Aufrufe
vor 2 Jahren

10-11 | 2016

  • Text
  • Unternehmen
  • November
  • Umweltmagazin
  • Oktober
  • Wasser
  • Ressourceneffizienz
  • Umwelt
  • Beispielsweise
  • Energie
  • Betrieb

Wasser Der ausgewählte

Wasser Der ausgewählte Standort des zukünftigen Demonstrationsfeldes für dezentrale und semizentrale Kläranlagen, einschließlich dem bereits vorhandenem Abwasserlabor. Bilder: Sachsen Wasser Die von der SaWa eingebrachten langjährigen Erfahrungen als Betriebsführer wasserwirtschaftlicher Anlagen prägen den praxisnahen Charakter der Projektarbeit. Die TSC profitiert von deren Kompetenzen in den Bereichen Unternehmensentwicklung, Anlagenbetrieb, Energiemanagement, Prozessoptimierung, Kundenmanagement, Personalentwicklung, PR, Organisation, Tarifmodelle, Investitionsplanung und Capacity Development. Weitsicht und Visionen Die TSC denkt darüber nach, ein zweites Demonstrationsfeld zu errichten und damit die Rolle einer Anlaufstelle für Nachbarländer zu übernehmen. Das Unternehmen bezieht Vertreter nationaler Consultingunternehmen in die laufende Projektaktivität mit ein. Damit dokumentiert es sein Engagement für eine nachhaltige Mitgestaltung anstehender Projekte zur abwasserwirtschaftlichen Erschließung ländlicher Gebiete für über hundert Gemeinden. Die Pläne der TSC gehen noch weiter. Neben dem Demonstrationsfeld sollen auf der 7 ha großen Fläche des Firmengeländes in den nächsten Jahren ein Forschungsgebäude, eine Fläche zur landwirtschaftlichen Wiederverwertung behandelten Abwassers sowie eine Wind- und Solarenergieanlage entstehen. Auch ist geplant, Technologien nach semizentralem Maßstab umzusetzen und die Abwasser- mit der Bewässerungsinfrastruktur zu verknüpfen. Die Integration von Wasser, Energie und Ernährung auf dem Gelände der Abwasserwerke lässt eine nachhaltige Vision der Geschäftsführung erkennen. Beate Rohde, Sachsen Wasser GmbH, Leipzig, beate.rohde@sachsenwasser.com Entwässerungskonzept für stark beanspruchte Verkehrsflächen Für die Nutzung durch einen Mode - handel wurde ein neues Logistik zentrum im Osten Münchens gebaut. Dabei setzten die Planer für die Verkehrs - flächen ein individuell angepasstes Entwässerungskonzept der Hauraton GmbH und Co. KG, Rastatt, ein. Die Herausforderung bei dem Projekt bestand darin, ein System zu finden, das einer hohen Belastung durch Lkw standhält und dabei für eine sichere Entwässerung der Oberfläche sorgt. Das in München ansässige Handelsunternehmen Schustermann & Borenstein GmbH hat das neue Logistikzentrum angemietet, um dort künftig verschiedene Firmenstandorte aus dem Gebiet der bayerischen Hauptstadt zu versammeln. Gebaut wurde auf einer 8,6 ha großen Brachfläche. Ein wichtiger Teil Der Entwässerungsstrang ist hoch belastbar. Schwerverkehr kann die Filtersubstratrinnen ohne Schwierigkeiten befahren. des Neubaus ist das Freigelände, auf dem täglich etwa 35 Lkw Waren an- und ausliefern. Zudem werden Container mit hohen Punktlasten verwendet. Diese hohe Verkehrsfrequenz stellt große Anforderungen an die Belastbarkeit des Entwässerungssystems. Ursprünglich gab es Überlegungen, das anfallende Niederschlagswasser über versickerungsfähiges Pflaster zu reinigen. 40 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Wasser Bilder: Hauraton Das Filtersubstrat wird in die eingebaute Entwässerungsrinne eingefüllt und anschließend auf einem vorgegebenen Höhenniveau glatt gezogen. Dabei wird das Drainagerohr am Rinnenboden gleichmäßig hoch überdeckt. Gehrungsschnitte werden im Werk nach Planerangaben vorgefertigt. Damit entfallen Anpassungsarbeiten an Rinnen und Abdeckungen auf der Baustelle und der Einbau kann zügig erfolgen. Diese Variante setzte sich allerdings weder aus technischer Sicht noch hinsichtlich des erforderlichen Wartungsaufwands bei den Projektbeteiligten durch. Daraufhin wurden verschiedene Systeme auf ihre Leistungsfähigkeit bezüglich dauerhafter Belastbarkeit, sicherer Entwässerung, qualitativ hochwertiger Wasserreinigung und Kapazitäten bei der Versickerung geprüft. Linienentwässerung und Wasserreinigung in einem System Ausgewählt wurde das