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12 | 2017

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Special Wasser Erdeinbau

Special Wasser Erdeinbau in Reih und Glied für die Waschhalle in Tuttlingen. Von vorne NeutraTwin, NeutraClear, NeutraTub, Betriebswasservorlage. NeutraClear im Kompaktformat: für Kleinanwender alle Prozessschritte in einem Behälter. Nächste Station ist das Behandlungsbecken NeutraClear, in dem sich offenporiges Lavagestein als Trägermaterial befindet. Darauf siedeln Mikroorganismen, bilden einen Biofilm und knacken die organischen Kontaminanten. Luft, die ein Verdichter am Boden des Beckens einbläst, stellt den nötigen Sauerstoff zur Verfügung und transportiert Schmutzpartikel nach oben. Von dort gelangen sie über einen Schlammabzugstrichter zurück ins Vorbehandlungsbecken. Das nun gereinigte Waschwasser erreicht abschließend die Betriebswasservorlage NeutraSam, aus der es für die erneute Nutzung entnommen wird. Überschüssiges Wasser schickt die Anlage aus der Vorlage via Überlauf und Probenahmeschacht in die Kanalisation. Regelrecht Sechs Leistungsvarianten serienmäßig Die drei Becken für Vorbehandlung, Behandlung und Vorlage fertigt Mall als Rundbehälter aus Stahlbeton. In dieser Standardausführung sind sie für den platzsparenden Erdeinbau vorgesehen. Bereits im Werk werden die Anlagen mit allen Einbaukomponenten ausgerüstet. Sie stehen serienmäßig in sechs Leistungsvarianten von 80 bis 760 l Abwasserdurchsatz pro Minute zur Verfügung. Weil das Waschwasser im Den gesetzlichen Rahmen der Fahrzeugwäsche bildet die „Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung, AbwV)“. Hinsichtlich verschiedener Abwasserherkunftsbereiche bestimmen die Anhänge der Verordnung Mindestanforderungen, die für eine Erlaubnis zum Einleiten einzuhalten sind. Gemäß § 3 darf eine solche Erlaubnis im Allgemeinen „nur erteilt werden, wenn die Schadstofffracht nach Prüfung der Verhältnisse im Einzelfall so gering gehalten wird, wie dies durch Einsatz Wasser sparender Verfahren bei Wasch- und Reinigungsvorgängen … und den Einsatz von schadstoffarmen Betriebs- und Hilfsstoffen möglich ist“. Anhang 49 der Abwasserverordnung bezieht sich auf mineralölhaltiges Abwasser, wie es unter anderem bei der Reinigung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen in entsprechenden Betriebsstätten regelmäßig anfällt. Um die Schadstofffracht aus solchen Anlagen zur maschinellen Fahrzeugreinigung zu minimieren, fordert Anhang 49 die weitestgehende Kreislaufführung des Waschwassers. Außerdem gilt: Wird Abwasser aus solchen Kreislaufanlagen eingeleitet, so darf das nur aus der Betriebswasservorlage erfolgen. Dabei ist der Grenzwert für Kohlenwasserstoffe in Höhe von 20 mg/l einzuhalten. Diese Anforderung hinsichtlich der Kohlenwasserstofffracht gilt als erfüllt, wenn eine zu deren Abscheidung konzipierte Abwasserbehandlungsanlage betrieben wird, die die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-83.4–6 trägt. Auch oberirdisch gut aufgestellt. Eine entsprechende Anlage mit allen Funktionen in Kunststoffbehältern steht im Forschungs- und Innovationszentrum der BMW AG in München. freien Gefälle durch alle drei Becken fließt, braucht der Reinigungsprozess weder Pumpen noch Ventile. Das bringt Störanfälligkeit, Wartungsaufwand und Energieverbrauch nach unten, damit Systemverfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit nach oben. Und noch ein Plus für Anlagenhandling und Betriebskosten: NeutraClear kommt völlig ohne Chemikalien aus. Das ist die Basis. Es gibt Optionen. Erstens steht es Betreibern frei, ihre Betriebskosten noch weiter zu drücken, indem sie für den Ausgleich von Wasserverlusten und fürs Spülen die Einbindung einer Regenwasseranlage bei Mall ordern. Denn Niederschlag gibt es zum Nulltarif, Leitungswasser nicht. Zweitens kann zusätzlich eine weitere Betriebswasservorlage bedarfsweise oberirdisch aufgestellt sowie mit einer Leitfähigkeitsmessung und -regulierung ausgerüstet werden. Das verhindert die Aufsalzung des Waschwassers. Die Frischwassernachspeisung ergänzt das durch Verschleppung und Verdunstung Bilder: Mall 26 UmweltMagazin Dezember 2017

