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10-11 | 2016

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Special

Special Ressourceneffizienz Bild: VinylPlus Im Rahmen von VinylPlus beziehungsweise Vinyl2010 recyceltes PVC. verbessert. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei der Extrusion von Kunststofffensterprofilen und Rohren. Durch Optimierung von Produktionsanlagen und Querschnitttechnologien wie Kälte-, Wärme- oder Drucklufterzeugung können derzeit Energieeinsparungen von bis zu 30 % realisiert werden. Dies gilt auch für andere Prozesse und Produkte wie die Herstellung von Folien und Bodenbelägen. Das Nachhaltigkeitsprogramm VinylPlus Die europäische PVC-Branche unternimmt seit mehr als 20 Jahren große Anstrengungen, um diese Herausforderungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu meistern. So hat das Nachhaltigkeitsprogramm VinylPlus, an dem sich führende Unternehmen aus der PVC-Industrie aus 28 EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen und der Schweiz beteiligen, gemeinsam mit dem schwedischen Nachhaltigkeitsinstitut „The Natural Step“ eine bis zum Jahr 2020 gültige Selbstverpflichtung konzipiert. Zu den Zielen gehören unter anderem die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Verwendung von erneuerbaren Energien und Rohstoffen zur Herstellung von PVC-Produkten, die Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette voranzubringen sowie eine PVC-Recyclingmenge von 800 000 t/a bis 2020 zu erreichen. Mit 514 913 t registrierter Recyclingmenge in 2015 ist das Projekt auf einem guten Weg, das gesetzte Ziel bis zum Stichtag zu realisieren. PVC-Bauprodukte schneiden gut ab Der Bausektor zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Für den Bau von Gebäuden und Infrastrukturen werden insbesondere große Mengen an mineralischen Rohstoffen benötigt. Der wichtigste Kunststoff für die Bauindustrie ist PVC. Etwa 70 % der jährlichen Produktion gehen in langlebige Produkte für Bauanwendungen, insbesondere in Fensterrahmen, Rohre, Kabelisolierungen, Bodenbeläge, Dach- und Dichtungsbahnen. In aktuellen Öko-Profilen zur Herstellung von PVC werden deutliche Verbesserungen bei der Ressourcen- und Energieeffizienz festgestellt. So schneiden die Bauprodukte sowohl unter ökologischen als auch sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten gut ab. Entscheidend für diesen Erfolg sind die niedrigen Lebenswegkosten, die lange Lebensdauer und die gute Recyclingfähigkeit. Einsatz von Rezyklat schont Ressourcen Immer mehr Hersteller erkennen dieses Potenzial und setzen in ihren Produkten verstärkt Recycling-Material ein, ohne Einschränkungen in Bezug auf Qualität, Funktionalität oder Sicherheit in Kauf nehmen zu müssen. So weist der ökologische Fußabdruck von Mahlgut und Granulat beispielsweise aus Alt-Kunststofffenstern erhebliche Emissionsersparnisse gegenüber primär hergestelltem PVC auf. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Primär-PVC bei rund 2 000 kg CO 2 /t liegen. Aufgrund des geringen Verarbeitungsaufwandes verbrauchen PVC-Mahlgut und -Regranulat bei der Herstellung etwa 10 % Energie im Vergleich zur Primärproduktion; der CO 2 -Ausstoß sinkt entsprechend. Deutliches Einsparpotenzial Am Beispiel der InnovationCity Ruhr / Modellstadt Bottrop wird das Einsparpotenzial bei der energetischen Sanierung von Gebäuden deutlich: Ziel bis 2020 ist es, eine CO 2 -Minderung von 50 % zu erreichen. Laut der veröffentlichten Halbzeitbilanz des Jahres 2015 haben die Maßnahmen dazu geführt, dass die Sanierungsrate aller Wohngebäude im Pilotgebiet mit rund 70 000 Einwohnern bei über 15 % in fünf Jahren liegt. Der Bundesdurchschnitt beträgt knapp 1 %/a. Damit die Energiesparziele erreicht werden, ist neben den Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau insbesondere auch eine Förderung durch steuerliche Absetzbarkeit der Investitionen