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10-11 | 2017

Nachrichten Evonik

Nachrichten Evonik Wasserfußabdruck globaler Wertschöpfungsketten Das Geschäftsgebiet „Animal Nutrition“ von Evonik, Essen, wirkt am Verbundprojekt „Wasserfußabdruck für Unternehmen – lokale Maßnahmen in globalen Wertschöpfungsketten“ (Welle) mit. Ziel ist es, die Ökobilanzen von Produkten und Prozessen zukünftig um die Aspekte Wasserverbrauch und lokale Wasserknappheit zu erweitern. Das im April dieses Jahres gestartete, auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Projektleitung liegt beim Fachgebiet Sustainable Engineering der TU Berlin. Für Evonik ist der Schutz von Ressourcen, Umwelt und Klima ein zentrales Element unternehmerischen Handelns. Ökobilanzielle Betrachtungen sind im operativen Geschäft von Evonik bereits fest verankert. Das Geschäftsgebiet Animal Nutrition erstellt bereits seit dem Jahr 2003 regelmäßig Ökobilanzen für seine Aminosäureprodukte, um deren Nachhaltigkeit im Hinblick auf CO 2 -Emissionen, Versauerung und Eutrophierung über den gesamten Lebenszyklus quantitativ zu bewerten. Das Unternehmen möchte seine Methodik im nächsten Schritt um den Wasserfußabdruck erweitern und bis 2020 zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbewertung kommen, die auch die sozialen Aspekte mit einschließt. Beim Thema Wasser geht es unter anderem um den Wasserverbrauch an den Produktionsstandorten. Die Methodik dafür soll im Rahmen des Verbundprojekts Welle entwickelt werden. Evonik wird zu den ersten Unternehmen gehören, die sie voraussichtlich im kommenden Jahr auf ihre industrielle Anwendbarkeit testen. Ein großer Teil des Wasserverbrauchs entsteht allerdings nicht an den Produktionsstandorten, sondern in der Lieferkette davor – oftmals in Ländern mit Wasserknappheit. In dem Projekt sollen deshalb die gesamten globalen Wertschöpfungsketten betrachtet werden. Für Evonik etwa bedeutet das, dass auch Lieferanten in die Analyse miteinbezogen werden, indem sie entweder selbst mit der Methodik arbeiten oder Rohdaten zur Verfügung stellen. www.evonik.com Bild: Evonik Wirtschaftsticker >>>Ein halbes Jahr nach Bekanntgabe der Strategie 2030 hat die ungarische MOL-Gruppe im Rahmen ihres industriellen Transformationsprozesses einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das mit Evonik und thyssenkrupp unterzeichnete Lizenzabkommen wird es MOL zukünftig ermöglichen, Propylenoxid herzustellen, eine Kernkomponente für die Herstellung von Polyether-Polyolen. MOL beabsichtigt, ein bedeutender Produzent von Polyether-Polyolen zu werden, ein hochwertiges Halbfabrikat, das für Produkte in der Automobil-, Verpackungs- und Möbelindustrie eingesetzt wird. www.molgroup.info >>>Die AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet, Herten, blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2016 zurück. Zu dem positiven Ergebnis haben erneut alle fünf Geschäftsfelder mit ihren insgesamt 930 Beschäftigten beigetragen. Die AGR Gruppe ist in den Feldern Kreislaufwirtschaft und Logistik, thermische Behandlung, Deponiemanagement, Umweltdienstleistungen sowie Sekundärerzeugnisse aktiv. Im Berichtsjahr 2016 erzielte sie einen konsolidierten Umsatz von 184 Mio. € (Vorjahr: 168 Mio. €) und einen Konzernjahresüberschuss von 6,8 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €). An ihren Eigentümer, den Regionalverband Ruhr, schüttet die AGR nach jeweils 2,85 Mio. € in den beiden Vorjahren nun 3 Mio. € für 2016 aus. www.agr.de >>>Die Berliner EcoIntense GmbH hat die europaweite Ausschreibung der Landeshauptstadt München zur Beschaffung einer webbasierten Arbeitsschutz-Software gewonnen. Für den Softwarespezialisten ist dieser Millionenauftrag der bisher größte im öffentlichen Sektor. Mit seiner Online-Lösung für Arbeitssicherheit, Umweltmanagement und Nachhaltigkeit „EcoWebDesk“ setzte sich das Unternehmen gegen zahlreiche nationale und internationale Anbieter durch. Gesucht wurde eine Standardsoftware, die sämtliche Prozesse im Arbeitsschutz verbessert sowie den Verwaltungsaufwand reduziert. Themen, die in EcoWebDesk abgebildet werden sollen, sind unter anderem Identifikation und Beurteilung von Gefährdungen, Maßnahmenableitung und Wirksamkeitskontrolle, Online-Unterweisungen von Mitarbeitern, Unfallmeldung und Auditplanung. Aktuell werden notwendige IT-Strukturen geschaffen und das Hauptanwenderteam der Landeshauptstadt München von den Softwarespezialisten der EcoIntense GmbH geschult. www.ecointense.de >>>Evonik investiert einen oberen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in den Ausbau seiner Kapazitäten für pyrogene Kieselsäuren in Antwerpen/Belgien. Der Anlagenkomplex soll im Sommer 2019 in Betrieb gehen. Typische Anwendungen dieser speziellen Kieselsäure, die Evonik unter dem Namen Aerosil vermarktet, sind Farben und Lacke, moderne Klebstoffsysteme, transparente Silikone sowie nicht brennbare Hochleistungsisolationsmaterialien. Mit der Erweiterung wird Evonik künftig aus Antwerpen die Kunden sowohl mit hydrophiler als auch hydrophober Kieselsäuren beliefern können. Eine Modernisierung der Silan-Kapazität soll die Rohstoffversorgung für die Aerosil-Produktion sowie für die Reifensilane sicherstellen. www.evonik.de 8 UmweltMagazin Oktober - November 2017

