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10-11 | 2016

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Medienpartnerschaft ISO

Medienpartnerschaft ISO 14004 – der Leitfaden zum Umweltmanagementsystem Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Zunehmend werden Unternehmen damit konfrontiert, sich mit den Umweltauswirkungen und -aspekten ihrer Prozesse, Produkte und Dienstleistungen zu befassen. Eine entscheidende Orientierungshilfe gibt die im März dieses Jahres veröffentlichte Revision der ISO 14004 und folgt damit der revidierten ISO 14001. Der kürzlich erschienene Leitfaden zur Richtlinie soll bei der Interpretation dieser helfen. Im August dieses Jahres ist der deutsche Leitfaden „Umweltmanagementsysteme – Allgemeine Leitlinien zur Verwirklichung (ISO 14004:2016)“ zur Umsetzung von ISO 14001:2015 erschienen. Dieser enthält einige Erläuterungen, die über den erklärenden Anhang der Anforderungsnorm ISO 14001 hinausgehen. Bild: birgitH/ pixelio.de Kontext der Organisation So wird der Kontext der Organisation mit vielen Beispielen beschrieben, die einen Einfluss auf das Umweltmanagementsystem haben. Relevant kann sein, wenn Themen Probleme oder entscheidende Trends darstellen oder auch günstige Auswirkungen auf die Organisation oder den Kunden haben. Konkret genannte externe Themen sind – in Auszügen – Lieferkettenmanagement, Verfügbarkeit von natürlichen Ressourcen, Infrastruktur und Betriebsmitteln, anerkanntes Finanzsystem, Korruption, kulturelle Güter und Gesetzesrahmen. Interne Themen umfassen unter anderm Führungsstrukturen, Beziehung zum Mutterunternehmen, Strategien und vertragliche Bindungen. Als dritter Aspekt sollen Umweltzustände einschließlich Umweltereignisse berücksichtigt werden. Dazu gehören klimatische Veränderungen, die die Wetterlage beeinflussen, als auch Unwetter mit Einflusspotenzial auf umweltrelevante Tätigkeiten wie das Lagern von gefährlichen Stoffen. Führung und Verpflichtung Der aktuelle Leitfaden ISO 14004 konkretisiert auch die besonderen Verantwortlichkeiten, die an die oberste Leitung gestellt werden. Praktische Hilfe bietet er zur Integration des Umweltmanagementsystems in Geschäftsprozesse. Integration bringt Vorteile, wenn Umweltaspekte mit Innovation oder Wettbewerbsfähigkeit verknüpft werden. Weiterhin gehört dazu, dass die Unternehmenspolitik Aussagen zur Umweltposition trifft. Solche über die Umweltleistung werden heute im Rahmen von Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung gefordert. Umweltleistungskennzahlen können Geschäftsprozessen zugeordnet werden – dann kennt man auch gleich die Stellschrauben und Verantwortlichen für Umweltziele. Verantwortlichkeiten für Umweltaspekte gehören in Stellenbeschreibungen und Zielvereinbarungen. Grundsätzlich sind Prozesse die Basis, um wesentliche Umweltaspekte und deren Risiken und Chancen zu bestimmen und zu bewerten. Daher sollten entsprechende Umweltkriterien in die Geschäftsprozessplanung, die Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung und in die Beschaffungsprozesse eingebunden sein. Dann besteht die Chance, dass das Umweltmanagementsystem mit der strategischen Ausrichtung der Organisation im Einklang steht, was auf Dauer effektiver ist. „In diesem Sinne stellt der neue Leitfaden ISO 14004:2016 nicht nur eine gute Auffrischung dar sondern bietet eine ausführliche Interpretation manch knapp formulierter neuer ISO 14001-Anforderung“, sagt Claudia Nauta, Produktmanagerin der DGQ Weiterbildung. Wer dann den Austausch oder doch noch Grundlagenwissen zur ISO 14001 sucht, wird bei den DGQ-Lehrgängen und -Seminaren zum Umweltmanagement und zur Normenrevision fündig. 54 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Standards Service DIN EN ISO 14004:2016–08 Umweltmanagement systeme verwirklichen Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de VDI 3925 Blatt 1 Bewertung von Abfallbehandlungsverfahren Jährlich werden mehr als 14 Mio. t Hausmüll in Deutschland erzeugt. Neben Müll-Vermeidung und -Trennung sowie Recycling sind Deponierung, mechanisch-biologische und thermische Behandlung weiterhin wichtige Verfahren, um den Abfall zu behandeln. