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12 | 2017

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Medienpartnerschaft Neue

Medienpartnerschaft Neue Rahmenbedingungen für zertifizierte Energiemanagementsysteme Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Der Einsatz und Verbrauch von Energie ist ein Bereich, in dem gesetzliche Forderungen nach Audits und nach der Einführung von Energiemanagementsystemen in den letzten Jahren zum Tragen gekommen sind. Neben den jährlichen Erweiterungen der gesetzlichen Forderungen werden nun auch auf der Zertifizierungsseite die Anforderungen geschärft. Grundsätzlich handelt es sich bei ISO 50003:2014 um eine Norm für Zertifizierungsstellen, die Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 zertifizieren. Jetzt hat die Deutsche Akkreditierungsstelle diese als verbindlich festgelegt – mit Auswirkungen auf Zertifizierungsverfahren. So kann sich die Dauer des Audits verändern, Stichprobenverfahren sind anzupassen und die energiebezogene Leistung muss sich messbar verbessern. Themen wie Messsicherheit, Bewertungsverfahren und Entwicklung von Energieleistungskennzahlen gewinnen deswegen für Unternehmen mit ISO-Zertifizierung 50001 schlagartig an Bedeutung. Verbunden mit diesen sind die ISO-Normen 50006, 50015 und 50047, die beispielsweise im DGQ-Seminar „Energierefresher“ behandelt werden. Revision ISO 50001 auf dem Weg Auch ISO 50001 steht derzeit unter Revision. Es gibt laut erstem Entwurf einige kleinere Änderungen und sprachliche Präzisierungen, zum Beispiel zu: Energetische Bewertung, Plan für die Energiemessung (vormals: Plan zur Energiedatenerfassung) oder zu den Definitionen von Energieleistungskennzahl und Energetische Ausgangsbasis. Die umfassendste Änderung ist die Übernahme der „High Level Structure“ für Managementsystemnormen. Die wichtigsten Änderungen zu Kontext, Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien, Führung und Verpflichtung sowie dem Umgang mit Risiken und Chancen sind durch die Revisionen von ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 keine Unbekannten Bild: Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de mehr. Methoden, vor allem zur Priorisierung, lassen sich auch auf das Energiethema übertragen. Zielsetzung der ISO-Revision 50001 ist es, auch in diesem Fall das Managementsystem besser mit strategischen Fragestellungen zu verknüpfen. Über die Norm hinausgehend ISO 50001 fokussiert sich auf die Verbesserung der energiebezogenen Leistung mittels Analyse von Energieeinsatz, -verbrauch und -effizienz. Der erste Entwurf von ISO 50001 hat die Betrachtung des Lebenswegs – wie es ISO 14001:2015 für Umweltmanagementsysteme fordert – zwar nicht aufgenommen, aber selbstverständlich sind Energieeinsätze über Lieferketten bis hin zum Anwender oder Nutzer ein Einflussfaktor, den das Energiemanagementsystem aufgreifen sollte. Energieeffiziente und -sparende Produkte sowie Dienstleistungen sind teils schon reguliert, bergen jedoch noch Potenziale. Dies bleibt ein wichtiges Thema für Forschung, Entwicklung und Design. Ebenso sollten Unternehmen am Ball bleiben, wenn es darum geht, Teil von Systemen der Energieerzeugung oder -speicherung zu werden. Die Chancen sind vielleicht näher als gedacht, sich an Wertschöpfungsstufen wie den Ausbau dezentraler Erneuerbarer Energie- Anlagen, der Energieeigenversorgung oder dem Ausbau netzdienlicher Speicher in Kombination mit Smart Meter und intelligentem Energiedatenmanagement zu beteiligen. Das Beherrschen der Anforderungen von ISO 50001 ist eine sehr gute Basis, um auch Projekte im erweiterten Kontext erfolgreich angehen zu können. 50 UmweltMagazin Dezember 2017