notwendig. Zudem sollten die Anstrengungen zum Energiesparen in Gebäuden auf ganz Europa ausgedehnt werden. Insbesondere das Kunststofffenster hat ein großes Potenzial zum Erreichen der gesetzten Ziele im Rahmen der Energiewende. Zusätzliche Funktionen wie intelligente Innenraumbelüftung durch im und am Fensterrahmen eingebaute Lüftungssysteme tragen dazu bei, das Raumklima zu verbessern, Schimmelbildung oder Energieverschwendung durch falsches Lüften zu vermeiden. Neue Beschaffungsrichtlinien Ein deutliches Einsparpotenzial gibt es auch bei anderen PVC-Produkten. So würde beispielsweise ein Verzicht auf PVC-Rohre im öffentlichen Kanalbau in zehn Jahren Mehrkosten von 625 Mio. € verursachen, ohne einen nachweisbaren Vorteil für die Umwelt zu bringen. In den 1980er und 1990er Jahren gab es Vorbehalte gegen den Einsatz des Kunststoffs. Heute ist das Material ein anderes Produkt als früher. Dies zeigt sich unter anderem in den angepassten Beschaffungsrichtlinien, die in immer mehr Städten und Gemeinden bereits geändert wurden. Thomas Hülsmann, Michael Friedrichs, AGPU e. V., Bonn, thomas.huelsmann@agpu.com, michael.friedrichs@agpu.com 24 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Ressourceneffizienz Special Klärschlamm-Eindickung mit OSE Dekantern Klärschlamm eindicken heißt, den Überschussschlamm aus den biologischen Stufen einer Kläranlage auf einen höheren Trockenstoffgehalt zu konzen - trieren. Dabei reduziert sich das Schlammvolumen deutlich, bevor der Schlamm in den Faulturm gepumpt wird. Somit verbessert sich die Ausnutzung des Faulturmvolumens. Zudem ergibt sich eine höhere Faulgasausbeute. Speziell für diesen Prozess sind die „Optimalen Schlamm Eindickungs“ (OSE) Dekanter der Flottweg SE aus Vilsbiburg konzipiert. In der Kläranlage Düren stehen drei OSE-Dekanterzentrifugen von Flottweg. Die maschinelle Schlammeindickung mittels Zentrifugen stellt eine wirtschaftliche Lösung dar, denn sie ermöglicht eine bessere Ausnutzung des Faulturmvolumens beziehungsweise eine Verlängerung der Faulzeit und eine höhere Gasausbeute. Ein optimierter Faulprozess hilft, Investitionen zu sparen und führt zu einer Verbesserung der Schlammqualität. Vorgaben Schlamm Betriebszeit Verbrauchseinzelkosten Finanzierung Ergebnis in Jahreskosten Kosten für Spülwasser Kosten für pFM-Wasser Kosten für pFM Kosten für Elektrizität Summe der variablen Kosten (Wasser, Elektrizität, pFM) Summe der Fixkosten ( = Finanzierung + Personal + …) Gesamtsumme der Jahreskosten Obwohl die Anschaffungskosten für Zentrifugen höher als für andere Eindickaggregate sind, können sich die Dekanter allgemein als wirtschaftlicher erweisen. Dies liegt hauptsächlich am geringeren Flockungsmittelverbrauchs. Neben den großen nutzen zunehmend auch mittlere und kleine Kläranlagen die Vorteile der OSE Dekanterzentrifugen. 40 m³/h mit 0,8 % TS 250 d/a, 12 h/d Wasser: 1,55 €/m³, Elektrizität: 0,13 €/kWh, pFM: 4,00 €/kgWS Annuitätendarlehen mit 6 % Zins, 15 Jahre Laufzeit, Restwert 0 OSE Dekanter 250 €/a 396 €/a 3 072 €/a 3 510 €/a 7 228 €/a 58 055 €/a 65 283 €/a Höhere Gasausbeute des Faulturms Im Abbauprozess einer Kläranlage fällt feiner Schlamm an. Um einen stabilen Abbauprozess in der biologischen Reinigungsstufe zu gewährleisten, muss dieser entnommen werden; in weiteren Schritten der Verarbeitung wird er als Überschussschlamm bezeichnet. Anschließend erfolgt die Eindickung. Dabei wird der Schlammanteil von 5 bis 10 g/l Trockenstoffgehalt auf 5 bis 8 % konzentriert, bevor er in den Faulturm gepumpt wird. Bandeindicker Dabei reduziert sich sein Volumen 1250 €/a 1860 €/a um 90 bis 95 %. In einem Faulturm 9 600 €/a entsteht 1755 €/a bei einem anae - roben Abbauprozess 14 465 €/a aus orga- nischer Masse Faulgas, größ- 52 656 €/a 67 121 €/a Tabelle 1: Return on Investment, Rechenbeispiel 1. UmweltMagazin Oktober - November 2016 25

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