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10-11 | 2018

Organschaften

Organschaften Wetterextreme Schlussfolgerungen für den betrieblichen Umweltschutz Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de Extreme Wetterlagen haben zu Niedrigwasser in den Flüssen und damit zu Störungen des Wasserkreislaufes geführt, die auch Auswirkungen für die betriebliche Gewässernutzung haben. Die lange Wärmeperiode in diesem Jahr hat in vielen Unternehmen Handlungsbedarf für Vorkehrungen aufgezeigt, um die Auswirkungen auf die Betriebsabläufe an einzelnen Standorten möglichst gering zu halten. Mangelnder Niederschlag und niedriger Wasserstand, verbunden mit hohen Wassertemperaturen, hatten vielerorts zu Beeinträchtigungen in Betriebsabläufen an Standorten geführt. Denn die Produktion ist hier oftmals mit der Entnahme von Wasser und gegebenenfalls der Rückfüh- rung von erwärmtem Kühlwasser verbunden. Gerade hier hat die mehrmonatige Hitzeperiode die hohe Sensitivität klimatischer Veränderungen gegenüber den für den Wasserkreislauf relevanten Handlungsbereichen der Gewässerbewirtschaftung von Oberflächengewässer und Grundwasser aufgezeigt. Zu erwartende Veränderungen von Temperatur, Niederschlagsmenge, -intensität und -verteilung beeinflussen den Wasserhaushalt unmittelbar. Eine Vielzahl wechselseitig wirkender Fak- Bild: Pixabay toren hat zudem Auswirkung auf den vom Menschen geprägten Wasserkreislauf und die daran gekoppelten technischen Teilkreisläufe – etwa die Entnahme von Rohwasser und die Rückführung von Abwässern und gegebenenfalls erwärmtem Kühlwasser. Daher sind die möglichen Auswirkungen klimawandelbedingter Veränderungen auf die Wasserwirtschaft und ihre Handlungsbereiche nicht einfach zu bestimmen und zu quantifizieren. Den gesetzlichen Initiativ- und Hinwirkungspflichten der Betriebsbeauftragten wird dabei nach Auffassung des Betriebsbeauftragtenverbandes VBU eine zentrale Bedeutung zukommen. Aufgrund der Anfälligkeiten vieler Betriebe gilt es, die Veränderungen der klimatischen Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Nur so können Maßnahmen und Strategien entwickelt sowie Strukturen aufgebaut werden, die effiziente Anpassungsmaßnahmen und Vorsorge ermöglichen. Innerbetrieblich könnte etwa die Einrichtung von Vorrats- und Abkühleinrichtungen notwendig sein. EMAS-Registrierungen Politische Unterstützung für Öko-Audits in Drittstaaten Zu der im Sommer dieses Jahres mit China verabredeten wirtschaftlichen Zusammenarbeit gehören auch Maßnahmen zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft im Rahmen der Einführung von Umweltmanagementsystemen. Ziel ist die gemeinsame Anerkennung von Umweltzeichen. Von den Regierungsdelegationen empfohlen wurde dabei die Teilnahme an einem EMAS-Verfahren, das Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche die Möglichkeit bietet, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Bereits heute ist Deutschland ein Vorreiter mit knapp 30 Standorten in sieben Drittländern, davon sechs in der Volksrepublik China. Der Betriebsbeauftragtenverband VBU begrüßt dies als Stärkung von Umweltmanagementsystemen nach EMAS, die gegenüber den außerhalb der Europäischen Union international anerkannten Zertifizierungsregeln nach DIN ISO 14001 ff. als ein EU-rechtlich verankertes System häufig im Nachteil war, weil es lediglich auf freiwilliger Basis von Unternehmen aus der Europäischen Union in ihre EMAS-Registrierung einbezogen und nur ausnahmsweise von Unternehmen in Drittländern eingeführt und in das EMAS-Register aufgenommen wurde. In der getroffenen Verabredung mit der chinesischen Regierungsdelegation sieht der VBU einen ersten Schritt zu einer weltweiten Anwendung von EMAS und das Potenzial, den Umweltschutz für eine nachhaltige Zukunft voranzutreiben, da die Teilnahme aus Drittländern an einem Öko-Audit-Verfahren nach EMAS außerhalb der Europäischen Union nach Angaben des Umweltgutachterausschusses mit fünf Unternehmen bislang noch sehr gering war. 50 UmweltMagazin Oktober - November 2018

