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10/11 | 2014

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BRANCHE Ein neues

BRANCHE Ein neues Messgerät bestimmt per Ultraschall den Füllstand von Abfallsammelcontainern. Über das Mobilfunknetz liefert es die Daten an das zuständige Entsorgungsunternehmen und erleichtert sodie Tourenplanung. DieSammelkapazitäten im Blick Per Mobilfunktechnologie wandern die gewonnenen Messdaten an das Entsorgungsunternehmen zur Logistikoptimierung. Das Unternehmen German EcoTec GmbH stattete im Juli und August dieses Jahres im Auftrag von kommunalen und privaten Entsorgern bundesweit knapp1000 Glas-, Papier-, Textilien- sowie Elektroschrottcontainer mit Füllstandmessgeräten aus. Auch Unterflursysteme, Standardbehälter von 4,5 Kubikmetern und 1100 l-Müllgroßbehälter wurden mit den etwa handtellergroßen Messsensoren ausgerüstet. Das System arbeitet mit Ultraschallwellen. Da beispielsweise Glas ein anderes Echo hervorruft, als Textilien, lässt sich das Gerät auf die jeweilige Fraktion einstellen. Messbar sind neben Glas undTextilienunter anderem Papier, Kartonage, Bauschutt, Granulate, Restmüll, Bioabfälle, E-Schrott, Salze und Flüssigkeiten. Robust und wartungsarm konstruiert Der Messsensor ist in einem Kunststoffgehäuse unter Vakuum wasserdicht verschweißt. Dadurch können Feuchtigkeit und Staub nicht eindringen. Die Elektronik ist vollständig in ein Silikonkissen eingebettet. Deshalb ist sie auch vor Kondenswasser und mechanischer Belastung zuverlässig geschützt. Eine besonders starke Batterie versorgt den Sensor mit Energie, nach Herstellerangabe hält sie mindestens zehn Jahre. Wenn die Batteriekraft nachlässt, wird der gesamte Sensor ausgewechselt. Ansonsten ist die Messeinrichtung wartungsfrei. Das System hält Temperaturen von -40 bis +80 °C aus. Es wird mit diebstahlsicheren Schrauben im Behälter montiert. Der Einbau erfolgt vor Ort und dauert fünf bis zehn Minuten. Bei der Neubestellung von Containern ist es sinnvoll, dieSensoren schon im Werk einzubauen und somit Kosten und Zeit zu sparen. Der neue Füllstandsensor kann in nahezu allen großen Abfallbehältertypen montiert werden. Datenübermittlung per GSM/GPRS Das Gerät sendet die Füllstandsdaten per GSM/GPRS- Technik in Echtzeit an die Rechner oder Smartphones von Servicemitarbeitern und Disponenten. Auf dieser Basis können Sammeltouren besser geplant werden. Laut German EcoTec lassen sich mit den gewonnenen Informationen die Logistikkosten um bis zu 40 Prozent senken, weil unnötige Anfahrten wegfallen. Das spart Kraft- und Betriebsmittel sowie Arbeitszeit. Auch Reinigungskosten, die möglicherweise durch überfüllte Behälter und die damit oft verbundenen „Beistellungen“ anfallen, lassen sich deutlich verringern. Das System misst nicht nur den aktuellenFüllstand, sondern liefertauch einProtokollüber die zurückliegende Behälternutzung: Wann,wound wievielentleertwurde, lässtsich über einen Zeitraum von mehreren Monaten nachvollziehen. Mit diesen Daten errechnet das System weitere voraussichtliche Sammeltermine. Abrechnung per monatlicher Gebühr Die Geräte werden von den Anwendern nicht gekauft. Vielmehr wird die Nutzung im Rahmen eines Pakets über eine monatliche Servicegebühr abgerechnet. Im Paket sind enthalten: Sensor, SIM-Karte, GSM-/ GPRS-Funkübertragung und die dafür anfallenden Gebühren, Software-Nutzung im Webportal, Auswertungen der ermittelten Daten, Tourenplanung, Sensorwechsel bei Batterieversagen, Hotline, Updates sowie Schnittstellen zu ERP-Systemen. In der Regelstarten dieKunden einunverbindliches Pilotprojekt über drei Monate und überzeugen sich von der Dienstleistung. www.german-ecotec.com Bilder (2): German EcoTec 60 UmweltMagazin Oktober -November 2014

