Aufrufe
vor 1 Jahr

12 | 2017

  • Text
  • Umweltmagazin
  • Dezember
  • Unternehmen
  • Wasser
  • Anlagen
  • Einsatz
  • Energie
  • Deutschland
  • Anforderungen
  • Umwelt

Organschaften Mannheim

Organschaften Mannheim 18. Umweltgutachtertag Nach Begrüßung durch die IHK-Präsidentin Irmgard Abt begann der 18. Umweltgutachtertag mit einem Beitrag der EU Kommission: Sébastien Paquot präsentierte die Ergebnisse der Refit-Studie, bei der auch die EMAS-Verordnung geprüft wurde. Alle Kriterien zeigten Vor- und Nachteile, aber grundsätzlich liefert EMAS einen wertvollen Beitrag zur Ressourceneffizienz und wird nicht in Frage gestellt. Esther Zippel, Geschäftsführerin des Umweltgutachterausschusses (UGA), berichtete, wie EMAS durch das BMUB und den UGA begleitet wird. In der aktuellen Berufungsperiode liegen die Schwerpunkte auf der Verankerung von EMAS in der Umweltpolitik, der Kooperation mit Bereichen der Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und dem Blauer Engel sowie Informationen zur EMAS-Webseite (www.emas.de). Als UGA-Vorsitzende berichtete Dr. Marianne Schönnenbeck, wie EMAS bereits heute mit den Methoden der Nachhaltigkeit verknüpft ist. Es ist als Rahmenwerk für die CSR-Richtlinie (Berichtspflicht) anerkannt, mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex kompatibel und Indikator der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie im Sustainable Development Goal 12. Aus Sicht der ISO stellte Dr. Joachim Nibbe vor, welche Normungs- Akteure des Umweltgutachtertags (v. l. n. r.): Dr. M. Schönnenbeck, E. Zippel, P. Fischer, S. Paquot, Dr. J. Nibbe, Dr. M. Racke und J. Buser. Bild: IHK Rhein-Neckar Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de aktivitäten, zum Beispiel zum Umweltnutzen, den Umweltkosten oder zur Verwundbarkeit durch Folgen des Klimawandels betrieben werden. Jochen Buser referierte über Neuerungen zum Energiemanagement und hob die Bedeutung der ISO 50003 als Akkreditierungsnorm hervor, die seit dem 14. Oktober dieses Jahres gilt. Sie stellt unter anderem Anforderungen an den Nachweis der energiebezogenen Leistung bei (Re-)Zertifizierungen. Unternehmen mit vielen Standorten und gleichartigen Tätigkeiten können bei der Validierung von EMAS das Stichprobenverfahren „Multi-Site“ aktuell nicht nutzen. Die Methode, deren Vorteile und Hemmnisse sowie Details, wie die Stichprobenauswahl, diskutierten Dr. Markus Racke, DAU GmbH, Umweltgutachter Thorsten Grantner und Marcel Vinkelau von Ernsting`s Family unter der Moderation von Bettina Heimer. Die Anwendung ist in Kürze möglich und wird im aktualisierten EMAS User‘s Guide festgeschrieben. Abschließend stellten Umweltgutachter Fragen an die DAU GmbH, die die neuen EMAS-Anhänge und den Anwendungshinweis zur ISO 50003 betrafen. EMAS Revision Seit September 2015 ist die Revision der ISO 14001:2015 veröffentlicht. Diese erfordert eine Anpassung von EMAS, weil insbesondere der Anhang II im Teil A die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem auf der Basis der ISO 14001 darstellt und im Teil B hervorhebt, welche zusätzlichen Vorgaben für EMAS-Anwender bestehen. Im Rahmen dieser Anpassung aktualisierte die EU Kommission auch die Anhänge I (Umweltprüfung) und III (Umweltbetriebsprüfung), um die neue Akzentuierung der ISO 14001:2015 zu übertragen. Mit der Verordnung (EU) 2017/1505 sind die Änderungen vollzogen und gültig. Es gelten folgende Übergangsregeln: - Seit dem 18. September 2017 können Begutachtungen auf der Basis der neuen Version stattfinden. - Wenn der Termin für eine Begutachtung zur Erneuerung der EMAS-Registrierung nach dem 18. September 2017 und vor dem 14. März 2018 liegt, kann die Frist um maximal sechs Monate verlängert werden. - Vor dem 14. September 2018 sind Begutachtungen auf der Basis der vorherigen EMAS-Version möglich. Die Registrierungsbescheinigung gilt dann nur bis zum 14. September 2018. Das Forum of Accreditation and Licensing Bodies hat mit einer Entscheidung (FALB-109–2017) vom 12. Oktober 2017 Prüfinhalte klar gestellt: - EMAS-Artikel 18 (6) legt fest, was bei Begutachtungen für die (erneute) Eintragung in das EMAS-Register nach Artikel 6 (1) zu prüfen ist. Hierbei sind ein vollumfängliches Umweltmanagementsystem und alle Forderungen der geänderten Anhänge I bis III nachzuweisen. - EMAS-Artikel 18 (7) legt fest, was bei zwischenzeitlichen Begutachtungen nach Artikel 6 (2) zu prüfen ist. Hierbei muss die Prüfung der (umwelt-)rechtlichen Anforderungen die Umsetzung der geänderten Anhänge I bis III umfassen. Darüber hinaus bestimmt die Entscheidung FALB-109–2017, dass Begutachtungstermine für kleinere- und mittlere Unternehmen, die den verlängerten Begutachtungszyklus nach Emas-Artikel 7 nutzen, unverändert bestehen bleiben. Die Prüfung der geänderten Anhänge I bis III erfolgt gemäß den zuvor genannten Inhalten. Termine 2018 > 19. Januar 2018: EMAS Club Europe, Region Rhein-Main, Weinheim > 20. März 2018: Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager-Tag, Frankfurt am Main > 20. September 2018: Umweltgutachtertag, München 48 UmweltMagazin Dezember 2017

