Aufrufe
vor 3 Jahren

12 | 2015

Umweltmarkt Projekte

Umweltmarkt Projekte Vereinigtes Königreich Planung und Realisierung von Biogasanlagen Biomethan-Anlage in Metheringham/UK im Bau. Die international operierende Agraferm Technologies AG aus Pfaffenhofen an der Ilm baut ihre führende Marktposition im Vereinigten Königreich weiter aus. Mit dem Projekt Metheringham ist es die insgesamt zehnte Biomethanlage des Unternehmens in England. Bei Methwold und Crowland handelt es sich um Biogasanlagen, die mit einem flexiblen Substratmix Bild: Agraferm betrieben und neben der Gaserzeugung über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auch Strom erzeugen werden. In Metheringham entsteht eine neue „Gas to grid“-Biomethananlage. Sie wird aus nur einem Fermenter und einem Nachgärer bestehen. Damit wird sie eine Leistung von 400 m 3 (i.N.)/h Biomethan und 500 kW (elektr.) produzieren. Das zweite gerade an Agra- ferm vergebene Projekt befindet sich auf der Decoy Farm in Crowland, in direkter Nachbarschaft zu der von Material Change Ltd. betriebenen Kompostieranlage. Hier kommt eine Mischung aus Energiepflanzen und Abfällen zum Einsatz. Fermenter und Nachgärer werden direkt beschickt, das nachgelagerte BHKW hat eine Leistung von 2,8 MW (elektr.). Bau und Betrieb werden von einem Tochterunternehmen von Material Change Ltd betreut. Auch das dritte Projekt stützt sich auf ein individuell entwickeltes Konzept mit flexiblem Substratmix. Future Biogas Ltd. hat bei Agraferm eine weitere Biogasanlage in Methwold in Auftrag gegeben. Über die Hälfte der Einsatzstoffe von rund 50 000 t/a werden nicht aus Energiepflanzen sondern aus Schweinemist bestehen. Möglich wird dies durch eine vorgeschaltete Zerkleinerung, zwei Fermenter und einen Nachgärer. Diese Anlage wird 400 m 3 (i.N.)/h Biomethan produzieren und zudem ein 500-kW-BHKW versorgen. www.agraferm.com Dietz Nassaufbereitung in der Kalkindustrie Das Produktsortiment der Schaefer Kalk GmbH & Co. KG, Dietz, reicht von Kalksteinen über Calciumoxid, Calciumhydroxid bis hin zu gebrauchsfertiger Kalkmilch und Füllstoffen sowie Pigmenten für spezielle Anwendungen. Um die hohen Qualitätsansprüche erfüllen zu können, investiert das Unternehmen immer wieder in die Fertigungstechnologie. So auch mit einer Aufbereitungsanlage für Kalksteine im Werk Hahnstätten. Diese umfasst eine Brecheranlage, in der die Steine gebrochen und gesiebt werden. Mittels Kameradiagnose wird die Qualität geprüft und Ausschuss per Druckluft aussortiert. Über ein eingehaustes Förderband gelangt das Material nach der Nassaufbereitung mit geschlossenem Wasserkreislauf an die Brennöfen. Aufbauend auf dem Reinigungs- und Filter-Know-how der Leiblein GmbH für Prozesswasser-und Abwasseraufbereitung aus Hardheim wurde die Basis der Aufgabenstellung mit der Reinigung des Waschwassers aus der Aufbereitung der Ofensteine zum einen, zum anderen mit der Entwässerung des anfallenden Schlamms definiert. In einem Zusammenwirken von Feststoffabscheider, Schrägklärer sowie einem Vakuumbandfilter ließ sich die Zielsetzung in allen Teilen erfüllen. Der Wasserkreislauf wird gestartet mit dem Wasser der Aufbereitungsanlage, das in einen Feststoffabscheider fließt, um die Grobteile zu separieren. Mit Einleitung dieses in den Behälter strömt es nach unten, wird dort umgelenkt und über Lamellen nach oben geführt, um über ein Ablaufwehr wieder aus dem Behälter herauszulaufen. Die Abscheidung der sedimentierbaren Partikel erfolgt während der Durchströmung auf den Lamellen. Von dort rutschen die Feststoffe nach unten in den Schlammtrichter, während das gereinigte Wasser über das Ablaufwehr fließt. Mit einer Schnecke wird der abgesetzte Schlamm über den Wasserspiegel gefördert, um über Behälter auf eine Halde transportiert zu werden. Das Prozesswasser gelangt nach Durchlauf des Feststoffabscheiders in den Leiblein-Schrägklärer. Hier wird es nach unten geführt, umgelenkt und über eine Staffel von Lamellen wieder nach oben geführt. Dabei sinken die Schwebstoffe auf die schräggestellten Der Leiblein-Schrägklärer im Einsatz bei Schaefer Kalk. Lamellen und rutschen weiter in den Schlammtrichter. Für den Lamellenklärer und war nur eine Aufstellfläche von etwa 3 x 4 m erforderlich, dennoch ist der Durchsatz für 100 m 3 Wasser pro Stunde ausgelegt. Der geringe Platzbedarf geht einher mit dem minimierten Einsatz von Flockungsmitteln. Eine Schlammpegelmessung stellt sicher, dass die gewünschte Konsistenz erreicht wird, um den eingedickten Schlamm sicher in Richtung Vakuumbandfilter pumpen zu können. Die Anlage ist modular aufgebaut, so dass bei Anwachsen der Wassermenge weitere Schrägklärer integriert werden können. www.leiblein.de Bild: Leiblein 28 UmweltMagazin Dezember 2015

