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10/11 | 2014

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TECHNIK UND MANAGEMENT

TECHNIK UND MANAGEMENT Luft/Lärm Absaug- undFiltertechnik – wichtiger als mandenkt Arbeits- und Gesundheitsschutz in produzierenden Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Fertigungsprozesse werden immer komplizierter und die entstehenden Schadstoffe nicht nur kleiner sondern auch immer exotischer. Die Partikelgrößen entstehender Stäube und Rauche sind längst im Nanobereich angekommen und machen Absaug- und Filtertechnik zur Einhaltung des neuen Staubgrenzwertes unabdingbar. Stefan Meißner Die aus Fertigungsprozessen entstehenden Schadstoffe –gleich welcher Größe–haben stetsAuswirkungen auf Mensch, Maschine und Umwelt. DasführtzueinersteigendenNachfrage im Bereich der Absaug- und Filtertechnik, die nicht nur zuverlässig die Anlagen und die Gesundheit der Arbeitnehmer schützen soll, sondern auch den veränderten Prozessparametern Rechnung trägt. Mittlerweile decktdiese eine breite Palette an entstehenden luftgetragenenSchadstoffen ab. Dabei werden nahezu alle Verfahren bedient, die im produzierenden Gewerbe anzutreffensind. Über Verbindungs- und Trenntechniken, Oberflächenbearbeitungen wie Bohren, Sintern oder Fräsen, den Einsatz vonFlussmitteln bishin zu Produktionsverfahren wie 3D-Druck oder Rapid Prototyping mittels Lasern, Löten, Schweißen oder Kleben –all diese Prozesse generieren Schadstoffe, die teilweise drastische gesundheitliche Auswirkungen haben können. Gefahrstoffe am Beispiel Laserrauch Laser kommen in steigendem Maße bei der Bearbeitung von Metallen oder Kunststoffen zum Einsatz, etwa beim Bohren,Schweißen, Schneiden, Gravieren, Sintern und anderen. Bei der Metallbearbeitung beispielsweise werden Stäube frei, die unter anderem Schwermetalle enthalten können, welche sich unter Umständen im menschlichen Körper anreichern. Bei der Bearbeitung legierter Metalle werden dort enthaltene Teilsubstanzen wie etwa Nickel, Chrom oderKobalt frei.Organische Materialien werden pyrolysiert, wodurch ebenfalls hochgiftige Substanzen wie Dioxine oder Chlorwasserstoff entstehen können. Laserrauch beinhaltet zudem Feinstaub,der im schlimmstenFall zu Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen und zu einemerhöhten Krebsrisiko führen kann. Vonder Arbeitsqualität durch permanente Rauch- und Geruchsbelästigung abgesehen, können Maschinen durch Verschmutzungen und chemische Reaktionenihrer Produkte geschädigt werden. Gerade im Bereich feinmechanischer Arbeiten, bei denen die Präzision längst imMikrometer-Bereich angekommen ist, ist jede Art von Beeinflussung durch Partikel zu vermeiden. Techniken zur Einhaltung des neuen Staubgrenzwertes Wie im April dieses Jahr bekannt wurde, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) den neuen Allgemeinen Staubgrenzwert für granulare biobeständige Stäube der A-Fraktion (lungengängig/alveolar) auf 1,25 mg/m³ heruntergesetzt. Festgelegt wurde der neue Arbeitsplatzgrenzwertinder TRGS (Technische Regelfür Gefahrstoffe)900 bezogen auf eine mittlere Dichte von 2,5g/cm³. Für viele Unternehmen bedeutet das eine Revolutionierung ihrer Produktionsmittel, Anlagen und Räumlichkeiten, die erhebliche Investitionen mit sich bringen. Auch die Anforderungen an die notwendige Filtertechnik steigen durch die Halbierung des Reststaubs, denn die Abscheide- und somit Filterungsgrade müssen erhöht werden. Als bis dato gängige Lösung wurden H13-Filtermedien eingesetzt. Die neue Regelung erfordert, dass verstärkt H14-Filter verwendet werden müssen, 46 UmweltMagazin Oktober -November 2014

Bilder (2) und Grafik: ULT Absaugvorrichtung bei der Oberflächenbehandlung Kombinationsfilter in einem Absaug- und Filtersystem für Lötprozesse die in der Vergangenheitnur bei Sonderanwendungen zum Einsatz kamen. Denn oftmals ist nur durch die Erhöhung des Abscheidegrades die Einhaltung desGrenzwertes möglich. Was Absaug- und Filtertechnik leisten muss In erster Linie erwartet derAnwender voneinerAbsaug- und Filteranlage, dass diese verschiedene Anforderungen erfüllen sollte, um einen geringen Wartungsaufwand, gesundheitlichen Schutz und hohe Arbeitsqualität zu gewährleisten.Dazugehören: 7 die restlose Beseitigung sämtlicher anfallender Stäube, Rauche, Dämpfe, Gase oder Gerüche. 7 stufenweise Filterung: Einsatz von Vorfiltern für grobe Partikel (Sedimentationsstaub >10µm), um zu verhindern, dass die Feinstaubfilter (für Partikel

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