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10-11 | 2018

Special Automatisierung,

Special Automatisierung, Steuer- & Regeltechnik Radarsensoren sichern die Wasserversorgung Testfeld für Vega-Sensoren: Das Wehr im hauseigenen Wasserkraftwerk in Schiltach. Ein Testfeld für die eigenen Füllstand- und Drucksensoren, die zugleich die Stromversorgung des Firmengeländes sichern? Diese ideale Situation hat Vega mit dem Fluss Kinzig direkt am Firmengelände. Sicher kann nicht jedes Unternehmen ein eigenes Wasserkraftwerk für sich beanspruchen. Trotzdem ist dieses typisch für das Unternehmen VEGA, das sowohl bei seinen Produkten als auch im Umweltschutz authentisch sein will. Diese Authentizität lässt sich nur über konsequente Umsetzung erzielen. Dazu trägt auch das seit 2001 eingeführte, firmenweit systematisierte Umweltmanagementsystem bei. Es ist nach ISO 14001 zertifiziert. Umweltschutz besonders berücksichtigt Einige Beispiele belegen dies: Beispielsweise wurde bei der Geräteplattform plics®, die 2003 auf den Markt kam, durchgängig über die gesamte Wertschöpfungskette der Umweltschutz berücksichtigt. Dies reicht von der Auswahl der Rohmaterialien, über die Produktion bis hin zur Entsorgung. Sie bezieht sowohl die Herstellung der elektronischen Baugruppen mit den Prozessschritten, wie Bestücken, Löten, Lackieren, als auch die hermetisch dichte Kapselung der Elektronik durch Vergießen und Lackieren, mit ein. Auch die Montage der Sensoren, vom Reinigen und Nachbearbeiten der Halbzeuge, über das Schweißen, Kleben und Vergießen, zählen dazu. Die Nachbearbeitung der Halbzeuge erfolgt auf Bearbeitungsmaschinen mit Minimalmengenschmierung. Die Bearbeitungszentren in der mechanischen Versuchswerkstatt verwenden Kühl- und Schmierstoffe mit der niedrigsten Wassergefährdungsklasse. Alle Schweiß- und Lötrauche werden abgesaugt und gefiltert. Zudem arbeiten die abwasserfreien Reinigungsanlagen auf wasserbasierenden Waschlösungen und sind somit gemäß Bundes-Immissionsschutzverordnung nicht genehmigungspflichtig. Alle Produkte sind frei von Gefahrstoffen und RoHS-konform gemäß der EU- Richtlinie 2011/65/EU sowie für den langjährigen Einsatz konstruiert. Darüber hinaus sind die Wertstoffe leicht trennbar und recycelfähig. Ebenfalls interessant für die Anwender von VEGA-Sensoren ist deren Energieverbrauch, der sich zwischen 50 mW und max. 700 mW bewegt. Solche Erfolge, die viele Detailschritte umfassen, sind nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich. Mehr noch: Mittlerweile leben auch die Lieferanten diesen Umweltgedanken. Messtechnik für den Umweltschutz VEGA-Sensoren und -Technologien tragen in den vielfältigsten Wasser- und Abwasseranwendungen zum Umweltschutz bei. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren vor allem die Radartechnologie als wertvolle Lösung der Branche erwiesen. Bis vor wenigen Jahren wurden Radarsensoren nur dort eingesetzt, wo die Mikrowellentechnik wesentliche Vorteile in der Anwendung boten. In den meisten Fällen wurden weiterhin Ultraschallsensoren zur berührungslosen Messung von Füllständen, Pegeln oder für die Durchflussmessung in offenen Gerinnen eingesetzt. Die Ultraschalltechnik war viele Jahre „Stand der Technik“ in der Branche, da sie eine ausreichende Leistung zu einem akzeptablen Preis bot. VEGA sah jedoch in der Radarmesstechnik eine Menge Potential, von der die Wasser- und Abwasserbranche profitieren würde. Damit die Vorteile der Radartechnologie auch in der Wasser- und Abwasserbranche genutzt werden können, passte VEGA ihre Sensoren den Randbedingungen an. Es wurden beispielsweise Gehäuse aus hochbeständigem Kunststoff und ein fest angeschlossenes Kabel mit einer hohen Schutzart IP 68 (2 bar) verwendet. Um Kosten zu reduzieren, wurde dagegen bewusst auf aufwendige Prozessanschlüsse aus Edelstahl verzichtet. Das Resultat ist ein Radarsensor, der sich auch aus preislicher Sicht optimal für die Wasser- und Abwasserbranche eignet. Der VEGAPULS WL S 61 von VEGA bietet gegenüber den bisher eingesetzten Ultraschallsensoren wesentliche Vorteile. Unabhängig von den Umgebungsbedingungen, wie Temperaturschwankungen, Sonneneinstrahlung, Regen, Schneefall oder Nebel misst der Sensor immer die exakte Füllhöhe. Die verfügbaren Montagetools, wie Montagebügel und -winkel oder Überwurfflansch ermöglichen es dem Anwender, den Sensor einfach und ohne zusätzlichen Aufwand zu montieren. Eine Integration in beste- 20 UmweltMagazin Oktober - November 2018

