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10-11 | 2016

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Nachrichten Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2016 Die Nominierten Nachhaltigkeit in der deutschen Wirtschaft auf Erfolgskurs Mit der Frage wer Deutschlands nachhaltigste Unternehmen sind hat sich in Berlin eine Expertenjury befasst und insgesamt 21 Unternehmen im Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 nominiert. Die Auszeichnung würdigt seit dem Jahr 2008 Organisationen, die in vorbildlicher Weise ihren wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen. Europas bedeutendste Auszeichnung dieser Art wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung vergeben. Die Preisverleihung findet am 25. November im Rahmen des 9. Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf statt. Nominiert als „Deutschlands nachhaltigstes Großunternehmen“ sind der Chemiekonzern Evonik Industries, Sanitärspezialist Grohe, der Konsumgüterriese Procter & Gamble, der Anbieter von Duftstoffen und Aromen Symrise sowie Tchibo. Unter den „mittelgroßen Unternehmen“ qualifizierten sich der Bio-Filialist Alnatura, der Sensorenspezialist elobau, der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub, Interface Europe, Hersteller von Bodenbelägen, sowie die Molkerei Berchtesgadener Land. In der Bestenliste der „nachhaltigsten KMU“ stehen BeoPlast, Hersteller von Kunststoffkomponenten für die Automobilindustrie, der Taschenhersteller Fond of Bags, Tofu- Spezialist Life Food, der Solartechnik-Anbieter Mobisol sowie die sonnen GmbH, Hersteller intelligenter Energie- Speichersysteme. Bei „Deutschlands nachhaltigsten Marken“ werden Unternehmen ausgezeichnet, die in vorbildli- cher Weise Nachhaltigkeitsaspekte in der Markenführung berücksichtigen. Nominiert sind die Bio-Molkerei Andechser Scheitz, Fond of Bags mit dem Schultornister „ergobag“, der Naturkosmetik-Anbieter Laverana mit „lavera“, der Ökostrom-Anbieter Naturstrom sowie die Weleda AG, Anbieter von zertifizierter Naturkosmetik und anthro-posophischen Arzneimitteln. Zur Auswertung der „nachhaltigsten Marken“ erschloss die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Nachhaltigkeitsaspekte in Markenführung und Markenwirkung anhand von Selbstauskünften. Unterstützt wurde diese Auswertung durch den Sustainability Image Score, einen Index zur Beurteilung von Nachhaltigkeit aus Kundensicht, der von facit research erhoben und ausgewertet wurde. Der Sonderpreis „Ressourceneffizienz“ geht an Unternehmen, die Maßnahmen zur Ressourcenschonung, Rohstoffund Energieeffizienz sowie innovative Recycling- und Kreislaufkonzepte etabliert haben. Nominiert hat die Jury den Fahrzeugbauer Fliegl, Procter & Gamble und die Verzinkerei Voigt & Schweitzer. www.nachhaltigkeitspreis.de Bild: Frank Fendler, Düsseldorf Interseroh Kompetenzzentrum für Recycling-Kunststoffe eröffnet Der Kölner Umweltdienstleister Interseroh hat Mitte September im slowenischen Maribor sein neues Kompetenzzentrum für Recycling-Kunststoffe eröffnet. Dieses bündelt erstmalig die Forschungs- und Entwicklungs- Aktivitäten des Umweltdienstleisters im Bereich Kunststoffrecycling. Für Kunststoffabfälle aus den Sammlungen der dualen Systeme hat die Tochter des Recyclingspezialisten Alba Group, in jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit „Recycled-Resource“ einen Upcycling-Prozess geschaffen. Bei diesem folgt auf die Sortierung der Kunststoffabfälle das Recompounding, bestehend aus Extrusion, Restabilisierung, Wiederaufbau der molekularen Führung durch das Competence Centre for Recycled Plastics –links im Bild Dr. Maja Makovec Brenčič die slowenische Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Sport und rechts der Alba Group-Vorstandsvorsitzende Dr. Axel Schweitzer. Struktur sowie chemischer Modifizierung unter Zugabe von Additiven, um die vom Kunden gewünschten Kunststoff-Eigenschaften zu erzielen. Am Ende entstehen, nach Unternehmensangaben, hochwertige, maßgeschneiderte Kunststoff-Granulate, unter anderem das Rezyklat Recythen, das sich besonders für die Herstellung von technischen Artikeln, Folien oder Rohren eignet. Der ebenfalls mithilfe von Recycled-Resource hergestellte und mehrfach ausgezeichnete Recycling-Kunststoff Procyclen ist genauso schlagfest, steif und hitzebeständig wie Primärgranulat auf Rohölbasis. Der Werkstoff lässt sich inzwischen auch im Blasformverfahren einsetzen, etwa zur Produktion von Waschmittelflaschen. Neben der Kombination der Materialeigenschaften ist der Recycling-Kunststoff auch im Hinblick auf die Rohstoff-, Energie- und Klimaschutz-Bilanz jedem Neumaterial überlegen: So verringert die Verwendung von Procyclen allein die Emission von Treibhausgasen um bis zu 50 Prozent. www.albagroup.de Bild: Alba Group 6 UmweltMagazin Oktober - November 2016