Organschaften München Umweltgutachtertag 2018 Bild: IHK München & Oberbayern Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de Der Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern begrüßte die rund 50 Anwesenden am 20. September 2018 in München zum VNU-Umweltgutachtertag, der in bewährter Kooperation bereits seit mehr als 20 Jahren stattfindet. Lennart Schleicher hieß die Teilnehmer als neu gewählter 1. Vorsitzender des VNU- Vorstands willkommen. Der erste Beitrag zeigte die Ergebnisse einer Studie zur Schnittstelle zwischen EMAS und dem DNK, die der VNU im Auftrag des Umweltgutachterausschusses und des Umweltbundesamtes durchführte. EMAS erfüllt mit der Berichtsfunktion bereits einen erheblichen Teil der DNK-Kriterien beziehungsweise Indikatoren und ist damit sehr gut geeignet, um darauf aufbauend ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem zu gestalten. Auch im systemischen Vergleich schneidet EMAS gut ab, da fehlende inhaltliche Ausrichtungen in den Dimensionen der Nachhaltigkeit problemlos in EMAS aufgenommen werden können. Welche Dauer ist für eine Zertifizierung oder Validierung angemessen? Über diese Frage diskutierten Vertreter aus Unternehmen, Zertifizierungsstellen, Umweltgutachter und die DAU GmbH unter der Moderation von Lennart Schleicher. Neben den Auswirkungen von Personentageregelungen beleuchtete die Runde kombinierte Audits, die Relevanz von Auditoren mit Mehrfachqualifikation oder die Besonderheiten bei der Validierung einer Großveranstaltung. Nach der Mittagspause brachte Dr. Alexander Dohmen (Berlin) dem Publikum das Verschlechterungsverbot sowie das Verbesserungsgebot der EU-Wasserrahmenrichtlinie nahe. Dies führt nicht nur zu teils konkurrierenden nationalen beziehungsweise EU-Anforderungen, sondern stellt auch neue Aufgaben an Antragsteller, die nun beispielsweise einen wasserrechtlichen Fachbeitrag zu erstellen haben. Die bevorstehende Revision der TA Luft wurde bereits 2016 gestartet und im Sommer 2018 mit einem überarbeiteten Entwurf erneut zur Anhörung beziehungsweise der Ressortabstimmung vorgelegt. Die Auswirkungen für Unternehmen präsentierte Frau Dr. Wolf, die als Vertreterin des Bayerischen Staatsministeriums an der Revision mitarbeitete. Auch dabei werden Neuigkeiten, wie die Ermittlung einer Gesamtzusatzbelastung, die Umsetzung der BVT-Schlussfolgerungen oder die Verschärfung von Bagatellmassenströmen für die Erfordernisse einer Immissionsprognose ihre Auswirkungen zeigen. Abschließend hatten die Anwesenden die Gelegenheit, zum Thema „Verantwortung der Führung“ Erfahrungen auszutauschen und Fragen direkt an Dr. Racke von der DAU GmbH zu stellen. Alle Vortragsunterlagen werden elektronisch verschickt und stehen den Mitgliedern im Intranet zum Download zur Verfügung. Hamburg Gemeinsame Sitzung von VNU-Vorstand und -Beirat Bild: VNU den Prof. Dr. Eberhard K. Seifert und Dr. Brigitte Dittrich-Krämer in ihren Ämtern als Vorsitzende des Beirats bestätigt. Als neues Mitglied wurde Monika Grübel von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg im Beirat willkommen geheißen. Weitere Informationen zum Thema und den fachlichen Hintergründen sind auf der VNU-Homepage zu finden. Die Teilnehmer der Vorstands-/Beiratssitzung: (v.l. n.r.: H. Pflock, Prof. E. K. Seifert, L. Schleicher, Prof. F. Wimmer, S. Schunkert, M. Grübel, M. Prox, B. Heimer, Dr. C. Plas, Prof. A. Kleinfeldt, Dr. B. Dittrich-Krämer, C. Geiger, Dr. P. Neumann-Opitz, Dr. A. Hardtke, G. Braun). Der Beirat des VNU e.V. setzt sich aus sieben Personen mit unterschiedlichem fachlichen Disziplinen zusammen. Das Mandat des Beirates ist es, den VNU-Vorstand in der langfristigen, strategischen Ausrich- tung des Verbands zu beraten. Bei der diesjährigen gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Beirat am 29. Juni beim ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg GmbH – member of the iPoint Group, wur- Termine 2019 - 27. März: VNU-Mitgliederversammlung (Vormittag), IHK Frankfurt am Main - 27. März: Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagertag und Get-together (Nachmittag und Abend), IHK Frankfurt am Main UmweltMagazin Oktober - November 2018 51

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