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10/11 | 2014

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NACHRICHTEN Bild:

NACHRICHTEN Bild: Fraunhofer ISE Die Solarstrahlung hat seit den 1980er Jahren zugenommen. Fraunhofer ISE PV-KraftwerkeproduzierenmehrStromals erwartet Photovoltaik-Kraftwerke (PV-Kraftwerke)inDeutschland sind wirtschaftlicher als angenommen. Die Erträge von PV-Anlagen in Deutschland fallen regelmäßig höher aus als erwartet. Eine Untersuchung des Fraunhofer ISE belegt, dass diese Mehrerträge auf einen steigenden Trend bei der Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind. Das aktuelle Strahlungsniveau inDeutschland liegt demnach deutlich über den Mittelwerten der letzten 30 Jahre. Da Ertragsprognosen bisher in der Regel diesen langjährigen Mittelwert verwenden, übertreffen die tatsächlichen Erträge von PV-Kraftwerken die Vorhersagen um etwa 5Prozent. Die PV-Kraftwerke sind damit wirtschaftlicher als angenommen. Umdiesem Effekt Rechnung zutragen, haben die Freiburger Forscher ihr Serviceangebot zur Qualitätssicherung von PV-Anlagen angepasst. Sie verwenden nun Solarstrahlungsdaten aus den vergangenen zehn Jahren als Basis für ihre Ertragsgutachten. Bislang gingen Experten davon aus, dass sich langjährige Mittelwerte aus der Vergangenheit nicht signifikant von der möglichen Einstrahlung in der Zukunft unterscheiden. Die Solarstrahlung unterliegt jedoch langfristigen Trends –dem „Global Dimming and Brightening“ –, die bewirken, dass sich die Strahlungsmittelwerte im Zeitverlauf verändern. Als Ursachen werden unter anderem zu- beziehungsweise abnehmende Luftverschmutzung und Aerosolgehalte inder Atmosphäre angesehen. Forscher des Fraunhofer ISE haben in Kooperation mit der ETH Zürich und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wissenschaftlich untersucht, wie hoch die Abweichungen zwischen historischen Mittelwerten und aktuellen Einstrahlungswerten ausfallen und welche Auswirkungen diese Abweichungen auf Ertragsprognosen von Solaranlagen haben. Das Team hat dazu langjährige Strahlungs-Messdaten –von 1951 bis 2010 –des DWD für ausgewählte Standorte in Deutschland analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass seit etwa Mitte der 1980er Jahre ein Anstieg der Solarstrahlung (Brightening) zubeobachten ist. Das derzeitige Strahlungsniveau liegt daher etwa 5Prozent über dem Mittelwert des Untersuchungszeitraums. Dieses Fazit nahmen die Forscher zum Anlass, Ertragsgutachten für Anlagen, die ein Monitoring des Fraunhofer ISE durchlaufen, zu analysieren. Danach zeigen sich Prognoseabweichungen zwischen bislang erstellten Ertragsgutachten und realen Einstrahlungs- und Ertragsmessungen in etwa gleicher Höhe. Um Investitionen in zukünftige Kraftwerksprojekte realistischer zu bewerten, haben sich die Spezialisten für die Qualitätssicherung von PV-Kraftwerken entschieden, ihre Ertragsgutachten auf einer veränderten Datenbasis zu erstellen. Sie verwenden jetzt aus Satellitendaten abgeleitete Zeitreihen der vergangenen abgeschlossenen zehn Jahre, die den Anstieg der Solarstrahlung entsprechend berücksichtigen. Unterschätzungen, die sich aus dem Anstieg der Solareinstrahlung ergeben, können soreduziert werden. www.ise.fraunhofer.de Veranstaltung Software für Arbeitsschutz und Umweltmanagement ImRahmen einer Roadshow präsentiert die Berliner EcoIntense GmbH vom 28. Oktober bis zum 18. November 2014 die Funktionen und Vorteile ihrer Online- Software EcoWebDesk direkt bei Kunden vor Ort inDeutschland, Österreich und der Schweiz. Anwender aus unterschiedlichen Industriebereichen schildern ihre individuellen Erfahrungen bei der Einführung und beim Einsatz der Software. Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Beauftragte für Umweltschutz und Gefahrstoffe können sich über die Grundfunktionen und Fachmodule für ihren Arbeitsbereich informieren. Durch Praxisvorträge werden mögliche Einsatzszenarien der Software vorgestellt. Als Abschluss finden Betriebsführungen bei den gastgebenden Kundenunternehmen statt. Für das Thema gesetzeskonforme Gefahrstofflagerung ist die Denios AGfachlicher und inhaltlicher Partner der Roadshow. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Die Termine in diesem Jahr sind: 7 28.10.: Wien/Österreich, Austrian Power Grid 7 5.11.: Zug/Schweiz, Siemens Building Technologies Division HQ, 7 11.11.: Heidelberg, Heidelberger Druckmaschinen und 7 18.11.: Nürnberg, Staedtler Mars. Detaillierte Informationen unter: www.ecointense.de. 6 UmweltMagazin Oktober -November 2014

