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12 | 2012

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Branche Auf der 25.

Branche Auf der 25. Messeausgabe der Pollutec inLyon wurde zum zehnten Mal der EEP-Award an drei Gewinner verliehen. Mit ihrem innovativen Konzept, Hochhäuser nahezu ausschließlich aus Holz zuerreichten, hat sich das österreichische Unternehmen Cree gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt und im Jubiläumsjahr den EEP-Award in Gold gewonnen. EEP-Award inGold: der LifeCycle Tower von Cree EEP-Award 2012: DieSieger Gold: Cree (Österreich) Mit dem Ansatz, selbst hohe Gebäude aus dem nachwachsenen Rohstoff Holz zuerrichten, hat sich das österreichische Unternehmen gegen die europäische Konkurrenz durchgesetzt. Ihr LifeCycle Tower (LCT) ist ein Holz-Hybridbausystem für mehrgeschossige Gebäude mit bis zu 30 Stockwerken und 100 Meter Höhe. Ineinem LifeCycleTower sind bereits wesentliche Elemente der Haustechnik enthalten. Die einzelnen Systemkomponenten (Kern, Decke, Fassadenstützen) werden industriell vorgefertigt und sind modulartig einsetzbar.Ohne tragende Trennwände ist das System sehr flexibel und erlaubt eine individuelle Raumaufteilung. Das LCT-System ist für verschiedene Nutzungsvarianten wie Büro, Hotel oder Gastronomie einsetzbar. Im September 2011 wurde mit dem Bau für den ersten LifeCycle Tower, dem LCT ONE, der als Demonstrationsgebäude mit acht Geschossen am Standort Vorarlberg in Dornbirn errichtet wird, begonnen. Spatenstich für das erste Kundenprojekt Illwerke Zentrum Montafon (IZM) in Vandans, Vorarlberg, war im März2012. Die Fertigstellung ist für Sommer 2013 geplant. www.cree.at Silber: Hydroswiss (Schweiz) In ländlichen Regionen mit weit auseinander liegenden Städten und Gemeinden rückt die dezentrale Abwasseraufbereitung zunehmend in den Fokus. Nicht zuletzt geringere Kosten sind hier ein entscheidender Faktor. Der Schweizer Anbieter Hyroswiss hat vor diesem Hintergrund eine Anlage entwickelt, die die Abwässer von Kommunen klären kann, die nicht mehr als 2000 Einwohner haben. Die Anlage reinigt das Wasser über Auftriebskräfte. Im Gegensatz zur Sedimentation, bei der sich Schwebeteilchen aufgrund der gegenüber Wasser höheren Dichte amBoden absetzen, lassen sich mit dem Dissolved Air Flotation (DAF)- System auch leichte Teilchen in kurzer Zeit vom Wasser trennen. Dazu werden Luftblasen in das Wasser geleitet, die sich andie zu trennenden Teilchen hängen und diese so an die Oberfläche leiten. www.hydroswiss.ch Bronze: Ion (Portugal) Ein Überangebot an Nährstoffen in Gewässern führt schnell zu deren Eutrophierung. In der Regel finden sich in solchen Gewässern zu viel Stickstoff und Phosphor. Um mit Phosphor einen der limitierenden Faktoren aus betroffenen Gewässern herauszufiltern, hat das portugiesische Unternehmen Ion ein neues Membransystem entwickelt. Ohne Phosphor ist das Algenwachstum stark eingeschränkt. Selbst ein weiterhin hohes Stickstoffangebot kann das Algenwachstum nichtmehr forcieren. Das Membransystem beruht auf dem Einsatz von Aluminiumnanopartikeln. Die herausgelösten Phosphorteilchen können wieder gewonnen werden. Damit leistet dasSystem einenBeitrag zum Phosphorrecycling. www.ion.pt EEP-Award inSilber: Anlage zur dezentralen Abwasseraufbereitung EEP-Award inBronze: Membransystem gegen Algenwachstum 56 UmweltMagazin Dezember 2012