BRANCHE Solar erwärmte Luft für Hallen Für die Beheizung einer neuerrichteten Logistikhalle nutzt ein Textilpflanzenhändler ein Heizsystem mit integrierter Solarluft-Anlage. In Kombination mit einer effizienten Brennwerttechnologie können so im Vergleich zu einer herkömmlichen Lösung die Energiekosten halbiert werden. Die Gasper GmbH aus Köln importiert Textilpflanzen und Seidenblumen aus Fernost. Die Standortvergrößerung der ThüringerNiederlassung des Unternehmens in Oberspier machte den Bau einer Logistikhalle notwendig. Hierbei haben dieReduzierung der Energiekosten und die Umweltverträglichkeit eine entscheidende Rolle gespielt. Ein Ansatzpunkt war die Hallenluftheizung. Die Verantwortlichen entschieden sich für ein mit Sonnenenergie unterstütztes System des unter anderem auf Hallenheiztechnik spezialisierten Anlagenbauers LK Metallwaren aus Schwabach. Dieser kombinierte sein Hallenheizungssystem Rheinland RBW mit Jumbosolar Luftkollektoren des Herstellers Grammer Solar aus Amberg. Auf dem Dach der neuen Logistikhalle wurden in vier je 20 m langen Reihen Solarluft-Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 80 m 2 montiert. Die thermische Nennleistung beträgt 53,5 kWp. Anlagenauslegung und solarer Ertrag Wärmepuffer unter dem Hallendach Bereits bei einer Solarstrahlung von etwa 250 Watt pro Quadratmeter erhitzen sich die Kollektoren so stark, dass die Luft inihrem Inneren wärmer ist, als die Hallenluft. Dann beginnt die Solaranlage zu arbeiten und bläst warme Luft unter die Hallendecke. Dort bildet sich ein „Wärmepuffer“. Die solar erwärmte Luft wird von hier bedarfsgerecht mit Hilfe von Deckenventilatoren oder über die Luftheizung in der Halle verteilt. Reichtdie solare Wärme nicht aus, schaltet sich automatisch die mit effizienter Brennwerttechnik betriebene Hallenheizung ein und erwärmt die Luft auf den gewünschten Sollwert. Das dezentrale LK-Warmluftsystem wurde speziell zur Beheizung von Hallen mit mehr als vier Metern Raumhöhe entwickelt. Solare Zusatzheizungen können je nach Kundenwunsch für eine größere oder geringere solare Deckung ausgelegt werden. Lange Betriebszeiten und damit eine hohe Wirtschaftlichkeit wird bei einer Auslegung auf etwa 15Prozent des Energiebedarfs erreicht. Dazu wird in Deutschland, abhängig von Temperaturniveau, Nutzungsprofil und Gebäudequalität, auf 50 m³ Hallenvolumen die Kollektorfläche eines effizienten Luftkollektors von etwa 1m² benötigt. Die Solarluft-Kollektoren auf dem Dach der neuen Logistikhalle haben eine Gesamtfläche von 80 m 2 . Prinzipielles Anlagenkonzept der solar unterstützten Hallenheizung Heizeinheiten mit Brennwerttechnik Die unter der Decke montierten, dezentralen Heizeinheiten saugen die aufsteigende Abwärme aus der Halle an, filtern sie und führen diegereinigteLuft an einer Edelstahl-Brennkammer vorbei, umdie Luft auf die gewünschte Raumtemperatur zu erwärmen. ImInneren der Wärmetauscher wird permanent eine turbulente Strömung der Abgase erzeugt und dadurch ein optimierter Wärmeaustausch gewährleistet. Nach Herstellerangabe hat das Gesamtkonzept einen SystemwirkungsgradimBereich von 100 Prozent, bezogen auf den Brennwert. Förderung und gesetzliche Vorgaben In Deutschland ist der Einsatz regenerativer Energiequellen zur Beheizung von Gebäuden auch imgewerblichen Bereich imErneuerbare-Energien- Wärme-Gesetz (EEWärmeG) vorgeschrieben. Diese Anforderung können die Betreiber in Hallengebäuden in der Regel besonders effektiv und kostengünstig mit einer Solarluftanlage erfüllen. Der Einsatz von Solartechnik wird staatlich gefördert. Bei größeren Objekten wie dem hier beschriebenen kommt zum Beispiel die Innovationsförderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Frage. Die Anlage inOberspier erhielt demnach pro Quadratmeter Kollektorfläche einen Zuschuss von 180 Euro. www.grammer-solar.de Bilder (2): Grammer Solar UmweltMagazin Oktober -November 2014 61

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