Nachrichten Aus dem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Nanomaterialien umweltverträglich entwickeln und nutzen Mit einer langfristigen Forschungsstrategie begleiten die für die Sicherheit von Mensch und Umwelt zuständigen Bundesbehörden – die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt sowie das Umweltbundesamt – seit dem Jahr 2008 die rasch voranschreitende Entwicklung neuer Materialien. Im Blickpunkt stehen Fragen des Arbeits-, Verbraucherund Umweltschutzes, die über die Nanomaterialien hinaus auf andere Werkstoffinnovationen ausgeweitet werden. Ziel ist eine für Anwender und Umwelt sichere, verträgliche Nutzung neuartiger Werkstoffe über den gesamten Lebenszyklus, von der Materialentwicklung über Produktion, Verarbeitung und Nutzung bis zum Recycling oder zur Entsorgung. Anhand der kontinuierlich weitergeführten Forschungsstrategie der Bundesoberbehörden wurden regulierungs- und bewertungsnahe Forschungsfelder identifiziert und konsequent bearbeitet. Dies führte zu einem deutlichem Wissensgewinn im Bereich der Sicherheit von Nanomaterialien. Die Erkenntnisse wurden auch in die europäischen Diskussionen zur Anpassung der Stoffgesetzgebungen an Nanomaterialien eingebracht. Die gemeinsame Forschungsstrategie ist Teil des am 14. September 2016 vom Bundeskabinett verabschiedeten Aktionsplans „Nanotechnologie 2020“ der Bundesregierung. Im Mittelpunkt stehen Prüfmethoden und Konzepte zur Charakterisierung und Bewertung von Gesundheits- und Umweltrisiken, die für neue Materialien angepasst und erprobt werden müssen. Die Bundesbehörden wollen hierdurch Grundlagen für eine wissenschaftlich fundierte Politikberatung generieren. Dies betrifft insbesondere Empfehlungen an die Bundesregierung und die EU-Kommission zur Weiterentwicklung von Rechtsvorschriften zum Schutz von Mensch und Umwelt, die Schritt mit den raschen Fortschritten in den Materialwissenschaften halten müssen. Die Forschungsaktivitäten sollen die anwendungssichere und umweltverträgliche Entwicklung von Materialien und deren Folgeprodukten fördern. Die Forschungsstrategie wird durch eigene Forschung der beteiligten Häuser, Ausschreibung und Vergabe von Forschungsdienstleistungen an Dritte sowie durch Beteiligung an vorwiegend öffentlich geförderten Drittmittelprojekten umgesetzt. Das Umweltbundesamt unterstützt den verantwortungsvollen Einsatz von Nanomaterialien, indem es aktiv an den Diskussionen zur Anpassung der Regulierung und Risikobewertung von Nanomaterialien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene beteiligt ist und über verschiedene Forschungsaktivitäten die in der Forschungsstrategie genannten Ziele umsetzt. Anpassung an den Klimawandel wird immer wichtiger In Deutschland haben die Menschen einen Sommer der Gegensätze erlebt und auch in Mitteleuropa war dieser, verglichen mit der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990, zwar nur geringfügig zu warm und auch die durchschnittlichen Niederschlagssummen waren im Land unauffällig. Aber: Im Frühsommer entfalteten vor allem im Süden und im Westen Deutschlands lokale Starkregenereignisse eine Zerstörungswucht, die kaum für möglich gehalten wurde. Die Vulnerabilitätsanalyse der Bundesregierung vom vergangenen Jahr setzt auf diesem Wissen auf und wird durch die diesjährigen Starkregenereignisse bestätigt. Der Aktionsplan Anpassung II des Fortschrittsberichts zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel leitet daraus konkrete Vorschläge ab, wie sich Deutschland auf solche Extreme besser einstellen kann. Genauso wichtig bleiben die Aufgaben des Klimaschutzes, um die Anforderungen an Anpassungsmaßnahmen nicht ins Unrealistische zu treiben. Das Umweltbundesamt hat vor einiger Zeit vorbildliche Anpassungsmaßnahmen vor Ort – unter anderem zur Vorsorge für Starkregen – mit dem Blauen Kompass des Umweltbundesamtes ausgezeichnet. Ziel ist, dass die Folgen des Klimawandels bereits bei der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden. Das heißt zum Beispiel Städte so zu gestalten, dass Wasser ohne Schäden abfließen kann – sei es über begrünte Dächer oder öffentliche Plätze, die kurzfristig geflutet werden können. Hochaufgelöste Risikokarten für extreme Niederschläge können etwa bei Starkregen helfen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Stadt Unna ist eine der wenigen Städte, die bereits über eine solche Starkregengefahrenkarte verfügt. Sie zeigt die Fließwege und Überflutungen, die durch sehr intensiven Regen entstehen. Neben der besseren Warnung der Bevölkerung und der Stärkung der Eigenvorsorge ist die Prävention der dritte wesentliche Faktor im Anpassungsprozess. So kann eine wassersensible Stadtentwicklung bewusst Zwischenspeicher für plötzlich auftretende Wassermassen einplanen oder durch entsiegelte Freiflächen die Versickerung von Regenwasser fördern. Ein Beispiel dafür ist die Hamburger Gründachstrategie: Gründächer verzögern den Abfluss von Regenwasser und tragen dazu bei, den Stadtklimaeffekt zu verringern. www.uba.de UmweltMagazin Oktober - November 2016 7

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