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10-11 | 2016

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Special Ressourceneffizienz Mitarbeiter als Motoren für mehr Ressourceneffizienz Bild: Fotolia – raxpixel.com Mitarbeiter haben oft ein gutes Gespür dafür, wo in einem Unternehmen Kosten gespart werden könnten. Viele Verbesserungsvorschläge waren dem Management zuvor gar nicht bewusst, denn kaum jemand kennt die Abläufe so gut wie diejenigen, die tagtäglich damit zu tun haben. Für tief greifende Projekte wie die Steigerung der Ressourceneffizienz, die die Abläufe im Betrieb grundlegend verändern können, kommt der Belegschaft eine Schlüsselrolle zu. Dies liegt zum einen daran, dass die Beschäftigten aus ihrem Arbeitsalltag häufig Ideen zur Optimierung der Prozesse einbringen und die Verbesserungsmaßnahmen am Ende auch umsetzen. Da die Steigerung der Ressourceneffizienz alle Prozesse eines Unternehmens betreffen kann, ist der Hebel für mögliche Kostensenkungen entsprechend groß. Eine grundlegende Bedingung für den Erfolg eines Effizienzprojektes ist es, die Beschäftigten zur Teilhabe und Mitgestaltung zu animieren. Kommunikationsfluss sicherstellen Um die Mitarbeiter dazu zu motivieren, Ressourceneffizienzmaßnahmen durchzuführen, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. So haben sich beispielsweise die hinreichende Information aller Betroffenen, die Identifikation und Einbindung von Schlüsselpersonen sowie die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten als erfolgskritische Faktoren erwiesen [1]. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Mitarbeiter Veränderungen anfangs eher skeptisch gegenüber stehen. Grund dafür ist nicht selten, dass ihnen die übergeordneten Zusammenhänge nicht ausreichend klar sind, die der Antrieb für die Veränderungen sind. Das Gefühl, informiert und eingebunden zu werden und etwas Neues aktiv mitgestalten zu können, hilft dabei, dass die Beschäftigten sich mit dem Wandel identifizieren können. Betroffene werden so zu Beteiligten an den Veränderungen. Eine grundlegende Aufgabe, um Effizienzprojekte zum Erfolg zu führen ist, zu erfahren, welche Informationen notwendig sind, damit Mitarbeiter sich hinreichend informiert und eingebunden fühlen. Dies ist eine Bedingung dafür, dass sie Veränderungen mittragen und dadurch nicht demotiviert werden. Schlüsselpersonen einbinden Bereits bei zwei Dritteln der kleinen und mittleren Unternehmen ist Ressourceneffizienz inzwischen Teil der Unternehmensstrategie [2]. Steht das Thema einmal auf der Agenda, ist ein weiterer Schritt, die Schlüsselpersonen im Unternehmen für das Vorhaben zu gewinnen. Dies sind beispielsweise die Abteilungs- und Teamleiter oder die Betriebsräte sowie Personalvertretungen. Mittlerweile haben auch Gewerkschaften das Thema Ressourceneffizienz für sich entdeckt. Da im verarbeitenden Gewerbe die Materialkosten mit rund 40 Prozent im Vergleich zu Personalkosten mit etwa 20 Prozent den mit Abstand größten Kostenblock darstellen, ist Ressourceneffizienz ein wichtiges Mittel zur Arbeitsplatzsicherung. Der damit einhergehende positive Effekt auf die Umwelt ist ein Faktor, der sich wiederum positiv auf das Unternehmensimage auswirkt. Um sicherzustellen, dass Ressourceneffizienzmaßnahmen strukturiert und systematisch angegangen werden, sollten die Verantwortlichkeiten zu Beginn klar festgelegt werden. Ein Kompetenzvakuum verlangsamt den Prozess und führt zu Zuständigkeitsdiskussionen. Dies resultiert im ungünstigsten Fall in inkonsequentem Verhalten und in ei- 18 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Bereit für volle Power? nem Vertrauensverlust der Belegschaft in die Veränderungsfähigkeit ihres Unternehmens. Punktuelle Maßnahmen und immer neue Kostensenkungsprogramme anstelle von kreativen Lösungsideen demotivieren auf Dauer eher als dass sie langfristig nützen [3]. Möglichkeiten der Mitarbeitereinbindung Um die