Wasser Special verlorene Wasser. Drittens lassen sich die für hohen Durchsatz konzipierten NeutraClear-Typen C3000 und C4000 mit dem Nachbehandlungsbecken NeutraTub tunen. Es packt insbesondere die feinen Partikel. Durch schräg angeordnete Lamellenpakete rutschen sie zum Beckenboden, sedimentieren dort und sind damit raus aus dem Waschwasser, das nun sauber ist. Viertens, weil Erdeinbau praktisch, aber nicht immer möglich ist, gibt es bei Mall alles auch für die oberirdische Aufstellung. Nicht in Stahlbeton- sondern in Kunststoffbehältern sind die Anlagenteile dann untergebracht. Ansonsten bestehen keine Unterschiede. Und fünftens hat mancher Anwender nur wenige Waschgänge pro Tag. Die Kompaktversion NeutraClear C1400 ist mit einem Abwasserdurchsatz bis 80 l/min für 25 Fahrzeugwäschen und mehr pro Tag ausgelegt. Der Clou: Alle drei Funktionsbereiche – Vorbehandlung, Behandlung und Betriebswasservorlage – hat Mall in einem Behälter vereint. Neben der Fertigung, Lieferung und Installation gehören auch Beratung und Planung zuvor sowie das Angebot regelmäßiger Wartung danach zum Leistungsumfang von Mall. Besonders vorteilhaft ist auch, dass alle Kreislaufanlagen rund um das Zentralmodul NeutraClear die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung tragen. Damit erübrigt sich ein Genehmigungsverfahren. Es genügt, die Inbetriebnahme der Anlage bei der zuständigen Wasserbehörde anzuzeigen. Mall GmbH, Donaueschingen-Pfohren, www.mall.info 50 Jahre Abwasserreinigung im Industriepark Höchst Die verschiedenen Bereiche der Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst (von l. n. r.): abgedeckte Becken der Hochlaststufe, Pufferbehälter, Denitrifikationsbehälter sowie einer der Biohochreaktoren. Der Industriepark Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezial- Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Ihren 50. Geburtstag begeht in diesem Jahr die dort zugehörige Abwasserreinigungsanlage (ARA), welche sich moderner als je zuvor zeigt. Rund 60 Mio. l Abwasser verarbeitet die ARA im Industriepark Höchst jeden Tag. Dabei baut sie 150 t CSB- Fracht ab – so viel fällt im Vergleich bei einer Stadt mit etwa 1,25 Mio. Einwohnern an. CSB steht für Chemischer Sauerstoffbedarf und ist ein Maß für die Schmutzkonzentration im Wasser. Sie ist die größte industrielle Anlage in Hessen und eine der wichtigsten Anlagen im Industriepark, der vom Industriedienstleister Infraserv Höchst betrieben wird. Hohe Standards bei der Abwasserreinigung Anlässlich des runden Geburtstags der Abwasserreinigungsanlage lud Infraserv Höchst zu einer Jubiläumsfeier ein. Im Rahmen dieser betonte UmweltMagazin Dezember 2017 27

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