Automatisierung, Steuer- & Regeltechnik Special Bileder: Vega Der Vega-Stammsitz in Schiltach. hende Anlagen ist mit dem 4 ... 20 mA- Stromausgang leicht möglich. Selbstverständlich wurde auch dieser Sensor im firmeneigenen Wasserkraftwerk, das immerhin ein Drittel des benötigten Stroms bei VEGA erzeugt, erprobt. Schon immer werden die Wasserstände am Stauwehr, vor und hinter der Turbine, Durchflussmenge und -geschwindigkeit von den verschiedensten VEGA-Sensoren gemessen. Und wenn sich zu viel Treibgut angesammelt hat, setzt sich automatisch eine Rechenreinigung in Gang. Nun misst der Radarsensor VEGAPULS WL S 61 den Wasserstand am Stauwehr. Die externe Funkeinheit PLICSMOBILE versorgt den Sensor und sendet die Messwerte über das Mobilfunknetz an den Leitstand des Wasserkraftwerks. Damit die Messstation ganzjährig autark betrieben werden kann, puffert ein handelsübliches Solarmodul den integrierten Akku. Die externe Einheit Plicsmobile T81 liefert die Füllstände zuverlässig per Funk an den Leitstand. Füllstände via Bluetooth melden Der VEGAPULS WL S 61 kommt inzwischen in vielen Abwasserverbänden und Trinkwasserwerken zum Einsatz. So wird der VEGAPULS WL S 61 z. B. in Regenbecken und Pumpwerken beim Ruhrverband im großen Stil verwendet. Besonders interessant für die Wasserbranche ist die vor einem Jahr auf den Markt gebrachte drahtlose Bluetooth- Kommunikation. Das Modul ist abwärtskompatibel und lässt sich für die gesamte installierte Basis der plics®-Sensoren nutzen – in Druck- und Füllstandanwendungen, mit 70 verschiedenen Gerätetypen, ohne Softwareupdate und mit der bewährten Bedienstruktur. Damit kann der Anwender seine plics®-Sensoren aus sicherer Entfernung mit dem Smartphone oder Tablet, unabhängig davon, ob Apple- oder Android-Gerät, konfigurieren und parametrieren. Auch Anzeige- und Diagnosefunktionen stehen zur Verfügung. Die Bedienung per Bluetooth ist insbesondere für schwer zugängliche, raue Industrieumgebungen und Ex-Bereiche interessant. Im Einsatz ist die drahtlose Technologie, unter anderem, bereits in der Kläranlage Diemelstadt-Wrexen. Hier wurde ein Sensor für die Erfassung des Füllstands eines Regenbeckens installiert. Die Inbetriebnahme erfolgte einfach über die Smartphone-App. In der Kläranlage Diemelstadt-Wrexen erfasst ein Vegapuls WL 61 den Füllstand eines Regenbeckens. Fazit und Ausblick Umweltschutz ist vielschichtig und lässt sich nur über viele Detailschritte umsetzen. Den VEGA-Mitarbeitern genügt ein Blick aus dem Fenster – das Unternehmen ist im Schwarzwald von bewaldeten Bergen umgeben – um zu sehen, weshalb es sich lohnt, den Umweltschutz im Betrieb, aber auch in den Produkten umzusetzen. Weitere Optimierungen sind möglich und werden sukzessive durchgeführt. Vor kurzem wurde das Wasserkraftwerk von VEGA generalüberholt und mit dem Einbau eines Fischabstieges besonders ökologisch aufgewertet. Gegenwärtig ist das Schiltacher Unternehmen dabei, die Beleuchtung der gesamten Firma auf LED-Technik umzustellen. Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp, Fachjournalistin für Chemie und Technik, info@muehlenkamp.net UmweltMagazin Oktober - November 2018

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