Schwarmintelligenz der Belegschaft für das Unternehmen zu nutzen, bieten sich unterschiedliche Wege des Ideenmanagements an. Einige Unternehmen haben klassische Briefkästen, andere separate Hotlines oder E-Mail- Adressen oder spezielle Bereiche im Intranet. Da die verständliche Verschriftlichung eigener Ideen nicht jedem leicht fällt, bieten sich hier Formulare an, um den mit einem Vorschlag verbundenen bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Je einfacher ein Feedbacksystem gestaltet ist, desto eher animiert es die Beschäftigten, sich zu beteiligen. Responsivität durch direktes Feedback an den Absender erhöht den Erfolg eines internen Vorschlagswesens. Wenn für alle sichtbar über den Status der durch Mitarbeiter angestoßenen Projekte informiert wird, zollt dies den Ideengebern auch öffentlich Anerkennung. Ein angemessenes Anreizsystem für Mitarbeiterinitiative spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, um die Beschäftigten dazu zu motivieren, ihre Ideen einzubringen. Finanzielle Aspekte, etwa in Form von Prämien oder Gehaltserhöhungen sind zwar Bedingungen für Motivation. Weiterentwicklung und Selbstbestimmung, immaterielle Vorteile haben sich allerdings als nachhaltiger erwiesen, um die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden [4]. Awards verleihen Anerkennung Viele Unternehmen haben Auszeichnungen eingeführt, um Verbesserungsvorschläge der Beschäftigten zu honorieren. Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG, ein Anbieter von Elektronikund Automationslösungen aus Blomberg, hat beispielsweise aufgrund von Optimierungsvorschlägen aus der Belegschaft die Spritzgussprozesse verbessert und die Kunststoffmühlen günstiger getaktet. Eine effizientere Druckluftzufuhr der Montagemaschinen geht ebenfalls auf die Mitarbeiterinitiative zurück. Die Best Practice-Beispiele werden jährlich mit Urkunden ausgezeichnet und in der Mitarbeiterzeitschrift vorgestellt. Auch die Dürr AG, ein weltweit tätiger Maschinen- und Anlagenbauer, prämiert die besten Ideen der Beschäftigten. Seit mehreren Jahren wird im Unternehmen der Heinz Dürr Innovation Award für besondere Teamleistungen in verschiedenen Kategorien vergeben: für die beste Innovations-Idee, das beste neue Produkt oder System, die beste Prozess-Optimierung sowie Lösungen von den Teams in den Emerging Markets. Umweltbewusstes Verhalten fördern Neben konkreten Verbesserungsvorschlägen der Belegschaft beeinflusst auch das alltägliche Verhalten der Mitarbeiter die Ressourceneffizienz eines Unternehmens. Sind die Beschäftigten auf Einsparpotenziale in diesem Bereich sensibilisiert, können sie auch im Berufsalltag verstärkt darauf achten. Auszubildende mit ihrem frischen Blick auf die Unternehmensabläufe haben sich hier oft als wichtige Impulsgeber erwiesen. Ebm-papst, ein Hersteller von Elektromotoren und Ventilatoren aus Baden Württemberg, schult seine Auszubildenden beispielsweise im Bereich der Energieeffizienz und schickt sie als Energiescouts durch das Unternehmen. Diese Aktion, ein Projekt der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz, macht sich bezahlt: Die Energiekosten haben sich seit dem Jahr 2010 durch viele kleine Verbesserungsmaßnahmen um rund 1 Mio. € reduziert. Bei der Blechwarenfabrik Limburg waren es ebenfalls die Auszubildenden, die herausfanden, dass sich die eingesetzten Arbeitshandschuhe ohne Qualitätsverlust bis zu sechs Mal waschen lassen. Dadurch spart das Unternehmen 80 % Mit EcoWebDesk stärken Sie Ihr Umweltmanagement. Die Profi-Software gibt Ihnen genau das Werkzeug an die Hand, das Sie für Ihren Fachbereich benötigen. Damit Sie alle Aufgaben erfolgreich und effektiv erledigen. Energieverbräuche analysieren Ressourcen und Abfälle verzeichnen Umweltprogramme umsetzen Risiken minimieren Produktvideos und Demo-Version unter: www.umweltmanagement-software.de UmweltMagazin Oktober - November 2016

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