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10-11 | 2017

Abfall Nachhaltigkeit in

Abfall Nachhaltigkeit in der Edelstahlproduktion Weltweit suchen Regierungen nach geeigneten Strategien, wie sie auf den Klimawandel reagieren sollen. Diese Dynamik ist auch in der Privatwirtschaft zu spüren. Der weltweite Hersteller von Edelstahl mit Kaltwalzkapazitäten Outokumpu hat sich öffentlich dazu bekannt, Effizienz in der Produktion zu fördern, und innovative Ansätze für unternehmensweit gültige Minderungsziele von Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Um die Industrie stärker einzubinden, hat der UN Global Compact in Zusammenarbeit mit dem Carbon Disclosure Project, dem World Resources Institute und dem World Wildlife Fund die Initiative „Science Based Targets“ ins Leben gerufen. Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen werden als wissenschaftlich fundiert betrachtet, wenn die Temperatur auf höchstens 2°C im Vergleich zum Temperaturniveau vor der Industrialisierung steigt. Verpflichtung und Kontinuität Outokumpu ist eins von 262 engagierten Unternehmen, die sich dazu verpflichten, ihren eigenen CO 2 -Ausstoß zu reduzieren. „Seit 2010 haben wir zwei sehr anspruchsvolle langfristige Indikatoren im Zusammenhang mit dem Klima identifiziert: Das CO 2 -Emissionsziel und das Energieeffizienzziel. Wir werten diese vierteljährlich aus und haben dabei festgestellt, dass Outokumpu hinsichtlich des CO 2 -Profils der Vorreiter der Branche ist“, sagt Juha Ylimaunu, Leiter Umwelt & Nachhaltigkeit bei Outokumpu. „Das Jahr 2020 rückt näher und das Pariser Abkommen mit dem Innerhalb des Jahres 2016 verwendete Outokumpu über 2,4 Mio. t recycelten Stahl – Edel- sowie Kohlenstoffstahl. 2°C-Szenario für 2050 ist bereits in Kraft getreten. Deshalb haben wir uns Anfang 2017 in unserem internen Netzwerken für Umwelt und Emissionshandel dazu entschieden, unser Klimaziel im Hinblick auf die Science Based Target Initiative zu erneuern.“ Als verantwortungsbewusstes Unternehmen hat Outokumpu in diesem Bereich bereits viel erreicht. Zum Beispiel hat sich das CO 2 -Profil im Jahr 2016 um 13,3 % gegenüber der Basisperiode verringert. Die CO 2 -Emissionen pro produzierter Tonne Edelstahl sind ebenfalls gesunken. Ylimaunu sagt, dass Outokumpu sich verpflichtet sehe, seinen Teil zum Klimaschutz beizutragen. Laut Verena Schulz-Klemp, Direktor Nachhaltigkeit und Umwelt bei Outokumpu, konzentrieren sich die Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf Ressourceneffizienz. Das Unternehmen hat im Jahr 2016 eine Verbesserung im Recyclinganteil pro Tonne Edelstahl von 87 % und bei der Energieeffizienz im Energieverbrauch pro Tonne Edelstahl auf 9,8 GJ/t verzeichnet, was einer Energieeinsparung von 4,7 Mio. GJ im Vergleich zum Ausgangswert entspricht. Auch wenn global gesehen die Recyclingquote rückläufig war, hat es das Unternehmen geschafft, seinen Anteil an recycelten Materialien zu erhöhen. Obwohl viele zu verschrottende Materialien zur Verfügung stehen, liegt die Herausforderung in der Suche nach der richtigen Materialzusammensetzung für die Weiterverwertung in der Produktion. Innerhalb des letzten Jahres verwendete Outokumpu über 2,4 Mio. t recycelten Stahl – Edel- sowie Kohlenstoffstahl. Diese Menge entspricht dem Stahlanteil in 2,9 Mio. mittelgroßen Autos. Ende der 1990er Jahre lag die Recyclingquote bei etwa 70 %, darauf folgend konnte der Anteil an Recyclingmaterialien in der Produktion kontinuierlich gesteigert werden. „Im Jahr 2016 lag unser Ziel bei einer Steigerung der Recyclingquote auf 88 % in der Produktion. Obwohl wir leicht hinter diesem Ziel blieben, ist die Zahl im weltweiten Vergleich immer noch bemerkenswert. Im Jahr 2016 lag der Anteil an Recyclingmaterialien bei 87,1 %”, so Camilla Kaplin, Senior Manager Environment bei Outokumpu. 30 UmweltMagazin Oktober - November 2017

