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12 | 2017

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Special Wasser Neue

Special Wasser Neue Verordnung, viele Fragezeichen Betreiber und Planer von Anlagen mit Überfüllsicherungen nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sind mit Inkrafttreten der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) im August 2017 von einigen Änderungen betroffen. Endress+Hauser zeigt auf, was bei Überfüllsicherungen nach dem WHG beachtet werden muss. In der Prozessindustrie ist der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen Gang und Gebe. Der Gesetzgeber gibt vor, das Überfüllen von Behältern durch technische Schutzmaßnahmen zu verhindern. In der Praxis werden hierfür Überfüllsicherungen eingesetzt. Unter dem Begriff Überfüllsicherung sind alle zur Unterbrechung des Füllvorgangs und Auslösen eines Alarms erforderlichen Teile zusammengefasst. Sie setzen sich aus zulassungspflichtigen und nicht zulassungspflichtigen Anlagenteilen zusammen. Bei Ersteren handelt es sich um Füllstand-Messgeräte. Bei Erfassung einer definierten Ansprechhöhe durch den Sensor wird ein Ausgangssignal gebildet. Dieses wird über die Steuerung an die Meldeeinrichtung weitergegeben. Grenzwertgeber und Steuerungseinrichtung sind nicht zulassungspflichtig, müssen jedoch den Zulassungsgrundsätzen für Sicherheitseinrichtungen/Überfüllsicherungen von Behältern und Rohrleitungen (ZG-ÜS) entsprechen. Bundesweit einheitliche Regelung Auf Initiative einiger Bundesländer wurde die AwSV als bundesweit einheitlichen Ersatz für die länderspezifische Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) auf den Weg gebracht. Unterschiedliche Regelungen auf Ebene der Bundesländer haben den Umgang mit Regeln zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen für Betreiber, Planer, Beispielhafte Darstellung einer Überfüllsicherung. Dienstleistern bis hin zu Herstellern sehr kompliziert gemacht. Beispiele hierfür sind abweichende Vorgaben zu Gefährdungsstufen, die in Abhängigkeit von Wassergefährdungsklasse und Behältergröße Anlagen gruppieren oder auch unterschiedliche Vorgaben zur Fachbetriebspflicht. Vereinheitlichung, Erleichterung, Verschärfung Der Handlungsbedarf in den einzelnen Bundesländern wird nach Inkrafttreten unterschiedlich ausfallen. Eine Erleichterung geht mit der Definition der Gefährdungsstufen einher. Unter Berücksichtigung des im Wasserhaushaltsgesetz verankerten Besorgnisgrundsatzes sind oberirdische Anlagen außerhalb von Schutzgebieten mit einem Fassungsvolumen von weniger als 220 l (flüssig) oder weniger als 200 kg (gasförmig oder fest) von der AwSV ausgenommen. Verschärft wurde die Verordnung durch Einbindung der Planer. Hier sind nun Nachweise über die Befähigung zur qualifizierten Planung von Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen gefordert. Ersten Interpretationen von Sachverständigen zu Folge, kann dies durch Schulungen bei Sachverständigenorganisationen oder bei Geräteherstellern nachgewiesen werden. Fachbetriebspflicht besteht für Planer nicht. Die AwSV zeigt einheitliche Regelungen zur Führung der Anlagendokumentation (wesentliche Informationen über die Anlage wie zum Beispiel Aufbau und Abgrenzung der Anlage oder zu eingesetzten Stoffen) sowie zur Vorhaltung einer Betriebsanweisung (unter anderem Überwachungs,- Instandhaltungs- und Notfallplan) auf. Zu Letzteren muss das Bedienpersonalvor Aufnahme der Tätigkeit und dann regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, unterwiesen werden. Auf Länderebene gab es unterschiedliche Auslegungen der Fachbetriebspflicht. Mit der AwSV gilt: Neben unterirdischen Anlagen müssen oberirdische Anlagen mit flüssigen wassergefährdenden Stoffen der Wassergefährdungsstufen C, D sowie innerhalb von Wasserschutzgebieten auch Stufe B von einem Fachbetrieb nach WHG von innen gereinigt, instand gesetzt sowie stillgelegt werden. Gleiches gilt unter anderem auch für Heizölverbraucheranlagen der Stufen B, C und D sowie Biogasanlagen. 20 UmweltMagazin Dezember 2017

