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12 | 2015

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Organschaften Regenerative Energien in Deutschland Statusreport 2015 Im Rahmen einer zukunftsfähigen Energieversorgung kommt den erneuerbaren Energien zwingend eine Schlüsselposition zu. Ihr Anteil im Wärmemarkt, bei der Stromerzeugung und im Verkehrsbereich wird steigen müssen, wenn die von der EU-Kommission und der Bundesregierung formulierten energie-, umwelt- und klimapolitischen Ziele erfolgreich erreicht werden sollen. Die Nutzung regenerativer Energien hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien lag 2014 bei etwa 160,6 TWh, das entspricht rund 27,8 % des Bruttos tromverbrauchs. Dabei tragen Windenergie mit 34,8 %, Biomasse mit 31 % sowie Photovoltaik und Wasserkraft mit jeweils 22 % bei. Die Wärmebereitstellung lag bei 471 PJ, also 9,9 % bezogen auf den Endenergieverbrauch ohne Verkehr an Brennstoffen. Dieser Beitrag wird nach wie vor überwiegend durch biogene Festbrennstoffe mit einem Anteil von 87 % abgedeckt, gefolgt von Wärmepumpen mit 7,5 % und Solarthermie mit 5,5 %. Biogene Kraftstoffe haben einen Anteil von 5,5 % am Kraftstoffverbrauch. Ziele der Energiewende sind unter anderem: > Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 35 % bis zum Jahr 2020, auf 50 % bis 2030, auf 65 % bis 2040 und auf 80 % bis 2050. Wichtigste Grundlage dafür ist die seit Januar 2012 geltende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. > Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf 14 % bis 2020 an der Wärmebereitstellung. Diese Ziele wurden jüngst von der Bundesregierung bestätigt und fortgeschrieben. Der Fachausschuss Regenerative Energien (FaRE) der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) begleitet die Entwicklung der Nutzung des regenerativen Energieangebots in Deutschland und global seit vielen Jahren. Dazu behandelt er neben technischen, ökonomischen und ökologischen auch energie-, wirtschafts-, umwelt- und agrarpolitische sowie soziale Aspekte im Zusammenhang mit der Nutzung der erneuerbaren Energien als Teil des Energiesystems. Der Statusreport „Regenerative Energien in Deutschland“, der nun in der fünften Auflage vorliegt, stellt eine solche Aktivität Bild: Siemens Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dirk Franz Franzen Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-415 Fax: 0211/6214-177 geu@vdi.de www.vdi.de/geu des FaRE dar. Er zeigt den Stand der Technik, die sich abzeichnenden Tendenzen und die deutlich werdenden Herausforderungen auf. Dieser soll helfen, die politische Diskussion um die sich laufend verändernden Möglichkeiten und Grenzen des regenerativen Energieangebots zu versachlichen und. Aus Sicht des FaRE seien Sachargumente zu ergänzen, die in der laufenden Diskussion gegebenenfalls nicht ausreichend behandelt werden. Auch soll er aus dem Blickwinkel von Ingenieuren Hinweise geben, wo sich einerseits begrüßenswerte Entwicklungen abzeichnen und andererseits Tendenzen erkennen lassen, denen gegengesteuert werden sollte. Der Statusreport 2015 kann von der Internetseite des Fachausschusses „Regenerative Energien“ kostenfrei heruntergeladen werden. Gegen eine Schutzgebühr von 30 € ist er in gedruckter Form bei der VDI-GEU erhältlich. Maschinen- und Anlagenbau Kurzanalyse zur Ressourceneffizienz Die Mikroverfahrenstechnik und die Miniaturisierung von Bauteilen können die Ressourceneffizienz von Fertigungsprozessen nachhaltig erhöhen. Zu dem Schluss kommt eine aktuelle Kurzanalyse des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) und des VDMA Fachverbands Electronics, Micro and Nano Technologies. Bewertet wurden unter anderem die Möglichkeit, durch Miniaturisierung Material und Energie einzusparen, der Beitrag zum Umweltschutz und die Auswirkung der Maßnahmen auf die Kosten. Der Vergleich eines kontinuierlichen mikroverfahrenstechnischen und eines herkömmlichen diskontinuierlichen Herstellungsprozesses einer Chemikalie zeigte eine eindeutig positivere Umweltbilanz der ersteren Herstellungsweise. Dies ist vor allem auf den effizienteren Rohstoff- und Energieeinsatz und die daraus resultierende verminderte Bildung von Nebenprodukten und Schadstoffemissionen zurückzuführen. So fielen beispielsweise die Treibhausgasemissionen um 16 % geringer aus. Die energetische Ressourceneffizienz der nicht erneuerbaren Energieträger konnte um fast 20 % gesteigert werden. Der kumulierte Energieaufwand, der durch die Produktion von einer Tonne dieser Chemi- kalie in dem mikroverfahrenstechnischen Prozess eingespart werden kann, entspricht dem Energieaufwand den 296 Pkw benötigen, um die Strecke Berlin-Hamburg zurück zu legen. Miniaturisierte Bauteile, wie Pumpen oder Antriebe, können ebenfalls einen Beitrag zur Ressourceneffizienz leisten. Gerade bei der mikroverfahrenstechnischen Herstellungsweise sei es vorteilhaft, wenn Mikropumpen die Chemikalienströme präzise dosieren. Miniaturisierte Antriebe hingegen gestatten dynamische und gleichzeitig genaue Positionierungen bei sehr geringen Massen und Massenträgheitsmomenten. Diese Maßnahmen ermöglichen eine höhere Produktivität ohne Genauigkeitsverlust. Von den Vorteilen profitieren nach Ansicht der Autoren vor allem die Branchen Optik, Medizintechnik, Mikrorobotik, Lasertechnik, Biotechnologie, Messmaschinen, Luft- und Raumfahrt sowie Automatisierung. Die Kurzanalyse „Ressourceneffizienz im Maschinen- und Anlagenbau – Potenziale der Miniaturisierung“ steht kostenfrei auf der Website des VDI ZRE unter www.ressource-deutschland.de/publikationen/kurzanalysen zur Verfügung. 48 UmweltMagazin Dezember 2015