Ungewöhnliche Verbindung von Umwelttechnik und behindertengerechter Stadtentwicklung: Entwässerungslinien inöffentlichen Verkehrsräumen können so gestaltet werden, dass sie zugleich Orientierungshilfe für sehbehinderte und blinde Menschen sind. Rinnenspezialist Birco hat ein entsprechendes System entwickelt. Die nordrheinwestfälische Stadt Bergisch Gladbach hat es in ihrer Fußgängerzone installiert. Entwässerungslinien als Blindenleitsystem Bei der baulichen Gestaltung öffentlicher Verkehrsflächen, wie beispielsweise Fußgängerzonen, werden routinemäßig Entwässerungslinien eingeplant. Sie erfüllen die Aufgabe, Regenwasser zu sammeln und abzuleiten. Entsprechende Systeme bestehen aus Rinnen- und hydraulisch erforderlichen Sonderelementen,die als Betonfertigteile hergestellt werden. Den Wasserzulauf einerseits sowie ein unfallfreies Begehen und Befahren andererseits gewährleistet eine Abdeckung, die inder Regel aus Guss besteht und nach dem Einbau des Rinnensystems mit dem umgebenden Flächenbelag bündig abschließt. Insoweit handelt es sich um bautechnischen Standard zur Entwässerung befestigter Flächen. Rinnenabdeckung als Bodenindikator Neu und in Bergisch Gladbach erstmals umgesetzt ist das Konzept, die Abdeckung zugleich als sehbehindertengerechtes Leitsystem zu gestalten. Dabei fungieren die Abdeckungen als Bodenindikatoren, die vor allem in weiträumigen oder ungleichmäßig konturierten Flächen erforderlich sind, damit blinde und sehbehinderte Menschen sich orientieren können. Die in Bergisch Gladbach eingebaute Blindenleitabdeckung aus Guss erfüllt diese zusätzliche Aufgabe. Zur Anwendungsreife entwickelt hat esdas auf Entwässerungslösungen spezialisierte Unternehmen Birco aus Baden-Baden. Als Grundlagen für die behindertengerechte Gestaltung der Blindenleitabdeckung haben die DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“sowie der Leitfaden „Unbehinderte Mobilität“der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung gedient. Die seit Oktober 2011 gültige Neufassung der DIN 32984 definiert in Kapitel 4nur relativ allgemein die Anforderungen an Bodenindikatoren sowie den angrenzenden Bodenbelag und veranschaulicht inKapitel 5ihre Vorgaben für den Anwendungsbereich öffentlicher Verkehrsräume anhand einiger Normzeichnungen. Sehr viel genauer als die Rahmenbestimmungen der DIN 32984 gehen jedoch die Gestaltungsvorschläge des hessischen Leitfadens auf die Orientierungsbedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen ein. Für sichere Mobilität konzipiert Die Blindenleitabdeckungen ausGuss entsprechen mit einer Breite von 30 Zentimetern der DIN-Vorgabe. Ihre Rippenstruktur weist den geforderten trapezförmigen Querschnitt auf, der jede Abdeckung in vier Längsrillen untergliedert. Sie dienen der taktilen Orientierung und Führung, für die geschulte Blinde den Langstock mit kugelförmiger Stockspitze benutzen.Unter Rücksichtnahme auf dessen Gebrauch wurde die Weite der Wassereinlauföffnungen auf weniger als zwei Zentimeter dimensioniert, sodass selbst bei den kleinsten Kugelspitzen mit zwei Zentimetern Durchmesser kein Unfallrisiko durch Verkeilen entsteht. Um Stolpergefahren auszuschließen, halten die Rillenstege die Normvorgabe von 5 Millimetern Höhe ein; alle Kanten der Erhebungen sind darüber hinaus abgerundet. Kleine Unterbrechungen in den Stegen bannen das Rutschrisiko gemäß Rutschhemmklasse R11. Kontraststark und reflexionsfrei Während Menschen mit vollständiger Erblindung maßgeblich auf taktile Orientierungshilfen angewiesen sind,benötigen Sehbehinderte mit einem Restsehvermögen solche Bodenindikatoren, die zur Umgebungsfläche optisch stark kontrastieren, und zugleich Reflexionsblendungen ausschließen. Die Blindenleitabdeckung er- Bild: Birco füllt auch diese Anforderungen insofern, dass sich die gebrochene Oberflächenstruktur der Gusselemente reflexionsfrei verhält und dieAbdeckungen je nach Leuchtdichte des angrenzenden Flächenbelags mit schwarzer Tauchlackierung oder in verzinkter Ausführung lieferbar sind. Auch akustisch kontrastiert der metallisch klingende Guss signifikant zu umgebender Pflasterung oder Asphaltierung, die beide ein eher reibendes Geräusch erzeugen. Die Blindenleitabdeckungen präsentieren sich als komplettes Längsleitsystem, das neben den Abdeckungen mit Führungsrillen auch Schlussstücke umfasst. Im Sinne von Aufmerksamkeitsfeldern signalisieren sie Ende, Unterbrechungen und Abzweigungen der Leitlinie. Zum Entwässerungssystem werden die Blindenleitabdeckungen im Zusammenspiel mit dem Rinnensystem Bircosir. Die in verschiedenen Baulängen verfügbaren Rinnenelemente, wahlweise mit oder ohne Innengefälle, sowie die Sinkkästen bestehen aus leistungsfähigem C40/50-Beton. Zusammen mit den pro Meter achtfach sicherheitsverschraubten Gussabdeckungen entsprechen sie der Belastungsklasse D400, was einer Auslegung für straßenübliche Verkehrslasten entspricht. TomKionka, Bürofür Umweltkommunikation, Wiesentheid,tom.kionka@t-online.de UmweltMagazin Dezember 2012 57

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