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10-11 | 2018

Medienpartnerschaft

Medienpartnerschaft Zertifizierte Energie- und Umweltmanagementsysteme auf Wachstumskurs Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Bild: Pixabay Die jährliche Veröffentlichung der ISO-Survey zeigt es. Immer mehr Unternehmen lassen ihr Energie- oder Umweltmanagementsystem zertifizieren. Gründe dafür liegen sowohl im Nutzen eines solchen Systems als auch in der schlichten Notwendigkeit aufgrund einer Kundenforderung oder gesetzlichen Vorgabe. Gerade bei vermeintlich von außen aufgezwungenen Systemen, gerät der Nutzen ungerechterweise in den Hintergrund. Unternehmen sind jedoch frei in ihrer Strategie, einen Standort zu betreiben oder Kunden zu bedienen. Die Erfüllung gesetzlicher und kundenspezifischer Anforderungen gehören dann schlicht zur Berücksichtigung des Kontextes – wie es ISO 14001:2015 als nun auch ISO 50001:2018 in Kapitel 4 fordern. Insofern sollten Unternehmen ihre Augen nicht vor dem Nutzen eines Energie- oder Umweltmanagements verschließen. ISO-Datenbasis Besonders verbreitet sind ISO 14001– und ISO 50001-Zertifikate in produzierenden Branchen mit umfangreichen Umweltauswirkungen beziehungsweise Energie intensiven Prozessen. Weltweit ist die Anzahl der ISO 14001-Zertifikate im letzten Jahr um 13 % angestiegen. In Deutschland sind sie von 9 444 auf 12 176 angewachsen. Eine Vergleichbarkeit mit dem Wachstum in den Vorjahren ist jedoch schwierig, denn ISO hat in diesem Jahr unvollständige Meldungen und nicht konsistente Ergebnisse für etliche Länder bereinigt. Dennoch darf man beispielsweise bei den ISO 50001-Zertifikaten von einer Marktsättigung in Europa ausgehen. Mit jetzt noch 11 % Zuwachs im Jahr 2017 flacht die Kurve deutlich zu den Vorjahren mit 84 % und 68 % Zuwachs ab. Deutschland ist dabei mit 8.314 ISO 50001-Zertifikaten eindeutig Spitzenreiter in Europa. Dies wurde vor allem durch die energiepolitische Regelungsfülle erreicht. Nutzen der Managementsysteme Sobald ein Unternehmen in größerem Maße und regelmäßig Ressourcen verbraucht, Stoffe in die Umwelt abgibt oder anderweitig Einfluss auf das Ökosystem ausübt, lohnt sich die Einführung eines Energie- oder gegebenenfalls eines Umweltmanagementsystems. Da reichen Einzelmaßnahmen oft nicht mehr aus und zeigen auch keine nachhaltigen Effekte. Mit einem durchdachten Managementsystem lassen sich viele Faktoren in den Griff bekommen. Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten werden geklärt, wer beispielsweise für die Rechtsverfolgung von Abfallvorschriften und für ein Entsorgungskonzept einsteht. Handlungspflichten aus Rechtsvorschriften, Genehmigungen oder Kundenverträgen werden ermittelt und umgesetzt. Umweltverbräuche und -auswirkungen werden soweit wie möglich quantifiziert. Belastbare Kenngrößen dienen als Entscheidungsbasis, um Anlagen, Prozesse und Produkte oder Dienstleistungen zu optimieren. Energiepolitik oder Umweltleitlinien geben einen Rahmen, um strategische und operative Abläufe in die richtigen Bahnen zu lenken. Diese Stringenz und Transparenz erleichtert vor allem den Führungskräften den Überblick über rechtliche Konformität und Umweltzielerreichung zu erhalten und zu bewahren. Die Führungskräfte sind aber auch zu 100 % gefordert, die Arbeitsschritte zu einem Energie- oder Umweltmanagementsystem zu unterstützen. Nicht zuletzt können Unternehmen die Anstrengungen und Ergebnisse zu ihrem Managementsystem in der Marketingund Öffentlichkeitsarbeit verwenden und bei Stakeholdern Vertrauen in ihren Umweltschutz schaffen. 52 UmweltMagazin Oktober - November 2018

