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12 | 2018

Abfall In Erftstadt

Abfall In Erftstadt werden Eisen- und Nichteisenmetalle sowie stofflich verwertbare Kunststoffe separiert. Mittels hochmoderner Sortiertechniken erfolgt die Trennung zuverlässig und kundenorientiert. haben mit unserem Konzept seit seinem Start schon rund eine Million Tonnen CO 2 eingespart“, sagte Dr.-Ing. Thomas Glorius, Leiter Stoffstrommanagement bei Remondis Rheinland. Die Leistung der Anlage für alle 15 Nachhaltigkeitskriterien konnte schon im EU- Projekt Recombio nachgewiesen werden. Remondis kann in Erftstadt drei Produktgruppen in verschiedenen Qualitäten zur Verfügung stellen: Zum einen den Brennstoff, der aus produktionsspezifischen Gewerbeabfällen entsteht, zum zweiten den Substitutionsbrennstoff aus hochkalorischen Fraktionen und als drittes auch einen Biobrennstoff. Die Pionierarbeiten im Bereich Gütesicherung und Recyclingbrennstoffentwicklung zeigen Erfolg – das bundesweit erste RAL-Gütezeichen für die verlässliche Qualität des Brennstoffs ging bereits 2002 an Remondis Rheinland. Innovation mit Weitblick In Kooperation mit verschiedenen Partnern aus Industrie und Forschung Bilder: Remondis werden nationale sowie internationale Forschungsprojekte stetig forciert. Dabei stehen unter anderem die Weiterentwicklung automatischer Trenntechniken sowie die Realisierung der Nahinfrarotspektroskopie als Online-Analyse im Fokus. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an neuen, innovativen Verfahren zur Wertstoffrückgewinnung aus Haushaltsabfällen. Auch die Erftstädter Anlage wird stets optimiert – ein neuartiger Elektrobagger sowie ein modernes Energiemanagementsystem sorgen für eine weitere Verbesserung der hohen Energieeffizienz der Anlage. Darüber hinaus soll auch die Kunststoffsortierung weiter verbessert werden und ein recycelbares Potenzial an 1 000 bis 2 000 Tonnen Kunststoffen erschließen. Eine Infrastruktur für Wertstoffrecycling aus Abfällen der Restabfalltonne ist ebenfalls in Planung. Damit könnte das Unternehmen bis zu 4 000 Tonnen Glas zur weiteren technischen Verwertung in Form von Glasmehl sowie 7 000 Tonnen Sand und Steine für das Bauschuttrecycling zurückgewinnen. Die Abfallbehandlungsanlage der Remondis Rheinland GmbH steht mit seinen Aktivitäten für das beständige Bestreben der gesamten Unternehmensgruppe, Kreisläufe zunehmend zu schließen sowie Klima- und Ressourcenschutz auf höchstem Niveau voranzutreiben. Als Leistungsschau für den Klimaschutz zeichnet die KlimaExpo. NRW genau solche Akteure und Projekte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus NRW für ihr Engagement im Klimaschutz aus. Von der KlimaExpo.NRW qualifizierte Projekte erfüllen eine Vielzahl an Kriterien, darunter ein hoher Innovationsgrad, Nachhaltigkeit sowohl in ökologischer als auch ökonomischer Hinsicht und Übertragbarkeit auf unterschiedliche Bereiche und Branchen. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen voranzutreiben – und das technologische und wirtschaftliche Potenzial der Region weiter auszubauen. Dr.-Ing. Thomas Glorius, Remondis GmbH & CO. KG, Erftstadt, thomas.glorius@remondis.de 48 UmweltMagazin Dezember 2018

