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10-11 | 2017

Medienpartnerschaft

Medienpartnerschaft Design Thinking – auch für Umwelttechniker Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Bild: Christian Lietzmann Bereits seit zwei Jahren arbeitet die DGQ mit der Design Thinking-Methode. Schnell hat sich gezeigt, wie wirkungsvoll das Vorgehen ist und wie sich die Kultur in der Organisation positiv verändern kann. Die Vorgehensweise kann Organisationen und Einzelpersonen, insbesondere in den Bereichen Innovation, Unternehmenskultur und Lösungsorientierung, weiterhelfen – auch im Bereich der Umwelttechnik bietet diese Methode Chancen. Design Thinking ist ein Ansatz, um in interdisziplinären Teams innovative Lösungen für knifflige Probleme zu finden. Dabei werden die einzelnen Arbeitsschritte nach einem Prozessmodell gestaltet, das an die Arbeit von Designern angelehnt ist – auch wenn die Probleme gar keine Design-Herausforderungen sind. Zudem werden das Arbeitssetting und die Interaktion im Team bewusst nach kreativitäts- und kollaborationsfördernden Prinzipien gestaltet. Funktionsweise Wirkungsvoll ist die Methode, weil sich so die eigenen Ideen sehr schnell in Prototypen umwandeln lassen, und sie damit für den Nutzer erleb- und überprüfbar sind. Dieser erhält eine direkte Rückmeldung und kann die Lösungsidee daraufhin verfeinern, anpassen oder verwerfen. Darüber hinaus lässt sich beim Design Thinking eine Arbeitsatmosphäre schaffen, die auch sehr intensive und harte Arbeit spielerisch erscheinen lässt. Erst im Nachhinein merken die Beteiligten, wie viel sie geschafft haben. Erfahrungen im DGQ-Netzwerk Mit Design Thinking hat die DGQ bereits in unterschiedlichen Bereichen konkrete Ergebnisse erzielt: So hat die DGQ einen Klinikverbund dabei begleitet, ein Führungskonzept zu erarbeiten, das an die spezielle Situation in dessen Kliniken angepasst ist. Zusammen mit Partnerunternehmen und dem Fachkreis Q-Berufe hat sie zudem neue Positionierungsansätze für das Qualitätsmanagement in Unternehmen entwickelt und erprobt diese. Die Resonanz aus Projektarbeit, der Arbeit in Fachund Regionalkreisen und auch vom DGQ-Qualitätstag ist durchweg positiv. Zusammengenommen gab es mehrere Gründe, Design Thinking den Vereinsmitgliedern und Interessierten zugänglich zu machen. Methode auch für Umwelttechniker Knifflige Probleme können sich auch im Bereich der Umwelttechnik ergeben. Energieverluste oder überhöhte Verbräuche, kritische Abfälle aus Produktionsprozessen, neue digitale Überwachungstrends – warum Lösungen nicht mal auf kreativem Weg angehen? Den Ideenentwicklungsprozess kann sich jeder aneignen. Die Methodik ist geeignet, um innovative Strategien, Produkte oder auch Problemlösungen zu entwickeln. Ideal ist die Durchführung in interdisziplinären Teams, die möglichst verschiedene Sichtweisen und unterschiedliches Know-how bündeln. Zum Erlernen der Methode und Erleben der Effekte des Design Thinking bietet die DGQ eine zweitägige Praxiswerkstatt an. Der nächste Termin ist vom 12. bis zum 13. März 2018 in Frankfurt am Main. 50 UmweltMagazin Oktober - November 2017

