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12 | 2017

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Umweltmarkt Projekte

Umweltmarkt Projekte Covestro Europäischer Schulterschuss zur CO 2 -Nutzung Dieses Konsortium von 14 Partnern aus sieben Ländern will jetzt unter Führung von Covestro erforschen, wie Hüttengase aus der Stahlindustrie besonders effizient und nachhaltig zur Produktion von Kunststoffen verwendet werden können. Die Nutzung von Kohlendioxid und anderen Abgasen als neue Rohstoffquelle wird zunehmend zu einem Thema auf europäischer Ebene. Ein neues Konsortium von 14 Partnern aus sieben Ländern will jetzt unter Führung des Werkstoffherstellers Covestro erforschen, wie Hüttengase aus der Stahlindustrie besonders effizient und nachhaltig zur Produktion von Kunststoffen verwendet werden können. So lässt sich der traditionelle Rohstoff Erdöl einsparen. Das branchenübergreifende Projekt namens Carbon4PUR wird mit Geldern der Europäischen Union gefördert. Konkret geht darum, Gemische aus Kohlendioxid und Kohlenmonoxid, die bei der Stahlproduktion anfallen, zu nutzen, um Polyole herzustellen – das sind zentrale Komponenten von Dämmstoffen und Lacken auf Polyurethan-Basis, die normalerweise aus Erdöl gewonnen werden. Das Besondere an dem zu entwickelnden Verfahren: Der Abgasstrom muss nicht aufwändig in verschiedene Gase getrennt Bild: Covestro werden. In einem chemo-katalytischen Prozess soll das Gasgemisch vielmehr direkt zu den Vorprodukten weiterverarbeitet werden. Deren CO 2 -Fußabdruck kann so um 20 bis 60 % verringert werden. Ideale Startbedingungen für das industrielle Pilotprojekt sind bereits gegeben: Im südfranzösischen Fos liegen ein Stahlwerk von ArcelorMittal und eine Produktionsanlage von Covestro in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Gasverwertung entwickeln sie gemeinsam mit akademischen und institutionellen Partnern wie der RWTH Aachen, TU Berlin, Dechema, Imperial College London, den Universitäten Gent und Leiden, dem französischen Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives, South Pole Carbon Asset Management, Grand Port Maritime de Marseille und PNO Innovatieadvies. Von Südfrankreich aus könnten dann weitere Industriepartner wie der in Belgien ansässige Schaumstoffhersteller Recticel und der Lackproduzent Megara Resins aus Griechenland mit den innovativen Vorprodukten beliefert werden. Covestro produziert bereits seit dem vergangenen Jahr mit Kohlendioxid ein Vorprodukt für weichen Polyurethan-Schaumstoff. Dieser ist für den Einsatz in Polstermöblen und Matratzen konzipiert. Gleichzeitig forscht das Unternehmen an weiteren Anwendungsgebieten für CO 2 -basierte Rohstoffe. www.covestro.com Evonik Verfahren zur Herstellung von Methylmethacrylat entwickelt Evonik entwickelt einen Weg zur Herstellung von Methylmethacrylat (MMA). Dies ist ein unverzichtbares Vorprodukt für Plexiglas, wird aber auch für Spezialanwendungen wie Kontaktlinsen oder Klebstoffe genutzt. Den neuen Prozess haben die Evonik-Ingenieure LiMA getauft und damit einen Anspruch manifestiert: LiMA steht für Leading in Methacrylates. Das Verfahren wird derzeit in Darmstadt in einer Pilotanlage getestet. Bereits die ersten Ergebnisse zeigten eine ausgezeichnete Qualität von MMA. Für LiMA hat Evonik einzelne Schritte bekannter Verfahren neu kombiniert und mit eigenen Entwicklungen optimiert. Der Prozess erzielt mithilfe intelligenter Prozessführung und eines effizienten Katalysators Ausbeuten zum Endprodukt von mehr als 90 %. Der deutlich geringere Energiebedarf reduziert die Kohlendioxidemissionen um bis zu 40 %. Die einfache Prozessführung in der Flüssigphase minimiert Abwasserströme sowie den technischen Aufwand und Wartungsbedarf. Die weltweit gute Verfügbarkeit der petrochemischen Rohstoffe ist ein weiterer Vorteil dieser Technologie. Als Ausgangsstoffe für LiMA dienen Ethylen und Methanol. Daraus entsteht in mehreren Reaktionsschritten zunächst Methacrolein. Kern des neuen Verfahrens ist die Umsetzung von Methacrolein in einem Schritt zum Endprodukt Methylmethacrylat. Evonik hat hierfür ein völlig neues Katalysatorsystem entwickelt. Das Verfahren arbeitet komplett in flüssiger Phase und bei moderaten Bedingungen von in der Regel deutlich weniger als 100 °C. Das neue Katalysatorsystem zeichnet sich, nach Unternehmensangaben, durch Robustheit und hohe Effizienz aus. Während sich bei anderen Verfahren einzelne Bestandteile eines Katalysators mit der Zeit aus dem Trägermaterial herauslösen können, kommt es bei den LiMA-Katalysatoren nicht zu diesem Ausbluten. Für die besondere Stabilität sorgt unter anderem eine Kombination von Metalloxiden. Entscheidende Verbesserungen in der Verfahrenstechnik machen den Katalysator zugleich sehr leistungsfähig. Konsequent werden in den Prozessvorstufen Nebenprodukte und Katalysatorgifte entfernt. Evonik komplettiert damit die Palette der im Konzern verfügbaren Synthesewege. www.evonik.com 34 UmweltMagazin Dezember 2017