Entwässerungskonzept von Hauraton mit Drainfix- Clean-Filtersubstrat-Rinnen und Drainfix-Bloc-Versickerungselementen. Das komplette System konnte die Anforderungen erfüllen: Rinnen und Abdeckungen sind belastbar bis Klasse F 900 und die Reinigung des Niederschlagswassers erfolgt direkt im Rinnenstrang, während es gesammelt und abgeleitet wird. Der vorhandene Retentionsraum in den Rinnenkörpern bietet Sicherheit bei Starkregenereignissen. Das gereinigte Oberflächenwasser wird unterirdisch gesammelt und nach und nach versickert. Außerdem ist die Wartung der Anlage verlässlich kalkulierbar und kann ohne großen Aufwand in langen Wartungsintervallen durchgeführt werden. Die Rinnen haben die Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik und sind Teil eines abgestimmten Komplett-Systems. Das vom Projektteam vorgelegte Entwässerungskonzept enthielt außerdem Ideen und Vorschläge zur Einsparung von Kosten sowie Bau- und Wartungszeit, um sowohl im Entstehungsprozess als auch beim späteren Betrieb der Anlage eine hohe Effizienz zu garantieren. So wird im Entwurf die Flächengeometrie genutzt, um Rinnenmeter in größerem Umfang einzusparen, ohne Leistungsfähigkeit zu verlieren. Darüber hinaus wurde die Linienentwässerung örtlich so geplant, dass sie hinsichtlich der Bauausführung in den am besten geeigneten Bereichen liegt. Für die Ausführungsplanung der beiden beauftragten Planer PGB Ingenieurgesellschaft mbH, Karlsruhe, und Schirmer- Partner Landschaftsarchitekten BDLA, Berlin, war die Unterstützung durch die Ingenieure von Hauraton bei der Entwässerungsplanung der Außenanlagen eine kompetente Hilfe. Feldversuche liefern wichtige Erkenntnisse Gleichzeitig standen die Ergebnisse langjähriger Feldversuche zur Reinigungsleistung der Filterrinnen aus einer Versuchsanlage zur Verfügung. Diese Anlage wird seit vielen Jahren von den Entwässerungsspezialisten unter Realbedingungen betrieben und liefert bis heute wichtige Erkenntnisse. Dabei werden wissenschaftliche Untersuchungen zur Reinigungsleistung der Drainfix-Clean- Rinnen und deren Verhalten bei einem hohen Verschmutzungsgrad unter verschiedenen Umweltbedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit unabhängigen Instituten und Hochschulen ausgewertet. Bei Projekten dieser Art ist die praxiserprobte Leistungsfähigkeit die Basis für ein solides Entwässerungskonzept. Die gesicherten Erkenntnisse aus den Feldversuchen sichern die Funktionstauglichkeit des Systems über einen langen Zeitraum und ermöglichen einen vorausschauenden, gut kalkulierbaren Anlagenbetrieb. Das gibt Bauherren, Behörden, Planern, Bauunternehmern und Betreibern Sicherheit. Für die Ausführung verantwortlich war die als Generalunternehmer beauftragte Arbeitsgemeinschaft Zentrallager SBF Poing bestehend aus den Firmen Peter Gross Bau Holding GmbH, St. Ingbert, und Max Bögl Bauservice GmbH und Co. KG, Sengenthal, unter der technischen Federführung von Peter Gross Bau. Für die Versickerung des gesammelten und gereinigten Oberflächenwassers wurde eine unterirdische Rigole unter der späteren Logistikfläche eingebaut. 200 Drainfix-Bloc-Elemente schaffen ausreichend Speichervolumen, damit das Wasser nach und nach versickern kann. Die Sickerbloc-Elemente aus hochbelastbarem Kunststoff sind für Verkehrslasten bis einschließlich SLW 60 zugelassen und einsetzbar. Die Planer legten den Unterbau des Rinnenstrangs für die gewünschte Belastungsklasse aus. Die Rinnenstränge wurden am Stück versetzt und die Rohranschlüsse zur Ableitung des gereinigten Wassers an die Versickerungsrigole angeschlossen. Sobald die ummantelten Filterrohre und Schottwände eingelegt waren, füllten die Arbeiter das Filtersubstrat ein. Um dieses gleichmäßig auf der vorgesehenen Füllhöhe in den Rinnenstrang einzubringen, verteilten sie das Substrat mit einer Abzieh-Hilfe. Nach dem Einlegen der Abdeckungen war das Rinnensystem fertig installiert. Insgesamt kamen auf der Freifläche knapp 400 m Drainfix-Clean-Rinnen zum Einsatz. Petra Pahl, Hauraton GmbH & Co. KG, Rastatt, petra.pahl@hauraton.com UmweltMagazin Oktober - November 2016 41

Ausgabenübersicht