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12 | 2015

Wasser ter, überwiegend

Wasser ter, überwiegend kommunale Abwasserunternehmen, seine Entsorgungskosten senken, da in den Rückständen weniger Wasser enthalten ist und auch die Wartungskosten der nachfolgenden Anlagen reduziert werden können. Das irische Unternehmen hat dazu drei verschiedene Anlagen im Portfolio, die sich durch ihre Einsatzgebiete und die aufzubereitenden Materialien unterscheiden. Je nach Aufgabematerial sind dann auch die Durchsätze der Maschinen unterschiedlich: Die S:MAX dient als Fäkalannahmestation direkt vom Saugfahrzeug, die G:MAX bereitet Feststoffe ebenso wie Schlämme auf und mit der D:MAX wurde eine mobil einsetzbare Sieb- und Klassiermaschine konzipiert. Sie alle sieben das Material über eine horizontale Fläche, die mit Maschenweiten von 0,5 bis 50 mm bestückt werden kann und nach oder während des Aufbereitungsprozesses automatisch gereinigt wird. Schlammbehandlung in der Kläranlage Im Gegensatz zu den zuvor erwähnten Rechen-Verfahren setzt CDEnviro beispielsweise bei der S:MAX Anlage auf eine ebene Siebfläche, auf die das Material gleichmäßig aufgetragen und durch definierte Quadrate von 5 mm Kantenlänge abgesiebt und gleichzeitig entwässert wird. Über eine vibrierende Oberfläche wandern die Feststoffe nach vorne, während der Schlamm und alles < 5 mm seinen Weg durch die Kläranlage nimmt. Um die im Abwasser enthaltenen Feststoffe so trocken wie möglich zu bekommen, wird das abgesiebte Material in eine Schneckenpresse befördert. Hier sorgt eine Spiralbewegung und auch der Gegendruck für die weitere Entwässerung. Sobald das Material fertig abgesiebt wurde, reinigt ein Spülsystem die Siebfläche. Auf diese Weise erreicht die S:MAX einen Durchsatz von 33 bis 80 l/s. Feststoffabtrennung aus Schlämmen bis 0,063 µm Auf dieselbe Durchsatzmenge kommt auch die Anlagenvariante G:MAX, die in Großbritannien bereits erfolgreich im Einsatz ist. Im Unterschied zur S:MAX kann die Material-Aufgabe über einen Bagger in einen Trichter erfolgen und/oder direkt vom Saugfahrzeug. Aufbereitet werden können sowohl Feststoffe als auch Schlämme. Hier trennt ein geteiltes Sieb sowohl Partikel >5 mm als auch den Sand ab. Das Material wird bei einer Maschenweite von 5 mm abgesiebt und mit Sprühdüsen gewaschen: Alles, was kleiner ist, wird wie der Schlamm unter dem Sieb aufgefangen. Über eine Verdrängerpumpe wird der Schlamm in einen Hydrozyklon gepumpt. Hier sorgen Zentrifugalkräfte für eine Trennung des Materials nach Dichte: Schwere Partikel drängt es an den Rand des Zyklons und sie wandern immer weiter nach unten, während sich die leichten im Inneren ansammeln und nach oben ausgetragen werden. Der Dünnschlamm mit den leichten Partikeln gelangt anschließend als Abwasser in den nächsten Aufbereitungsschritt, während der Dickschlamm erneut auf einem Sieb entwässert wird – diesmal jedoch mit einer viel geringeren Maschenweite von 0,5 mm. Dieses Material wandert ebenso wie das über 5 mm große Überkorn aus dem ersten Aufbereitungsschritt in einen Container, wo es weiteren Entsorgungs- beziehungsweise Verwertungsschritten zugeführt werden kann. Bilder: CDEnviro Ltd Die mobile Siebund Klassieranlage D:MAX kann der derzeit in Deutschland mit unterschiedlichen Materialien getestet werden. Mobile Aufbereitung in Deutschland Mit dem gleichen Aufbereitungsprozess arbeitet auch die dritte Anlage aus dem CDEnviro-Portfolio, bei der es sich um eine mobil einsetzbare Aufbereitungsmaschine handelt. Die D:MAX ist seit Sommer dieses Jahres als Erprobungsanlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Die potenziellen Kunden sollen sich selbst überzeugen, indem sie diese Variante mit den jeweils zu aufbereitenden Materialien testen. Hierbei reicht die Spannbreite von kommunalen Abwässern, Straßenkehricht, gewerblichen Schmutzwasser, Abwässern mit Feinkiesresten, Nahrungsmittelabfälle, bis hin zu Abfällen mit anaerober Gärung aus Biogasprozessen. Ein Beispiel, wie diese mobile Aufbereitungsanlage eingesetzt werden kann, liefert das regionale Abfallentsorgungsunternehmen Omros. Der Dienstleister für kommunale Abwasserunternehmen sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass in der Schlammentwässerung große Partikel wie Sand oder Störstoffe wie Blätter, Äste, Zweige oder Müll die Zentrifugen verstopfen, verschleißen, übermäßig Flockungsmittel verbrauchen und dadurch die Aufbereitungsprozesse verlangsamen. Das Unternehmen aus Thüringen testete die Aufbereitungsanlage D:MAX zwei Wochen lang und konnte in dieser Zeit mit dem Inline- Verfahren die Durchlaufzeit von vier auf unter zwei Wochen verringern. Hier wurden Störstoffe und Sand gewaschen, entwässert und in getrennten Behältern für die Wiederverwendung gelagert. Insgesamt ließen sich während der Reinigungsarbeiten rund acht Absetzcontainer mit Material vom Gelände entfernen. Der wiedergewonnene Sand enthält weniger als 3 % organisches Material und kann unbedenklich deponiert werden. Darüber hinaus lässt er sich auch für einfache Bauzwecke wie der Schüttung für Pfade, in der Landschaftsgestaltung, als Tragschicht oder als allgemeine Unterbettungsschicht verwenden. Tom Speth, CDEnviro LTd, Cookstown/Nordirland, TSpeth@cdenviro.com 30 UmweltMagazin Dezember 2015

