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12 | 2012

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Gastkommentar

Gastkommentar IED-Prozess braucht starke deutsche Beteiligung Eswar eingroßerSchritt, als am 7. Januar 2011 die Richtlinie 2010/75/EU deseuropäischenParlaments und Ratesüber Industrie- Emissionen (IED) in Krafttrat. DieIED istals Nachfolgerin derIVU-Richtlinie über die integrierteVermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung sowie sechsweiterer Sektor-Richtlinien zu Großfeuerungsanlagen, Abfallverbrennung, Lösemitteln und Titandioxid Grundlagefür die Genehmigung besondersumweltrelevanterIndustrieanlagen in ganz Europa. DieIED-Umsetzung in nationales Rechtmussbis 6. Januar 2013 erfolgen. Mit derIED-Richtliniewirddas Leitbild einer nachhaltigen Produktion mit dem Zielweiterentwickelt, einhohes Schutzniveau fürdie Umwelt zu erreichen. Über denintegrativen Ansatz gilt es,neben denSchadstoffemissionenindie verschiedenenMedienauchalle Produktionsprozessezuberücksichtigen. Nursokann es gelingen, denVerbrauchanRessourcenund Energie und an sonstigen Umweltbelastungenwährend desBetriebs undauchnachder Stilllegung einerIndustrieanlagezuvermeidenoderso weit wie möglichzuvermindern.Umzuzeigen, dass dieMinderungszieleinrealenAnlagen auchwirklicherreichbarsind, werden beispielhaftTechniken benannt –BVT (Beste Verfügbare Technik).Diese sindinden BVT-Merkblättern derEU-Kommissionveröffentlicht. Mit der IEDsoll nun neuerWind in denbislang weitgehend unverbindlichenBVT-Prozess kommen, in demaus den Merkblättern BVT- Schlussfolgerungen entwickelt und verabschiedetwerden, die deneuropäischen Stand der Technik beispielhaftbeschreiben unddurch die Veröffentlichung im Amtsblatt derEUauch eine entsprechende Verbindlichkeiterhalten. Es gilt, denSevilla-Prozesszukünftig noch ernster zu nehmenund sichintensiv einzubringen. Diedeutsche Beteiligung wirdüber das Umweltbundesamt als nationale Koordinierungsstelle für denSevilla-Prozessorganisiert. Zu jedem Sektor wirdeine Expertengruppe ins Leben gerufen. Über diesen Wegfließen auch die aktuellenBeschreibungen desStandesder Technik, die in VDI-Richtliniender Kommission Reinhaltung derLuftimVDI undDIN – Normenausschuss KRdL festgehalten sind, in dieErarbeitung derBVT-Merkblätter ein. Nicht alle derderzeitüber 30 BVT-MerkblätterenthaltenAnlagenbeschreibungen. DasMonitoring-BVT-Merkblatt liefertBehördenund Betreibernvon IED-Anlagenwichtige Informationenfür eine europaweit harmonisierte Erfüllung ihrer Verpflichtungenaus der IED-Richtlinie hinsichtlich derÜberwachung industrieller Emissionen. Hierbei geht es um alle Aspekte vonEmissionsmessungen.Angefangen vonder Messtechnik über die Messplanung,die Einbeziehung vonMessunsicherheitenbis hin zu Anforderungen an dieQualitätssicherung und -kontrolle sowie Anforderungen an die Berichterstattung. Wenn bei derEmissionsüberwachung europaweit nicht „Äpfel mit Birnen“ verglichen werden sollen,sind solche Festlegungen unerlässlich. Mit derÜberarbeitung desMonitoring-BVT- Merkblatts wurde im BüroinSevilla bereits begonnen.EsgibtÜberlegungen dieses „horizontale“BVT-Merkblatt durch einenReference-Reportdes Joint Research Centers(JRC) in Ispra, Italien, zu ersetzen.Vor dem Hintergrund der europaweitenVerbindlichkeitdieser wichtigen Überwachungsgrundsätzeist das kritischzusehen. Der Fachbeiratdes FachbereichsIV„Umweltmesstechnik“hat auf seinerSitzung Anfang November 2012 daherbeschlossen,inSevilla den Vorschlag einzubringen, die Anforderungen zurMesstechnik, die bereits europaweit im CEN/TC264 „Luftbeschaffenheit“standardisiertsind, direkt in die einzelnenBVT-Merkblätter aufzunehmen. Damit ließe sich eine europaweitharmonisierteAnlagenüberwachung sicherstellen. DieFrage nach belastbaren Anlagedatenwie auchdie Fragestellungen bei derÜberarbeitung desMonitoring- BVT-Merkblatts machenbeispielhaftdie Notwendigkeit deutlich, dass derSevilla-Prozessintensiv von deutscherSeite zu begleitenist:umden deutschenStandpunkt erfolgreicheinzubeziehen undumdie Dynamik desgesamtenProzesses voranzutreiben.Alle Beteiligten müssen hieran einemStrang ziehen.Die KRdL mit ihren über 1200 ehrenamtlichenExperten istdie Bedeutung desSevilla-Prozessessehrbewusst.Sie wird alles daran setzen,über ihreVDI-Richtlinien und DIN-Normenden Stand derAnlagen- und Mess-Technik in Deutschlanderfolgreichindie BVT-Merkblätterund ihreSchlussfolgerungen einzubringen. Dr.rer.nat. RudolfNeuroth, Geschäftsführer der KRdL im VDIund DIN, Düsseldorf „Nur wenn auch alle Produktionsprozesse berücksichtigt werden, kann der VerbrauchanRessourcen vermindertwerden .“ UmweltMagazin Dezember 2012 3

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