Abfall Großformat-Ballenpresse im Einsatz Vorgepresste Kartonage sowie lose Kunststoff-Folien. Die Thommen AG ist mit elf Standorten einer der führenden Recycler in der Schweiz. Das Tochterunternehmen, die Halter Rohstoff AG in Biel, sammelt und presst vorgepresste Kartonage sowie lose Kunststoff-Folien. Bei der bisher eingesetzten Großformat-Ballenpresse stiegen nach 20 Jahren die Wartungs- und Ersatzteilkosten stark, so dass es an der Zeit war, sich nach einer neuen Maschine umzusehen. Wichtige Kriterien bei der Auswahl waren dabei Maschinensolidität, Arbeitssicherheit, Energieverbrauch, Drahtverbrauch, Geräuschpegel, Wartungsaufwand und neben der technischen Kompetenz des künftigen Lieferanten auch der Preis. Der technische Entwickler Hans-Peter Kremer hatte nach intensiver Vorauswahl zwei Anbieter in der engeren Wahl und plante Referenzbesuche. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt taten sich jedoch schon die ersten Hürden auf. Ein Anbieter bot nur weit entfernt liegende Referenzen an, der zweite wollte die Maschine direkt zum Kauf anbieten. „Das war alles nicht gerade optimal“, bilanziert Kremer heute. Auswahl des richtigen Lieferanten Letztlich wurde er auf HSM aufmerksam und nahm Kontakt zu dem Unternehmen auf. Bei einem Besuch im Werk in Salem konnte Kremer sehen, wie hoch der Eigenfertigungsanteil dort ist. „Made in Germany“ ist dem Recycler und vor allem seinem vorgesetzten Dr. Tobias Thommen sehr wichtig. Er besichtigte daher auch einen Betrieb, in dem seit sieben Jahren eine Großformat-Kanalballenpresse von HSM die gesamte Materialpalette in ständigem Wechsel ohne Probleme presst. Er konnte sich so live davon überzeugen, wie gut die Maschine bei hoher Belastung auch im Alltag funktioniert. Die Thommen AG richtete eindeutige Forderungen an den neuen Maschinenlieferanten. Vertraglich sollte von vornherein vereinbart werden, dass die Maschine zurückgeht und Strafzahlungen erfolgen, wenn Produktversprechen wie Durchsatzleistung, Ballengewicht, Stromverbrauch und andere nicht eingehalten würden. Nur HSM war bereit, diese Versprechen auch schriftlich festzuhalten. Daher stand für Kremer fest, dass HSM auch zu seinem Produkt und hinter den angepriesenen Leistungen steht. Es waren genau diese Produkteigenschaften, die die Thommen AG UmweltMagazin Dezember 2017 35

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