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens hierzu ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Die Richtlinie VDI 3925 Blatt 1 „Methoden zur Bewertung von Abfallbehandlungsverfahren“ gibt einen Überblick über die wissenschaftlich-technischen Bewertungsmethoden sowie ihre Anwendungsmöglichkeiten und trifft Aussagen zur Vergleichbarkeit und Eignung für spezifische Abfallfragen. Die Anwendung der Richtlinie soll bei der sachlichen Entscheidungsfindung für ein Verfahren helfen. Dabei steht die nachhaltige Entwicklung stärker im Fokus des Handelns und Wirtschaftens. Herausgeber ist die VDI-GEU. Die Richtlinie ist im September 2016 als Weißdruck erschienen und ersetzt den Entwurf von Dezember 2013. Jede Organisation hat Einfluss auf die Umwelt und wird im Gegenzug von der Umwelt beeinflusst. Die Auswirkung kann durch Verbrauch von Ressourcen oder Verunreinigung hervorgerufen werden. Diese Einflüsse wecken ein zunehmendes Verständnis darüber, dass der Ertrag und der Erfolg des Handelns vom Erhalt und Schutz der Ressourcen abhängt, auf denen die gesamte Produktivität beruht. Ziel der DIN EN ISO 14004:2016–08 „Umweltmanagementsysteme – Allgemeine Leitlinien zur Verwirklichung“ ist es, Organisationen mit Leitlinien für einen gemeinsamen Handlungsrahmen zu versorgen. Diese sollen helfen, ein System zur Unterstützung eines verbesserten Umweltmanagements aufzubauen, zu verwirklichen, aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Die Leitlinien der Norm sind unabhängig von Größe, Art, Standort oder Entwicklungsstand der Nutzer anwendbar. Die Leitlinien stimmen mit dem Modell eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 überein, sind jedoch nicht dafür vorgesehen, dessen Anforderungen zu interpretieren. Die DIN EN ISO 14004 stellt somit ein selbstständiges Dokument dar, das ohne Einführung eines formalen Umweltmanagementsystems angewendet werden kann. VDI 3459 Blatt 4:2016–09 Biologische Behandlung von Abfällen Die Richtlinie VDI 3459 Blatt 4:2016–09 „Terminologie in der Energie- und Abfallwirtschaft – Biologische Behandlung“ definiert, in Ergänzung zur Richtlinie VDI 3459 Blatt 1, die für den Schwerpunkt der biologischen Behandlung von Abfällen verwendeten Begriffe. Damit kann die allgemeingültige Definition in ihren speziellen Kontext gestellt werden und die Begriffe lassen sich gegeneinander abgrenzen. Die Richtlinie soll dem Anwender helfen, einen sprachlichen und inhaltlichen Konsens herbeizuführen. Damit ist ein einheitliches Verständnis bei der Anwendung gleicher Begriffe sowie Beschreibung technischer Sachverhalte auf dem Gebiet der Abfall- und Energiewirtschaft möglich. DIN EN 16720–1:2016–09 Charakterisierung von Schlämmen Die Bewertung der physikalischen Beschaffenheit von Schlämmen ist von Bedeutung, da sie fast die gesamten Behandlungs-, Verwertungs- und Beseitigungsabläufe beeinflusst. Zudem ist die Auswahl von vielen Analyseverfahren, die beispielsweise pH-Wert, Trockenmassen-Anteil und Eluierbarkeit bestimmen sollen, davon abhängig, ob die zu untersuchende Probe flüssig ist oder nicht. Zuvor standen keine genormten Verfahren für die Bewertung dieser Schlammeigenschaft zur Verfügung. Das Fließverhalten stellt einen Grenzbereich zwischen dem flüssigen und dem pastösen Aggregatzustand dar – dem Zustand, in dem ein Schlamm in der Lage ist, unter Einwirkung der Schwerkraft oder eines Drucks unterhalb eines bestimmten Schwellenwertes zu fließen. Dieser Teil der DIN EN 16720–1:2016–09 „Charakterisierung von Schlämmen – Physikalische Beschaffenheit – Teil 1: Bestimmung des Fließverhaltens – Verfahren mit Gerät mit Extrusionsrohr“ legt ein Verfahren zur Bestimmung des Fließverhaltens fest. Die Norm gilt für Schlämme und Schlammsuspensionen aus den Bereichen Regenwasserbehandlung, Kanalisationssysteme für kommunales Abwasser, kommunale Abwasserbehandlungsanlagen, Anlagen zur Behandlung von industriellem Abwasser, und Aufbereitungsanlagen für die Wasserversorgung. Dieses Verfahren ist auch auf Schlämme und Schlammsuspensionen anderer Herkunft anwendbar. Kontakt Deutsches Institut für Normung e. V. (DIN), Berlin, www.din.de VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU), Düsseldorf, www.vdi.de/geu UmweltMagazin Oktober - November 2016 55

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