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12 | 2017

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Special Wasser Da für

Special Wasser Da für die Aufnahme des Rührwerks ein bereits vorhandenes Mannloch vorgesehen war, mussten spezielle Flansche gefertigt werden, um keine baulichen Veränderungen an dem genehmigten Lagertank vornehmen zu müssen. Die Installation an der Seitenwand des Tanks erfolgte unter einem Winkel, der eine optimale Durchmischung gewährleistet. Indem ein an die Motorleistung von 11 kW angepasster Drei-Blatt-Propeller mit einem Durchmesser von 770 mm verbaut wurde, konnten Energieeffizienz und Schubkraft verbessert werden. Bilder: Landia Angepasstes Rührwerk für effiziente Durchmischung Je nach Bedarf ist das flexibel einsetzbare POPTR-I mit einer Motorleistung zwischen 5,5 und 18,5 kW erhältlich, auf Wunsch auch in Ex-Ausführung. Aufgrund der niedrigen Drehzahl von maximal 300 U/min eignet es sich vor allem für viskose Flüssigkeiten mit hohem Feststoffanteil und einem Gesamtvolumen von bis zu 6 000 m3/h. Da das Rührwerk seitlich durch die Tankwand installiert wird – unabhängig davon, aus welchem Material diese besteht – und sich die Antriebseinheit außerhalb des Mediums befindet, bleibt der Motor auch bei heißen Fluiden kühl. Gleichzeitig hat diese Konstruktion den Vorteil, dass Wartung und Instandhaltung bequem bei gefülltem Tank erfolgen können, ohne das Rührwerk herausheben zu müssen. Die Auslegung des POPTR-I für die Anwendung in Brunsbüttel erfolgte im engen Austausch zwischen Landia und dem Auftraggeber. „Unsere Rührwerke werden gezielt an die jeweilige Aufgabe angepasst“, erläutert Cassens die Philosophie von Landia. Da für die Aufnahme des Rührwerks ein bereits vorhandenes Mannloch vorgesehen war, mussten spezielle Flansche gefertigt werden. So konnten die Rührwerke eingebaut werden, ohne bauliche Veränderungen an dem bereits genehmigten Lagertank vornehmen zu müssen. Die Installation erfolgte unter einem Winkel, der eine optimale Durchmischung gewährleisten soll. Indem ein an die Motorleistung von 11 kW angepasster Drei-Blatt-Propeller mit einem Durchmesser von 770 mm verbaut wurde, konnten Energieeffizienz und Schubkraft verbessert werden. Die Lackierung erfolgte in Lichtgrau (RAL7035), der Standardfarbe für technisches Equipment in Brunsbüttel. Seit der Inbetriebnahme laufen die Rührwerke einwandfrei. „Durch die solide Konstruktion und die hohe Qualität der verwendeten Dichtungen sind eine lange Lebensdauer sowie eine sichere Bedienung gewährleistet“, so Cassens. Die Steuerung und Überwachung der Parameter ist bei Covestro vollautomatisch über ein Prozess-Leit-System inklusive Motorlauf- und Leckagemeldung geregelt. Abweichungen von den Sollwerten werden der Messwarte am Display gemeldet. Darüber hinaus detektieren von Landia installierte PTC- Thermistoren kritische Temperaturschwankungen. Ein spezielles Schmiersystem mit Ölbehälter inklusive Fühler dient zum manuellen Fetten der Propeller-Nabe. „Diese Lösung erschien den Verantwortlichen als ausreichend, da ein Mangel bei den regelmäßigen Rundund Kontrollgängen auffallen würde. Außerdem erkennt die Leitfähigkeitsmessung, wenn sich Wasser im Öl befindet und schaltet das Rührwerk gegebenenfalls ab“, erklärt Cassens. Als Back-up ist ein weiteres, baugleiches Rührwerk im technischen Lager von Covestro in Brunsbüttel vorhanden. So ist die Betriebssicherheit zu jedem Zeitpunkt gegeben. Cord Cassens, Landia GmbH, Zetel, info@landia.de 24 UmweltMagazin Dezember 2017

