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12 | 2012

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Nachrichten Renewbility-Modell Weniger Treibhausgase im Verkehrssektor Bild: Petra Bork/Pixelio Die internationalen und nationalen Ziele zum Schutz des Klimas lassen sich nur erreichen, wenn alle Sektoren einen angemessenen Beitrag dazu leisten. DaPrognosen davon ausgehen, dass der Verkehr weiter zunimmt, ist dieser Sektor besonders gefordert, den Ausstoß an Treibhausgasen zu senken. Eine Studie des Forschungsvorhabens „Renewbility II“ hat die Möglichkeiten und Potenziale zum Klimaschutz auf Grundlage eines neuen Modells bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Verkehrssektor durchaus in der Lage ist, bis zum Jahr 2030 seine Treibhausgasemissionen deutlich zu verringern. Pro Fahrzeugkilometer emittieren Lkw und speziell Pkw zwar immer weniger Kohlendioxid (CO 2 ). Da die Zahl der gefahrenen Kilometer insgesamt aber gleichzeitig ansteigt, wirkt sich dieser Fortschritt amEnde nicht positiv auf die Treibhausgasbilanz aus. Deshalb sind neben dem Einsatz effizienterer Fahrzeuge auch Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsträger und zur Dämpfung der Verkehrsnachfrage notwendig. Deutlich mehr Klimaschutz lässt sich aber nur erreichen, wenn die Politik einen ambitionierten Mix an Maßnahmen umsetzt –etwa die Fortschreibung anspruchsvoller CO 2 -Emissionsstandards für Autos und Kleintransporter, die Angebotsausweitung bei Bus und Bahn, die stärkere Förderung des Radverkehrs oder auch die der spritsparenden Fahrweise. Das Renewbility-Modell wurde unter Einbeziehung von Vertretern der Industrie und Umweltverbänden entwickelt. Es ermöglicht –imRahmen von Szenariobetrachtungen –die Wirkung von Maßnahmen und veränderten Rahmenbedingungen auf den Verkehr, dessen Treibhausgasemissionen und volkswirtschaftlichen Effekte bis zum Jahr 2030 zu quantifizieren. Mit Blick auf einen langfristig umwelt- und klimaschonenden Verkehr liefern die Projektergebnisse einen Beitrag zur Diskussion über die notwendigen Schritte für eine nachhaltige Energie- und Verkehrspolitik. www.renewbility.de Europa –kurz notiert >>> Die EU-Kommission hat ein dreistufiges Konzept vorgestellt, das EU-weit für ausreichend sauberes Wasser sorgen soll. Angedacht ist unter anderem die Förderung der natürlichen Wasserrückhaltung durch Feucht-und Überschwemmungsgebiete und die Neugestaltung der Wasserpreise. Die EU-Kommission will die Ziele verstärkt in Bereiche wie Landwirtschaft, Verkehr oder Strukturfonds einbinden und dabei Lücken im geltenden Rechtsrahmen schließen. Die EU-Experten schlagen unter anderem vor, Wasserkonten einzuführen. Zudem sollen Standards für die Wiederverwendung von Wasser entwickelt werden. >>> Der europäische Emissionshandel wird für internationale Flüge von und nach Europa bis Herbst nächsten Jahres ausgesetzt. Auslöser dafür war der Beschluss der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), eine Arbeitsgruppe für Instrumente zur Reduzierung von Flugemissionen einzurichten. Auf Basis ihrer Empfehlung soll die ICAO im Herbst 2013 einen Vorschlag zum Thema machen. Falls sie keinen Vorschlag vorlegt, werden die aktuellen europäischen Regeln für Flüge von und nach Europa automatisch wieder aufgenommen. >>> Die Europäische Kommission will den Ausstoß fluorierter Gase (F-Gase) bis 2030 um zwei Drittel verringern. Dazu sollen diese in neuen Geräten wie Haushaltskühlschränken ganz verboten werden, wenn esbereits technisch machbare und klimafreundliche Alternativen gibt. >>> Laut Europäischer Umweltagentur exportieren die EU-Staaten aufgrund der strengeren EU-Abfallpolitik mehr Müll als je zuvor. Viele Mitgliedstaaten hätten nicht die Möglichkeiten, bestimmte Abfallarten zu verwerten oder zu entsorgen. Sowohl der internationale Handel mit verwertbaren Materialien als auch der mit gefährlichen Abfällen werde voraussichtlich weiter ansteigen. Gründe dafür seien ein größer werdender Wettbewerb und ein stärkeres Verständnis für den nachhaltigen Wert von Abfällen. >>> Seit November dieses Jahres gibt esneue Kraftstoffeffizienzstandards für Autos, die ab 2014 in der EU auf den Markt kommen: Sie müssen dann über eine Anzeige verfügen, die bei niedrigem Reifendruck Alarm schlägt – dadurch sollen Lärm und CO 2 -Emissionen reduziert werden. Eine andere Anzeige soll aufleuchten, wenn die Fahrer ineinem ungünstigen Gang fahren. Auch die Reifen müssen dann geringeren Reibungsstandards entsprechen. 10 UmweltMagazin Dezember 2012

