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12 | 2013

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Insgesamt kann die

Insgesamt kann die Unternehmensgruppe am Standort bis zu 100 000 Jahrestonnen mineralische Abfälle verarbeiten. Das Leistungsspektrum reicht von der trockenmechanischen Separation mittels Brech-, Sieb- und Sortiertechniken bis zur biologischen Schadstoffreduzierung mittels Mikroorganismen. Trockenmechanische Separation Bei der trockenmechanischen Separation von Bodenaushubmaterial werden je nach Art und Grad der Verunreinigung verschiedene Trennschnitte ermittelt, durch die sich die Schadstoffe ineiner Kornfraktion aufkonzentrieren lassen. Anorganische wie organische Schadstoffe befinden sich oft im Feinkorn, das weiter behandelt werden muss. Durch weitere Aufbereitung kann das Grobkorn häufig dem Recycling zugeführt werden. Bauschutt und Beton eignen sich ebenfalls oft zur Herstellung von Recyclingbaustoffen und werden wie die Grobfraktion aufbereitet, qualitätsgesichert und güteüberwacht. Probenahmen und chemische Analysen nach der Behandlung werden ausschließlich von externen Ingenieurbürosund Labors durchgeführt. Biologische Schadstoffreduzierung Das biologische Abbauverfahren nutzt die Fähigkeit von Mikroorganismen, organische Schadstoffe inEnergie und Zellmasse umzuwandeln und damit abzubauen. Eingesetzt werden bewährte Verfahren, die durch Belüftung, pH-Wert-Regulierung, Nährstoffzugabe und Zugabe von Mikroorganismen sehr gute Abbaubedingungen für Verunreinigungen schaffen. Damit lassen sich Schadstofffrachten, besonders Mineralölkohlenwasserstoffe, innerhalb weniger Wochen erheblichreduzieren. Auch andereorganische Verbindungen werden entsprechend abgebaut. Die dafür benötigte Zeithängt vonder Artund Konzentration derSchadstoffeab. Einhausung der Behandlungsschritte für belastete Materialien inHallen schafft Sicherheit für Mitarbeiter und Umwelt. Hohe Anlagensicherheit Die verunreinigten Materialien werden ingeschlossenen Hallen behandelt, deren Böden mit einer Kunststoffdichtungsbahn unter einer Betondecke als dichte Wannen ausgeführt sind. Die Hallen sind außerdem mit moderner Abluftreinigungstechnik ausgestattet. Sie sorgt neben dernotwendigenArbeitssicherheit dafür, dass keine Staub- und Schadstofffrachten ausgetragen werden. Mehrstufige Aktivkohlefilteranlagen adsorbieren flüchtige organische Verbindungen. Das behandelte Aushubmaterial wird mit auf der Anlage anfallendem Regenwasser befeuchtet. Nach der Behandlung wird das Material durch eine externebefugteFachanstalt fremdüberwacht und entsprechend des Behandlungserfolgs und dessen bautechnischer Eignung als Schüttmaterial verwertet oder deponiert. Qualitätssicherung und Dokumentation Ein neues IT-gestütztes System sorgt für eine lückenlose Dokumentation der Materialflüsse und ermöglicht ein jederzeitiges Nachvollziehen von Herkunft und Verarbeitung. Die Behandlung erfolgt in Chargen. Diese werden mit einem programmierten Mikrochip gekennzeichnet, dermittels NFC- Technologie (Near Field Communication, Nahfunktechnik) jederzeit vor Ortausgelesen werden kann. Seit derInbetriebnahme im Sommer dieses Jahres hat die Bauer +Moosleitner Entsorgungstechnik GmbH schon eine Reihe von Projekten erfolgreich abgewickelt. Darunter finden sich Bauprojekte, bei denen größere Mengen an gering bis mäßig verunreinigtem Material angefallen sind. Es wurde außerdem Material aus Tankstellensanierungen angenommen, bei denen mehrere tausend Tonnen mit Mineralölkohlenwasserstoffen verunreinigtes Bodenaushubmaterial zu verwertenwaren. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten Die eingesetzten Verfahren haben sich beim Gesellschafter Bauer Umwelt GmbH in Deutschland über 20 Jahreinder Praxis bewährt. Neben der Dekontamination von Material mit einzelnen Belastungsparametern wurden auch Sanierungsfälle mit einem breiteren Schadstoffspektrum behandelt. Ein Einsatz ist besonders bei höheren Belastungen mit organischen Substanzen sinnvoll, wie Mineralölkohlenwasserstoffen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) mit geringerer Anzahl vonKohlenstoffringen. Mit derneuen Anlageleistet BME einen wichtigen Beitrag zur Entsorgungssicherheit in der Region Salzburg und Oberbayern. Josef Aschl, Bauer +Moosleitner Entsorgungstechnik GmbH, Salzburg/Österreich, josef.aschl@bme-entsorgung.eu Bilder (2): Bauer +Moosleitner Entsorgungstechnik UmweltMagazin Dezember 2013 41