Energieeffizienz dank moderner Pumpentechnik Technische Schutzmaßnahme – Überfüllsicherungen Die erforderlichen Maßnahmen zum sicheren Betrieb der Anlage werden letztlich über die Wassergefährdungsstufe definiert. Technische Schutzmaßnahmen sind neben Überfüllsicherungen Rückhaltevorrichtungen, Doppelwandigkeit und Leckageanzeigegeräte. Diese unterliegen Instandhaltungspflichten. Bei der Überfüllsicherung ist dies die jährlich wiederkehrenden Prüfung. Das Deutsche Institut für Bautechnik lässt hierfür gemäß der bauaufsichtlichen Zulassung einige Prüfmethoden zu. Durchführung der jährlich wiederkehrenden Prüfung Nass-Anfahren Eine gängige Methode, bei der die Überfüllsicherung im Behälter durch Befüllung bis zur Ansprechhöhe zum Ansprechen gebracht wird. Diese Methode sollte bei der Erstinbetriebnahme immer erfolgen. Im laufenden Betrieb ist dies jedoch nur mit erheblichem Aufwand möglich: + Test des gesamten Loops, + integrierter Sensortest, - Aufwand, - Durchführung bei kritischem Prozess. Prüfung durch Ausbau Ersatzprüfung, bei der die Sonde in der Regel ausgebaut und durch Eintauchen in einen mit Lagermedium oder Ersatzmedium gefüllten Prüftopf zum Ansprechen gebracht wird: + Prüfung kann mit vergleichbarem Medium durchgeführt werden, + Nass Anfahren im Tank entfällt, - aufwendiges Verfahren (personell, materiell, zeitlich), - Gefährdungspotenzial für die durchführende Person. Simulation der Grenzwerte Laut der Zulassungsgrundsätze für Überfüllsicherungen (ZG-ÜS) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DiBT) kann die Prüfung auch durch Simulation der Messwerte erfolgen, wenn funktionshemmende Fehler ausgeschlossen werden können. Betreiber nutzen die Methode bevorzugt aufgrund der Aufwandsreduzierung. Bei einigen kontinuierlichen Messsystemen ist dies durch Simulation am 4…20 mA-Ausgang und bei einigen Grenzschaltern durch Unterbrechung oder Kurzschluss der Verbindungsleitung zwischen Sensor und Messumformerspeisegerät möglich. Entscheidend ist der entsprechende Passus in der bauaufsichtlichen Zulassung des eingesetzten Messgerätes. Dort werden die für das Messgerät zugelassenen Prüfungsmethoden beschrieben und bescheinigt: + Aufwandsreduzierung, + Risikominimierung, + Test des gesamten Loops, - kein Funktionstest durch reale Füllstandänderung in den Bereich der Ansprechhöhe. Prüfung mit dem Vibrationsgrenzschalter Liquiphant Der Vibrationsgrenzschalter Liquiphant ist mit unterschiedlichen Elektronikeinsätzen erhältlich. Für den Einsatz als Überfüllsicherung empfiehlt Endress+Hauser die PFM Elektronik. Diese ist vom DiBT für die wiederkehrende Prüfung nach WHG zugelassen. Via Tastendruck generiert ein Testoszillator drei unterschiedliche Frequenzen. Die Elektronik prüft den Sensor auf unbedeckt, bedeckt oder Sensorfehler, zum Beispiel durch Korrosion oder Ansatz. Nachgeschaltete Anlagenteile lassen sich per Knopfdruck am Messgerät oder aus dem Schaltschrank an der Auswertekarte prüfen. Auch ein direkter Anschluss an eine SPS ist möglich. In der Praxis kann beispielsweise aus Platzmangel die Überfüllsicherung nicht immer von der kontinuierlichen Füllstandmessung getrennt werden. So sind auch kontinuierliche Messgeräte als Überfüllsicherungen zugelassen. Effiziente Pumpentechnologie von NETZSCH Dank unserer modernen Pumpentechnologie und cleveren Konstruktion sparen Sie Energie. Der reduzierte Energiebedarf bei gleichzeitiger Erhöhung der Pumpenleistung verringert die Stromaufnahme und schont so nachhaltig unsere Umwelt. Unsere Pumpen stehen für absolutes Umweltbewusstsein. BESUCHEN SIE UNS! acqua alta in Essen 10.01. – 12.01.2018 Halle 3.0, Stand 3E41 NOTOS® Schraubenspindelpumpe, NEMO® Exzenterschneckenpumpe und TORNADO® T2 Drehkolbenpumpe UmweltMagazin Dezember 2017 www.netzsch.com

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