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10-11 | 2016

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Organschaften

Organschaften vermittelte Inhalt in den Tätigkeitsbereich der bestehenden oder geplanten Bekanntgabe fällt. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird eine frühzeitige Anmeldung, spätestens jedoch bis zum 22. November 2016, empfohlen. Das „Forum Emissionsüberwachung“ wird in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, Kassel, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Recklinghausen, dem Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Halle, der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe, und dem Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, durchgeführt. Weitere Informationen sind unter www.vdi.de/ergebnisqualitaet2016 abrufbar. Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dirk Franz Franzen Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-415 Fax: 0211/6214-177 geu@vdi.de www.vdi.de/geu VDI 2343 „Recycling elektrischer und elektronischer Geräte“ 20 Jahre Richtlinienarbeit Der Richtlinienausschuss VDI 2343 „Recycling elektrischer und elektronischer Geräte“ wurde im Jahr 1996 von Dr. Ralf Brüning initiiert. Das Ziel war und ist es, praxistaugliche und rechtskonforme Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um die betroffenen Kreise in ihrer Arbeit zu unterstützen. In der Anfangszeit galt es insbesondere, Standards für die Entsorgung von elektrischen und elektronischen Geräten zu schaffen, da es noch an gesetzlichen Regelungen fehlte. Entlang der logistischen Abfolge wurde die Richtlinie zunächst in vier Teilaspekte gegliedert, zu denen jeweils getrennte Blätter erschienen sind: 7 Blatt 1: Stand der Gesetzgebung, Grundlagen und Übersicht, 7 Blatt 2: Externe und interne Logistik, 7 Blatt 3: Demontage und Aufbereitung sowie 7 Blatt 4: Vermarktung. Bild: Dr.-Ing. Ralf Brüning, Brake Zu diesen vier Aspekten kam die Produktgestaltung hinzu. Dieses Blatt wurde allerdings vor der Veröffentlichung in die VDI 2243 integriert, um Dopplungen zu vermeiden. Im Laufe der weiteren Bearbeitung stellten die Verantwortlichen fest, dass die Zielrichtung des Blatts „Demontage und Aufbereitung“ nicht konform mit den ersten Entwürfen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) war und inhaltlicher Ergänzungen bedurfte. Deshalb wurde das Blatt in „Demontage“ und „Aufbereitung“ geteilt, und „Verwertung“ hinzugefügt. In „Vermarktung“ wurde ursprünglich sowohl die Vermarktung von Fraktionen als auch von Geräten, Komponenten und Bauteilen betrachtet. Da die Betrachtungsweisen dieser beiden Ansätze sehr weit auseinanderliegen und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, wurde das Blatt ebenfalls aufgeteilt. Das aktuelle, das zurzeit überarbeitet wird, behandelt jetzt nur noch die Vermarktung von Fraktionen. Ganze Geräte oder ihre Bauteile und Komponenten werden in „Re-use“ thematisiert. 2012 wurde die Arbeit von Dr. Ralf Brüning mit der Verleihung der VDI-Ehrenplakette gewürdigt. Der Richtlinienausschuss VDI 2343 hat sich von einer Arbeitsgruppe mit unter 20 Mitgliedern beständig weiterentwickelt und ist auf aktuell über 120 Experten angewachsen. Diese vertreten alle betroffenen Kreise wie Entsorgungsbetriebe, Behörden, öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Hersteller, Wiederverwendungsbetriebe, Logistik- und Beratungsunternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Verbände, Rechtsanwälte sowie Universitäten. Auch in Zukunft wird es viel zu tun geben. Beispielsweise wird die Konformität mit neuen normativen Regelungen zu prüfen sein. Im Oktober wurde das novellierte ElektroG 2 verabschiedet. Dieses erhält Ermächtigungsparagraphen, so dass in den nächsten Jahren mit Verordnungen zur Behandlung und zur Wiederverwendung von elektrischen und elektronischen Geräten zu rechnen ist. Aufgrund dieser Neuregelungen wird eine weitere Überarbeitung einiger Blätter notwendig. Bedingt durch den technischen Wandel und gesetzliche Neuregelungen rücken weitere Gerätekategorien, -arten und -typen sowie ihre Behandlungsarten in den Fokus der Recyclingwirtschaft, etwa Flachbildschirme und Fotovoltaikmodule. Diesen wird sich der Ausschuss bei zukünftigen Überarbeitungen verstärkt widmen. Darüber hinaus wird derzeit diskutiert, ob aufgrund der immer komplexer werdenden Thematik weitere Unterausschüsse gebildet werden sollten. Gegenwärtig besteht noch die Möglichkeit, an dieser Richtlinie mitzuarbeiten und sie aktiv mitzugestalten. 