VBU/VNU Organschaften ISO/TC 207 – neue Weichenstellungen Das India Gate in Delhi. Einmal im Jahr trifft sich das internationale technische Komitee ISO/TC 207 zur Weiterentwicklung der Umweltnormenreihe ISO 14000ff. Ziel ist es, zukünftige Anforderungen von Normen zu diskutieren und fortzuschreiben. Dieses Jahr trafen sich die rund 250 Fachleute aus knapp 40 Ländern vom 7. bis zum 12. September im indischen Delhi. Eine neun Personen umfassende deutsche Delegation vertrat auf der 22. ISO/TC 207 Plenar - sitzung die nationalen Interessen in den Sitzungen der Unterausschüsse und Arbeitsgruppen. In den nach Themenschwerpunkten organisierten Unterausschüssen (SC) und Arbeitsgruppen (WG) bearbeiten die Experten länderübergreifend Normen der Umweltreihe. Die Komitees bringen neue Normen, Ergänzungen zu bestehenden Regeln und zeitgemäßen Überarbeitungen der Normentexte auf den Weg. Im Arbeitsprozess spielen eingereichte Kommentare von Fachleuten eine wichtige Rolle. Dabei reicht der zeitliche Rahmen der Sitzungen nicht immer aus, um innerhalb einer Konferenz zu abschließenden Ergebnissen zu kommen. Im Folgenden werden die wichtigsten Arbeiten der 22. Konferenz zusammen gefasst. Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de SC1 – Umweltmanagementsysteme Dieses Jahr lag der Schwerpunkt der Aktivitäten innerhalb des SC1 auf der Veröffentlichung der ISO 14001 „Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“. Mit einer ganztägigen Veranstaltung wurden den Teilnehmern des Kongresses neben den Revisionsarbeiten und den neuen Anforderungen der Norm auch Praxisbeispiele aus verschiedenen Ländern vorgestellt. Im Vordergrund stand dabei, wie sich sowohl die Länder als auch die Organisationen in den Ländern positionieren, um den Übergang auf die neue Norm zu organisieren. Zur Unterstützung der Anwender wurde ein überarbeiteter Webauftritt ins Leben gerufen. Der Erfolg der 20 Jahre alten Norm zeigt sich dadurch, dass weltweit mittlerweile rund 300 000 Organisationen zertifiziert wurden. In Europa sind es etwa 120 000 aller Art. Dazu gehören kleine und mittlere Unternehmen, große Konzerne, Behörden und öffentliche Einrichtungen, die sich ihr Umweltmanagementsystem nach ISO 14001:2004 zertifizieren ließen. In Deutschland wuchs die Zahl auf knapp 8 000 Organisationen. Die größte Änderung der Norm liegt in der Einbettung in die von ISO vorgegebene High-Level-Struktur. Diese definiert unter anderem harmonisierte Begriffe für alle Managementsystem-Normen. Damit wird ein fester Rahmen vorgegeben, der zwar bedarfsweise erweitert, jedoch nicht in seiner Grundkonzeption geändert werden darf. Der Vorteil liegt in einer Angleichung der Regelwerke, um Anwendern die Implementierung unterschiedlicher Managementsysteme so einfach wie möglich zu machen. Neu ist eine intensive Betrachtung des Kontextes der Organisation und der interessierten Parteien. In den bisherigen Versionen der ISO 14001 richtete sich der Fokus auf Umweltaspekte, die von der Organisation auf die Umwelt einwirken. Nun wird auch die entgegengesetzte Perspektive betrachtet. Dabei soll überprüft werden, inwiefern die Umwelt Auswirkungen auf die Organisation selbst haben kann und wie sie diesen Auswirkungen begegnet. Die revidierte Fassung der Norm nimmt zusätzlich die oberste Führung der Unternehmen, Einrichtungen und Behörden stärker in die Pflicht und zeigt auf, welche ihrer Anforderungen delegiert werden dürfen und welche bei ihr verbleiben. Die Fertigstellung der ISO 14004 „Umweltmanagementsysteme – Allgemeiner Leitfaden über Grundsätze, Systeme und unterstützende Methoden“ soll im ers- UmweltMagazin Dezember 2015 49

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