Organschaften Legionellen 42. BImSchV: Neue Pflichten für Anlagenbetreiber Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dr.-Ing. Jochen Theloke Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-369 Fax: 0211/6214-97369 geu@vdi.de www.vdi.de/geu Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider können unter bestimmten Bedingungen legionellenhaltige Aerosole in die Außenluft freisetzen, die beim Einatmen zu schweren Lungenentzündungen und infolgedessen sogar zum Tod führen können. In den letzten Jahren ist es in Deutschland immer wieder zu solchen Legionellenausbrüchen mit Todesfällen gekommen, zum Beispiel 2013 in Warstein und 2010 in Ulm/Neu-Ulm. Sollte es dennoch zu einem Ausbruchsfall kommen, müssen die zuständigen Behörden über die notwendigen Informationen bezüglich der Anlagen verfügen, die möglicherweise den Ausbruch verursacht haben, um schnellstmöglichst Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergreifen zu können. In dieser Verordnung sind daher unter anderem Anforderungen an die Errichtung, die Beschaffenheit und den Betrieb von Anlagen enthalten, aus denen legionellenhaltige Bild: VDI/Thomas Ernsting Aerosole emittiert werden können. Ergänzend definiert die 42. BImSchV Prüf- und Maßnahmenwerte für die Konzentration von Legionellen im Nutzwasser und legt Anforderungen für den Fall der Überschreitung der Maßnahmenwerte und Anforderungen an die Überwachung der Anlagen fest. Weiterhin enthält sie eine Anzeigepflicht für Anlagen. Die Anzeigepflicht gegenüber der zuständigen Behörde und deren Umfang ergibt sich aus § 13 der 42. BImSchV. Für den Vollzug der 42. BImSchV und damit auch für die Umsetzung der Anzeigepflicht sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Über das Portal KaVKA-42.BV (Kataster zur Erfassung von Verdunstungskühlanlagen 42. BImSchV) konnte diese Anzeige für bestehende Anlagen an die zuständige Behörde in einem bundeseinheitlichen Format erfolgen. Dort sind auch weitere Informationen zu Ansprechpartnern in den zuständigen Behörden in den Bundesländern zu finden. Schulungen Sachkundige für Wärmepumpensysteme nach VDI 4645 Die Schulungen sollen helfen, Fehlfunktionen, Betriebsstörungen oder Schäden zu vermeiden sowie die Optimierung von Wärmepumpenanlagen zu erreichen. Basis hierfür ist die Richtlinie VDI 4645 „Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Ein- und Mehrfamilienhäusern –Planung, Errichtung, Betrieb“. Die Richtlinie behandelt die für die Planung erforderlichen Schritte von der Voruntersuchung und Konzepterstellung bis zur Detailplanung. Sie gibt Hinweise zu empfohlenen hydraulischen Schaltungen, zur Dimensionierung von Anlagenkomponenten, zur Dokumentation, zur Inbetriebnahme der Anlage und Unterweisung des Betreibers sowie zu Kostenbetrachtungen. Qualifizierungspartner verantwortlich für Anmeldung, Online- Prüfung und Erstellung der Nachweise ist die BWP Marketing & Service GmbH. Die Firmen Nibe, Stiebel Eltron, Viessmann und Glen- Dimplex gehören zu den Schulungspartnern, die entweder bereits Schulungen anbieten beziehungsweise sind dabei sind, ihr Schulungsprogramm zu erstellen. Zahlreiche Interessenten sind diesbezüglich zurzeit mit dem VDI im Gespräch. Sie möchten an den Schulungen teilnehmen oder selber Schulungen auf Basis der VDI 4645 anbieten, dann stehen nähere Informationen unter www.vdi. de/4645 zur Verfügung, oder Interessierte können sich an Manuela Schuhmann unter Tel: +49 211- 6214-414, schuhmann@vdi.de wenden. Bild: Bild: Viessmann AG UmweltMagazin Oktober - November 2018 53

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