Nachrichten 3M-Nachhaltigkeitsbericht Ausstoß von Treibhausgasen um mehr als zwei Drittel reduziert 3M hat seit 2002 seine Emission von Treibhausgasen um 67 % gesenkt. Das geht aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Multitechnologiekonzerns hervor. Mit dem „Sustainability Report 2017“ informiert das Unternehmen über seine weltweiten Strategien, Ziele und Erfolge beim nachhaltigen Wirtschaften. So hat es weltweit zwischen 2005 und 2016 seinen Wasserverbrauch um über ein Drittel und seine Produktionsabfälle um knapp ein Viertel im Verhältnis zum Nettoumsatz gesenkt. In seinem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert 3M auch seine langfristigen Ziele. Dazu gehört etwa, die Energie- effizienz bis 2025 um 30 % im Verhältnis zum Nettoumsatz zu steigern und den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf 25 % zu erhöhen. Zudem arbeitet der Konzern intensiv mit seinen Kunden zusammen, um diese durch den Einsatz von 3M Technologien bei der Re- Bild: 3M Bei der Produktentwicklung kann 3M auf 46 Basistechnologien zurückgreifen und diese immer wieder neu kombinieren. duktion ihrer CO 2 -Emissionen zu unterstützen. Für sein Engagement wird 3M regelmäßig von unabhängigen Institutionen ausgezeichnet. So ist der Multitechnologiekonzern zum 17. Mal infolge im Dow Jones Nachhaltigkeits-Index vertreten. Seit 1999 zählt das internationale Ranking 3M ohne Unterbrechung zu den 10 % der weltweit größten Unternehmen mit den besten Nachhaltigkeitsleistungen in ihrer Branche. www.3m.com Destatis Abfallaufkommen in Deutschland stagniert Das Abfallaufkommen in Deutschland betrug im Jahr 2015 nach vorläufigen Ergebnissen 402,2 Mio. t. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiterhin mitteilt, blieb die Abfallmenge mit einem Anstieg von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant (2014: 401,0 Mio. t). Mit 52,0 % (209,0 Mio. t) bildeten die Bau- und Abbruchabfälle etwa die Hälfte des Gesamtaufkommens, gefolgt von den übrigen Abfällen (insbesondere aus Produktion und Gewerbe) mit 14,7 % (59,2 Mio. t) und den Siedlungsabfällen mit 12,8 % (51,6 Mio. t). Auf Sekundärabfälle, die schon einmal in einer Anlage behandelt wurden, entfielen 12,7 % (51,0 Mio. t). 7,8 % (31,4 Mio. t) machten Abfälle aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen aus. 317,7 Mio. t aller Abfälle wurden im Jahr 2015 verwertet, das entspricht einer Verwertungsquote von 79,0 %. Die meisten Abfälle davon (274,6 Mio. t) wurden recycelt, also stofflich verwertet. Nur ein geringer Anteil des Abfalls wurde auf Deponien entsorgt – die Ablagerungsquote betrug 17,8 %. Am geringsten ist diese Rate bei den Siedlungsabfällen mit 0,2 %. www.destatis.de Biogasanlagen Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz Biogasanlagen ersparen der Atmosphäre sehr viele Treibhausgasemissionen. Allein im Stromsektor vermeiden die rund 9 000 deutschen Anlagen pro Jahr knapp 15 Mio. t CO 2 . Hinzu kommen gut 4 Mio. t durch die Bereitstellung von Wärme und 100 000 t im Verkehr. Das entspricht in der Summe dem jährlichen Ausstoß von knapp 1,6 Mio. Bundesbürgern. Herunter gebrochen auf eine durchschnittliche deutsche Standard-Biogasanlage mit knapp 400 kW Bemessungsleistung entspricht dies einer Einsparung von 1 800 t CO 2 pro Jahr. Während die Biogasanlage über die Bereitstellung der Substrate, den Bau der Anlage sowie Prozessemissionen jährlich etwa 500 t CO 2 emittiert, entstehen bei einem gleichgroßen Kraftwerk auf fossiler Basis fast 2 300 t. Durch die konsequente Vergärung der in den deutschen Ställen anfallenden Rindergülle könnten zusätzlich 7 Mio. t CO 2 -Äqui- valent eingespart werden – allein durch die Vermeidung von Methanemissionen aus den Güllelagern. Seit der Gründung des Fachverbandes Biogas vor 25 Jahren konnten durch die energetische Verwertung von Gülle, Energiepflanzen und biogenen Reststoffen mehr als 142 Mio. t CO 2 -Emissionen vermieden werden. Das entspricht dem Ausstoß von knapp 7,7 Mio. Mittelklasse-Benzinern bei einer jährlichen Fahrleistung von 12 000 km. Ein mit Biomethan betanktes CNG (Compressed Natural Gas)-Fahrzeug stößt 90 % weniger CO 2 aus als ein vergleichbarer Benziner. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, muss Deutschland noch erheblich größere Anstrengungen unternehmen als bisher. Bis 2030 will die Bundesregierung 55 % Treibhausgase einsparen – im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990. Biogas kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. www.biogas.org UmweltMagazin Oktober - November 2017 9

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