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10-11 | 2018

Wasser Bilder: Kaeser

Wasser Bilder: Kaeser Kompresoren Die Spezialschiffe sind dafür ausgerüstet, die Schläuche auszulegen und die Blasenvorhänge zu betreiben. Druckluftschläuche für den Blasen-Vorhang. säuger abzuweisen. Gleichzeitig überwachen Walbeobachter das Umfeld des Baugebietes und kontrollieren die Wirkung der Bojen. Physik hilft Wale schützen Eine wirksame Alternative für die deutsche Bauweise ist die Erzeugung eines Blasenschleiers. Dieser beruht auf einem einfachen physikalischen Phänomen. Luftblasen senken die Ausbreitungsgeschwindigkeit und –intensität von Wasserschall. Zu diesem Ergebnis kommt zum Beispiel eine wissenschaftliche Untersuchung, die bei der Errichtung des Fundaments für die Forschungsplattform FINO 3 etwa 80 km westlich der Insel Sylt durchgeführt wurde. Das Institut für Statik und Dynamik der Universität Hannover begleitete die großmaßstäbliche Erprobung eines sogenannten „Großen Blasenschleiers“ wissenschaftlich (BMU-gefördertes Forschungsvorhaben „Schall FINO 3“, Förderkennzeichen 0325023A/0325077). Die Studie zeigte, dass auf diese Weise in einer Entfernung von 910 Metern eine Schallminderung von 12 dB (Breitbandpegel, SEL) und 14 dB (Spitzenpegel, Lpeak) erzielt werden konnte. So bildet der Blasenschleier, der um die Rammstelle selbst gelegt wird, einen effektiven Schallschutz für die Umgebung. Zum Erzeugen des Blasenschleiers werden zunächst rund um die Unterwasserbaustelle mit einem Spezialschiff Druckluftschläuche gezogen, die über die gesamte Länge hinweg mit unterschiedlich großen Düsen versehen sind, so dass die erzeugten Blasen in ihren Größen variieren. Gleichzeitig werden mehrere Baukompressoren zur Drucklufterzeugung auf Schiffen stationär installiert. Diese pumpen Druckluft in die am Meeresboden liegenden Schläuche. Durch die eingebrachten Düsen entweicht die Druckluft wieder und steigt als Luftblasenvorhang auf. Dieser Blasenschleier ist für die Schallwellen ein Hindernis. So entsteht quasi eine Unterwasser-Lärmschutzwand für Schweinswale und andere Meerestiere. Mobile Baukompressoren machen Druck Angewendet wird das System zum Beispiel von der Firma Weyres-Offshore, die den Druckluftschleier mit Hilfe von Kaeser Kompressoren des Typs Mobilair 350 und 250 erzeugen. Erprobt wurde es erstmals beim Errichten des Messmastes für das Vorhaben Nordsee-Ost im September 2011. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Bau von 48 Fundamenten für dieses Projekt. Weyres-Offshore setzt eigene Schiffe ein, die mit jeweils zwei 1100 m langen Blasenschleier-Schläuchen ausgerüstet. Im Einsatz werden die Schläuche noch vor dem Auslegen unter Druckluft gesetzt, also bereits aktiv ausgelegt. Auf jedem Schiff liefern die Kaeser-Baukompressoren jede Menge Druck. Auch beim Bau der Kompressoren wurden Umweltschutzaspekte berücksichtigt. Der Kompressorblock mit dem energiesparenden Sigma Profil der Schraubenrotoren bezieht seine Antriebskraft von einem Dieselmotor mit einer Nennleistung von 265 kW bei 1650/min. Dieser trägt dank geringer Rußbildung und seiner Abgasreinigung mit SCR-Katalysator, die bereits jetzt die Abgasnorm COM 3B erfüllt, ebenfalls dazu bei, dass die gesamte Konstruktion möglichst umweltschonend vonstatten gehen kann. So lässt sich der Blasenschleier aus Druckluft nach dem so genannten „Liftup“ des Errichterschiffs aktivieren und nach den Rammarbeiten direkt wieder einholen, ohne die Abläufe im Bauprozess des Windparks selbst zu stören. Sind die Gründungspfähle erst verankert besteht für die Schweinswale keine Gefahr mehr, dass ihr Gehör durch die Rammschläge beeinträchtigt wird. Durch die neue Druckluft-Methode ist es somit möglich, moderne Technik zum Schutz der Natur nutzbar zu machen. Daniela Köhler, Kaeser Kompressoren, daniela.koehler@kaeser.com 36 UmweltMagazin Oktober - November 2018

Energie KWK-Anlagen in ganz Bottrop Das Gas und Wärme-Institut Essen e.V. hat in einem Modellversuch den Nutzen verschiedener KWK-Anlagen untersucht. Dazu wurden 100 Anlagen im Bottroper Stadtgebiet installiert und mit Messtechnik ausgestattet. Im Ergebnis ließ sich der CO 2 -Ausstoß um 40 Prozent und der Primärenergiebedarf um 26 Prozent reduzieren. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energie- und Wärmewende und ist Vorreiter für den Klimaschutz als Teil der landesweiten Leistungsschau KlimaExpo.NRW. Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) können mit ihrer dezentralen Erzeugung von Wärme und Strom ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz und die Energiewende sein – vor allem beim Einsatz in Bestandsgebäuden. Diese Tatsache bestätigt auch die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept: Bis zum Jahr 2025 sollen mindestens 25 Prozent des in Deutschland bereitgestellten Stroms aus KWK-Anlagen stammen. Für das Bottroper Projekt wurden die Anlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie kleineren Gewerbeeinheiten eingebaut – und dabei Anlagenhersteller, Planer, Installateure, Energieversorger sowie Endnutzer einbezogen. Ziel war es herauszufinden, welche CO 2 -Einsparungen mit dieser Technologie erreicht werden können und welche KWK-Anlage in welchem Gebäude die größten Effizienzpotenziale aufweist. Eingebaut wurden unterschiedliche Technologien und Leistungsklassen in repräsentativen Gebäudetypen mit unterschiedlichen Wärmestandards: Neben 48 Otto- und 40 Stirling-Motoren installierten die Verantwortlichen zwölf brennstoffzellenbasierte KWK-Systeme. Der Leistungsbereich der unterschiedlichen Technologien bewegt sich zwischen 1 und 5kW (el.). Projektgebiet von „100 KWK-Anlagen in Bottrop“. Datenmonitoring erfasst Verbräuche Alle 100 KWK-Anlagen wurden von einem Datenmonitoring begleitet, um die anlagen- und objektspezifischen Verbrauchsdaten zu erfassen. Die Demonstration der möglichen CO 2 -Einsparungen in Kombination mit dem Einsatz der KWK-Technologie stand in diesem Projekt neben der Übertragbarkeit der Ergebnisse sowie der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen im Vordergrund. Anhand der Daten wurde eine Grundlage zur Bewertung der Nutzerfreundlichkeit geschaffen. Die Etablierung auch bereits markteingeführter Geräte wird durch das Zusammenwirken von Herstellern unterschiedlicher Technologien, dem Handwerk, Energieversorgern, den Nutzern und der wissenschaftlichen Begleitung gefestigt. Bild: Open Street Map UmweltMagazin Oktober - November 2018 37

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