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12 | 2015

Nachrichten Destatis

Nachrichten Destatis Industriebetriebe produzieren rund 9 % der in Deutschland erzeugten Strommenge Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) haben die Betriebe des Bergbaus und des Verarbeitenden Gewerbes im letzten Jahr 45 TWh Strom erzeugt. Das entspricht einem Anteil von rund 9 % an der von der amtlichen Statistik erfassten Bruttostromerzeugung in Deutschland. Die Industriekraftwerke dienen in erster Linie der Eigenversorgung, jedoch wird vielfach Elektrizität an andere Betriebe und das öffentliche Netz abgegeben. Berücksichtigt werden hierbei nur Stromerzeugungsanlagen mit einer elektrischen Engpassleistung (brutto) von mindestens 1 MW. 34 % der von der Industrie erzeugten Strommenge stammen aus Betrieben der Chemischen Industrie, 17 % aus der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie 14 % aus dem Bereich Kokerei und Mineralölverarbeitung. Der Anteil des Industriestroms an der gesamten Bruttostromerzeugung ist seit 2005 nahezu konstant. Jedoch änderte sich die Zusammensetzung der eingesetzten Energieträger: Hatte die Industrie 2005 noch 28 % der Energie durch Stein- und Braunkohle gewonnen, lag der Anteil im letzten Jahr bei nur noch 10 %. Demgegenüber stieg der von Erdgas von 33 % im Jahr 2005 auf 49 %. Erdgas ist somit der wichtigste Energieträger in der Industrie. www.destatis.de Bild: FotoHiero / pixelio.de Europa – kurz notiert >>> 970 Mio. t fruchtbaren Boden verliert die EU jedes Jahr durch Erosion. Hierauf verweist die kürzlich veröffentlichte Studie „Down to earth – Der Boden, von dem wir leben: Zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft“ hin. Hierin werden die Ursachen für die Bedrohung der Böden und Lösungen aufgezeigt. Boden sollte besser geschützt werden beispielsweise durch die Umsetzung der von Deutschland ausgebremsten EU-Bodenschutzrichtlinie sowie durch eine ressourcenschonende Agrarpolitik. >>>Die EU-Kommission erwägt als Reaktion auf den VW-Abgasskandal, auch den Ausstoß von Luftschadstoffen wie Stickoxiden bei Autos zu kennzeichnen. Die Kommission prüft die Richtlinie über den Kraftstoffverbrauch und die CO 2 -Emissionen für Personenkraftfahrzeuge von 1999. Diese beinhaltet bisher keine Luftschadstoffe. >>> Acht EU-Staaten sowie Norwegen möchten sich für eine striktere Regelung von Chemikalien einsetzen. Sie gründeten dafür die Reach Up-Koalition. Der Fokus der Gruppe soll auf fünf verschiedenen Bereichen liegen: die Registrierung der Substanzen, Kontrolle von besonders besorgniserregenden Stoffen, Inhaltsstoffe von Importprodukten in die EU, Endokrine Disruptoren und Nanomaterialien. >>>Im Jahr 2014 hat die Europäische Union ihr Ziel, Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % im Vergleich zu 1990 zu senken, bereits um drei Prozentpunkte überholt. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Europäische Umweltagentur kürzlich herausgab. Grund sollen vor allem die wärmeren Temperaturen sein, durch die der Energiebedarf sank. Sollte die EU auf Kurs bleiben, könnten sich die Emissionswerte bis 2020 sogar insgesamt um bis zu fünf Prozentpunkte verbessern. >>>90 % der Flüsse und 30 % des Grundwassers in der EU sind von diffuser Verschmutzung betroffen. Deshalb sollen die Staaten besser begründen, warum sie von den Wasserschutzzielen abweichen. Derzeit gibt es rund 40 Verfahren gegen EU-Mitgliedstaaten wegen Nichteinhaltung der Wasserrahmenund der kommunalen Abwasserrichtlinie. Fast die Hälfte der Oberflächengewässer in der EU verfehlen das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie eines guten ökologischen Zustandes bis 2015. Etwa 25 % des Grundwassers sind in einem schlechten chemischen Zustand. >>> Die Europäische Kommission hat Ende November dieses Jahres eine ergänzende Initiative zur Globalen Allianz gegen den Klimawandel (GCCA) in Höhe von 350 Mio. € gestartet. Die erweiterte Allianz, die GCCA+ ist bis 2020 angelegt und wird ein zentrales Element bei der Unterstützung der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländer sein. 10 UmweltMagazin Dezember 2015

