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10-11 | 2016

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Organschaften Kontakt

Organschaften Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de ist damit zu rechnen, dass die ISO 14026 Ende 2017 oder Anfang 2018 veröffentlicht wird. Einige Teilnehmer der deutschen Delegation in Seoul / Südkorea (v.l.n.r.): C. Töpfer, Dr. J. Nibbe, B. Schwager, M. Prox, R. Hager, V. Gehr und Dr. P. Saling. den Wassernutzern flussabwärts höhere Kosten zur Aufbereitung entstehen. Darüber hinaus wird die Norm einen Fokus auf die Kommunikation der Ergebnisse solcher Kosten-Nutzen-Analysen legen. SC2 – Umweltauditierung Der Unterausschuss befasst sich mit Normung zum Thema Umweltaudit und Umweltprüfung. Auf der diesjährigen Sitzung begannen die Arbeiten zur ISO 14016. Mit dieser soll eine Anleitung zur Verifizierung und Validierung von Umweltberichten erarbeitet werden. Ziel ist es, die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit von Umweltinformationen zu erhöhen. Als Ausgangsbasis zur Entwicklung der Norm dient die ISO 14064–3:2012 zur Verifizierung und Validierung von Erklärungen über Treibhausgase. Zudem werden Prinzipien und Inhalte bestehender Assurance-Standards für Wirtschaftsprüfer zur Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten sowie der europäischen EMAS-Verordnung in die Entwicklung der Norm eingehen. SC3 – Umweltkennzeichnung Der Unterausschuss arbeitete an Themen für die ISO 14020er-Reihe zu Umweltkennzeichnungen, -labels und -deklarationen von Produkten. Sie wird um die technische Spezifikation ISO/ TS 14027 zu Produktkategorie-Regeln ergänzt. Die zehnjährige praktische Anwendung der Regeln bei der ISO 14025 und auch in anderen Standards zeigte, dass die bisherigen Anforderungen nicht ausreichen. Der eingeräumte Spielraum führte dazu, dass die Qualität der Produktkategorie-Regeln zu unterschiedlich ausfällt. In Seoul konnten die Arbeiten zu ISO/TS 14027 im Rahmen des dreitägigen Arbeitsgruppentreffens abgeschlossen werden. Die WG stimmte der Veröffentlichung nach Einarbeitung der Verbesserungen zu. Die Norm legt damit ein effizientes und konsistentes Verfahren zur Entwicklung von Produktkategorie-Regeln mit adäquater Qualität fest. Die Veröffentlichung des neuen Standards ist für Anfang nächsten Jahres zu erwarten. Weiteren Zuwachs erhält die 14020er- Normenreihe in Form der ISO 14026 über die Kommunikation von Umwelt- Fußabdrücken. In den Unterausschüssen SC5 und SC7 sind Normen zur Quantifizierung von Wasser- und CO 2 -Fußabdrücken erarbeitet worden oder aktuell wieder in Bearbeitung. Das Dokument hat sich gut weiterentwickelt und wird demzufolge nach dem Treffen in Seoul als Draft International Standard in die internationale Abstimmung und Kommentierung gegeben. Es SC5 – Ökobilanzen Das SC5 bearbeitet alle Normen, die eine Lebenszyklusperspektive einnehmen. Die ISO 14040 und ISO 14044 wurden international bestätigt und können damit weiterhin uneingeschränkt genutzt werden. Sie stellen die Basisnormen für die Ökobilanzierung dar. Dies gilt auch für Normen, die sich beispielsweise mit CO 2 - oder Wasser-Fußabdrücken beschäftigen. Zu diesem Thema wurde im SC5 ein normativer Anhang unter französischer Leitung erarbeitet, der festlegt, wie Fußabdrücke erarbeitet und dokumentiert werden müssen, damit sie der ISO 14044 entsprechen. Der neue Anhang dient auch als Brücke zur Kommunikation von Fußabdrücken, wie er in Normen des SC3 erarbeitet wird. Er wird zur internationalen Abstimmung gestellt und nach Einarbeitung entsprechender Kommentare als separates Dokument veröffentlicht. Derzeit gibt es im SC5 keine neuen Normungsvorhaben, allerdings ist das nationale Spiegelgremium dazu aufgerufen, konkrete Vorschläge für Normungsthemen zu erarbeiten und bis Ende dieses Jahres einzureichen. Dies kann auch in Form weiterer normativer Anhänge zur ISO 14044 erfolgen, die dazu dienen, die Norm noch praxisgerechter zu gestalten. Über die konkret anzugehenden Vorhaben wird im kommenden Jahr beraten werden. Zur Abstimmung wird auch die ISO/TR 14073 gestellt und anschließend nach entsprechendem Votum veröffentlicht. Bekannt gegeben wurde in Seoul auch der Wechsel in der Leitung des SC5, der zum 1. Januar 2017 ansteht. Prof. Dr. Matthias Finkbeiner von der TU Berlin übergibt die Leitung an Dr. Peter Saling, der als Direktor Nachhaltigkeitsmethodik bei BASF über 20 Jahre Erfahrung in 52 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Organschaften Übergangszeitraum der ISO 14001. Normung und Praxis mitbringt. Vertreter von ISO-Spiegelgremien aus mehr als 60 Ländern hatten sich im Vorfeld für seine Ernennung