Management Neue Kommunalrichtlinie Die Förderung von Klimaschutzprojekten in Kommunen wird zum 1. Januar 2019 erheblich ausgeweitet. Vor allem in den Bereichen Mobilität, Abfall, Abwasser und Trinkwasserversorgung werden neue Fördermöglichkeiten geschaffen. Der Antragstellerkreis wird erweitert und Akzente im Energie- und Umweltmanagement gesetzt. Am 1. Januar 2019 tritt die neue „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld“ (kurz: Kommunalrichtlinie) in Kraft. Maßnahmen, die sich bewährt haben, bleiben in der neuen Richtlinie erhalten und werden durch neue Förderschwerpunkte ergänzt. Neu ist, dass Betriebe ab 25 Prozent kommunaler Beteiligung jetzt antragsberechtigt sind, Klimaschutzkonzept und Personalstelle zusammen beantragt werden können und investive Klimaschutzmaßnahmen in vielen weiteren kommunalen Aufgabenfeldern gefördert werden. Dazu gehören neue Fahrradwege, eine intelligente Verkehrssteuerung, emissionsarme Vergärungsanlagen, Sammelplätze für Grünabfälle sowie die Erhöhung der Energieeffizienz in Klär- und Trinkwasserversorgungsanlagen. Finanzschwache Kommunen werden in ihrem Engagement für den Klimaschutz nach wie Projektträger Jülich (PtJ) vor besonders unterstützt. Sie können für alle Förderschwerpunkte erhöhte Förderquoten beantragen: von der Einführung von Energiemanagementsystemen bis hin zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur. Der Projektträger Jülich (PtJ) ist verantwortlich für die Beratung zu fachlichen und administrativen Fragen zur Antragstellung, Projektdurchführung und Ergebnisverwertung. PtJ bearbeitet die eingereichten Förderanträge, begleitet die laufenden Vorhaben und führt die Mittelbewirtschaftung sowie die Erfolgskontrolle durch. Fragen zur Antragstellung werden gern durch die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantwortet unter: Tel.: 030 20199–577 oder E-Mail: ptj-ksi@fz-juelich.de Weitere Informationen finden Sie unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen Erfolge im kommunalen Klimaschutz dank der Kommunalrichtlinie In der langfristigen Klimaschutzstrategie der Bundesregierung, dem „Klimaschutzplan 2050“, spielt der kommunale Klimaschutz eine große Rolle. Denn vor allem in den Kommunen und im kommunalen Umfeld liegen große Potenziale, um Treibhausgase zu mindern. Die Kommunalrichtlinie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Bis zum Jahr 2050 soll Deutschland weitgehend treibhausgasneutral werden. Bereits bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 55 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 reduziert werden. Die neue Richtlinie setzt eine Erfolgsgeschichte fort: Von 2008 bis Ende 2017 wurden bereits 12.500 Maßnahmen in über 3.000 Kommunen umgesetzt, die wesentlich dazu beigetragen haben, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Kommunale Investitionen in den Klimaschutz lohnen sich gleich mehrfach: Sie helfen dem Klima, entlasten langfristig die Haushalte der Kommunen und erhöhen die Lebensqualität der Menschen in den Städten, Gemeinden und Landkreisen. Umsetzungsorientiert: Personalstelle und Klimaschutzkonzept zusammen beantragen Um schnell und qualifiziert in den Klimaschutz einzusteigen, können mit der neuen Kommunalrichtlinie die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes und eine Personalstelle für das Klimaschutzmanagement zeitgleich beantragt werden. Dies gilt für Konzepte des integrierten Klimaschutzes, Konzepte für die klimafreundliche Wärme- und Kältenutzung sowie die Verbesserung der nachhaltigen Mobilität. Ziel ist es, konkrete Investitionen zügig zu planen und zeitnah umzusetzen. Schnelle Erfolge in der Umsetzung ermöglicht die neue Fokusberatung, da nicht nur erste Maßnahmen aufgezeigt, sondern auch umgesetzt werden. Auch die Potenzialstudien in den Bereichen Abfallentsorgung, Siedlungsabfalldeponien, Abwasserbehandlungsanlagen, Trinkwasser, Abwärmenutzung aus Industrie und Gewerbe sowie Digitalisierung zeigen kurzfristig umsetzbare Maßnahmen auf. UmweltMagazin Dezember 2018 49

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