50 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Organschaften ISO/TC 207 – neue Aufgaben Das Technische Komitee ISO/TC 207 trifft sich jährlich zur Weiterentwicklung der Umwelt - normenreihe ISO 14000ff. Ziel ist es, zukünftige Anforderungen verschiedener Normen inter - national zu diskutieren und fortzuschreiben. Der Beitrag reflektiert den Stand der inter - nationalen Umweltquerschnittnormung Vom 25. August bis zum 3. September dieses Jahres reisten rund 250 Delegierte, Experten, Vertreter von Liaison- Organisationen und Beobachter aus rund 40 Ländern zur 23. ISO/TC 207 Plenarsitzung ins südkoreanische Seoul. Die neunköpfige deutsche Delegation vertrat die nationalen Interessen in den Sitzungen der Unterausschüsse (SC) und Arbeitsgruppen (WG). SC1 – Umweltmanagementsysteme Ergänzend zur ISO 14001:2015 „Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ ist auch die ISO 14004:2016 „Umweltmanagementsysteme – Allgemeine Leitlinien zur Verwirklichung“ im August dieses Jahres veröffentlicht worden. Für die Umstellung von ISO 14001:2004 auf ISO 14001:2015 wurde vom International Accreditation Forum für bereits zertifizierte Organisationen ein Übergangszeitraum von drei Jahren festgelegt. Dies heißt, dass alle Zertifikate nach ISO 14001:2004 ab dem 15. September 2018 ungültig sind. Zertifizierungen auf Basis der alten Norm sind demnach aus ökonomischen Gründen nur noch bis März nächsten Jahres sinnvoll. Der Erfolg der ISO 14001 zeigt sich dadurch, dass weltweit mittlerweile rund 300 000 Organisationen zertifiziert wurden, davon 120 000 in Europa. Dazu gehören kleine und mittlere Unternehmen, aber auch große Konzerne, Behörden oder öffentliche Einrichtungen, die sich ihr Umweltmanagementsystem zertifizieren ließen. Allein in Deutschland wuchs die Zahl mittlerweile auf knapp 8 000 Organisationen. Um die Einführung von Umweltmanagementsystemen vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu fördern, wurde die Norm ISO 14005 auf den Weg gebracht und im Jahr 2010 veröffentlicht. Sie stellt eine Anleitung für die phasenweise Einführung dar. 2015 wurde der systematische Überprüfungsprozess eingeleitet und darauf folgend die Revision der Norm beschlossen. Deutschland hat den Vorsitz für die Überarbeitung der ISO 14005 übernommen und richtete auf dem diesjährigen Treffen einen Workshop aus. Das Ziel war den Anpassungsbedarf und mögliche Inhalte zu konkretisieren. Die Norm soll künftig flexibler und einfacher anwendbar sein sowie einen Ansatz zur Einführung von Umweltmanagementsystemen bereitstellen, der die Verknüpfung von Umweltmanagement und dem Kerngeschäft befördert. Die Überarbeitung beginnt mit dem ersten Arbeitsgruppentreffen im November 2016 und soll bis Herbst 2018 abgeschlossen sein. Mit der Entwicklung der Normen ISO 14007 und ISO 14008 erschließt die internationale Normung das neue Themenfeld der monetären Bewertung von Umweltaspekten und -auswirkungen. Der Normungsbedarf wird begründet durch die vermehrte Nutzung monetärer Bewertungen für Umweltwirkungen, um diese systematisch und verständlich in unternehmerischen und politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Arbeiten zur Norm ISO 14008 haben Anfang 2016 begonnen. In Seoul traf sich die Arbeitsgruppe unter schwedischer Leitung bereits zum dritten Mal und hat das Dokument bis zum Komi- Tagungsort Sheraton Grande Walkerhill in Seoul / Südkorea. teeentwurf vorangebracht. Die Norm wird zum Beispiel mit Methoden und Verfahren zur Anwendung kommen, wenn Emissionen oder Rohstoffen, die zu einer Umweltwirkung beitragen, ein monetärer Wert zugewiesen werden soll. Dabei ist die Nachvollziehbarkeit der Hintergrundinformationen zu jedem monetären Wert sicherzustellen. Ziel der unter britischer Leitung zu erarbeitenden ISO 14007 ist es, Organisationen eine Anleitung zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe sie Kosten und Nutzen quantifizieren können, die mit ihren Umweltaspekten verbunden sind. Die Norm soll damit die Schnittstelle zwischen einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 und der ISO 14008 bilden. Neben der Erfassung interner Umweltschutzausgaben spielt auch die Bestimmung externer Umweltkosten eine Rolle. Gemeint sind umweltbezogene Kosten, die durch die Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen einer Organisation entstehen, aber nicht durch die Organisation selbst, sondern von Dritten getragen werden. Ein Beispiel ist die Einleitung von Schadstoffen in einen Fluss, wodurch UmweltMagazin Oktober - November 2016 51

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