Organschaften Deutscher Umweltpreis Vorschlagsrecht für den Betriebsbeauftragtenverband Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich der Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2017 am 29. Oktober in Braunschweig. Das Kuratorium der Deutschen Stiftung Umwelt (DBU) hat dem VBU die Vorschlagsberechtigung für den Deutschen Umweltpreis eingeräumt und ihn so mit Institutionen wie zum Beispiel Arbeitgeber-, Branchen und Umweltschutzverbänden, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsgremien gleichgestellt. Die Auszeichnung wendet sich an Personen, deren innovative Produkte und techni- sche Prozessverbesserungen, erfolgreiche Forschungsergebnisse oder Lebensleistungen im Zeichen eines nachhaltigen Umweltschutzes stehen. Die als Kandidaten Nominierten unterliegen Prüfkriterien, die sich an den Förderkriterien der DBU orientieren. Folgende Kriterien charakterisieren die Leitidee des Preises. Danach soll die ausgezeichnete Leistung in erster Linie Vorbildfunktion Bild: DBU/Peter Himsel für andere Personen, Unternehmen und Organisationen besitzen und dazu beitragen, Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Vorsorge- und Umsetzungsstrategien zu entschärfen. Die Verdienste sollten derart überzeugend sein, dass ein Nachahmungseffekt erzielt wird. Entsprechend sollten der Modellcharakter und die praktische Umsetzbarkeit im Vordergrund stehen, wobei innovative, vernetzte ganzheitliche Lösungsansätze besonders berücksichtigt und kooperationsstiftende Leistungen mit interdisziplinärer Ausprägung vorrangig bewertet werden. Für den VBU als Berufsverband von Beschäftigten mit gesetzlichen Initiativpflichten bedeutet das Vorschlagsrecht sowohl Anerkennung der bisherigen Verbandstätigkeit als auch Ansporn für seine Mitglieder, auf Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes in ihren Unternehmen hinzuwirken. Umweltgesetzbuch Erneute Verbandsinitiative Im Umgang mit Politik und Politikern ist immer öfter Geduld gefragt. Die Erfüllung hoher Erwartungshaltungen zur Zusammenfassung des Umweltrechts in einem Gesetzbuch zur Vereinfachung von Genehmigungsverfahren durch Konzentration auf die Zuständigkeit einer Behörde steht weiterhin aus. Der Betriebsbeauftragtenverband VBU hat daher die Vorsitzenden der nach der Bundestagswahl mit Sondierungsgesprächen befassten Parteivorsitzenden angeschrieben. Erneut hat er die einheitliche Kodifizierung des Umweltrechtes in einem Umweltgesetzbuch angemahnt, die bis zur Mitte der letzten Dekade in den Regierungsprogrammen von fünf Legislaturperioden zu den Inhalten der jeweiligen Koalitionsverträgen gehört hatte. Vor über 25 Jahre wurde eine Sachverständigenkommission von der damaligen Bundesregierung unter Dr. Helmut Kohl mit der Ausarbeitung eines UGB-Entwurfs beauftragt. Und vor 20 Jahren hatte die Kommission einen ersten Entwurf mit umfangreicher Kommentierung ausgearbeitet und vorgelegt. Als Regierungsentwurf wurde er dann mit Änderungen vom Bundesumweltministerium vorbereitet und lediglich wegen der Befürchtung zu großer Ermessensspielräume von Behörden und vormals noch ausstehender Änderungen im Wasserrecht nicht vom Bundeskabinett verabschiedet. Das Wasserrecht ist zwischenzeitlich umfassend geändert worden, so dass es aus Verbandssicht keinen Grund für ein weiteres Zuwarten gibt. Dass einzelne Rechtsgebiete mit gemeinsamen Verfahrensvorschriften erfolgreich zusammengefasst werden könne, so der VBU- Geschäftsführer Jörg ten Eicken, habe der Gesetzgeber bereits im Sozialrecht gezeigt. Trotz der eingetretenen Verzögerung sei es weiterhin wünschenswert, dass eine Neuregelung nach dieser Bundestageswahl auch für das Umweltrecht mit der Zusammenfassung erster Gesetze begonnen werden könne. UmweltMagazin Dezember 2017 49

Ausgabenübersicht