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10-11 | 2018

Nachrichten EU Neue

Nachrichten EU Neue Onlineplattform zum Austausch von Rohstoffen und Produkten Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Donauraum haben ab sofort die Möglichkeit, Produkte und Rohstoffe zur Wiederverwendung online auszutauschen und sich im Bereich Kreislaufwirtschaft zu vernetzen sowie Kooperationen zu schließen. Das europäische Interreg-Projekt Moveco schafft im Rahmen seiner neuen Onlineplattform (http://danube-goes-circu lar.eu/) dafür den virtuellen Marktplatz. Das internationale Konsortium mit Beteiligung von zehn Staaten des Donauraums hat es sich zum Ziel gesetzt, interessierten Akteuren eine Toolbox zur Implementierung von Kreislaufwirtschafts- Konzepten in Unternehmen und Organisationen zur Verfügung zu stellen und sie über wichtige geschäftsrelevante Themen wie die erweiterte Herstellerverantwortung in ihren Ländern zu informieren. Die insgesamt vier Module auf der neuen Plattform stehen unter dem Motto „Let‘s make the world a more circular place!“. Das erste Modul ist der Marktplatz zur Wiederverwendung von Produkten und Sekundärrohstoffen. Dahinter steckt die Idee, Stoffkreisläufe in der Donauregion zu schließen. Das zweite stellt Möglichkeiten zur Zusammenarbeit vor und richtet sich vor allem an Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft. Hier können sich interessierte Akteure zu Themen austauschen und neue Partner für Projekte in diesem Bereich gewinnen. In der Sektion „Ideen und Diskussion“ können sie ihre Expertise einbringen beziehungsweise nach Lösungen für ihre Fragestellung suchen. Das EU-Projekt Moveco hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Die Circular-Economy-Toolbox dient als virtueller „Werkzeugkoffer“ zum Thema Kreislaufwirtschaft und wird im dritten Modul für Unternehmen und Organisationen bereitgestellt. Die Toolbox bietet einen ersten Zugang zum Thema Kreislaufwirtschaft und soll Unternehmen bei der Realisierung von Kreislaufwirtschaftsvorhaben unterstützen. Angeboten werden unter anderem Schulungs-, Trainings- und Analysematerialien, Informationen zu Finanzierungsinstrumenten und Förderprogrammen sowie Kooperationsmöglichkeiten. Schließlich stellen die Projektpartner im vierten Modul umfassende Informationen zu den verschiedenen Modellen für die erweiterte Herstellerverantwortung im Donauraum bereit. Diese fassen den Stand der Gesetzgebung in den jeweiligen Ländern zusammen und verweisen dahingehend auf lokale, fachkundige Ansprechpartner. Ziel ist, dass Hersteller über den Verkauf eines Produkts hinaus für dessen Wiederverwertung Sorge tragen und ihre Produkte somit auch hinsichtlich ihrer Recyclingfähigkeit optimieren müssen. Da diese Vorgehensweise dem Kreislaufwirtschaft-Ansatz entspricht, informiert Moveco regelmäßig und ausführlich über dieses Thema. Alle Module der neuen Onlineplattform sind mit einer automatischen Übersetzungsfunktion ausgestattet und werden vom Konsortium kontinuierlich ausgebaut. www.bayfor.org/moveco-pi Moveco 2018 – Design by Ideen Die Fruchten Der Grüne Punkt Mission „100 %“ für mehr Recycling Der Grüne Punkt hat mit der Mission „100 %“ eine Online-Initiative ins Leben gerufen, die sich an Industrie, Abfüller, Handel, Politik und Endverbraucher richtet. Das Kölner Unternehmen will so Sekundärrohstoffen und dabei insbesondere Kunststoff einen Wert geben und sucht dazu den Schulterschluss mit Kunden und Stakeholdern, die diesen Weg ebenso verfolgen. Denn nur wenn es gelingt, Märkte und Nachfrage für Recyclingprodukte zu schaffen, lassen sich die anspruchsvollen politischen Vorgaben des Verpackungsgesetzes und des europäischen Kreislaufwirtschaftspakets erfüllen und Lösungsmöglichkeiten in der gesamtgesellschaftlich hitzig geführten Plastikdiskussion“ aufzeigen. Über die Mission „100 %“ will der Grüne Punkt gezielt mit Industrie, Handel, Politik und Konsumenten ins Gespräch kommen und die Vorteile einer nachhaltigen Produktpolitik für Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigen. Um Märkte für nachhaltige Produkte entwickeln zu können, muss der Einsatz etwa von Recyclingkunststoff forciert werden. Deshalb richtet sich die Mission auch an die Politik in Bund, Ländern und Kommunen, denn das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand ist milliardenschwer. Würde bei der öffentlichen Beschaffung der Einkauf Recyclingprodukte stärker berücksichtigen, so entstünden Anreize für nachhaltige Marktentwicklung. Die Mission 100 % läuft in den Sozialen Medien, aktuell unterstützt von Gies GmbH & Co Kunststoffwerk KG und Pöppelmann GmbH & Co. KG Kunststoffwerk – Werkzeugbau. www.mission100prozent.de 8 UmweltMagazin Oktober - November 2018

