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12 | 2012

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SPECIAL

SPECIAL Luftreinhaltung/Emissionen Saubere Luft in der Druckindustrie In den 90er Jahren legte man inder Druckindustrie Thermische Nachverbrennungsanlagen im Flexo- und Tiefdruck für relativ stabile Betriebsbedingungen mit hohen mittleren Lösemittelkonzentrationen aus. Aufgrund von geänderten Produktionsbedingungen durch immer kürzere Druckjobs und die dadurch resultierenden Zunahme von Teillast-, Umrüst-, und Standbyzeiten haben sich die Anforderungen an eine Thermische Nachverbrennung in den letzten Jahren jedoch verändert. Vor diesem Hintergrund hat die unter anderem auf Abluftreinigung spezialisierte KBA-MetalPrint GmbH die Anlage des Unternehmens CD Cartondruck umgerüstet. Benjamin Maile Das mittelständische Unternehmen CD Cartondruck GmbH betreibt am Standort inObersulm –Wilsbach eine KBA Tiefdruckmaschine auf derlösemittelhaltige Druckfarben verarbeitet und Kartonverpackungen gedruckt Die Zweifarben-Bogentiefdruckmaschine KBA Rembrandt 104 von CDCartondruck werden. Die lösemittelhaltige Abluft der Druckmaschine sowie die Abluftaus einer Walzenwaschmaschine wurden bereits seit 1993 mit einer katalytische Hochtemperatur-Nachverbrennungs (H-KNV)-Anlage von KBA-CleanAir gereinigt. Um den veränderten Produktionsbedingungen und Umweltauflagen gerecht zu werden, wurde entschieden, die vorhandene H-KNV-Anlagezuersetzen und an derselben Position eine Thermisch-Regenerative Abluftreinigungsanlage (TRA) zu installieren. Die Dimensionierung und Effizienz der Abluftreinigungsanlage hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehören: 7 Abluftmenge: Die Anlagenbaugröße ist abhängig von der zu fördernden Abluftmenge und hat dadurch direkten Einfluss auf die Investitionskosten. Zudemerhöht sichder elektrische Energieverbrauch mit zunehmender Abluftmenge. 7 Lösemittelkonzentration: Die Abluftmenge wiederum ist abhängig von der maximal zulässigen Lösemittelkonzentration die der Thermischen Abluftreinigungsanlage zugeführt werden darf. Hierbei muss eine Konzentration von 25 Prozent UEG (Untere Explosions- Grenze), die in den europäischen Sicherheitsvorschriften definiert ist, sicher eingehaltenwerden. Durch die Reduzierung der Abluftmengen und der dadurch einhergehendenErhöhung der Lösemittelkonzentration können nicht nur die elektrischen Betriebskosten sondern auch der Gasverbrauch reduziert werden.Der Energieinhalt derLösemittel deckt zu einemgroßenTeilden Energiebedarfder Abluftreinigungsanlage. 18 UmweltMagazin Dezember 2012

Die Abluftreinigungsanlage von KBA-CleanAir 7 Bauliche Gegebenheiten: Eine untergeordnete, aber nicht vernachlässigbare Rolle bei der Dimensionierung derAnlage spielt häufig auchdas zurVerfügung stehende Baufeld. Zudem sollte die Abluftreinigungsanlage möglichst nahe an der Produktion positioniert werden, um hohe Investitionskosten für lange Rohrleitungen zuvermeiden. BeiCDCartondruckmussteein besonderes Augenmerk auf die baulichen Gegebenheiten gelegt werden, da die Anlage in einerTechnikzentrale auf demDachdes Produktionsgebäudes installiert werden sollte. Hierbei mussten die alten Anlagenteile durch eine Dachöffnung ausgebracht und die neuen Anlagenteile eingebaut werden. Die Positionierung der Anlage im Gebäude erfolgte mit Hilfevon Schwerlastrollen. KBA-CleanAir erhielt den Auftrag diealte H-KNV-Anlagezudemontierenund die neue TRA-Anlagezuinstallieren. Um einenmöglichstreibungslosen Produktionsbetrieb während der Demontage- und Montagearbeiten zugewährleisten, wurden diese Arbeiten vorab detailliert geplant und mit dem Kunden abgestimmt. DieHauptarbeitenwaren: 7 Demontage und Ausbringen derH-KNV-Anlage, 7 Erneuern desBodenbelages am Aufstellungsort, 7 Einbringen und Montage derneuen vormontierten Anlage, 7 Montage derReingasableitung inklusiveIsolierung sowie 7 elektrischeVerdrahtungder Anlagenkomponenten. Verfahren Thermisch Regenerative Abluftreinigungsanlagen haben sichinden letztenJahrzehntenamMarkt etabliert.Sie finden Anwendung in den unterschiedlichsten Fertigungsindustrien bei denen Kohlenwasserstoffe, Aerosole oder Gerüche emittiertwerden. DieAnlagen bestehen meist aus drei Behältern mit obenliegender Brennkammer. In derBrennkammerwerdenbei knapp 820°Cdie organischenSchadstoffesicherumgesetztund die gefordertenReingaskonzentration von

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