipiell kann die Trennschärfe dabei sehr eng gewählt werden –wenn auch die Gewichtsverteilung der Störstoffe dicht beieinander liegt. Sollte sich die Zusammensetzung der Inputmaterialien imLaufe der Zeit ändern, kann das System während des Betriebs auf verschiedene Materialarten hin optimiert werden. Karlheinz Herbold, Herbold Meckesheim GmbH, Meckesheim, karlheinz.herbold@herbold.com ® SARATECH Blücher Technologies INNOVATIVE FILTERTECHNOLOGIE Sphärische Hochleistungsadsorbenzien fürmaßgeschneiderte Filtrationslösungen AUFBEREITUNG VONWASSER Gewinnung von Reinstwasser Abbauvon Chlor TICs/TIMs · Spurenstoffentfernung FILTERSYSTEME StationäreTrinkwasseraufbereitungsanlagen Industrielle Filtrationsanlagen · Mobile, robuste Anlagenfür denEinsatz in Katastrophengebieten BesuchenSie uns auf der FILTECH StandC19 |Halle 11.1 www.bluecher.com UmweltMagazin Oktober -November 2014 43

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