Standards Service DIN EN ISO 11704 : 2017–10 Wasserbeschaffenheit VDI 4605 Nachhaltigkeitsbewertung Diese internationale Norm legt ein Verfahren für die Bestimmung der Gesamt-Alpha- und -Beta-Aktivität für Radionuklide, die nicht bei 80 °C flüchtig sind, in Gewässern fest. Radon-Isotope und ihre Zerfallsprodukte der kurzen Halbwertszeit werden nicht mitbestimmt. Das Verfahren ist anwendbar auf Roh- und Trinkwasser mit einem Trockenrückstand von weniger als 5 g/l und dann, wenn keine Korrektur der Farbzerlegung erforderlich ist. „Wasserbeschaffenheit – Gesamt-Alpha- und Gesamt- Beta-Aktivität – Verfahren mit dem Flüssigszintillationszähler (ISO/DIS 11704:2017)“ ist vorgesehen als Ersatz für die DIN EN ISO 11704:2015–11. Sie ist im September 2017 erschienen. www.beuth.de Die Industrie wie auch viele einzelne Unternehmen bekennen sich zu Zielen der Nachhaltigkeit und des nachhaltigen Wirtschaftens. Allerdings wird das auf so viele Prozesse, Produkte und Systeme angewandt, dass die einheitliche Ausrichtung und Messbarkeit erschwert werden. Vor diesem Hintergrund sieht der Richtlinienausschuss den im Oktober 2017 erschienenen Weißdruck dieser Richtlinie als „Handlungsanweisung für Ingenieure zur überschlägigen Prüfung und/oder Bewertung von technischen Produkten, Verfahren, Prozessen oder Unternehmen auf Nachhaltigkeit und Verantwortbarkeit“. Die Richtlinie basiert auf der Idee eines Schalenmodells. In der ersten Schale, die hier im wesentlichen behandelt wird, steht ein disaggregiertes System von wenigen Indikatoren, mit dem eine schnelle und einfache vergleichende Bewertung des Gegenstands relativ zu einer Alternative versucht werden kann. In der zweiten Schale, auf die in der Richtlinie hingewiesen wird, sind unterstützende Technische Regeln des VDI und anderer Organisationen aufgeführt. In der dritten wird auf auf weiterführende bekannte Methoden verwiesen. Ziel des Vorgehens ist es, den Entwicklungsprozess so zu steuern beziehungsweise anzupassen, dass für die entwickelten Systeme und Produkte die ökologischen, ökonomischen und sozialen Ziele in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Hierzu gehört die Reduktion der direkt und indirekt durch das System oder Produkt verursachten Umweltbelastungen sowie die Minderung der sozial unerwünschten Auswirkungen und die Förderung positiver sozialer Wirkungen wie auch die Verbesserung der Wertschöpfung. Herausgeber der VDI 4605 „Nachhaltigkeitsbewertung“ ist die VDI- Gesellschaft Energie und Umwelt. Die Richtlinie ist im Oktober 2017 als Weißdruck erschienen und ersetzt den Entwurf von Februar 2016. Sie kann zum Preis von 132,80 € beim Beuth Verlag in Berlin bestellt werden. www.beuth.de Bild: Rainer Sturm / pixelio.de DIN EN 16214–3 : 2017–10 Herstellung von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen Die Europäische Norm „Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen für Energieanwendungen – Grundsätze, Kriterien, Indikatoren und Prüfer – Teil 3: Biodiversität und Umweltaspekte im Zusammenhang mit Naturschutzzwecken“ legt Verfahren, Kriterien und Indikatoren fest, um den geforderten Nachweis für die Erzeugung von Rohstoffen auf für Naturschutzzwecke ausgewiesenen Flächen, das Ernten von Rohstoffen auf künstlich geschaffenem Grünland mit großer biologischer Vielfalt sowie das Anbauen und Ernten von Rohstoffen auf Torfmooren, zu erbringen. Die Norm legt auch Anforderungen fest, die für die Wirtschaftsteilnehmer von Bedeutung sind, um nachzuweisen, dass die Erzeugung, der Anbau und die Ernte der Rohstoffe in Übereinstimmung mit den gesetzlichen oder anderen Anforderungen in Bezug auf die vorstehend aufgeführten Flächenarten erfolgen. Die DIN EN 16214–3 : 2017–10 gilt für die Erzeugung, den Anbau und die Ernte von Biomasse, welche für die Herstellung von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen vorgesehen ist. www.beuth.de DIN ISO 19204 : 2017–10 Bodenbeschaffenheit Die internationale Norm „Bodenbeschaffenheit – Vorgehensweise zur standortbezogenen ökologischen Risikobewertung von Bodenverunreinigungen“ beschreibt die Anwendung des Triad-Ansatzes in der Bodenbeschaffenheit zur standortbezogenen ökologischen Risikobewertung von Bodenverunreinigungen in allgemeiner Art und Weise. Sie stellt die drei analogen Nachweise Chemie, Ökotoxikologie und Ökologie, die gemeinsam eine effiziente, ökologisch robuste und praktikable Risikobewertung ermöglichen, transparent dar. www.beuth.de UmweltMagazin Dezember 2017 51

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