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Grünschnittsammelstelle: Für eine Bioraffinerie, die das Ziel des NureSt-Projekt ist, sollen Reststoffe künftig gesammelt und zu neuem Rohmaterial und anderen Produkten verarbeitet werden. Biologische Reststoffe verwerten Von Grasschnitt über biogenes Treibgut bis hin zu Resten aus der Landwirtschaft oder der Lebensmittelindustrie: Täglich fällt aus verschiedensten Quellen Biomasse an, die sich zu neuen Grundstoffen aufbereiten oder zumindest energetisch verwerten ließe. Allerdings sind die einzelnen Mengen oftmals zu gering, als dass sich die Verarbeitung wirtschaftlich lohnen würde, und verfallen daher unbeachtet. Das unabhängige Forschungsinstitut ttz Bremerhaven hat jetzt auf Initiative des BioRes-Netzwerks und in Zusammenarbeit mit mehreren Hochschulen, Unternehmen sowie mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Leuchtturmprojekt gestartet, das solche Reststoffe nutzbar machen will. interessanterist allerdings eine Wiederverwendung beispielsweise als Bodenhilfsstoffoderals neuesRohmaterial für die Industrie“, erklärt Malte Trumpa, Leiter des BioRes-Netzwerks,einesZIM- Kooperationsnetzwerks,indem die Idee für das Leuchtturmprojekt entstand. Die aus dem ttz Bremerhaven hervorgegangene Initiativeist einZusammenschluss von Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette rund um das Thema Biomasseund verfügtdaher über einige Erfahrung in Fragen der Machbarkeit, Rentabilität und Umsetzung. Christine Gaßel Inden LandkreisenWesermarschund Cuxhaven sollen dazu über mehrere Jahre hinweg und übertragbar auf andere Regionen Deutschlands die tatsächlich vorhandenen Stoffmengen sowie mögliche Verwendungen untersucht werden. Begleitend werden sich Studien mit den logistischen, technischen, gesetzlichen, sozialökonomischen und wirtschaftlichen Faktoren befassen.ImFokus stehen dabei speziell die Vorteile für die Region, wie Abfallvermeidung, günstige Energieträger und Rohstoffe sowie die Schaffung von neuenArbeitsplätzen. Im Wesentlichen soll das Projekt „Nutzung regionaler Stoffströme“ (NureSt) eine Innovationsgruppe aufbauen –und das mit demZiel, eine dezentrale Bioraffinerie einschließlich der notwendigen Logistik zu konzipieren, in der biogene Reststoffe unterschiedlicher Herkunft sinnvoll verwertet werden können. „Die energetische Nutzung ist dabei eine Möglichkeit, noch Bio-Abfall als unerschlossenes Rohstoffpotenzial Als mögliche Grundstoffe werden bislang vorallemReststoffeund Abfälle aus der Agrar- und Forstwirtschaft diskutiert. „In einem anderen Projekt haben wir zum Beispiel von einem Reetbauern erfahren, dass er durchschnittlich rund 10 Prozent seiner Halme einfach auf der Fläche liegen lässt, weil sie zur Dacheindeckung ungeeignet sind“, berichtet Trumpa. Erste Untersuchungen haben aber auch ungewöhnliche Quellen aufgezeigt, wie beispielsweise Treibsel: Solche Ansammlungen aus 42 UmweltMagazin Dezember 2013

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