Standards Service VDI 3781 Blatt 4 Ableitbedingungen für Abgase VDI 3886 Blatt 1 Entwurf Gerüche ermitteln und bewerten Die Richtlinie VDI 3781 Blatt 4 „Umweltmeteorologie – Ableitbedingungen für Abgase – Kleine und mittlere Feuerungsanlagen sowie andere als Feuerungsanlagen“ dient zur Bestimmung der Mindesthöhe der Mündungen von Abgasableiteinrichtungen, die zur Ableitung von Emissionen aus Feuerungsanlagen, aus Anlagen, die organische Lösemittel freisetzen, und aus anderen Schadstoff emittierenden Anlagen eingesetzt werden. Mit dieser Mindesthöhe können die Anforderungen des Immissionsschutzes zum ungestörten Abtransport der Abgase mit der freien Luftströmung und zur ausreichenden Verdünnung der Abgase erfüllt werden. Herausgeber ist die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss. Die Richtlinie ist im Juli 2017 in deutsch/englischer Fassung erschienen und ersetzt den Entwurf von Dezember 2015 und die Ausgabe von November 1980. Sie kann zum Preis von 138,20 € beim Beuth Verlag in Berlin bestellt werden. www.beuth.de VDI 3957 Blatt 20 Ermittlung und Beurteilung der Wirkung von Umweltveränderungen Da Klimaveränderungen in vielfältiger Weise auf lebendige Systeme einwirken und somit beispielsweise Land- und Forstwirtschaft beeinflussen, besteht großes Interesse, nicht nur die Veränderungen des Klimas selbst zu erfassen, sondern auch ihre Wirkungen auf Lebewesen und Ökosysteme. Flechten können dabei als sensitive Modell- und Frühwarnsysteme fungieren. Die Richtlinie VDI 3957 Blatt 20 beschreibt die standardisierte Erfassung der im Untersuchungsgebiet auftretenden epiphytischen Flechtenarten, die als Klimawandelzeiger eingestuft sind. Die Erfassung der zeitlichen Veränderungen im Flechtenartenspektrum ermöglicht den Nachweis, die Bewertung und die Dokumentation von Wirkungen des Klimawandels auf die belebte Umwelt in einem konkreten lokalen oder regionalen Bereich. Da Flechten zeitnah auf Klimaveränderungen mit Rückzug oder Zuwanderung reagieren, sind sie beispielgebend für andere Mitglieder von Ökosystemen. Dementsprechend sind klimabedingte Veränderungen, zum Beispiel im Artenspektrum, auch in anderen Organismengruppen zu erwarten. Herausgeber ist die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft. Die Richtlinie ist seit Juli in deutscher Fassung zum Preis von 95,90 € beim Beuth Verlag in Berlin erhältlich. Sie ersetzt den Entwurf vom Juli 2015. www.beuth.de Bild: GKS/R. Warnecke Bei der Prüfung des Schutzes vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geruchsimmissionen im Sinne von § 5 BImSchG in Verbindung mit GIRL (zukünftig: Anhang 7 TA Luft 2017) kann es erforderlich sein, ein Geruchsgutachten zu erstellen. Die Richtlinie VDI 3886 Blatt 1 Entwurf dient als Entscheidungshilfe für die Notwendigkeit und gegebenenfalls den Umfang eines Geruchsgutachtens. Sie wendet sich daher in erster Linie an die Entscheidungsträger, das heißt an die für den Immissionsschutz jeweils zuständigen Überwachungs-, Genehmigungs- und Fachbehörden,die Antragsteller beziehungsweise Anlagenbetreiber und die sie gegebenenfalls unterstützenden Geruchsgutachter. Anlass für die Frage nach einem Geruchsgutachten kann sowohl ein immissionsschutz- oder baurechtliches Genehmigungsverfahren einer Anlage als auch ein Überwachungs- oder auch ein Bauleitplanverfahren sein. Die Richtlinie vereinheitlicht und systematisiert die Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung über das Erfordernis eines Geruchsgutachtens. Zunächst werden Prüfschritte geklärt, deren Beantwortung ohne Messungen möglich sein sollte. Herausgeber der Richtlinie VDI 3886 Blatt 1 „Ermittlung und Bewertung von Gerüchen – Geruchsgutachten – Ermittlung der Notwendigkeit und Hinweise zur Erstellung“ ist die VDI/DIN- Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss. Sie ist seit Juli 2017 als Entwurf erschienen und kann ab zum Preis von 77,80 € beim Beuth Verlag in Berlin bestellt werden. Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinie durch Stellungnahmen bestehen durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft. www.beuth.de Bild: Aneco Institut für Umweltschutz GmbH & Co. UmweltMagazin Oktober - November 2017 51

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