Wasser Günstiger Speicher statt Kanalausbau Dem Generalentwässerungsplan der Stadt Kempen nach drohte der Gemeinde bei Starkregen eine Überlastung des Regen - auffangsystems. Für Entlastung sorgt nun ein zusätzlicher Regenwasserspeicher. Dieser wurde unter einem Parkplatz in der Nähe der Hauptstraße realisiert. Zum Einsatz kamen GFK-Rohre der Amiantit Germany GmbH aus Mochau. Der neue Speicher fasst 1 Mio. l Regenwasser. Im niederrheinischen Kempen sind die Arbeiten an einem neuen Regenwasserspeicher beendet worden. Dieser liegt in unmittelbarer Nähe der Hauptverkehrsstraße Berliner Allee. Den Entschluss zur Umsetzung des Entlastungsbauwerks mit Speicherbecken und einem Volumen von rund 1 Mio. l hatte die Stadt auf Basis eines bereits im Jahr 2011 erstellten Generalentwässerungsplans getroffen. Dieser hatte gezeigt, dass insbesondere bei Starkregenereignissen eine Überbelastung des bestehenden Systems und eine Überflutung der Straße drohten. Im Zuge der Arbeiten realisierte die mit der Ausführung beauftragte Martin Wurzel Baugesellschaft mbH aus Jülich zwei Schachtbauwerke sowie neue Zuleitungen für das Speicherbauwerk. Sie verlegte unter dem Parkplatz einer Sauna- und Wasserwelt auf einer Länge von etwa 200 m Flowtite-GFK-Rohre-DN-2600 der Steifigkeitsklasse SN 5000 von Amiantit. Nicht nur der große Durchmesser der für die Konstruktion des Speichers verwendeten Rohre war ungewöhnlich, auch die Bodenverhältnisse vor Ort. Der Rohrgrabenaushub mit Verbau sowie die Grundwasserhaltung stellten die Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Das geringe Gewicht der GFK- Rohre, das bei lediglich 15 % vergleichbarer Rohre aus Beton liegt, machte sich nicht nur beim Einbau positiv bemerkbar, sondern erleichterte auch die Logistik auf der Baustelle. Eine ungewöhnliche Lösung Der Generalentwässerungsplan der Stadt Kempen ließ keinen Zweifel: Die Flowtite-GFK-Rohre-DN-2600 werden in einer Tiefe von 4,5 m verbaut. Handlungsbedarf bestand nicht nur mit Blick auf klimatische Veränderungen und daraus resultierende, zunehmend häufiger auftretende Starkregenereignisse, auch andere Rahmenfaktoren wie die Bevölkerungs- und Stadtentwicklung waren zu berücksichtigen. Die bestehende Kanalisation unter der Berliner Allee war nicht ausreichend dimensioniert, eine Entlastungslösung musste gefunden werden. Ulrich Warning, Bauleitung Straßen- und Kanalbau der Stadt Kempen, erläutert den Prozess der Entscheidungsfindung: „Es fehlte ein Stauvolumen von rund 1 000 m 3 . Für die notwendige Weiterleitungsund Speicherkapazität hätte der vorhandene Regenwasserkanal DN 600 über mehrere hundert Meter um mehrere Dimensionen vergrößert werden müssen.“ Dafür wäre es erforderlich gewesen, die Straße aufzureißen – mit den üblichen Folgen: Behinderung des Verkehrs sowie die Belästigung der Anwohner durch Dreck und Lärm. Dies wäre der Stadt nicht nur zu umständlich, sondern auch zu teuer geworden. Als Alternative bot sich die Errichtung eines entsprechend großzügig dimensionierten Zwischenspeichers an, in dem das Regenwasser zu Spitzenzeiten gesammelt werden kann. Als Gelände sollte ein Parkplatz der Sauna- und Wasserwelt dienen. UmweltMagazin Dezember 2015 31

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