Abfall Der Anteil an recyceltem Material umfasst den Stahlschrott, der nicht aus dem Schmelzprozess selbst stammt. Hinzu kommen Abfallströme aus verschiedenen Prozessen, die aufbereitet und recycelt wurden. Bis 2020 soll der Anteil an recycelten Materialien auf 90 % erhöht werden. Ein ehrgeiziges Ziel Weltweit ist die Verwendung von wiedergewonnenem Stahl rückläufig. In China, dem größten Edelstahlproduzenten der Welt, basiert der Großteil des rostfreien Stahls derzeit auf primären Rohstoffen. Outokumpu weiß insbesondere im globalen Kontext, wie herausfordernd das Ziel zum recycelten Anteil ist: „Wir wissen, dass unser Ziel sehr hoch gesteckt ist, wenn man bedenkt, dass die weltweite Recyclingrate bei 50 - 60% liegt. Sogar in Europa, wo das Thema Recycling auch aufgrund der Verfügbarkeit von Stahlschrott einen vergleichsweise hohen Stellenwert hat, sind 90 % schon eine Hausnummer“, sagt Kaplin. Das Unternehmen hat es geschafft, seinen Anteil an Recyclingmaterial so weit zu erhöhen, indem alle Produktionsabläufe auf die Nutzung von Recyclingmaterial eingestellt wurden. Dieses wird soweit verwendet, solange es wirtschaftlich rentabel ist. Als am Outokumpu-Standort Tornio in Finnland die Produktion erhöht wurde, hat man die neue Produktionslinie entsprechend optimiert, um so viel recycelten Stahl wie möglich verwenden zu können. Die Qualitätssicherung verbessern Auf der anderen Seite erkennt Outokumpu auch, dass sich die Anteile an recyceltem Material bereits auf dem höchsten Niveau befinden könnten – abhängig von zukünftiger Verfügbarund Wirtschaftlichkeit. Hauptziel in den kommenden Jahren wird sein, die Vorteile bei der Nutzung recycelter Inhalte zu maximieren, zum Beispiel durch eine gründliche Qualitätssicherung. Das Unternehmen hat im Jahr 2016 eine Verbesserung im Recyclinganteil pro Tonne Edelstahl von 87 % verzeichnet. Outokumpu hat es geschafft, seinen Anteil an Recyclingmaterial so weit zu erhöhen, indem alle Produktionsabläufe auf die Nutzung von Recyclingmaterial eingestellt wurden. „Grundsätzlich ist das Recycling von Edelstahl die kostengünstigste Option, und die Endkunden wissen auch, dass das Material am Ende wieder recycelt werden kann“, sagt Teijo Södervall, Vice President bei Outokumpu im Stahlwerks Tornio. Er erklärt, dass die Verfügbarkeit von wiederverwertbaren Materialien in einer typischen Stahlqualität ausreicht, die Qualitätsanforderung aber variiert. Die Lieferkette für recycelten Edelstahl ist folgendermaßen aufgebaut: Der Schrott wird vom Lieferanten gekauft, der ihn aus verschiedenen Materialströmen gesammelt und zusammengeführt hat. Dabei besteht die Herausforderung darin, den weiterverwertbaren Schrott zu identifizieren und ihn vom nicht nutzbaren Material zu trennen. „Jede Charge enthält unterschiedliche Zusammensetzungen, so dass die Qualitätssicherung wesentlich ist, um Endprodukte mit hoher Qualität zu erzeugen. Aus diesem Grund ist es unser Ziel, die Qualitätssicherung in Zukunft noch weiter zu verbessern“, so der Vice President. Ziele erreichen Outokumpu überarbeitete sein Klimaziel nach dem Sectoral Decarbonization Approach (SDA) für die Stahlindustrie. Der SDA zielt darauf ab, Unternehmen einen geeigneten und auf Erkenntnisse aufbauenden Weg aufzuzeigen, um Emissionsziele zu setzen. Um alle Kriterien zu erfüllen, damit die Ziele erreicht werden, sagt Schulz- Klemp, wird hauptsächlich die Effizienz der Umstrukturierung des Unternehmens wichtig sein. Dies erfordere die Konzentration von Standorten und die Optimierung der Produktion, um effizienter in Kapazitätsauslastung und Ausbringung zu werden. Ylimaunu fügt hinzu: „Das ist etwas, das wir in all unseren Prozessschritten von der Ferrochrom-Produktion über das Stahlschmelzen sowie Warm- und Kaltwalzen bis hin zur Konfektionierung für unsere Kunden verfolgen. Die Entwicklung erfordert hohen Personaleinsatz, Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie optimale Prozesse.“ Das Festlegen von ehrgeizigen Emissionszielen ist eine Sache, diese zu erreichen ist eine andere. Indem sie sich auf wissenschaftlich fundierte Ziele, Daten und Fakten verlassen, tragen die Unternehmen der Weltwirtschaft dazu bei, die CO 2 -Emissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln und den Weg für eine kohlenstoffarme Zukunft zu ebnen. Outokumpu, Krefeld, Dr. Verena Schulz-Klemp, verena.schulz@outokumpu.com Bilder: Outokumpu UmweltMagazin Oktober - November 2017 31

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