ausgesprochen. Bilder: VBU Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de SC7 – Treibhausgasemissionen managen Seit dem letzten Jahrestreffen des ISO/ TC 207 nimmt die Anpassung an die Folgen des Klimawandels einen wachsenden Stellenwert ein. Ein wichtiges Thema – und dies insbesondere aus der deutschen Perspektive – war die Diskussion über einen neuen internationalen Standard zum Handlungsfeld des Klimafolgenmanagements. Dieser Vorschlag wird derzeit von deutscher Seite erarbeitet. Konkret geht es um Leitlinien zur Bewertung der Verwundbarkeit von Organisationen gegenüber den Folgen des Klimawandels. Die konzeptionellen Vorarbeiten für diesen Standard wurden vom DIN-Normenausschuss „Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ geleistet. Es handelt sich dabei um ein noch junges deutsches Normungsgremium, das im Februar dieses Jahres in Berlin im DIN e. V. gegründet wurde. Zwei deutsche Experten konnten die Gelegenheit nutzen, um die Normungsinitiative erstmals einem Publikum von Delegierten aus über 30 Ländern zu präsentieren. In Seoul wurde das Für und Wider des deutschen Vorschlags zum „Vulnerability Assessment“ diskutiert. Fazit war, dass die Erarbeitung des vorgestellten Vorschlags als ein zielführendes Managementinstrument für Organisationen zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels auch auf internationalen Ebene breit unterstützt wird. Ausdrücklich wurden die Bestrebungen Deutschlands, die Federführung bei der inhaltlichen Ausarbeitung des geplanten Standards sowie die internationalen Koordinierungstätigkeiten durch die Einrichtung eines entsprechenden Sekretariats beim DIN e. V. zu übernehmen, begrüßt. Zu dieser Einschätzung hat nicht zuletzt die Tatsache beigetragen, dass in Deutschland viel Kompetenz auf dem Gebiet der Konzipierung und Durchführung von Betroffenheitsanalysen im Kontext der Anpassung an den Klimawandel vorliegt. So wurde die inhaltliche Ausgestaltung des in Seoul präsentierten Neuvorschlags mit maßgeblicher Unterstützung durch das Umweltbundesamt durchgeführt. Zur Quantifizierung und zur Kommunikation von CO 2 -Fußabdrücken von Produkten und Dienstleistungen besteht derzeit die ISO/TS 14067:2013. Technische Spezifikationen werden nach einer Laufzeit von drei Jahren zentral und automatisch von ISO gestartet und für eine systematische Überprüfung herangezogen. Das heißt, sie können einmal bestätigt, in eine ordentliche Norm überführt oder auch zurückgezogen werden. Die Umfrageergebnisse aus den einzelnen Ländern haben ein eindeutiges Votum für eine Überführung in die Norm ISO 14067 ergeben. Allerdings wurde das Kapitel Kommunikation aus der zukünftigen Norm herausgelöst, da die Kommunikation von allen Umwelt-Fußabdrücken zentral in der ISO 14026 behandelt wird. Das Herauslösen der Kommunikation aus der ISO 14067 – also die Beschränkung auf die Quantifizierung von CO 2 -Fußabdrücken von Produkten – sollte den Prozess der Normung deutlich vereinfachen, da dies bisher ein Erschwernis war. Letzteres führe dazu, dass zunächst nur eine Technische Spezifikation aufgestellt werden konnte. Dennoch sind zur Plenarsitzung in Seoul über 300 Kommentare eingegangen, die alle in knapp fünf Tagen innerhalb der WG diskutiert wurden. Die bisher erzielten Kompromisse stimmen positiv, so dass mit der ISO 14067 ein Standard innerhalb des festgelegten Normungszeitrahmens gestaltet werden kann. Materialflusskostenrechnung Aufbauend auf der bereits in 2012 veröffentlichten Materialflusskostenrechnungsnorm ISO 14051 hat die internationale Arbeitsgruppe die Tätigkeit an der Norm ISO 14052 abgeschlossen. Sie soll eine Anleitung und Hilfestellung für die Anwendung der Materialflusskostenrechnung in der Lieferkette geben, da die Erfahrungen mit ISO 14051 gezeigt haben, dass viele Materialeffizienzpotenziale nur durch die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette gehoben werden können. Somit konnte das 2014 gestartete Normungsprojekt unter japanischer und brasilianischer Leitung im geplanten Zeitrahmen vollendet werden, so dass die Veröffentlichung bis Anfang nächsten Jahres erfolgen kann. Wichtige Inhalte des neuen Standards sind aus Sicht des Deutschen Spiegelgremiums die Hinweise sowohl zum Austausch von Informationen zu Kosten, Material- und Energiemengen als auch zu Umweltwirkungen entlang der Lieferkette. Zudem können kooperierende Unternehmen zu Projektbeginn sicherstellen, dass alle Partner gleichermaßen von den Einsparungen profitieren, unabhängig davon, in welchem konkreten Prozessschritt diese identifiziert und umgesetzt werden. UmweltMagazin Oktober - November 2016 53

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