Ausdem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Kartendienst zeigt internationale Abfallströme Deutschland ist ein bedeutendes Importland für Abfall. Die deutsche Abfalltechnik ist auf einem hohen Niveau, für manche Stoffe gibt eshier die besten Entsorgungsverfahren. Aber auch die geringere Auslastung einzelner Abfallverbrennungsanlagen sorgt dafür, dass Abfall importiert wird. Doch umwelche Mengen geht es und wo kommen sie her? Das zeigt ein neuer Kartendienst des Umweltbundesamtes (UBA). Interaktive Diagramme demonstrieren, welche Abfälle in Deutschland pro Kopf in einem Landkreis anfallen. Statistischer Spitzenreiter ist der Oberbergische Kreis inNordrhein-Westfalen mit rund 939 Kilogramm Abfall pro Kopf im Jahr 2012. Am wenigsten Müll machen die Bewohner im Landkreis Mittelsachsen –dort waren es 2012 nur 251 Kilogramm pro Kopf. Wichtige Einflussfaktoren auf die statistische Menge ist unter anderem die Gewerbestruktur: Kommunen, in denen es viele Gewerbebetriebe gibt, die ihren Müll mit dem Hausmüll entsorgen, schneiden daher oft inder Bilanz schlechter ab. Im Schnitt verursachen die Menschen in Deutschland rund 456 Kilogramm Abfall pro Kopf. Der neue Kartendienst des UBA visualisiert raumbezogene Daten des Umweltbundesamtes, des Statistischen Bundesamtes und der Länder zum Abfallaufkommen und zur Abfallverbringung von und nach Deutschland. Per Zoom lassen sich aus der Karte nationale und internationale Daten zu Abfallein- und ausfuhren ansehen. Mit Hilfe der Zeitreihen können die Daten verglichen werden; auch ein globaler Vergleich ist möglich. Bei den notifizierungspflichtigen Abfallein- und -ausfuhren kann man zum Beispiel sehen, dass diese überwiegend im gemeinsamen europäischen Markt stattfinden. So hat Deutschland im Jahr 2012 mehr als 81 000 Tonnen aus Schweden importiert. Außereuropäische Staaten spielen nur eine untergeordnete Rolle, beispielsweise wurden zu diesem Zeitraum in die Türkei 4430 Tonnen exportiert sowie aus den USA 7300 Tonnen und aus Brasilien 130 Tonnen importiert. www.uba.de Maßnahmenkatalog Vorsorgende Maßnahmen zum Schutz des Wassers Wasserversorger erbringen häufig vorsorgende Maßnahmen zum Schutz des Wassers und der Gesundheit. Diese Leistungen gehen zwar zum Teil über ihre eigentlichen Kernaufgaben hinaus, sind aber für Umwelt- und Gesundheitsschutz unverzichtbar. Um Branche, Behörden und Öffentlichkeit eine Orientierung über Umfang und Art dieser Leistungen zu geben, haben Bundesumweltministerium und Bundesgesundheitsministerium einen Katalog solcher Maßnahmen veröffentlicht. Die hier beschriebenen vorsorgenden Leistungen der Wasserversorgungsunternehmen sind nicht nur unter ökologischen und verbraucherorientierten Aspekten unverzichtbar. Auch aus volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten sind sie sinnvoll, da hierdurch Gewässerbelastungen und Kosten vermieden werden, die ansonsten von der Allgemeinheit oder anderen Trägern übernommen werden müssten. Ein Beispiel für solche Leistungen ist die Gewässerüberwachung, für die staatliche Stellen auf die umfangreichen Daten und Messnetze der Wasserversorger zurückgreifen können. Auch die Beratung und Unterstützung von Landwirten bei der Verringerung der Einträge von Nitrat, Pestiziden und mikrobiologischen Belastungen indie Gewässer ist ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Umweltbelastungen. Um diese vorsorgenden Leistungen nachhaltig erbringen zu können, brauchen die Wasserversorger aber die Gewissheit, dass entsprechende Maßnahmen im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsund Kostenprüfungen dem Grunde nach anerkannt wer- den, solange im Einzelfall kein eklatantes Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen besteht. Der veröffentlichte „Katalog vorsorgender Leistungen der Wasserversorger für den Gewässer- und Gesundheitsschutz“ schafft hierfür die Grundlage. www.bmub.bund.de/N51085 Bild: Dirk Maus/Pixelio UmweltMagazin Oktober -November 2014 7

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