IWR Münster Weltweiter CO 2 -Ausstoß auf Rekordniveau Die globalen CO 2 -Emissionen haben im Jahr 2011 wieder einen neuen Rekordwert erreicht. Mit 34Milliarden Tonnen (Mrd. t) wurde so viel Kohlendioxid aus fossilen Energieträgern in die Atmosphäre abgegeben wie noch nie, sodas Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster. Nach dem Rückgang der Emissionen imJahr 2009 in Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise ist der jährliche CO 2 -Ausstoß auf den Wachstumspfad der letzten Jahre zurückgekehrt. Wenn der aktuelle Trend anhalte, dann würde der weltweite CO 2 -Ausstoß bis zum Jahr 2020 um weitere 20Prozent auf mehr als 40 Mrd. tCO 2 ansteigen. Auf dem ersten Platz führt China das CO 2 -Länderranking 2011 mit 8,9 Mrd. tKohlendioxid an. An zweiter stelle stehen die USA, die 6Mrd. temittiert haben. Indien erreicht mit 1,8 Mrd. aktuell Rang drei, vor Russland mit 1,67 Mrd. tund Japan mit 1,3 Mrd. t.Deutschland liegt mit 804 Mill. tauf Rang 6. Unter den Top 10 der größten Emittenten konnten die USA, Russland und Deutschland ihren CO 2 -Ausstoß gegenüber dem Vorjahr reduzieren. Um den weiteren Anstieg der globalen Emissionen zubremsen, schlägt das IWR die Umsetzung des CERINA-Plans (CO 2 -Emissions and Renewable Invest- Bild: Dieter Schütz/Pixelio Die globalen CO 2 -Emissionen haben im Jahr 2011 wieder einen neuen Rekordwert erreicht. ment Action Plan) vor. Dieser sieht vor, die CO 2 -Emissionen inden einzelnen Staaten an Investitionen in klimafreundliche Anlagentechniken, wie beispielsweise regenerative Energien, zukoppeln. Auf der Grundlage eines objektiven Verteilungsschlüssels pro Tonne CO 2 könnte die Investitionshöhe Verursacher gerecht angegeben werden: Länder mit niedrigen Emissionen hätten geringere Investitionsvorgaben als Länder mit hohen Emissionen. www.iwr-institut.de Ecoprog Stromerzeugung aus Biomasse boomt Die energetische Nutzung von fester Biomasse, wie etwa Holz, erlebt in den kommenden Jahren ein noch nie dagewesenes Wachstum, so das Ergebnis der Marktstudie „Biomass to Energy“ des Kölner Beratungsunternehmens ecoprog. Aktuell sind weltweit über 2200 Biomassekraftwerke in Betrieb. Diese verfügen über eine Leistung von zusammen rund 32 000 Megawatt (MW). Alleine in Europa gibt esmehr als 1100 aktive Biomassekraftwerke; hinzu kommen mehr als 130 Kohlekraftwerke, die Biomasse mitverbrennen. In den vergangenen fünf Jahren gingen weltweit pro Jahr rund 150 Biomassekraftwerke in Betrieb, jedes davon mit einer durchschnittlichen Leistung von 11 MW. Dieses Wachstum steigt noch weiter: Bis 2016 werden es pro Jahr 165 Anlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von über 15 MW sein. Die Investitionen in Neubau Die energetische Nutzung von fester Biomasse, wie etwa Holz, erlebt in den kommenden Jahren ein noch nie dagewesenes Wachstum. und Instandhaltung von Biomassekraftwerken steigen von derzeit 10 auf über 14 Milliarden Euro pro Jahr. In Deutschland allerdings ist der Boom vorbei: Inden vergangenen Jahren sank die Zahl der Neuanlagen stetig. Derzeit sind Bild: H.D.Volz/Pixelio knapp 270 Biomassekraftwerke mit einer Kapazität von knapp 1400 MW in Betrieb. Bis zum Jahr 2016 wird sich diese Leistung nur um etwa 11 Prozent erhöhen. Zwar werden 50zusätzliche Kraftwerke errichtet, diese sind aber mit durchschnittlichen Anlagengrößen unter 3MW kleiner als in der Vergangenheit. Die Gunststandorte in Deutschland sind weitgehend erschlossen, denn nach zwölf Jahren Förderung durch das EEG gibt esinjeder Papierfabrik und jedem großen Sägewerk ein Biomassekraftwerk. Ein weiteres Wachstum ist nur durch die Förderung neuer Arten von Biomasse, wie etwa Stroh, möglich. Die Nutzung dieser Materialien kostet jedoch in der Regel mehr Geld, da es für die energetische Verwertung zuPellets verarbeitet werden muss. Zudem enthält es deutlich mehr Chlor als Holz und greift damit die Innenseite der Kraftwerkskessel an. Umsich davor zu schützen, sind höhere Investitionen in die Anlagen nötig. Daher gibt esindiesem Bereich derzeit nur einige wenige Projekte –obwohl das neue EEG die Nutzung von Stroh besonders fördert. www.ecoprog.de UmweltMagazin Dezember 2012 11

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