Wasser Mechanische Aufbereitung von Abwässern und Schlämmen Um Abwasser effizient aufzubereiten und die anfallenden Teilstoffe einer Weiterverwertung oder Deponierung zuzuführen, sind drei Verfahrenschritte notwendig: die mechanische, biologische und die chemische Aufbereitung. Im Folgenden wird der erste Aspekt näher beleuchtet. Denn hier gibt hier verschiedene Ansätze und Technologien, mit denen sich das Abwasser von Feststoffen befreien lässt. Abwasser muss aufbereitet werden, da die darin enthaltenen Feststoffe in den nachfolgenden verarbeitenden Anlagenteilen zu Zerstörungen, Verstopfungen und/oder zu Ablagerungen führen können. Darüber hinaus reduziert die effektive mechanische Aufbereitung die Ausgaben zur Deponierung der Feststoffe und bietet die Möglichkeit, das Abfall- in gewerblich nutzbares Austragsgut zu klassieren. Man unterscheidet bei der mechanischen Aufbereitung von Abwasser zwei verschiedene Ansätze: Zum einen wird es durch Sedimentation aufbereitet. Hier setzen sich die Feststoffe durch die Schwerkraft zum Beispiel in Rund-/Lamellen-Eindickern zum Boden hin ab, oder sie werden in Vollmantelzentrifugen beziehungsweise Hydrozyklonen aktiv über die Zentrifugalkraft und die entstehenden Fliehkräfte von der Flüssigkeit klassiert. Der zweite Ansatz, das Abwasser von den darin enthaltenen Feststoffen zu befreien, ist die Filtration. Auch hier lassen sich durch die Zentrifugalkraft im Rahmen von Filterzentrifugen sehr gute Aufbereitungsergebnisse erzielen. Druck- und Vakuumfilter arbeiten mit Druckkräften; in Entwässerungssieben und -bunkern werden erneut die physikalischen Eigenschaften genutzt. Mit der mobilen Aufbereitungsanlage D:MAX konnte das Entsorgungsunternehmen Omros sowohl Sand als auch Störstoffe mit einem Inline-Verfahren entfernen. Verfahren zur Aufbereitung von Abwasser Grundlegender Unterschied in den Ansätzen, wie Abwasser gewinnbringend aufbereitet werden kann, ist die Neigung und Anordnung der Rechen, die in der Kläranlage die Feststoffe aus dem Abwasserstrom separieren. Häufig werden in der Aufbereitungsbranche Haken- oder Kammerrechen eingesetzt, die eine Neigung von 60 bis 80° aufweisen und die Feststoffe durch ihre vorwärts geräumten Haken auffangen. Sie sind wie Stufen angeordnet und heben die Störstoffe nach oben hin ab. Eine Vielzahl ist jedoch kleiner als 8 mm und kann nicht von den Rechen aufgefangen werden. Eine weitere gängige Technologie ist der Einsatz von Umlaufrechen, die den Haken- und Kammerrechen in Sachen Neigung und der Anordnung exakt gleichen, jedoch wie eine Art Kette gespannt sind und die Störstoffe mit Greifern aufnehmen. In ihrer Neigung vertikal und horizontal arbeiten dagegen Bogenrechen, die ebenfalls vorwärts geräumt werden. Hier fließt der Abwasserstrom durch ein Bogensieb und die Störstoffe werden am Bogen entlang ausgetragen. Die vierte oft genutzte Art der mechanischen Aufbereitung von Abwasser sind Gegenstromrechen. Sie werden ähnlich wie die Verfahren zuvor senkrecht in den Abwasserstrom eingebettet. Einzig der Reinigungsprozess des Rechens unterscheidet sich von den anderen Anwendungen. Das Material wird gegen den Abwasserstrom vom Rechensieb entfernt. All diese Rechen sind überwiegend vertikal angeordnet, müssen regelmäßig gesäubert werden und haben den Nachteil, dass sich bei der Verwendung von Spaltsiebtechnologie größere Feststoffe wie Kieselsteine verklemmen können und dabei die Stäbe auseinander drücken. Dies führt zur Veränderung des Trenngrades und begünstig das Durchrutschen größerer Partikel. Nordirischer Hersteller auf dem deutschen Markt Das Unternehmen CDEnviro mit Sitz in Cookstown/Nordirland möchte jetzt den deutschen Abwassersektor mit Technologien erobern, die das Abwasser aus dem natürlichen Strom herausnehmen und durch eine horizontale Siebanordnung aufbereiten. Ziel dieser Anlagen ist es, das Abwasser möglichst rückstandsfrei aufzubereiten und die Feststoffe so trocken wie möglich zu extrahieren. Erst dann kann der Aufberei- UmweltMagazin Dezember 2015 29

Ausgabenübersicht