Nachrichten KIT Klimafreundliche Fahrzeugtechnologie in Kooperation mit China Das Karlsruher Institut für Technologie und die Tongji-Universität in Shanghai erforschen standardisierbare Methoden für eine gemeinsame Technologieentwicklung im Bereich klimafreundlicher Fahrzeugtechnologien an räumlich verteilten Standorten. Bei der CO2-Problematik sollten globale Lösungen gefunden werden, die sich regional anpassen lassen. Das KIT möchte deshalb mit seiner Forschung bereits bei der Entwicklung mehr Flexibilität und internationalen Austausch ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das IPEK – Institut für Produktentwicklung in Kooperation mit dem Clean Energy Automotive Engineering Centre an der Tongji Universität Shanghai in China Validierungsmethoden und -umgebungen entwickeln, die auch über die Distanz funktionieren. In dem auf deutscher Seite vom BMBF und auf chinesischer Seite von der chinesischen Regierung geförderten Forschungsprojekt MovE2China beschäftigen sich die beiden Universitäten mit dem elektrischen Antriebssystem von Brennstoffzellenfahrzeugen, dessen Validierungsprozess beispielhaft auf die beiden Standorte verteilt wird. Die räumliche Trennung der Entwickler macht den Einsatz neuester Technologien und schneller Datenverbindungen notwendig. An welchem Ort sich die Personen im gemeinsamen Team und die jeweiligen Komponenten tatsächlich befinden, ist damit nicht mehr relevant. Ein Testfahrzeug kann auf dem Rollenprüfstand am KIT stehen während der Fahrer in China sitzt. Basis ist der am IPEK entwickelte und im KIT-Zentrum Prof. Albert Albers, Leiter des IPEK, in einem Brennstoffzellenfahrzeug auf dem Rollenprüfstand. Mobilitätssysteme bereits etablierte IPEK- XiL-Ansatz zur Validierung mechatronischer Systeme. Dabei werden, entgegen traditioneller Validierungsmethoden, virtuelle und physische Testformen nicht getrennt voneinander eingesetzt. Das heißt, eine Brennstoffzelle kann physisch in einem Labor am KIT stehen und von dort aus zu Messzwecken virtuell in eine Testfahrt in Shanghai eingebunden werden. Die größte Herausforderung bei einem gemeinsamen Validierungsprozess liegt, laut der Forscher, allerdings gar nicht in der physischen Distanz zwischen den Teammitgliedern und Geräten. Man sollte sich, ihrer Ansicht nach, in Erinnerung rufen, was Validierung technischer Systeme eigentlich bedeutet. Die Frage lautet dabei nicht, ob die Technologie richtig entwickelt wurde, vielmehr sei es wichtig zu wissen, ob die richtige Technologie für die Menschen entwickelt wurde. Im Fall von China und Deutschland handle es sich um sehr unterschiedlich strukturierte Zielmärkte, mit verschiedenen Anforderungen an die Fahrzeuge, was Auswirkungen auf die Konzeption von Assistenzsystemen wie Einparkhilfen, Abstandsregler oder auch das automatisierte Fahren hat. Die Möglichkeit zur unabhängigen und falls erforderlich auch unterschiedlichen Entwicklung von Teilsystemen wird deshalb ein wichtiger Bestandteil der standardisierten Methoden zur räumlich verteilten Validierung von Fahrzeuge sein. www.kit.edu Bild: Laila Tkotz, KIT. PET Anteil von recyceltem PET in PET-Flaschen steigt stetig PET-Flaschen sind nicht nur weltweit als Verpackungen für Erfrischungsgetränke begehrt; sie sind zugleich Hightech-Produkte. Rund ein Drittel der gebrauchten PET-Flaschen werden in Deutschland im Bottle-to-Bottle-Recycling in neuen Flaschen verarbeitet. Obwohl sich die Preisdifferenz zwischen neuem und recyceltem PET-Material seit 2013 verringert hat – 2013 lag der Preis für neues PET um 46 Prozent über dem für recyceltes PET – steigt der Anteil von recyceltem PET in der Flaschenproduktion weiter an. 2015 enthielten PET-Getränkeflaschen im Durchschnitt 26 Prozent Recyclingmaterial, 2013 lag dieser Anteil noch bei 24 Prozent. Die Arbeitsgemeinschaft konsumenten- und ökologieorientierte Getränkeverpackungen e.V. hat 2015 bei ihren Mitgliedsunternehmen einen Rezyklat-Anteil von 38 Prozent ermittelt. Bei manchen Flaschen erreicht der Anteil an recyceltem Kunststoff sogar 59 Prozent. Rund ein Drittel der gebrauchten PET-Flaschen werden in Deutschland im Bottle-to-Bottle-Recycling in neuen Flaschen verarbeitet. www.forum-pet.de Anteil von recyceltem PET in PET-Flaschen. Bild: IK UmweltMagazin Oktober - November 2018 9

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