Wasser Special Fahrzeugwäsche: wirtschaftlich, betriebssicher, normgerecht Es ist naturgemäß ein schmutziges Geschäft. Der Dreck ist nicht weg, wenn das Auto blitzblank aus der Waschanlage rollt. Ins Waschwasser hat er sich verlagert. Und nun? Jetzt geht’s erst richtig los: Reinigung im Kreisverkehr. Harmonisch mit Norm und Natur. Wasser, naturgegeben sauber, ist grundlegende Ressource allen Lebens. Hieraus erwächst dessen hohe Schutzwürdigkeit. Dementsprechend normiert ein differenziertes Regelwerk die zahllosen Wassernutzungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht. Die Abwasserverordnung (AbwV) ist ein Teil dieses Regelwerks. In ihren Anhängen legt sie fest, wie mit Abwässern unterschiedlicher Herkunftsbereiche zu verfahren ist. Anhang 49 behandelt „Mineralölhaltiges Abwasser“ und damit auch das Waschwasser von „Anlagen zur maschinellen Fahrzeugreinigung“, wie Autowaschanlagen & Co im Verordnungsjargon heißen (siehe Kasten „Regelrecht“). Kernforderung von Anhang 49 ist die Kreislaufführung des Waschwassers. Beispielhaft Kreislaufführung des Waschwassers entlastet Umwelt und Betriebskosten. Frisches Wasser gibt es nur zum Ausgleich von Verdunstungs- und Verschleppungsverlusten sowie im Spülgang am Ende der Wäsche. Verfahrenstechnische Konsequenz: Jede Waschanlage braucht ihr eigenes Klärwerk. Das muss gut unterkommen, auch da, wo es eng zugeht. Im Betrieb soll es wirtschaftlich sein, in der Reinigungsleistung stabil und effizient. Auch Wartung Im Oktober 2015 ging die Waschhalle Tuttlingen mit Kreislauftechnik von Mall an den Start. Die Erfahrung aus den rund 15 000 SB-Fahrzeugwäschen der ersten sieben Betriebsmonate: glänzende Ergebnisse durch beste Waschwasserqualität. Dafür sorgt ein NeutraClear-System C4000 mit 700 l/min Durchsatz. Dessen Komponenten sind in monolithisch gegossenen Stahlbetonbehältern untergebracht und erdeingebaut. Nur die Betriebswasservorlage steht im Technikraum. Sie ist mit einer Leitfähigkeitsmessung und -regulierung ausgestattet, um im Winter eine Aufsalzung des Waschwassers durch Streusalz zu verhindern. Eine Standardlösung wie in der Waschhalle Tuttlingen konnte im Projektfall des Forschungs- und Innovationszentrums (FIZ) München der BMW AG nicht umgesetzt werden. Das FIZ ist seit 1990 die Denkfabrik des Unternehmens und gilt als eines der modernsten Entwicklungszentren der Automobilindustrie weltweit. Für seine Testfahrzeuge hält BMW eine Pkw-Portalwaschanlage vor. Sie sollte im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen an die aktuellen abwasserrechtlichen Anforderungen angepasst werden. Allerdings, auf dem eng bebauten Gelände gab es keine Freifläche für den Erdeinbau. Somit erhielt BMW eine oberirdisch aufgestellte Kreislaufanlage, bei der alle Prozessstufen in Kunststoffbehältern untergebracht sind. Ein Schlammfang und ein Pumpschacht, die bereits vorhanden waren, ließen sich beim Neubau integrieren. ist wichtig, und natürlich muss es sämtliche Vorgaben fraglos und dauerhaft erfüllen. All das dann auch noch bedarfsgerecht dimensioniert – für das Autohaus mit ein paar Wäschen pro Tag, für einen Betrieb am laufenden Band im großen Waschcenter oder auch für die Lkw-Flotte. Da ist Technik gefragt, die sich anpasst. Und Erfahrung. Individuell angepasste Lösungen Die Mall GmbH, Systemanbieter aus Donaueschingen, entwickelt, baut und vertreibt abwassertechnische Kompaktanlagen seit über sechs Jahrzehnten. Auch im Sortiment: komplette Anlagenkonfigurationen, wie sie wasserseitig rund um die Fahrzeugwäsche gebraucht werden. Das Angebot umfasst Bauvarianten für unterschiedliche Bedarfslagen. Allen gemeinsam ist das verfahrenstechnische Prinzip einer mechanisch-biologischen Reinigung. Verschmutztes Waschwasser fließt zuerst in das Vorbehandlungsbecken Neutra - Twin. Hier sedimentieren Sinkstoffe, und gleichzeitig werden aufschwimmende Verunreinigungen zurückgehalten. Die Funktion eines Vorbehandlungsbeckens ist damit integraler Bestandteil. UmweltMagazin Dezember 2017 25

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