could achieve of this reduction at or negative cost. Nachrichten Xylem Studie Intelligentes Abwassermanagement reduziert Emissionen und steigert Energieeffizienz Eine aktuelle Studie von dem globalen Wassertechnikanbieter Xylem zeigt, dass sich Emissionen durch den Einsatz bereits vorhandener Abwasser-Managementtechnologien um die Hälfte reduzieren lassen, und sich dadurch gleichzeitig die Energieeffizienz entsprechend erhöht. Laut Analyse lassen sich 95 % der reduzierten Emissionen entweder kostenneutral oder mit Gewinn realisieren. Die Studie „Powering the Wastewater Renaissance“ analysiert die Energieeffizienz in der Abwassermanagement-Branche und zeigt Lösungen auf, wie sich Treibhausemissionen durch den Einsatz bereits bewährter Technologien reduzieren lassen. Untersucht wurden dabei die Abwasserproduktion in den USA, Europa und China. Dabei wurden 18 spezifische Einsparpotenziale von Pumpen für die Wasserförderung über Gebläse zur Belüftung bis hin zu Filtersystemen zur Behandlung ermittelt. Die größten Investitions- und Einsparungsergebnisse wurden dabei in China identifiziert. Dort ließen sich 100 % Elektrizitätsemissionen kostenneutral oder mit Gewinn reduzieren. In dieser Region, in der die Regierung aktiv in die Wasserinfrastruktur investiert, ließen sich mit effizienter Abwassertechnik mehr als 22, 6 Mrd. € netto einsparen. Insgesamt lägen die Einsparungen in China, den USA und Europa bei mehr als 36, 2 Mrd. €. Die Studie weist zwei Optionen auf, um die Implementierung effizienter Abwassertechnik zu beschleunigen: Zum einen würden neue Finanzierungsmodelle Anreize geben, in Technologien mit niedrigen Emissionswerten zu investieren. Sie könnten beispielsweise bei den höheren Kapitalkosten unterstützen, die initial für moderne Technologien investiert werden müssen. Die zweite Option wäre die Einführung höherer Energieeffizienzstandards von Abwassertechnologien, die flächendeckend eingeführt würden. www.xylem.com THE WASTEWATER INDUSTRY & CLIMATE CHANGE Cutting Global Emissions in Half Today, the management of wastewater globally results in 86+ million metric tons of electricity-related emissions, which is equal to The world could cut this number by 50% 9.2 M 9.7 BILLION gallons of gasoline consumed. and pays for itself in lower operating … by installing high-efficiency wastewater costs or even technology that exists today … generates net savings! Three Major Regions 95% ###COLUMNCONTENT### U.S. Europe China SUSTAINABLE BILLION cars per year ... to reinvest in other water infrastructure ... ... to build a more water future. How Do We Get There? 1 2 Innovative financial New global energy models that reward efficiency standards investment in high for wastewater efficiency technologies management Grafik: Xylem For more information on this report, visit PoweringWastewater.xyleminc.com or email powering.wastewater@xyleminc.com. Klimaschutz Globale Bemühungen beispiellos, aber bisher nicht ausreichend Ein internationales Klimaschutzabkommen muss langfristige Klimaschutzziele umfassen, die regelmäßig überprüft und gesteigert werden sollten, um die weltweiten Treibhausgasemissionen zu drosseln. Zu diesem Schluss sind Experten im Herbst auf einem Forum zu den bisher vorgelegten nationalen Klimaschutzbeiträgen gekommen, das die Europäische Kommission gemeinsam mit der marokkanischen Regierung sowie dem Entwicklungs- und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen in Rabat organisiert hat. Der für Klimaschutz und Energie zuständige EU- Kommissar, Miguel Arias Cañete, erklärte, dass die Staaten mit Zustimmung auf höchster politischer Ebene, harte Arbeit geleistet und umfassende Klimaschutzstrategien entwickelt haben. Die ersten Klimaschutzbeiträge reichen nicht aus, um die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu halten. Deshalb müsse man sich auf Folgendes einigen: ein langfristiges Ziel zur Orientierung künftiger Bemühungen, ein Verfahren zur Bilanzierung der erzielten Fortschritte und zur Verbesserung des Zielstrebens sowie robuste Regeln für Transparenz und Rechenschaftspflicht. Das neue Übereinkommen soll der Welt zeigen, dass die Regierungen vereint, entschlossen und willens sind, den Klimawandel zu bekämpfen. Bisher haben 149 Länder, die für nahezu 90 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, den Vereinten Nationen ihre Pläne für die beabsichtigte Verringerung der Treibhausgas- Emissionen mitgeteilt. Einen Synthesebericht zu den Beiträgen hat die UN am 1. November vorgelegt. Nach Expertenschätzungen bedeuten die vorgeschlagenen Beiträge, dass die Emissionen im kommenden Jahrzehnt weltweit ihren Höchststand erreichen werden, um anschließend zurückzugehen. Dies sei aus Expertensicht zwar als Fortschritt zu werten, reiche jedoch nicht aus, um die Welt auf Kurs zu bringen, das Zwei-Grad-Ziel so kostenwirksam wie möglich zu erreichen. Frühzeitiges Handeln kann Kosten sparen und helfen, die schwerwiegendsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden. Die EU hat als erste große Wirtschaftsmacht ihren Beitrag zu dem neuen Übereinkommen auf den Tisch gelegt und sich das verbindliche Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen innerhalb der EU um mindestens 40 % bis 2030 zu verringern. Ziel ist es, dass alle Länder einen rechtsverbindlichen, ehrgeizigen und fairen internationalen Vertrag abschließen. Neben der Verringerung der Treibhausgasemissionen soll das neue Übereinkommen auch die Frage der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und der Mobilisierung öffentlicher und privater Klimafinanzen regeln. http://ec.europa.eu UmweltMagazin Dezember 2015 11

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